Ableger voll Waldhonig

  • Hallo an alle,


    Mitte Mai habe ich drei Ableger erstellt (3 Brutwaben und eine Futterwabe) und nachdem die ersten Stifte Anfang Juni da waren gefüttert (bis Anfang Juli je 4kg Zucker; 1:1). Heute nun stelle ich fest, dass alle Zargen voll ausgebaut sind und sehr viel Waldhonig eingelagert ist.
    Ich möchte nun eine zweite Zarge aufsetzen. Jedoch frage ich mich ob meine Mädels nun weiter Waldhonig eintragen und ob sie den im Winter überhaupt vertragen.
    Andererseits ist das mein erster Waldhonig und ich würde mir gerne ein paar Gläser für den privaten Verbrauch abzwacken.
    Wie also bekomme ich etwas Waldhonig heraus und dafür mehr Futter, das die Bienen weniger belastet, hinein.


    Ich selbst bin im dritten Jahr am Imkern und sammle noch viel Erfahrung.


    Danke für Eure Antworten


    Werner

  • Jetzt brauchst nichts mehr aufsetzen, denn die Völker werden bereits kleiner und rüsten sich für den Winter.
    Wenn du einige kg Honig brauchst, dann nimm Randwaben ohne Brut und schleudere die, anschließend wieder an das Brutnest einhängen, die werden, da honigfeucht, bestiftet und es entstehen Winterbienen.
    Gleichzeitig kann man füttern.
    Übrigen belasse ich immer 7-8 kg Waldhonig in den Völkern. Ich füttere nicht viel zu.
    Da es bei uns immer Waldhonig gibt, überwintern die Völker auf diesem.
    Gruß Einstein

  • 730 MS aufwärts dürfte wohl reichen.
    Mein Problem ist, dass ich mit 3 Ständen in 290 ha Wald stehe, da ist nicht drum herum, ich habe leider nur Waldhonig.
    Bei einem Stand auch Akazie.
    Gruß Einstein

  • Bist Du Dir sicher, daß das wirklich Waldhonig ist?


    auf dem dünnen Eis bin ich auch schon mal eingebrochen...


    Jedes Jahr Waldhonig? Wie viele Jahre Erfahrung stecken denn da hinter?
    Heißt MS ü.NN?
    Gibt es in Wald keine Himbeeren, Brombeeren, Klee, Springkraut, etc.?

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain)

  • Hallo Werner,


    Du hattest vorher bereits gefüttert- egal was die Bienen gefunden haben ich würde das nicht Schleudern.
    Hier wird bestimmt auch etwas von deinen Zuckerwasser dabei sein.


    Gruß Enrico

  • Hallo,


    ganz sicher, schmeckt wie Waldhonig (malzig und sehr lecker) und sieht aus wie Waldhonig. Deshalb möchte ich ihn auch für mich selbst verwenden, auch wenn eventuell etwas Zuckerwasser dabei ist (Karuso).
    @ Einstein
    Also bei uns hier in Südhessen ist das Wachstum der Ableger noch nicht abgeschlossen. Zur Zeit sind in diesen Ableger je 6-7 klassisch schöne Brutwaben mit jeweils schönem Futterkranz. Deshalb möchte ich auch noch erweitern.
    Wenn Du immer auf Waldhonig überwinters, scheint das Problem mit der Darmbelastung für die Winterbienen ja doch nicht so groß zu sein?

  • Moin zusammen!


    Wenn

    Zitat

    alle Zargen voll ausgebaut sind und sehr viel Waldhonig eingelagert ist.

    , dann frage ich mal spontan, was ist denn in einer Zarge (welches Maß?) für dich "viel"?


    Zitat

    Also bei uns hier in Südhessen ist das Wachstum der Ableger noch nicht abgeschlossen. Zur Zeit sind in diesen Ableger je 6-7 klassisch schöne Brutwaben mit jeweils schönem Futterkranz. Deshalb möchte ich auch noch erweitern.


