Honigwaben im Keller gelagert

  • Hallo,


    wir sind Jungimker und haben schon einige hilfreiche Infos hier geholt. Jetzt haben wir eine Frage, die uns gestellt wurde.
    In der Nachbarschaft ist ein Imker - bevor er schleudern konnte - schwer erkrankt und hat die Waben mit dem Honig einige Wochen im normalen Keller (wohl eher feucht) gelagert. Merkt man sicher wenn der Honig verdorben ist oder gibt es irgendwelche Bedenken diesen Honig zu essen? Wir würden beim Schleudern darauf achten, dass er gut riecht, schmeckt und blättert! Gibt es sonst noch eine Garantie für die mikrobielle Reinheit? Er ist wohl ziemlich gut verdeckelt, wir haben die Waben aber noch nicht gesehen. Auch haben wir selber immer recht flüssigen Honig (viel Akazie), so dass er wohl noch schleuderbar wäre, da wir im gleichen Stadtteil wohnen. Wir überlegen aber, ob wir uns die Mühe überhaupt machen sollen, aushilfsweise zu schleudern!


    Vielen Dank


    Fernanda

  • Wenn sich der Honig noch schleudern lässt, gibt es ein einfaches Kriterium für die Verwertbarkeit: den Wassergehalt. Wenn der unter 18 % liegt gibt es keine Bedenken. Erst wenn der Honig mehr Wasser enthält, kann er verderben, egal ob im Glas oder in der Wabe.
    Habt Ihr ein Refraktometer?


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Wenn sich der Honig noch schleudern lässt, gibt es ein einfaches Kriterium für die Verwertbarkeit: den Wassergehalt. Wenn der unter 18 % liegt gibt es keine Bedenken. Erst wenn der Honig mehr Wasser enthält, kann er verderben, egal ob im Glas oder in der Wabe.
    Habt Ihr ein Refraktometer?


    Wolfgang



    Danke für die schnelle Antwort.


    Nein, ein Refraktometer haben wir leider nicht. Aber das funtioniert sicher auch nur nach dem schleudern?! Also sollten wir es einfach versuchen?
    Unbemerkt verderben kann er eher nicht? Ich denke da auch an Botox o.ä. was man ja nicht einfach so bemerken kann. Ob sich da eventuell was anreichern kann?
    Sorry für die blöden Fragen, aber hier essen auch kleinere Kinder den Honig und da will ich kein Risiko eingehen.
    Fernanda

  • In Honig können zwar Botulinumsporen vorkommen, sie keimen dort aber nicht aus. Nur Säuglinge sollen grundsätzlichen keinen Honig essen, weil bei denen die Sporen im Darm auskeimen können.
    Es gibt hier also bei verdorbenem Honig kein spezifisches Risiko (wie etwa bei Fleisch oder Wurst).


    Die Feuchtigkeit messen kann man auch bei Honig in Waben. Man muss halt viele Proben nehmen, bis man ein Bild des gesamten Ernte erhält.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Wenn die Waben schön verdeckelt sind und nicht verschmutzt, dürfte das kein Problem sein.
    Bei viel Akazienanteil macht denn auch die kühle Temperatur nichts, sonst ist schleudern "volkswarm" immer gängiger.


    Bevor denn doch der Wassergehalt nicht stimmt: leiht Euch ein Refraktometer oder gleich kurz einen Imker mit, der es bediehnen kann und messt ein paar Waben auf den Wassergehalt. Erst dann schleudern und ganz normal verwerten.


    Botox ist an den Haaren herbeigezogen bei dieser Frage, hat nix mit dieser Lagerung zu tun.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Danke für die hilfreichen Antworten. Wir haben heute mal geschaut, die Waben sehen gut aus! Wir werden uns wohl auch ein Refraktometer anschaffen, ich geh gern auf Nummer sicher. Auch haben einige unserer eigenen Gläser vom letzten Jahr einen leicht angegorenen Geruch, war unsere erste Ernte und wir müssen wohl einen besseren Lagerort finden. Er begann übrigens erst vor ein paar Wochen mit der Kristallisation! Also Schleudern sollte kein Problem sein! Jetzt hoffen wir, dass unser Nachbar wieder auf die Beine kommt und seinen Honig noch genießen kann! Vielen Dank nochmal!