Schwarm im Wildbau von Schwarmkiste raus kriegen

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    Hallo Tobias,


    mal ehrlich:
    1. Klar ist doch, dass die aus der Ablegerkiste raus müssen, weil die zu klein ist, damit sie überhaupt gescheit über den Winter kommen können.
    2. Du kannst die Kiste nur von oben aufmachen, so dass Du immer den Wabenbau (teilweise) zerstören musst.
    3. Den Wabenbau selber willst Du, da zu unregelmäßig und nicht in Rähmchen, sowieso eigentlich nicht haben.


    Auch wenn es schade um die Brut ist, aber ich an Deiner Stelle würde das über eine Kunstschwarmbildung regeln. Dabei musst Du um diese Jahreszeit aber noch beachten, dass Du genug Bienenmasse hast (2 kg oder mehr).
    Wenn Du den KS aus der Ablegerkiste rausgeschüttelt hast, kannst Du ja immer noch, dann in Ruhe, sehen, ob Du einen Teil der Brutwaben irgendwie gescheit in Rähmchen basteln kannst, um sie dann entweder dem KS oder einem anderen Volk zum Auslaufen dazuhängen willst. Oberste Priorität hätte für mich aber erstmal das Volk in eine gescheite Situation (sprich imkerlich behandelbare Beute) zu bekommen.


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Achso,
    na ja, da ist das klassische Abtrommeln auch schwierig, denn der Imkerkorb, mit dem das regelmäßig exerziert wurde, war unten offen, Waben oben fest.


    Das gibt ja eine schöne Schweinerei... Honigkränze, laufende Suppe, verklebte Waben - da geht auch kein KS mehr.


    Idee einer Nichthandwerkerin:


    Flugloch zu, unten einmal rumflexen oder sägen (oh, sie werden sauer sein, ja!), damit man da was hochheben kann.


    Gleiches Format nochmal besorgen, untersetzen. Möglichst solltenhier Leerwaben rein.


    Oben Fütterer drauf und dann mal Gas und rein mit dem Futter: d.h. die Bienen nach unten füttern. Führt langsam dazu, das sie mit dem Brutnest runter wandern, oben Futterwaben drin sind. Der Erfolg müsste kontrolliert werden, was in der unteren Etage ja finge. Sobald die Königin unten ist und Brut, sollte die obere Etage abgenommen werden. Wabenwerk muss dann irgendwie da raus, In Taschen geschleudert, zermatscht und Tropfhonig bzw Tropffutter gemacht oder alles ab in den Schmelzer.
    Die ausgebauten Waben aus der unteren Etage sollten je nach Bienenmasse ggf noch in eine Normalformatkist umgesetzt werden und mit FW-Spende versehen bzw darin noch weiter einfüttern. Oder halt im Ablegerformat überwintert.


    Meinungen dazu? Ist nur eine theoretische Idee.


    Grübelnde, WabenBienenmatsch verabscheuende Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo zusammen


    ...folgendes Problem. Vor etwa 3 Wochen habe ich einen Schwarm eingefangen in eine 5 Wabenablegerkisten eingeschlagen ohne Rähmchen,...


    *Einschlagen* darf man das nun wirklich nicht nennen


    und dann zu lange stehen lassen


    kann man sich nicht denken, was die Bienen veranstalten werden?


    sodass sie ein wunderschönes wild gebautes Nest angelegt haben.


    Wunderschön ist hier irgendwie anders.


    Wie bekomme ich das Volk mit der Königin aus dem Kasten ohne das ich die bereits angelegte Brut zerstören würde wenn ich den Wabenbau auseinander reiße?


    Gar nicht.



    Über Ideen und Vorschläge würde ich mich freuen.:daumen:Grüße
    Tobias


    kann ich mir lebhaft vorstellen. :o)


    Bei aller Ätzerei: Müsste ich die Situation lösen, würde ich höchstwahrscheinlich:
    1. eine Zarge komplett vorbereiten
    2. einen Adapter für den Ablegerkasten obenauf bauen
    3. in den Ablegerkasten seitlich ca. 5-7 unterm oberen Rand mehrere ca. 2,5 mm Löcher bohren und in diese Löcher Fahrradspeichen o.ä. als Speile durch den inneren Wabenbau stecken und in die gegenüberliegende Wand kurz einschlagen
    4. den Deckel vom Ablegerkasten vorsichtig nur soweit heben, dass man den Naturbau mit einem langen Messer, ggfs. Draht vom Deckel lösen kann und darauf hoffen, das möglichts viel wabenbau seitlich und an den Speilen hält
    5. Den Ablegerkasten verkehrt herum auf den Zargenadapter stellen und drauf hoffen, das die Umziehen.
    6. Wenn die ersten Eier unten sichtbar, Absperrgitter einlegen, und nach drei Wochen den oberen Kasten ausschütteln und entfernen.


