Bienen umziehen - von Zander auf Dadant

  • Hallo,
    ich hoffe im richtigen Forum gelandet zu sein.


    Imkere noch nicht so lange. Möchte aber meine Völker (1 Volk, 2 Ableger) sehr gerne auf 10er Dadant umstellen.
    Nun meine Frage:
    Wann mache ich das am besten? Noch jetzt vor der Einfütterung, oder erst im Frühjahr?
    Bin etwas ratlos.


    Freue mich auf eure Unterstützung


    VG

  • Herzlich willkommen hier im Forum, Ludmilla. :p_flower01:


    Dass es heute mit den Antworten ein bisschen langsamer geht, liegt daran, dass die anderen noch alle suchen nach den besten Links.
    Ableger von CH Kasten auf Dadant mod.
    1/2 Langstroth auf Dadant umstellen

    Umwohnen von DNM auf Dadant
    Umlogieren von DN auf Dadant


    Kunstschwarm ist m.E. am einfachsten und geht um diese Zeit prima. Schreib doch noch ein bisschen was über Dich, wo Du imkerst und wie lange schon, dann kann man Dich besser beraten.

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Danke für die Willkommensgrüße


    Ich bin sozusagen "Frischling". Habe also erst vor kurzem mit der Imkerei angefangen.
    Wie geht das mit einem Kunstschwarm?:oops:


    Ansonsten habe ich vor meiner Anmeldung hier im Forum mich schon durch einige Threads durchgelesen - aber schlauer bin ich dabei irgendwie nicht geworden….


    VG
    ludmilla

  • Hallo Ludmilla,


    ja, das hier ist das richtige Imkerforum! Willkommen hier bei den Bienenbekloppten!


    Das Umwohnen ist m.E. nur jetzt ohne den Verlust der Honigernte machbar! Einfach eine totale Brutentnahme (TBE) machen und gleichmäßig füttern.
    1.) Neue Kiste, komplett mit Rähmchen (+MW) gefüllt auf exakt den alten Standplatz stellen. Vorteilhaft ist eine leere Zarge als "Trichter" oben drauf.
    2.) Bienen größtenteils von den Waben abstoßen oder abfegen. Königin muss mit in die neue Kiste. Alte Waben mit den Restbienen wieder in die Zanderkiste tun = Brutscheune.
    3.) Bienen in neuer Kiste füttern. Vorzugsweise mit dünnem Zuckerwasser, aber Vorsicht wegen Räubereigefahr. Brutscheune auch nicht hungern lassen. Sind evtl. Randwaben mit Futter vorhanden?
    4.) Nach 14 Tagen Brutscheune entweder behandeln (z.B. Milchsäure) und auflösen oder mit neuer Königin beweiseln. Beim Auflösen einfach der neuen Kiste vor das Anflugbrett kehren.
    5.) Feddich!


    Gruß Jörg

  • Bin gerade dabei eine solche Umstellung in etwa nach diesem Schema durchzuführen. Lehne mich dabei grob an das Merkblatt des Bieneninstituts Kirchhain zur TBE an. HR habe ich für noch etwa 10 Tage bis zum Abschleudern auf die neue Dadant-Kiste gepackt. Wenn nach 21 Tagen die Brut in der Zander-Beute weitgehend ausgelaufen ist, möchte ich diese Bienen in eine Dadant-Beute rüberkehren und mit einer begatteten Kö beglücken. Vorher muss ich natürlich dafür sorgen, dass keine Nachschaffungs-Kö in der Beute ist.
    Karl

    Etwa 10 Völker auf Dadant an etwa 3 Standorten. "Bienenrasse":roll:: was sich bei Nachbarimkern so bewährt hat.

  • Nach 14 Tagen Brutscheune entweder behandeln (z.B. Milchsäure) und auflösen oder mit neuer Königin beweiseln.


