Paraffinhaltige Mittelwände

  • Bitte schaut in eure Völker!
    Alle die dieses Jahr Wachs gekauft haben, schaut nach, ob alles normal ist. Wenn man lang genug wartet, merkt man es nicht mehr stark. Genau hinsehen! Wie riechen eure MW´s? Anders als sonst?


    Ich bin mir sicher, es sind sehr sehr viele Imker betroffen von dem Wachs-Skandal. Es geht weiter, es ist ein Lebensmittelskandal!


    Betroffene Mittelwände zeigen deutliche Ausdünstungen bei Temperaturen um die 30°C.


    Nach Rücksprache mit geschätzten Imkerkollegen, ist es diesmal kein / oder nicht nur Paraffin!

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Wenn die ersten belasteten Waben (vielleicht aus den HR, da merkt man es ja nicht zwingend) eingeschmolzen sind, ist auch das alte, halbwegs saubere Wachs belastet. Dann geht's in den Imkerhandel im Tausch, und spätestens dann haben wir alle was davon. Kann man jetzt schon sicher sagen. Frage: verdünnt sich das dann, weil's 'ne einmalige Geschichte ist und jetzt alle alarmiert sind, oder ist das jetzt die Zukunft und es wird immer mehr gepanschter Mist und die Wachsqualität insgesamt geht den Bach runter?


    Das zieht noch Kreise.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ralf, ich glaub das ist nicht mehr nur Zukunft...


    Du schreibst Waben im Honigraum... was ist denn mit dem Honig??? Was ist mit den vielen Tonnen Honig, die momentan in diesem Wachs lagern? Die Ausdünstungen hab ich schon erwähnt? :-?


    Vielleicht wurde auch schon jahrelang in diesem Stil gepanscht, nur jetzt hat es jemand übertrieben?

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Das Schadbild passt nicht (nur) zu Paraffin... Die MW dehnen sich extrem aus, rutschen ab, schmelzen eher UND Brut wird ständig und ständig ausgeräumt, die MW werden lange Zeit komplett gemieden, Ausdünstungen...


    Meine Infos sind: Paraffin-Skandale gab es schon einige, aber die Schadbilder passen diesmal nicht zu den früheren Skandalen...


    Natürlich ist alles, was hier geschrieben wird nur reine Vermutung!


    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Es liegt bereits genug Material vor und nachdem ich das Problem schon seit 2015 mit mir herum trage, seh ich es mittlerweile aus 1m Entfernung ohne Brille und ich bin stark kurzsichtig.


    Wer solch eine MW mal in der Hand hatte, merkt den Unterschied wenn er direkt daneben eine richtige MW hat um die Gegenprobe zu machen.
    Allein dieses Jahr hab ich an die 100kg solcher MW in den Honigräumen gehabt und im Auto auf die Stände verteilt. Nachdem ich nun vorletztes Wochenende wieder Eigenwachs-MW für die Völkerteilung herumgefahren hatte, wurde mir erst richtig bewusst, was da an Geruchsunterschied besteht.


    Nach unseren Beobachtungen gibt es derzeit nur 2 mögliche Erklärungen für das Problem. Die Larven sterben in den Zellen zum Großteil ab, nach meiner Beobachtung sind die die überleben meist in einer Arbeiterbienenlinie. D.h. jede Biene arbeitet nach einem bestimmten Muster und putzt, pflegt, lagert Pollen/Honig ein indem immer eine Anzahl X an nebeneinander liegenden Zellen bearbeitet wird. Waagerecht, diagonal oder versetzte Muster sind dabei normal.
    Nun stellt sich die große Frage was hier die Ursache ist, dass manche dieser Pflegelinien bis zur Verdeckelung kommen und die anderen nicht.


    Es könnte also eine Belastung mit Giftstoffen vorliegen die die Larven abtöten, warum wirken diese dann aber nicht auf alle Larven der MW gleich?


    Es könnten "Duftstoffe" im Wachs sein, die vielleicht benötigt werden um einen Bienenwachsähnlichen Geruch zu imitieren, wodurch die vermutliche Futterbettelduftsignale der Larve überdeckt wird -Die Frage bleibt jedoch offen, da dies bisher nicht ausreichend erforscht wurde bzw. nachgewiesen werden konnte.


    Fakt ist, Larven die 4-6h ohne Futter waren, wurden zu 8 und 24% laut einer Studie ausgeräumt. Anhand meiner Beobachtungen, ist zu wenig Futter in den Zellen bzw. sind die Zellen trocken.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • ... ist zu wenig Futter in den Zellen bzw. sind die Zellen trocken.


