Naturbau

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    Moin!
    In meinem Post #32 hatte ich ja gefragt, ob es ein Problem ist, wenn das Rähmchen, egal ob Dadant oder DN1,5 gedrahtet ist und die Antwort darauf war nein.
    Ich hatte nur im letzten Jahr bei ein/zwei Völkern mitten auf der Wabe Löcher drin bzw. die Wabe ist nicht vernünftig ausgebaut worden, was ich auf den Draht zurück geführt hatte.
    Werde es kommendes Jahr sehen, wie sich die Bienen mit den gedrahteten Rähmchen nur mit Anfangsstreifen bestückt machen, ob es da "Fehlbau" gibt.
    Wie macht ihr es bei der Durchlenzung am Anfang des Jahres, wenn die Futterwaben rauskommen und nach und nach neue Rähmchen nachgesteckt werden? Nehmt ihr da auch nur Anfangsstreifen oder ganze MW?
    Vom Gefühl her hätte ich ganze MW in der Zeit eingesetzt, um den Bienen die Durchlenzung einfacher zu gestalten?

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • ich habe in 2016 ca 700 Rähmchen mit einem 0,5 cm breitem Anfangsstreifen gegeben, in verschiedenen Positionen, also BR und HR.
    Probleme gab es nur wenn die Beute schief stand, dann wurde dementsprechend auch die Wabe schief.

  • Wie macht ihr es bei der Durchlenzung am Anfang des Jahres, wenn die Futterwaben rauskommen und nach und nach neue Rähmchen nachgesteckt werden? Nehmt ihr da auch nur Anfangsstreifen oder ganze MW?


    Ich nehme ganze MW oder Leerwaben. Wenn man Anfangsstreifen nimmt, dann muss man die Rähmchen direkt ins Brutnest stecken. Am Rand führen sie nur Drohnenbau aus. Im Brutnest interpretieren sie das als Störung und aktivieren den Reparaturservice, im günstigsten Fall mit dem Ergebnis Arbeiterbau.


    Gruß Ralph

  • Wenn die Futterwaben rauskommen, tue ich keine neuen Rähmchen rein, sondern erweitere erstmal mit den HR. Neue Rähmchen kommen später. Meiner Erfahrung nach werden bei der Durchlenzung keine Drohnenzellen im Naturbau gebaut, wenn man Anfangsstreifen dazugibt, denn zunächst steht die Verstärkung des Volkes im Vordergrund und so werden zunächst nur Arbeiterinnenzellen gebaut.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Ja, klar, erst mal wird natürlich mit einem (halben) HR erweitert, wenn die Futterwaben raus kommen, aber spätestens, wenn die bestehenden BR-Waben einigermaßen voll sind, erweitere ich den Brutraum, immer mit einem Rähmchen zur Zeit.
    Die neuen Rähmchen kommen bei mir eigentlich immer an die 2. Stelle von vorne (Schied ist "hinten").
    Demnach spricht nichts dagegen, wenn ich auch schon so früh im Jahr mit Anfangsstreifen erweitere, wobei 5cm jetzt auch nicht gerade kleine Anfangstreifen sind (im HR DN-halb hab ich etwa 2cm genommen). Ui, ich sehe gerade nicht 5cm sondern 0,5cm breiter Anfangsstreifen.
    Meine Sorge war auch eher dahingehend, dass ich es den Bienen so früh im Jahr nicht unnötig schwer machen und durch die Gabe von Anfangsstreifen im Brutraum die Entwicklung des Bien nicht übermäßig behindern will.
    Aber wenn das kein Thema ist, wie Golem schreibt, dann kann ich das ja auch so machen.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Wie macht Ihr das im Kaltbau, wenn es keine vorne und hinten gibt? Schiednah oder schiedfern?


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • ...Demnach spricht nichts dagegen, wenn ich auch schon so früh im Jahr mit Anfangsstreifen erweitere, wobei 5cm jetzt auch nicht gerade kleine Anfangstreifen sind (im HR DN-halb hab ich etwa 2cm genommen)...Meine Sorge war auch eher dahingehend, dass ich es den Bienen so früh im Jahr nicht unnötig schwer machen und durch die Gabe von Anfangsstreifen im Brutraum die Entwicklung des Bien nicht übermäßig behindern will.
    Aber wenn das kein Thema ist...dann kann ich das ja auch so machen.


    Es ist ein Thema, ein ganz wichtiges sogar. Jedenfalls hat es Altvater Ferdinand Gerstung so gesehen. Es kommt ganz auf den Zeitpunkt/demografischen Entwicklungsstand des Bien an. Besonders zu empfehlen dazu § 15 (ab S. 175:
    http://digital.zbmed.de/apidologie/id/2952603