    Nochmal edit: Sicher ist das nicht. Je nach Volksstärke kann es sein, dass die Immen erstmal wieder Wabenwerk an den Boden, der jetzt Deckel ist, bauen.


    PS: hat der Ablegerkasten irgendwie eine größere Futteröffnung (>70 mm) im Deckel? dann ginge es evtl. auch ohne Brimbamborium und man könnte die Zarge über Adapter AUFSETZEN.

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Zur Einrichtung des neuen Heimes eignen sich die virtuellen Brutnester aus Wirtschaftsvölkern, die zum Abschleudern eh kaum was bringen.
    Die vorhandene Brut im Wildbau auslaufen zu lassen, ist elementar für die Weiterentwicklung des Volkes.
    Elk

  • Hatte ich ja schon mal vorgeschlagen und auch so selbst gemacht, nur war das Volk in einer normalen Zarge und hat trotz Rähmchen quer gebaut.


    Zarge mit Leerwaben aufgesetzt, kontrolliert bis oben Stifte waren, ASG dazwischen und gehofft das die Kö oben im neuen ordentlichen BR ist. Hat funktioniert.


    Hier müsste man halt tatsächlich wie Marion vorschlug aufsägen oder über Futterloch ect. die Vebindung schaffen. Und den Ablegerkasten kann man ja auch seitlich oder sonstwie untersetzen - da solls ja eh nicht mehr länger gemütlich sein.


    Gruß
    Marion

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • "Ablegerkasten verkehrt herrum aufsetzen"
    Warum das?
    Elk


    War etwas kompliziert gedacht, ausgehend davon, dass die Ablegerkiste nur über den Deckel zugänglich ist und die ganze Sache mit einer untergestellten Zarge standfester ist.

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • ......
    Hier müsste man halt tatsächlich wie Marion vorschlug aufsägen oder über Futterloch ect. die Vebindung schaffen. Und den Ablegerkasten kann man ja auch seitlich oder sonstwie untersetzen - da solls ja eh nicht mehr länger gemütlich sein.
    Gruß
    Marion


    Boden absägen mi Bienen drin? Ich habe mal versucht, zwei Brutzargen mit starkem Verbau mittels Draht zu trennen. nach Ende der Aktion und Abheben der oberen kam die geballte Ladung Bienen über mich. (Das war bei der ersten Frühjahrsdurchsicht und mein Fehler war, diese Aktion bei 10°C durchführen zu wollen. Das Wachs war einfach zu fest.)
    Problem ist hier eigentlich der Wildbau, der am Deckel, aber auch an den Seiten fixiert ist.

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Wenn ich es richtig verstehe, sind wir so weit, dass wir also


    entweder den Boden der Ablegerkiste absägen, eine Kiste untersetzen + in den Deckel oder Seitenwand eine Öffnung zum Füttern sägen und so hoffen, dass wir das Volk nach unten in die Kiste drücken (Variante der Marions).


    Oder den Deckel der Ablegerkiste absägen, eine Kiste aufsetzen + abwarten, bis sich das Volk nach oben entwickelt. Dabei irgendwann hoffen, einmal die Kö oben zu treffen, damit man ein ASG einschieben kann, damit sie nicht mehr nach unten und unten die gesamte Brut auslaufen kann (Variante des Erzgebirglers - ggf. inkl. der coolen Idee mit den Radspeichen).


    Tendentiell glaube ich da eher daran, dass das Volk sich "automatisch" nach oben entwickeln würde, wenn man ihm oben Raum anbietet.
    Dabei ist es vielleicht auch garnicht nötig den ganzen Deckel aufzusägen, um einen Teil des Wildbaus in seiner Stabilität noch zu erhalten. Fies wird es sowieso :cry: .