    Hallo Jörg,


    bei allem Respekt: wenn das Volk eine legende Kö hatte (darum geht's hier), dürfte nach 14 Tagen in der Brutscheune noch nicht alle Brut ausgelaufen sein ... sicher wäre man da erst nach 21 Tagen.


    Allerdings werden die versuchen, sich in der Brutscheune eine eigene Kö nachzuziehen (wie bei der klassischen TBE), und die wird (3+5+8, ggf. minus die ersten 3) an Tag 21 da auch schon rumlaufen... (was ja auch vielleicht nicht schlecht ist, wenn man noch eine Reserve-Kö haben möchte - ist aber eine nachgeschaffte ...).


    Also wird man entweder überlegen müssen, was man mit der noch verdeckelten Brut (und ggf. Weiselzellen) an Tag 14 machen will, oder bis Tag 21 warten, dann behandeln (z.B. Milchsäure) und überlegen, wie man rückvereinigt.


    Oder hab' jetzt ich hier einen kompletten Denkfehler??:eek:


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Hallo Jörg,


    bei allem Respekt...
    Oder hab' jetzt ich hier einen kompletten Denkfehler??:eek:...


    Meister,


    mir ist schon klar, dass die letzten Bienen nach 21 Tagen schlüpfen werden/würden. Das hab ich nämlich schon mal mit mehr als 2 Völkern gemacht... Und dabei ist mir aufgefallen, dass die zuletzt schlüpfenden Bienen nur noch Murks sind! Die sind direkt nach der TBE noch Stifte oder kleine Larven, werden miserabel gepflegt und verkühlen vielleicht noch. Außerdem scheinen sie stärker vermilbt zu sein.
    Deshalb versuche ich die Waben nach 14 Tagen einzuschmelzen.


    Gruß Jörg

  • ...und deshalb werde ich diese Scheunerei ggf auch ganz unterlassen. Je nach Befall schlüpft da ein ganz schön kranker Haufen und mit so was möcht ich keine KS oder Rückvereinigung machen.
    Weisellos ist es jedenfalls nochmal zusätzlich eindrucksvoll wie diese zunächst anscheinend vor Bienenmasse und Brut (und Varroa!!) platzende Einheit die Schwindsucht bekommt...


    TBE ist schön


    aber ohne B :cool:


    Ich nächstes Jahr Schmelzer, feddich. Gibt Bienenmasse genug unter den Bienenfluchten bei der Ernte für KS :daumen: Rest Ableger brutfrei behandelt.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • ... dass die zuletzt schlüpfenden Bienen nur noch Murks sind! ... Deshalb versuche ich die Waben nach 14 Tagen einzuschmelzen.


    Nun geht mir Dein Licht auf, danke. :u_idea_bulb02: (... mir ist schon klar, dass Du das schon mal mit mehr als 2 Völkern gemacht hast ... drum wollte ich ja auch verstehen, was Du da machst! :liebe002:)


    Marion : och, die schwinden auch mit weiselrichtigem Ableger als Brutscheune ganz ordentlich, wenn man denen 2 x im Abstand von 14 Tagen die ganze verdeckelte Brut nimmt, wie hier in einem anderen Fred vorgeschlagen.
    Ich mache trotzdem weiter damit, denn für mich ist das eine Möglichkeit der Varroa-Reduktion ohne Säuren o.ä., weniger eine Methode der Kunstscharmbildung. Ich gebe Dir recht, dass eine Völkervermehrung (via KS) besser aus den gesündesten und kräftigsten Völkern erfolgen sollte.


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.



  • Hallo Ludmilla,


    Ich habe dieses Jahr meine Zander-Völker auch so "umgezogen", genau so wie Jörg geschrieben hat. Hat sehr gut funktioniert.
    Ich kannte vorher auch nur den Weg nach 21-24 Tagen die Brutscheune behandeln -> dann auflösen oder also neues Volk führen.
    Das mit den 14 Tagen - vermilbte Bienen - klingt logisch bzw. nachvollziehbar. Ich werde das auch mal so machen.


