Ich finde keine Milben

  • Hallo zusammen,


    seit bestimmt 4 Wochen habe ich die Schieber drin und schaue nach Milben, und finde aber keine. Ameisen dürften es zumindest anfangs schwer gehabt haben, da ich einen Leimring gelegt hatte. Mittlerweile sind da sicher Brücken, sodass die schon wieder dran können.


    Trotzdem wundert es mich dass ich gar keine Milben finde (an der Brille liegts nicht :oops:)


    Folgende Aufstellung habe ich gerade (ich weiß ich hätte alles gleich machen sollen, das war aber ein Lernprozess, mache ich nächstes Jahr besser):


    1 Volk auf neuen Waben seit ca 3 Wochen (Kö war im HR da habe ich die Gelegenheit genutzt, die Waben im BR auszutauschen)


    2 Völker nach TBE am Samstag mit Fangwabe und MW


    1 Brutscheune


    Vorgestern habe ich überall ölgetränkte Zewa auf den Schieber gelegt um ganz sicher zu gehen und schaue heute abend nach. HR sind runter.


    Ich hatte es noch nie dass ich keine einzige Milbe gefunden habe, da stimmt doch etwas nicht, oder?


    Wenn ich heute abend auch keine finde, was würdet ihr mir raten zu tun? Ich würde das weiterhin beobachten und erst behandeln wenn ich Milben finde. Oder?

  • Solange die Völker noch gut in Brut sind, ist die Aussagekraft der Gemülldiagnose problematisch.
    Ich würde die Brutscheune im Blick behalten. Sie liefert die verlässlichste Einschätzung über den Befall Deines Standes.
    Die kann man nach Auslaufen der Brut mit MS behandeln, was die Bienen nur wenig belastet und deswegen unabhängig vom Befall anzuraten ist. Dass die Völker nach der TBE praktisch keine Milben haben, ist nicht überraschend.


    Ich habe gerade das gleiche Phänomen und schiebe es auf die wirkungsvolle Behandlung im Vorjahr. Die TBE ist jedenfalls das beste Verfahren zur Varroabekämpfung.
    Neben der Vermehrung der Milbe in den Völkern ist ja auch die Reinvasion ein wichtiger Faktor. An isolierten Ständen, wo die keine Rolle spielt, kann man die Milben bei entsprechender Behandlung sehr kurz halten.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Die Beurteilung der Milbenlast ist gerade nach der Totalen Brutentnahme in den Völkern, die das Brutnest neu errichtet und angelegt haben, mit der Gemülldiagnose eher nicht repräsentativ. Was machen die Restmilben ? - Sie gehen in die Brut um sich zu vermehren. Insofern findet man kaum oder gar keine Milben auf der Windel, wenn das Brutnest frisch angelegt ist und nur wenig neue Brut schlüpft. 4 Wochen nach TBE kann das ganz anders aussehen - dann schlüpft die neu angelegte Brut und man bekommt den "Restbefall" zu sehen.


    Ich habe auch div. Völker nach TBE, die momentan keinen Milbenfall aufweisen. Das Gleiche Bild hat man bei Jungvölkern, die sich gerade im Aufbau befinden. Dort wird anfangs auch mehr verdeckelt, als schlüpft, will heißen, die Milben finden reichlich Angebot für deren Vermehrung. Irgendwann nach ein paar Wochen hat sich in der Dynamik zwischen Eilage und Schlupf ein Gleichgewicht eingestellt. Erst dann lässt sich der Befallsgrad mit der herkömmlichen Gemülldiagnose bestimmen.


    Bei meinen abgeschwärmten Völkern war die Milbenlast dagegen jetzt schon sichtbar. Nach AS-Behandlung finden sich diese auch reichlich auf den Windeln (> 7 / Tag). Ebenso in der Brutscheune - dort findet sich die Milbenlast, so wie geplant. Die Behandlung derer ist unerlässlich, wenn man BS-Bienen noch verteilen möchte. Wichtig ist hier ein genaues Monitoring nach Behandlung und vor der Verteilung.


    Beste Grüße


    Rainer


  • Nach AS-Behandlung finden sich diese auch reichlich auf den Windeln (> 7 / Tag).


    Nach der AS-Behandlung ist das sicher nicht "reichlich", sondern immer noch wenig.
    Selbst für den normalen Milbenfall wäre das in dieser Jahreszeit im üblichen Rahmen.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Sorry, Wolfgang, falsche Aussage meinerseits - ich korrigiere: Vor (!) AS-Behandlung waren es ca. 7/Tag. Nach der AS-Behandlung fielen >> 200 !


    Man muss jedenfalls immer dranbleiben...


    Rainer

  • Hallo zusammen,


    seit bestimmt 4 Wochen habe ich die Schieber drin und schaue nach Milben, und finde aber keine.


    ... die sitzen - von Ausnahmen abgesehen - alle in der Brut!
    Habe letzte Woche Brutscheune von Völkern gemacht, die nicht wenige geschädigte Bienen und Drohnen haben.
    Die Völker haben noch viel Brut und dort vermehren sich die Milben, an den schlüpfenden verkrüppelten Bienen kann man abschätzen, dass es dieses Jahr ein großes Milbenproblem geben wird. [Jedenfalls bei meinen Völkern].
    Spätestens Ende August/Anfang September wird man wieder erschrecken und wieder "Re-Invasion" feststellen, obwohl doch diese "Re-Invasion" von innen, aus der Brut kommt.
    wurde alles hier schon diskutiert. Man muß nur nachlesen.
    Jetzt auf die Windel schauen und Milben zählen, führt leider in die Irre!

