Wassergehalt = f(Luftfeuchte im Lagerraum)

  • Als Hobby-Nebenerwerbs-Semiprofesioneller-Imker hat man's manchmal schwer, da läuft einem die Zeit davon wenn der Tag nur 24 Std. hat...


    Ich hab letztes Wochenende meine Völker abgeerntet und bin dann nachhause gewandert, dabei hat's dann noch geregnet und die (Holz-) Magazine sind außen nass geworeden. Da ich Montags wieder arbeiten gehen musste und die ganze Woche keine Zeit zum schleudern habe, kam der Honig in den Magazinen in einen geschlossenen Raum und der Luftentfeuchter dazu.


    Da ich sicher gehen wollte, dass die Feuche aus dem Holz nicht in den Honig zieht, hab ich den Entfeuchter auf 30% eingestellt. Offensichtlich hat das Gerät tapfer gearbeitet - heute hab ich nach dem Honig gesehen und der ist zäh wie Kaugummi :-(


    Jetzt würde mich interessieren ob mir jemand sagen kann, auf welchen Luftfeuchtewert man den Raumluftentfeuchter einstellen muss, damit sich der Honig auf ca. 16,5% Wassergehalt einpendelt. Vielleicht hat ja jemand von Euch eine Tabelle, welche Raumluftfeuchte zu welchem Wassergehalt im Honig führt. Ich bin für entsprechende Infos sehr dankbar.


    Gruß hh

  • Ich muss zugeben, mit Chemie stand ich schon von frühen Jahren an auf Kriegsfuß. Den anfänglichen Wassergehalt hatte ich nicht gemessen, nur mir das Fließverhalten angesehen. Von daher hätte ich geschätzt, dass er um die 17% hatte.


    Im Raum war während des Betriebs des Entfeuchters eine Temperatur von ca. 24 Grad. Es ist Waldhonig.

  • könnte es auch einfach sein, dass der Honig nur kalt geworden ist?!?


    :daumen: dem Tipp schließe ich mich an. Mit der Luftentfeuchtung muss man schon sehr effizient trocknen, um gegen einen Wassergehalt von z.B. 20 % in einer dickflüssigen Masse anzukämpfen. Ob der Diffusionsprozess da ausreicht, in 5 Tagen massiv den Wassergehalt zu erniedrigen....


    Physikalisch gesehen Wassergehalt im Honig = F(Temperatur, Luftfeuchte, Verdunstungskoeffizient bzw. Hygroskopizität der enthaltenen Zucker usw.) - da kannst Du ja mal eine Versuchsreihe starten.


    Noch 'ne Möglichkeit - Melizitose im Honig ?


    Grüße


    Rainer

  • Ja klar,
    eigentlich brennt es in mir jetzt was über die Trocknung von gedeckeltem Honig in feuchten Kisten in einem feuchten, warmen Keller zu sagen und auch über die Sinnhaftigkeit von solchen Entfeuchtern.
    Aber ich tue es nicht. Sonst mache ich mich bei noch mehr Leuten unbeliebt.
    Nur noch das, mein Honig ist sowas von beyond bio, sowas von gut, der ist nicht mal künstlich nachträglich getrocknet.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Da ich sicher gehen wollte, dass die Feuche aus dem Holz nicht in den Honig zieht, hab ich den Entfeuchter auf 30% eingestellt. Offensichtlich hat das Gerät tapfer gearbeitet - heute hab ich nach dem Honig gesehen und der ist zäh wie Kaugummi :-(


    Messe erst mal den tatsächlichen Wassergehalt, dann sehen wir weiter ... Was hast du für einen Trockner? So einen richtig fetten Bautrockner oder was für den feuchten Keller?

  • Ja klar,
    eigentlich brennt es in mir jetzt was über die Trocknung von gedeckeltem Honig in feuchten Kisten in einem feuchten, warmen Keller zu sagen und auch über die Sinnhaftigkeit von solchen Entfeuchtern.
    Aber ich tue es nicht. Sonst mache ich mich bei noch mehr Leuten unbeliebt.
    Nur noch das, mein Honig ist sowas von beyond bio, sowas von gut, der ist nicht mal künstlich nachträglich getrocknet.
    Viele Grüße
    Wolfgang


    Hi Wolfgang,


    Dann hast du bestimmt einen Tipp, wie man zukünftig 200 Zargen die auch noch durch Regen feucht geworden sind, 5Tage zwischen lagert ohne das diese Feuchtigkeit ziehen?
    Mir fällt dazu nämlich nur ein trockener Lagerraum ein und einen Trockenen Lagerraum bekommt man nur mit einem Luftentfeuchter.
    Leider lassen sich diese nicht so einstellen, das der Honig seinen Wassergehalt hält, daher verliert der evtl. 1%. Das hat aber nichts mit Honigtrocknung zu tun, sondern etwas mit einem AchtsamenUmgang mit Honig.
    Lieber verliert der Honig 1% im Lagerraum, als das er 2% Wasser zieht und in die Gärung geht, dahingehend sind sich auch alle mir bekannten Institute einig, bzw. auch alle staatlichen Fachberater.