    Okay, dann würde ich es an deiner Stelle auch tun. Du scheinst ja die Erfahrungen zu haben und wirst dich dementsprechend korrekt entscheiden. Andererseits, fühl` dich bitte nicht auf den Schlips getreten, halte ich 3 Jahre Imkerei für derart weitreichende Erfahrungen für sehr knapp bemessen.


    Aber die Frage, ob

    Zitat

    meine Mädels nun weiter Waldhonig eintragen

    kann dir sicherlich keiner weiter beantworten als dahingehend, dass sie`s tun werden solange die Tracht anhält.


    Bezüglich der Frage

    Zitat

    ob sie den im Winter überhaupt vertragen.

    lasse ich mich mal zu der Antwort hinreißen, dass sie den grundsätzlich natürlich vertragen, allerdings aufgrund der beinhalteten Ballaststoffe häufiger zum Abkoten ausfliegen müss(t)en / müssen können, was je nach Witterungsverlauf im Winter zu Schwierigkeiten führen kann.


    Zitat

    Andererseits ist das mein erster Waldhonig und ich würde mir gerne ein paar Gläser für den privaten Verbrauch abzwacken.


    Glaube ich gerne, aber derzeit muss das Wohl der Völker über den Interessen des Imkers stehen. So meine Meinung.


    Zitat

    mehr Futter, das die Bienen weniger belastet, hinein.

    bekommst du indem du abwanderst in eine (wald-)trachtfreie Gegend und dort fütterst.


    Langen Schriebes kurzer Sinn:
    Lass`sie den Waldhonig eintragen, beobachte den Trachtverlauf genau, setz`je nach Volksstärke gerne auf, lass`aber die Finger vom Honig und erfreue dich an dessen gesunder Wirkung bei der Aufzucht der Winterbienen. Füttere dann final Sirup oder anderes Winterfutter deiner Wahl und die Bienen werden aller Voraussicht nach das zuletzt und brutnestnah gelagerte, ballaststoffarme Winterfutter zuerst verbrauchen, keinen Streß mit vorzeitigem Abkoten haben und dafür im Spätwinter / Frühling 2017 qualitativ höchstwertigen Honig zur Jungbienenaufzucht vorfinden.


    Viel Erfolg und schöne Grüße
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Ich habe seit 45 Jahren Bienen.
    Da denke ich, dass ich Blüten- von Waldhonig unterscheiden kann.
    Wie ich anderswo schon schrieb, ich habe 50 Völker auf Zellgröße 5,1 mm und 48 auf Zellgröße 4,9 mm.
    Hier ist z.B. Unterschied im Wassergehalt des Honigs. Die Kleinzeller haben feuchteren Honig.
    Gruß Einstein

  • Hallo,


    .... kein Thema, die Ableger schleudern .... nächstes WE wäre doch vielleicht ein schöner Termin.
    Anschließend auffüttern reicht locker noch.


    Aussagen hier, das es JEDES JAHR Waldhonig gibt halte ich für total unrealistisch.
    Widerspricht den gänigen mir glaubwürdigen Aussagen und würde sicher nicht nur ich nach regelmßigen Sortenbestimmungen glauben.


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hallo noch mal,


    also ich bin jetzt auch eingedenk Eurer Ratschläge folgendermaßen vorgegangen:


    Heute habe ich alle Ableger mit einer weiteren Zarge erweitert. Dabei habe ich jeweils 5 honigfeuchte und 5 leere Waben (DN) in die Zarge gesteckt.
    Jedem Ableger habe ich eine Wabe mit Waldhonig entnommen und dafür eine andere Honigwabe eingesetzt. So dürften die Völker nicht weiter geschädigt werden und das Verhältnis ist ein bisschen in Richtung leichter verdaubaren Honig verbessert. In den nächsten Tagen werde ich zudem noch mit Zuckersirup, 3:2, nachfüttern.
    Bei der teilweisen Durchsicht konnte ich feststellen, dass im Boden schon richtige Bienenbärte hingen und in den nächsten Tagen noch sehr viel Brut schlüpfen wird (hoher Anteil verdeckelter Brut)


    Vielen Dank für Eure Ratschläge und weiterhin gutes Imkern


    Werner