  • Ich erweitere immer am Schied und habe so einen Durchlauf der Altwaben, die ich am Rand dann rausnehmen kann. Am Schied erweitern,am Rand entnehmen. Nie als 2. oder sonstwie Stelle. Da ist das Brutnest und das wird nicht gestört. Ist anscheinend noch ein Relikt aus der Zeit der eingehängten Baurahmen zum Drohnenbutschneiden. Bei Naturbau ist aber alles Baurahmen! Außerdem sehe ich so gleich am Schied wie die Wabe ausgebaut wird, wie also die Stimmung im Volk ist.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Holmi, jetzt hast du mich aber unruhig werden lassen, ob ich es denn wirklich so durchführe, wie ich es geschrieben habe und warum.
    Gestern abend noch mal in meinen Unterlagen nachgelesen und auch bei Gerdes in den Jahresablauf reingeschaut:
    Nach seinen Ausführungen wird immer Schiedfern an der 2. Stelle die MW gegeben. So schiebt er über den Jahresverlauf den Block mit den alten (Brut-)Waben nach hinten und kann so im Frühjahr mit den letzten Futterwaben einen Teil der alten Waben gleich mit aus dem Stock rausbekommen.
    Deine Ausführung, immer am Schied zu erweitern und auf der anderen Seite Waben (insbesondere die Pollenbretter) zu entnehmen, um so zu sehen, wie die Bienen bauen, hat auch einen gewissen Charme und ist für mich nachvollziehbar.
    Wichtig ist aber glaube ich, dass man dieses zusetzen der MW konsequent auf einer Seite durchführt, um so schon mal grundsätzlich einen Umlauf der Waben anzuschieben.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • ... die MW gegeben. ... dieses zusetzen der MW ...


    Andreas, gelten Deine Aussagen grundsätzlich so immer auch für Anfangsstreifen = Naturbau? Hier sollte es ja um Naturbau gehen.


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Ja, gute Frage! Genau das würde ich gerne von den Naturbau-Spezies auch erfahren.
    Bisher habe ich dieses Vorgehen nur mit MW umgesetzt, würde aber für dieses Jahr das gerne mit Naturbau, also mit Anfangsstreifen Rähmchen, ausprobieren.
    Den Bienen müßte es aber egal sein, ob sie eine MW bekommen oder nur Anfangsstreifen, wenn sie bauen wollen, dann bauen sie auch.
    Habe das gestern abend auch noch mal mit meiner Frau diskutiert und wir haben, wenn nichts anderes dagegen spricht, folgendes vor:
    Wie gehabt wird im zeitigen Frühjahr das Brutnest auf die Brutwaben reduziert, erstes Ausfliegen der Bienen vorausgesetzt. Futter bleibt hinterm Schied als Reserve erhalten (ca. 3-5kg -> 1-2 Waben).
    Bei Einsetzen der ersten Tracht (Weide) wird ein 1/2DN HR aufgesetzt, das Brutnest soll weiter auf den bestehenden Waben wachsen, Futter wird bis auf eine letzte Reserve entnommen.
    Das erste Rähmchen, das nachgesteckt wird, ist mit einer MW bestückt und kommt Schiedfern an die 2. Stelle. Alternativ eine Leerwabe mit einem Rest an Futter.
    Alle folgenden Rähmchen, die nachgesteckt werden, sind nur mit Anfangstreifen bestückt und kommen auch Schiedfern an die 2. Stelle, sodass die alten Waben weiter nach hinten wandern.
    Direkt ans Schied kommt der bei mir nur der Drohnenrahmen.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Ich erweitere nach dem Schieden nur mit (ein, selten zwei) ausgebauten Waben.
    siehe auch:

    ....Die Randwabe vor dem Schied sehe ich mir auch gerne mal an: hat sie zuviel Pollen/Nektar, fliegt sie raus! Ich führe die Völker auf 4-7 Waben durch das Jahr. Keine Mittelwände im Brutnest während der Saison! Das Brutnest ist heilig und bleibt die ganze Saison lang unangetastet. Das Schied wird im Februar/März gesetzt und die Anzahl der Brutwaben wird beibehalten. Gebaut wird im Honigraum. Das ermöglicht eine schnelle und ruhige Imkerei, ohne Wirrwarr im Brutnest. Hin- und Weghängen, Schröpfen, Zuhängen – Häh? Alles weglassen! Das Brutnest ist das Herz des Bien und unantastbar. ...


    Das müsste auch bei Naturbau klappen, wenn ich die Waben wieder einsetze, die ich beim Schieden entnommen habe.
    Wabenhygiene dann komplett über TBE zum Saisonende.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Wabenhygiene dann komplett über TBE zum Saisonende.


    :daumen: Das ist ein effizienter Weg; alle 2 Jahre neues Wabenwerk über TBE - erspart die Fummelei mit neuen Waben +/- MW oder Naturbau. Ist halt mehr Arbeit zum Trachtende, aber da sind erfahrungsgemäß ausreichend Sommerbienen da, die arbeiten wollen (bauen und Futter einlagern).


    Während der Durchlenzung rühre ich das BN nicht an - die Waben sind dann max. 1,5 Jahre alt und man stört die Aufwärtsdynamik des Biens im Frühjahr kaum. Lediglich die Randwabe an der Beutenwand kommt bei der DR-Gabe am Schied raus, wenn diese voll Pollen und ohne Brut ist. Dafür haben sie ja dann den DR, so dass die Anzahl Waben im BN konstant bleibt (4-7, je nach Kapazität der Königin).


    Bauen sollen sie oben im HR, wie mehrfach empfohlen. Den 1. HR (ausgebaute Flachzarge) setze ich auch frühzeitig zkum Beginn der Weidenblüte - ohne ASG. Manche Kö's legen dort im unteren Bereich ein Teil des BN an, was mich aber nicht stört. Dieser HR bleibt über die Trachtsaison immer drauf. Bei der 2. HR-Gabe (zur Kirschblüte) kommt bei mir das ASG zwischen BR und 1. HR, so dass ein virtuelles BN im 1. HR verbleibt. Einziger Nachteil - die Rähmchen des 1. HR muss man einschmelzen, da dort Pollen eingelagert wird - mal mehr, mal weniger.


    Beste Grüße


    Rainer