    Mein Vorschlag:
    1. mit Stichsäge bei geschlossenem Flugloch Deckel mit einem Schnitt bei ca. 20 cm fluglochfern teilen, Deckel aber erstmal nicht abheben und sich alles wieder beruhigen lassen.
    2. Zarge mit Deckel mit MW vorbereiten (ich würde jetzt MWs verwenden, um dem Volk erstmal eine Struktur vorzugeben, auf Naturbau kann man ggf. nächstes Jahr umstellen).
    Als Boden eine Platte so, dass sie eine Lücke in der Größe des 20 cm Deckelteils hat, der als Durchstieg nach dem Aufsetzen dient.
    3. Am nächsten Tag (wenn möglichst viele Damen ausgeflogen sind) dann vorsichtig den 20 cm Deckelteil abheben. Sollte sich Wildbau gut mit abheben, diesen entnehmen und in Zarge abstoßen.
    Lässt sich der Wildbau nicht gut mit dem Deckelteil ziehen, den Wildbau mit langem Messer vom Deckelteil trennen und drin lassen.
    4. vorbereitete Zarge drauf.
    5. ganz oben drauf dann einen Fütterer mit vorsichtig 1:1 Zuckerwasser, oder Futtertasche in der Zarge entfernt vom Durchstieg (natürlich abhängig von der Trachtsituation).


    Ohje, hübsch wird es sicher nicht, und lieben wird Dich für die Aktion auch niemand ...


    Good luck, Jörg


    P.S.: sehe gerade, dass hier mein Motto (leider) gut passt ...

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von iWei () aus folgendem Grund: P.S.

  • Ja. so hört sich das gut an, aber warum nicht eine Handkreissäge so einstellen, dass die nicht tiefer schneidet als das Deckbrett dick ist und einfach ein Drittel abtrennen. Stichsägeblatt geht ja doch tief ...


    Ich hatte auch aufgesetzt und das hat ziemlich schnell funktioniert. Apropos .. je eher man den ganzen Salat anmacht umso eher kehrt wieder Ruhe ein und die müssen ja noch einiges bis zum Winter neu einrichten ...


    Gruß
    Marion

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Das ist eine Idee, und der natürliche Weg richtung Ausbau ist das Aufsetzen, stimmt völlig.
    Jedoch mit der Aufsatzvariante sollte klar sein, dass sie sich zwar ausbreiten aber vermutlich dann wie zweizargig in beiden Teilen mit dem Brutnest hängen werden bzw diese Zone auch als Wintersitz beginnen einzurichten.
    Oben Futter, Kappenbildung, unten und zentral Brut, so ist das nun mal. Brutnest schrumpfend, klar.


    Im Frühjahr werden sie hochgezogen sein, dem Futter nach, dann unten wegnehmen.


    Dabei vergisst man aber irgendwie, dass die jetzt in dieser Halbgröße für Ableger sitzen aber am liebsten ins Endmaß gelangen sollen.
    Und dabei dachte ich eben, dass es mit einem Adapter oder halber Abdeckung der Zarge leichter sei, eine größere Beute unter eine kleinere zu setzen. Außerdem mit der Idee, keine Waben-Honig-Bienenpampe oben zu produzieren, so was gefährdet auch immer die Königin, fließendes Futter macht im Ertränken keine Ausnahmen.


    Das Sägen never ever mit sofortigem Abnehmen (zumal da ein Schwarm drin ist, nobody knows wie die so drauf sind). Man kann prima trennen/klavierseiten ziehen oder sägen und ne Nacht drüber schlafen. Die Bienen säubern die Schnittbereiche ohne sie sofort wieder zusammen zu zimmern. Am nächsten Tag reicht ein kleiner Ruck und man kann die Schnittstelle lösen ohne laufende Pampe. Das gilt auch für oben und Deckel abheben.
    (Ja, auch ich habe mal in Warrè geimkert, wenn auch nur kurz)


    Ich bin grad froh, dass meine Immen alle schön brav auf mobilen, unverbauten Rähmchen wohnen..in einem Brutraum und ohne Halbmaße am Stand.:cool:


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • ... Jedoch mit der Aufsatzvariante sollte klar sein, dass sie sich zwar ausbreiten aber vermutlich dann wie zweizargig in beiden Teilen mit dem Brutnest hängen werden bzw diese Zone auch als Wintersitz beginnen einzurichten.


    Yap. Deswegen war die Idee, immer mal wieder die aufgesetzte Zarge durchzusehen und zu hoffen, die Kö oben zu sichten: das wäre der Moment, den Aufstieg mit einem ASG zu versorgen, so dass sie nicht mehr unten stiften kann. Nach 21 Tagen kann man dann die Ablegerkiste unten endgültig entfernen und ist sie los.


    Tja, und wann trifft man denn Madame am besten oben??? Zur Teezeit????


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.