Holzfehler?

  • Liebe Holzkundige,


    in einer Rähmchenlieferung, die mich heute erreichte, finde ich ca 15% der Teile mit solchem gemusterten Holz, quasi dem Gegenteil von astrein. Ich habe auch den Eindruck, dass das Holz noch relativ feucht ist. Leider habe ich von der letzten Charge bloss noch ein vergleichbares Stück, aber die neuen wiegen pro Seitenteil 10-15 g mehr als das alte.



    Sieht so aus, als würde Holzmangel herrschen...


    Meine Frage: Ist das Holz mit den vielen Astaugen instabiler oder verzieht es sich mehr? Soll ich es reklamieren oder passt das schon?


    Kikibee

    With lots of room for improvement.

  • Ich habs gerade dem Senior gezeigt - War beruflich Holzwurm.
    Er sagt es gibt einen Baum der so viele Äste hat, Name fällt Ihm allerdings gerade nicht ein. War aber auf jeden Fall ein Hartholz.
    Hast du eine Angabe aus welchem Holz die Rähmchen sein sollten?


    Theoretisch sollten die Rähmchen nicht Instabil werden wenn die Rähmchen schon trocken sind. Wenn sie noch trocknen kann es sein, dass die Astansätze aus dem Rähmchen fallen - dann wird das Rähmchen instabil.

  • dein Seniorholzwurm meint Vogelaugenahorn - ist das aber nicht.
    Ich weis bei dem Foto auch erst mal nicht, was das ein soll, aber rausfallen tun Äste erst, wenn sie abgestorben sind und der Baum paar Jahre (Jahrzehnte) weiter wächst - das auf dem Foto sind aber anscheinend gaaanz junge Äste, ich rate mal das es Weihmutskiefer ist und die Leisten aus ganz dünnen Ästen geschnitten sind und die "Äste" mehr Nadeln - aber das geht eigentlich gar nicht.
    Kikibee - schreib mal, als was für Holz du die gekauft hast.

  • Kiefer, steht so auf der Rechnung. Ganz normale 0815-Rähmchen.
    Die anderen sehen auch so aus wie immer.

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  • Moin, moin,


    Kurztriebe, also vulgo Nadeln. Das hieße, dass das Rähmchenteil sehr kernnah geschnitten ist. Das wiederum kann beim Trocknen zu Verformungen führen, und beim Befeuchten. Die Kurztriebe selber sind nicht das Problem, eher zeigen sie diese möglicherweise problematische Lage im Stamm an.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Kurztriebe, also vulgo Nadeln. Das hieße, dass das Rähmchenteil sehr kernnah geschnitten ist.


    Danke für die einleuchtende Erklärung. Ich hatte gedacht, es handele sich um Holz aus sehr dünnen Stammspitzen, aber das passte mit den Radien der Jahresringe nicht zusammen.
    Ich werde die Teile jetzt erst mal verwenden, zumindest ein paar davon brauche ich sofort. Falls sich herausstellt, dass sie arg krumm werden, werde ich mich an den Händler wenden.


    Viele Grüße aus dem Bastelkeller, der sehr angenehm temperiert ist.
    Kikibee

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  • Kurztriebe, also vulgo Nadeln. Das hieße, dass das Rähmchenteil sehr kernnah geschnitten ist. Das wiederum kann beim Trocknen zu Verformungen führen, und beim Befeuchten. Die Kurztriebe selber sind nicht das Problem, eher zeigen sie diese möglicherweise problematische Lage im Stamm an.


    wollte ich jetzt auch gerade schreiben, aber der Kaffee kam dazwischen und nun war Clas schneller.
    Wenn der Kern mit drinn ist (siehst du an der Stirnseite deutlich) dann nicht verwenden, die drehen sich dann 100%ig, wenn nicht, kannst du es versuchen.
    Früher wurde der Kern generell herausgeschnitten, aber in Zeiten des BilligBillig-Leimholzes wird auch der Kern mit veratbeitet, das sind dann die schön verzogenen/gerissenen Beuten....

  • das "Leoparden"-Muster :cool: ist beidseitig zu sehen.


    Das ist der wesentliche Punkt.
    Die Rähmchen werden sich nicht mehr verziehen, als andere Rähmchen. Das etwas höhere Gewicht muss bei diesem Bild auch nicht zwangsläufig auf höheren Wassergehalt hinweisen. Dieses Holz ist etwas dichter. Bis die Leisten instabiler werden als die Rähmchenverbindungen, muss schon ein sehr mieses Material verwendet werden. Dieses ist es nicht.
    Ich teile die Meinung meiner Vorschreiber allerdings nicht zur Lage des Holzes im Baum. Ich tippe auf einen Wuchs"fehler" eventuell hervorgerufen durch einen Pilz.
    Maserwuchs sieht so aus (kann so aussehen) und ist als Furnier sehr begehrt.

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain)

  • Stirnseite angucken! Haben die Profis gesagt.


    Guck...:eek:... Und dann, was sollte ich sehen oder nicht???
    Kernholz ist nicht dabei, die Augen gehen durch die ganze Tiefe, die Jahresringe sind ca 3 mm dick.


    Ich nehme übrigens die zutiefst despektierliche Bezeichnung "Leopardenmuster" zurück und verkünde hiermit, dass meine Bienen fürderhin auf ausgewählt gemasertem Edelholz residieren, und zwar massiver Art und nicht nur billig Furnier.


    Beruhigt
    Kikibee

    With lots of room for improvement.

  • Kann die Maserung nicht auch von einer Holzbearbeitungsmaschine kommen?


    Sieht mir zu regelmäßig aus für Naturwuchs. Ich tippe da eher auf eine Walze mit Spikes, die die Hölzer in die Säge/Fräse/Wasauchimmer-maschine zieht.


    Stefan

  • Kann die Maserung nicht auch von einer Holzbearbeitungsmaschine kommen?


    Sieht mir zu regelmäßig aus für Naturwuchs. Ich tippe da eher auf eine Walze mit Spikes, die die Hölzer in die Säge/Fräse/Wasauchimmer-maschine zieht.


    Stefan


    Eher nicht, dafür ist es erstens zu unregelmässig und zweitens sieht man in der obersten Leiste am unteren Rand einen angeschnittenen Jahrring, der so ähnlich wie die Höhenlinien auf einer Karte eine Kurve um die Flecken macht. Da so ein Jahrring nach Kontakt des Holzes mit einer Einzugswalze nicht mehr wächst (weil Baum ab), kann das also nicht von einer Walze kommen.


    Aufgrund dieses gewellten Jahrrings tippe ich auch eher auf eine Störung in der Holzstruktur wie von Triebansätzen (scheint mir dafür aber zu eng beeiander zu sein) oder Nadelansätzen (es gibt einige Kiefern aus wärmeren Gegenden, die dicht benadelte Stämme haben). Ein Pilz würde sich mehr verästeln und verzweigen und ausbreiten.


    GRüsse, Robert