    Wenn ich als fortgeschrittener Anfänger noch eine Idee hinzufügen darf: Ich habe nach Punkt 2! eine "Fangwabe" vom alten Volk
    in die neue Kiste gepackt. Fangwabe = Brutwabe mit überwiegend offener Brut und wenig verd. Dann nach 7-10 Tagen die Fangwabe raus und einschmelzen.


    Gruß
    Jürgen

    "Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen." (KV)

  • Liebe Ludmilla,


    die obigen Ratschläge integrieren gleich Maßnahmen gegen die Varroa und könnten deshalb einen Anfänger verwirren.
    Wenn es nur um das Umwohnen geht: Neue Dadant-Zarge mit Leerwaben bzw. MW mit Boden auf den alten Standort stellen + Bienen mit Königin dort hinein geben (Kunstschwarm) + eine Bannwabe mit jüngster unverdeckelter Brut (Zander-OT auf Dadantmaß verlängern oder vorgebohrten Dadant-OT aufschrauben o.ä).
    Wenn Du die übrige Brut aus den bisherigen Zanderrähmchen dazugeben willst -> ASG auf die Dadant-Zarge + Leerzarge Dadant mit provisorisch eingeschraubten Halteleisten in ca. 220mm Höhe, auf die Du die Zanderrähmchen mit den Ohren aufsetzen kannst oder die Zander-OT auf Dadantmaß verlängern und "normal" einhängen. Nach dem Auslaufen der Brut kannst Du das Provisorium incl. Zanderrähmchen ja wieder abnehmen.


    Wenn umstellen, dann besser jetzt als im Frühjahr. Ob Deine Ableger schon so stark sind, daß sie TBE und Ausbau der MW in der neuen Dadant-Zarge schaffen und bis zum Herbst genügend Winterbienen aufziehen, kannst nur Du vor Ort beurteilen (lassen).


    Servus - Gottfried

  • Danke euch
    hört sich erst mal nicht so einfach an….


    Habe noch eine Idee, weiß aber nicht ob das so sinnvoll ist:


    Auf den alten Zander-Brutraum lege ich ein Absperrgitter und darauf den neuen Dadant-Brutraum mit Mittelwänden aufsetzen.
    Alle Bienen - besonders die Königin setze ich in den neuen Brutraum.
    Somit würde unten in der Zanderkiste die Brut auslaufen und könnte später weg genommen werden.
    Zusätzlich würde ich gleich noch füttern.


    Wäre das so sinnvoll?

  • Warum so herum, Ludmilla? Die (Zander-)Waben, die raus sollen, würde ich oben aufsetzen. Da ist es einfacher, sie nach dem Auslaufen herauszuholen, ohne die ganze Beute auseinanderzunehmen. Vermutlich werden die Waben zu unterschiedlichen Zeitpunkten auslaufen, abhängig davon, wie alt die darauf befindliche Brut jeweils ist. So kannst Du die Waben einzeln kontrollieren + entnehmen, sobald sie jeweils brutfrei sind, bevor Deine Bienen sie in ihr durch Dich verändertes Konzept eingebaut haben (Wildbau, Futtereinlagerung etc.), was ja Deiner Umstellungsabsicht entgegen liefe.
    Eine Bannwabe mit jüngster Brut solltest Du allerdings in den neuen Brutraum einhängen, damit Bienen + Kö. dort bleiben (wollen).

  • Das Volk wird sich aber besser nach oben entwickeln, als nach unten. Und die ganze (umständliche) Aktion funktioniert (jetzt) nur mit vorsichtiger, regelmäßiger Fütterung. Dabei würden sie den alten Zanderbau voll Futter tragen.


    Wie ich schon mal geschrieben habe halte ich von solchen Umwohnaktionen nichts. Schon die Gefahr, dass die Königin irgendwo allein in einer Kiste sitzen könnte wäre für mich ein no go...


    Gruß Jörg