    Das Stichwort habe ich dieses Jahr schonmal gehört, ich glaube, von Rase im Zusammenhang mit Kö-Zucht. Kann das sein ? Kann da ein Zusammenhang bestehen ?


    fragende Grüsse, Robert

  • Guten Tag in die Runde,
    ich habe ebenfalls das Problem mit den scheiß Mittelwänden.
    Hatte im Frühjahr neue Rähmchen und Mittelwände gekauft (Mittelwände von 3 verschiedenen Lieferanten, Preise lagen zwischen 15 und 30 Euro). Nun hatte ich alles eingelötet und im Frühjahr sowohl die Honigräume damit bestückt als auch Mittelwände ans Brutnest gegeben. Mitte Mai ist mir dann aufgefallen das 4 meiner Wirtschaftsvölker dieses komische Brutnest zeigten und dachte erst an die Königin. Meine Ableger zeigten diese dann zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls. Nun war auch für mich Anfänger klar das es nicht an den gekauften Königinnen liegen kann.
    Da ein Besuch von Guido Eich geplant war kontaktierte ich ihn um nach seinem Rat zu fragen. Nachdem ich ihm zwei dieser Waben zeigte sagte er ebenfalls das es am Wachs liegen muss. Leider kann ich nicht mehr zuordnen von welchem Lieferanten das Wachs kam....ist nun auch egal/zu spät.
    Habe vor ca. 10 Tagen allen Völkern/Ablegern die Waben aus diesem Jahr (die dieses Brutnest zeigten und nicht schön ausgebaut waren) entnommen und neue Mittelwände aus sicherer Quelle gegeben. Hoffe das alles noch gut ausgebaut wird. Schade ist es um die Arbeit, das Geld und die Zeit (auch wenn es bei mir nur Hobby ist). Besonders weil ich auch meinen eigenen Wachskreislauf angehen wollte.
    Habe mir nun einen großen Schmelzer gekauft und werden den ganzen Schrott vernichten. Kennt hier jemand einen Abnehmer von solchem Wachs der daraus 100 %ig nur Kerzen herstellt?
    @ Mc Fly könntest du mir per PN schreiben wo du deine Mittelwände gekauft hast. Vielleicht kann ich es so zuordnen.
    Beste Grüße aus dem Norden
    Florian

  • Also mir als Anfänger machen solche Berichte schon Angst! Es wird immer wieder von "sicheren Quellen" für MW geschrieben. Ist dies Insiderwissen? Mich würde schon mal interessieren, ob ich in einem renommierten Imkereifachhandel mit gutem Gewissen MW kaufen kann?
    Ein eigener Wachskreislauf ist vermutlich jedes Imkers Wunsch, aber für Hobbyimker leider schwer zu erreichen. Da braucht man doch die Alternative des Imkereifachhandels..

  • In meinem Fall stammt die Ware von einem Kollegen. Der arbeitet selber Wachs um und hatte noch einiges liegen. Dieses wurde wiederum von einem anderen Kollegen in seinen ca. 100 Völkern verwendet und zeigt nichts was beunruhigend ist. In Zukunft bleibt wohl das kaufen von "hoffentlich" gutem Wachs, viel Naturbau und Drohnen schneiden....eigentlich traurig!

  • Das Stichwort habe ich dieses Jahr schonmal gehört, ich glaube, von Rase im Zusammenhang mit Kö-Zucht. Kann das sein ? Kann da ein Zusammenhang bestehen ?


    fragende Grüsse, Robert


    Muss Ralf nochmal kurz schreiben wo da das Problem lag. Ich hab jedoch hierzu auch schon getestet und von solchen Waben umgelarvt, die Annahme und Weiterpflegquote ist dabei so unterirdisch, da kannst von 30 Larven von einer Annahme von 5-6 Stück ausgehen. Von diesen gibt es dann noch weitere Ausfälle und sie schlüpfen zum Großteil nicht.



    Also mir als Anfänger machen solche Berichte schon Angst! Es wird immer wieder von "sicheren Quellen" für MW geschrieben. Ist dies Insiderwissen? Mich würde schon mal interessieren, ob ich in einem renommierten Imkereifachhandel mit gutem Gewissen MW kaufen kann?
    Ein eigener Wachskreislauf ist vermutlich jedes Imkers Wunsch, aber für Hobbyimker leider schwer zu erreichen. Da braucht man doch die Alternative des Imkereifachhandels..


    Trauen kann man aktuell kaum noch einem. Wenn, dann müsste man dessen Zulieferer kennen.


    Selbst beim eigenen Wachskreislauf hab ich mittlerweile die Vermutung, dass gewisse Umarbeiter auch hier mit Parafin strecken und sich dafür wieder ihre X% des umzuarbeitenden Materials auf die Seite legen können um weiter zu panschen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Die betroffenen Waben wurden normal bebrütet, die Brut war nur sehr trocken, trotz oder wegen der Volltracht. Es fiel mir nur beim Umlarven auf, das in ganze Regionen die Maden keinen oder kaum Futtersaft hatten, von 'schwimmen' konnte da echt keine Rede sein. Zwei Wochen später war alles wieder normal und auch das Brutbild zeigte keine Auffälligkeiten.


    Toi toi toi.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife