Minischwarm bekommen. Ich hab da noch ein paar Fragen.

  • Hallo zusammen


    Heut bekamen wir einen Anruf von nem Vereinskollegen, Er hätte da nen Schwarm gefangen und der wäre über.
    Ob wir den nicht haben wollten. Na klar! Aber schon die Vorwarnung. Es ist ein echter Minischwarm.
    Also ist meine Frau losgedüst und hat die Mädels abgeholt. Sie stecken natürlich noch in der Schwarmkiste. Mangels vernünftigem keller haben Wir sie in einen Nebenraum der Scheune gestellt. Dort kann niemand rein und die Sonne scheint dort nur die letzte Stunde des Abends rein. Sonst ist es relativ dunkel und auch angenehm kühl.
    Frage 1: Tut das quasi als Kellerersatz seinen Dienst?


    Nun hab ich noch mal quergelesen, die einen sagen 1 Tag Kellerhaft. Andere wieder 3 Tage.
    Frage 2: Wo liegt denn nun die Wahrheit? Oder ist das wurscht?


    Die Beute ist vorbereitet, aber kommt mir echt übermäßig groß vor. (DNM1,5) Der Schwarm ist denke ich mal 2 Hände voll Bienen. Keine Ahnung wieviel Gramm/Kilogramm das sind.
    Frage 3:Sollen Wir die da trotzdem einquartieren?
    Am Ende müssen die ja noch ordentlich aufstocken. sowohl an Personal als auch an Waben.


    Wenn die Mädels umgezogen sind steht ja Füttern an. 1:1 hab ich so gelesen. Wollte das wieder per aufgesetzter HR Zarge und Ziploc Beutel machen.
    Frage 4: Ist das so ok?


    Ich vermute mal, dass die Kö noch unbegattet ist.
    Frage 5: Ist das zeitlich jetzt schon ein Problem? Gibt es noch genügend Drohnen?
    Also an unserem anderen Volk sieht das momentan noch so aus, als ob das noch ok wäre. Was sagt Ihr?


    So dass solls erst einmal gewesens ein.
    Freue mich schon auf Eure Antworten.


    Gruß
    Micha

  • Hallo Micha,
    wenn es ein Schwarm ist und kein Kunstschwarm oder abgekehrter Bienenbart ist keine "Kellerhaft" notwendig.
    Einschlagen in die Beute am vorgesehen Aufstellungsort nachdem er sich gesammelt hat.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hi Eisvogel


    Also meines Wissens ist es definitiv ein Naturschwarm. Der Größe nach offenbar nicht einer der ersten.
    Also meinst du, wir können die Mädels morgen nachmittag schon umziehen lassen?


    Gruß
    Micha

  • Hallo Micha,
    ich würde es tun.
    Gruß und viel Erfolg mit dem Minischwarm der, wenn er ein Nachschwarm ist, eine unbegattete Kg hat. Also braucht er noch einige Zeit bis sich Nachwuchs einstellt.
    Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Ok. Dann machen Wir das mal so.


    Aber eine Frage ist mir gerade noch eingefallen. Wenn ich die Neuen jetzt füttere.
    Ist es dann ok die neben unser aktuelles Volk zu stellen? Oder gibt das nur sinnlose Räuberei?


    Gruß
    Micha

  • Hallo Micha,
    sehr kleines Flugloch und Futter am Abend. Achtung nichts verklekern.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hi Eisvogel


    Ok werde ich drauf achten mit dem Flugloch. Kleckern ist nahezu ausgeschlossen mit dem Ziploc Beutel. Den picksen wir erst an, wenn er in der Beute liegt und auch nur oben. Also läuft da nix irgendwo runter.


    Gruß
    Micha

  • Ok. Dann machen Wir das mal so.


    Aber eine Frage ist mir gerade noch eingefallen. Wenn ich die Neuen jetzt füttere.
    Ist es dann ok die neben unser aktuelles Volk zu stellen? Oder gibt das nur sinnlose Räuberei?


    Gleich mal schauen, wie die Futter/Trachtsituation im bestehenden Volk aussieht ... ich muss seit dieser Woche alle füttern ...