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Sorry, Wolfgang, falsche Aussage meinerseits - ich korrigiere: Vor (!) AS-Behandlung waren es ca. 7/Tag. Nach der AS-Behandlung fielen >> 200 !


    Ja, das passt zusammen.
    Bei mir ist es aber teilweise nicht einmal eine Milbe pro Woche!


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Die TBE habe ich erst letzten Samstag gemacht und vorher auch nix gefunden. Dass jetzt in den Völkern mit TBE wenig oder nix zu finden ist, ist klar.


    Aber die Brutscheune ist genauso "milbenfrei". Deswegen denke ich dass da vielleicht was nicht stimmen kann.


    Heute abend räume ich die HR, die zum Auslecken drauf waren ab und schau mir die ölgetränkten Tücher an, die nehme ich mit und benutze ggf eine Lupe.


    Aber ihr würdet dann nur die Brutscheune nach Auslaufen der Brut behandeln, und die anderen Völker nicht? Oder doch weil alle am gleichen Stand sind? Auch wenn ich weiter keine Milben finde?

  • Wachsam bleiben!


    Bei mir sind auch kaum Milben zu sehen, aber die Horrormeldungen werden sicher nicht mehr lange auf sich warten lassen.


    Ich habe mir ja extra so einen CO2-Auswaschbehälter zugelegt. In den nächsten Tagen werde ich mal Stichproben machen.


    Gruß Jörg

  • Guten Morgen zusammen.
    Ich kann nur dazu raten, die Gemülldiagnose nicht als einzigen Parameter heranzuziehen.
    In den vergangenen Jahren habe ich immer und immer wieder die Erfahrung machen müssen, dass die herabgefallenen Varroen nicht dem Befallsgrad im Volk entsprachen.
    Falsche Sicherheit, in der sich die wiegen, die nur wenige Milben darauf zählen. Der absolute Witz war dann das Erlebnis an gleich 2 Ständen vor 4 Jahren, als ich dort sowohl Leimringe an den Beuten"füssen" wie auch ölgetränkte Tücher in den Varroaböden ausgelegt hatte, da ich Ameisen im Umfeld hatte. Die Ameisen und auch vorhandene Ohrenkniefer haben sich kaputtgelacht über das Öl und sind vor meinen Augen munter darüber gelatscht, ab zur Tafel.
    Da meine Völker weiter weg stehen, kann ich auch nicht dauernd kontrollieren, 1-2x die Woche muss reichen, und da verfälscht sich das Bild.
    Bitte seid doch so umsichtig und prüft den aktuellen Befall, und wenn nötig, eben alle 14 Tage bis 3 Wochen, anhand der Puderzuckerbechersiebmethode. Das ergibt eine qualitativ hochwertige Aussage! Und kostet nicht die Welt. Das Set habe ich mir im Netz für 4,95 plus Versand bestellt. Die beigelegte Tabelle gibt Aufschluss darüber, ob sofortiger Handlungsbedarf besteht oder ob man ggf noch warten kann.
    Wie ich finde, eine wertvolle Hilfe, die auch ein Zuviel an Behandlungen vermeidet.
    Zum Thema Brutunterbrechung: das praktiziere ich auch und stelle fest, dass es als alleinige Massnahme zur Spätsommerpfelege an manchen Ständen nicht ausreicht. Wie weiter oben beschrieben, spielen Bienendichte und genetische Anfälligkeit/Hygieneverhalten der einzelnen Völker eine nicht zu unterschätzende Rolle.
    Aber diese Massnahme verschafft einem reichlich Luft nach hinten hin, will heissen, man hat einen guten Zeitpuffer und kann auf die eine oder andere Notmassnahme verzichten. Und das ist doch schonmal super.
    Für mich heisst das aktuell, dass ich derzeit nur einen Bruchteil behandeln muss, aber das ist auch das Ergebnis anderer Massnahmen, die endlich Früchte tragen, wie zB die weit voneinander entfernte Einzelauftsellung.
    Grüsse
    Landpomeranze

  • Landpomeranze, wenn du nur einen Bruchteil behandeln musst, wie machst du das konkret? Hast du behandlungsbedürftige und nichtbedürftige an einem Stand? Und behandelst dann auch die nicht, die so gut wie keine Milben haben?


    Oder trennst du das dann in verschiedene Standorte? Und womit behandelst du?

  • Es gibt den Begriff "Schadschwelle". Darin ist unterteilt, wie kritisch/unkritisch der aktuell beobachtete Befallstatus ist. Anhand der unverbindlich festgestellten Zahlen, bzw. anhand der Inaugenscheinnahme, entscheidet man, ob, wie intensiv und womit man behandelt. Aber auch das ist alles unter Vorbehalt zu betrachten.


    Ich habe bei einem Brutsammler, einem Spender und einem anderen Volk bislang auch keine eindeutigen Milbenmengen entdecken können, aber das kann ja noch kommen. Zwei Milben aus drei Völkern, das hilft mir nicht weiter. Es bedeutet nur, dass ich bei den Kontrollen auf dem Bodenschieber nicht mehr finden konnte. Auch bei mir sind Ameisen und Ohrenkneifer mit von der Partie, die das Bild verfälschen.
    Ich bin zwar nicht verlegen darum, keine gesichtet zu haben, trotzdem wäre mir wohler, wenn ich deutlich unterhalb der Schadschwelle welche notieren könnte...
    So wüsste man, dass alles "normal" ist.


    Gruß Andreas