Späte Sortenhonige und Varroa: Erdbeerbaum

  • Ein Bekannter ist Honigfan und hat mir von Erdbeerbaumhonig erzählt. Der Baum blühlt wohl erst im vierten Quartal, z.B. auf Elba.


    Wie wird in solchen Imkereien denn Varroabehandlung gemacht? Konnte nichts darüber finden.


    Danke,


    Thomas

  • Da es auf Elba im Vierten Quartal nicht unbedingt schneit :lol:... ist das kein Problem. Man macht die Behandlung einfach wenn die Damen nach ihrem natürlichen Rythmus das Brutgeschäft einschränken. So zumindest ist meine Info. Sollte ich damit falsch liegen bitte ich um Steinigung und nachfolgender Aufklärung meiner Person:cool:

    Carnica und Buckfast in Segeberger Styro DN u. DN 1,5

  • Hallo!


    Da liegst Du richtig, zumindest fast.


    Und Steinigen kann nur der, der ohne Schuld ist, weil der werfe den ersten Stein?
    :wink:


    Die Völker werden für diese Trachtnutzung fast auf die Woche genau hin aufgebaut. Da wird nicht so stark überwintert wie bei uns. Wenn man überhaupt vom Winter sprechen kann.


    Also gezielte Anwanderung von ganzjährigen Trachten (Erdbeerbaum blüht von Oktober bis Dezember) auch für die Winterauffütterung.


    Die Königinnen werden nach der Tracht häufig gekäfigt (Scalvinikäfig) und die Völker können bequem mit Oxalsäure bedampft werden.
    Und dann bauen sich die Völker wieder für die nächste Tracht auf. Ansonsten gibt es Läppertracht und man spart sich viel Futter.


    Erdbeerbaumhonig ist bitter. Man muss in mögen.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Der Berufsimker, bei dem ich war, hatte entweder (wie von Luffi beschrieben) Ableger, die dafür erstellt worden waren, aber auch Wirtschaftsvölker, die während dieser Tracht mit Amitraz behandelt wurden.

  • Hallo rekmi!


    Auch das soll es in Italien geben.
    Darum hilft dort Amitraz nicht mehr viel gegen die Varroamilben.
    Dauerbehandlungen mit den Streifen ins Brutnest eingehängt.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Danke für alle Antworten.


    Bei einem Ableger, der im Sommer mit Milchsäure behandelt wurde, könnte ich mir vorstellen, dass die Milbenbelastung im November bei der Tracht hinreichend niedrig ist, auch ohne Ameisensäurebehandlung. Aber soweit ich verstehe spräche die deutsche Honigverodnung da ja dagegen.


    Mir gehts einfach um die Frage der Rückstandsbelastung aus den Varroamitteln. Bei uns dürfte man im selben Jahr nach der Varroabehandlung ja keinen Honig mehr ernten, und ich frage mich, wie es so einen Honig dann überhaupt geben kann, wenn es eigentlich legal gar keinen Weg gibt, die Völker lebend bis zur Ernte zu bringen.

  • Bei uns dürfte man im selben Jahr nach der Varroabehandlung ja keinen Honig mehr ernten, und ich frage mich, wie es so einen Honig dann überhaupt geben kann, wenn es eigentlich legal gar keinen Weg gibt, die Völker lebend bis zur Ernte zu bringen.



    Deine Aussage gilt nur für medikamentöse Behandlungen.
    Es ist aber sehr wohl möglich mit biotechnischen Verfahren während der Saison ohne Rückstandsproblematik Völker zu entmilben und so für späte Trachten fit zu machen.
    Ich kenne aber die italienischen Verhältnisse überhaupt nicht.


    Grüße,


    Thomas

  • Der Imker war in Frankreich (Korsika).


    tfv


    Die Dynamik in solchen Gegenden ist eine ganz andere.
    Die Völker haben nicht so ausgeprägte Höhepunkte in der Volksstärke wie hier.
    Das hat auch Einfluß auf die Vorroaentwicklung.


    Bei Blüte von Januar bis Januar kommt es mehr auf die Niederschläge an.
    Die korsischen Imker empfinden den November eher als zweiten Frühling und behandeln entsprechend vorher.