    Grüße,


    Max

  • Oh Max,
    natürlich hab ich da einen Tipp für dich. Für Lagerwiskey eignen sich französische Eichenfässer ganz prima. Für Lagerbier ist es eher die Glasflasche. Kartoffeln lagert man in einer luftigen Holzkiste trocken, kühl und dunkel. Holz lagert man am besten liegend auf regelmäßig druntergeschobenen Holzklötzchen. Bohnen lagert man am besten getrocknet, Fisch nur im Froster. Und verdeckelte Honigwaben in feuchten Kisten lagert man.....
    am besten garnicht. Auch nicht 200 Zargen. Ich finde es ehrlich gesagt etwas befremdlich, dass ein so großer Imkereibetrieb seine Betriebsferien genau zwischen abholen und schleudern legt. Und wenn der Tag nur 24 Stunden hat, sollte man vielleicht weniger Zeit mit der Heizlüftertabelle verbringen, bzw. weniger ernten oder evtl. jemanden bezahlen der einem hilft.
    Sorry, Max hat mich angestachelt und ich kenne den Problembären nicht, also sollte ich ihn nicht verbal veräppeln. Wahrscheinlich bin ich bloß neidisch auf Leute, die ihre Hyperaktivität so schön ausleben können.
    Schöne Grüße von einem, der auch schon öfters aus Zeit- oder Lustnot was vergessen oder eben nicht richtig gemacht hat. Kommt ständig bei mir vor, auch wenn es bei mir in manchem Jahr nur zehn Zargen sind. Wie ihr wisst zählen meine doppelt, weil kein Dadant :-).
    Zusammenfassend mein Tipp an den Semi-Profi, wie sonst an alle blutigen Anfänger: Nehmt euch die Zeit für eure Bienen genau dann, wenn sie es brauchen. Das schließt in diesem Fall den Honig ein.
    Und wenn ihr das nicht hinbekommt, dann hört damit auf und legt z.B. Puzzle, die Arbeit daran könnt ihr gut unterbrechen und dann irgendwann fortsetzen, wenn wieder Zeit ist.
    Immer schön lächeln
    Wolfgang, ganz und garnicht hyperaktiv

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • ...
    Jetzt würde mich interessieren ob mir jemand sagen kann, auf welchen Luftfeuchtewert man den Raumluftentfeuchter einstellen muss, damit sich der Honig auf ca. 16,5% Wassergehalt einpendelt. Vielleicht hat ja jemand von Euch eine Tabelle, welche Raumluftfeuchte zu welchem Wassergehalt im Honig führt. Ich bin für entsprechende Infos sehr dankbar.
    Gruß hh


    Um mal nicht über Sinn und Unsinn von Trockengeräten oder die richtige Planung imkerlicher Arbeiten zu diskutieren...
    eine ähnliche Frage hatte ich neulich auch gestellt:
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=51713


    Auf Grund der Antworten und weiterführenden Links würde ich mal behaupten daß es ausreichend sein sollte den Luftentfeuchter bei ca. 20°C auf ca. 50% Luftfeuchtigkeit einzustellen, damit der Honig auf keinen Fall Feuchtigkeit zieht, aber auch nicht großartig trockener wird.
    Find ich übrigens sehr löblich, das es nicht das primäre Ziel sein soll den Honig noch trockener zu machen, sondern ihn möglichst so zu erhalten wie er ist. Von daher versteh ich die Aufregung hier gar nicht von wegen noch bio`iger als bio ...


    Eine genaue Tabelle gibt es wohl nicht, aber in verschiedenen Büchern wohl Versuche solche Tabellen oder auch nur Reihen mit ungefähren Richtwerten schon, mußt mal die weiterführenden Links durchforsten.
    Kruppi

  • Hallo zusammen,
    50% bei 20C sind schon mal ein guter Richtwert, ich hätte weniger vermutet. Das war ja die Ursache meines Problems - ich hatte den Trockner auf 30% gestellt. Vielen Dank allen für die sinnvollen Hinweise.


    Auch die weniger sinnvollen Hinweise finde ich interessant - immer wieder interessant wie ge- bzw. verurteilt wird ohne Rahmenbedingungen und Hintergründe zu kennen. Gerade als Imker sollte man wissen, dass man nicht selten am Bienenstand etwas vorfindet, was man nicht erwartet hat.


    Gruß hh


  • Und wenn ihr das nicht hinbekommt, dann hört damit auf und legt z.B. Puzzle, die Arbeit daran könnt ihr gut unterbrechen und dann irgendwann fortsetzen, wenn wieder Zeit ist.
    Immer schön lächeln
    Wolfgang, ganz und garnicht hyperaktiv


    Hallo Wolfgang,


    ich mag deine Beiträge im Normalfall sehr gerne, aber was du hier schreibst ist einfach gönnerhaft und recht daneben.
    Erstens macht hier niemand Betriebsferien sondern schreibt der Threadsteller, das er unter der Woche arbeiten muss.
    Wenn du mehr als 4 Völker hast und schleuderst, wird sowieso empfohlen einen Luftentfeuchter im Schleuderraum zu haben.
    Wenn man z.B. 200 Zargen schleudert, wird man das ohne Helfer wohl kaum an einem Tag schaffen. Also erstreckt sich das Schleudern über das ganze Wochenende. Jetzt steigt die Luftfeuchtigkeit kontinuierlich an und wenn du die letzte Zarge schleuderst hat die wahrscheinlich 2% mehr Wasser als vorher. Daher braucht man einfach einen Entfeuchter.
    Wenn der Holzhacker jetzt Angst hatte weil es in die Zargen geregnet hat, ist es mehr als legitim den Luftentfeuchter laufen zu lassen. Ich finde es auch gut das er seinen Fauxpas hier öffentlich gemacht hat.
    Ich weiß nicht wieviel Völker der Holzhacker hat, aber wenn er Semi Professionellt schreibt, denke ich werden es zwischen 50-100 sein. So jemanden als Hobbyimker den Rat zu geben er möge lieber Puzzeln, weil er einen Luftentfeuchter nutzt, finde ich extrem affig.


    Viele Grüße,


    Max