    Und Minischwarm mit unbegatteter Kö ist schon gefährdet. Auf jeden Fall Flugloch klein halten.


    Raum begrenzen mit (Trenn-)Schied und nur soviel erweitern, wie sie auch ausbauen können. Und Fütterung so über den Rähmchen, dass evtl Räuber nur über die besetzten Wabengassen drankommen könnten.


    Gruß
    Marion

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Habe selbst noch nicht viel Erfahrung und die Theorie vom Füttern erst nach 3 Tagen auch gelesen. Da gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Ein erfahrener Imker in meiner Nachbarschaft gibt eingefangenen Schwärmen grundsätzlich gleich Futter mit und hat Erfolg damit. Ich denke, dass eine Futtergabe zumindest dann sinnvoll ist, wenn der Schwarm (möglicherweise) schon längere Zeit irgendwo gehangen oder "herumvagabundiert" ist und/oder keine Tracht / kein gutes Flugwetter ist. Selbst habe ich 2 Schwärme unter solchen Bedingungen eingefangen und diesen nach etwa 1 Tag Futter gegeben; sie sind geblieben und nennenswerter Totenfall ist mir nicht aufgefallen. Nachdem wieder Tracht reinkommt, bin ich mit dem Füttern von Ablegern/Schwärmen zurückhaltend; ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich zwecks schnellerem Ausbau besser trotz Tracht viel Zuckerwasser 1:1 geben sollte.
    Nach einem Tipp hier im Forum habe ich zwei Schwärmen viele Rähmchen mit Anfangsstreifen reingehängt und nach etwa 2 Tagen die nicht von Bienen besetzten herausgenommen. Das hat bei dem kleineren Schwarm dazu geführt, dass ich jetzt etwa 6 nur halb ausgebaute Rähmchen (Dadant) in der Beute habe. Ich hoffe, dass die Bienen die noch zu Ende bauen. Bei einem dritten (großen) Schwarm habe ich stattdessen direkt MW reingegeben, die von den Bienen zügig ausgebaut wurden.
    Karl
    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Naturschwärme haben ein perfektes Volksgefüge, ganz anders als bei Menschenhand zusammengeworfene Ableger.
    Bei mir wurden noch nie Schwärme ausgeraubt. Wie auch, haben sie doch gar keine Vorräte.
    Da ihre Pausenbrot für 3 Tage reichen, sehe ich keinen Grund, sie schon vorher zu füttern. Zudem haben sie Flugbienen.
    Kellerhaft habe ich denen noch nie verpasst. Ich stelle sie immer umgehend auf und fahre gut damit.
    Grüsse aus meiner Schwrmimkerei, Elk

  • Hallo!
    Das stimmt: so ein Naturschwarm ist das Bauwunder! Aber von nix kommt nix.
    und wenn es draußen läppert, dann sind so 3 kg Sirup in 2-3 Tagen futsch.
    Flüssig dünn füttern regt am besten an. Und in kleinen Portionen, dann geht es stetig weiter ohne Massen an Einlagerung.


    Einen nachweislich vom gleichen Tag stammenden Schwarm füttere ich nicht vor dem 3. Tag. Kellerhaft für Natur- (Vor-) schwärme ist unnötig.
    wenn sie schon eine Weile als Traube gesessen haben ok. Eben warten, bis Ruhe ist. Dann einschlagen.


    Es gibt dieses Wort "Schwarm zum Flugloch hinaus füttern"


    Wird auch immer mal wieder beschrieben aber ob es denn das Futter ist oder ein unsteter Nachschwarm?
    Ich kenne einen Altimker, der grundsätzlich eine FW gibt, dem ist noch nie einer ausgezogen.


    Vorsicht ist geboten, wenn der Schwarm unklaren Alters ist oder die Bienen stinkig.
    Es können auch Schwärme verhungern. Erst recht in Kellerhaft!!


    Wenn die in Naturbau nur 6 Waben teilweise ausgebaut haben, dann war es kein kräftiger Schwarm oder es fehlte an Energiezufuhr. Engeren eingrenzen wäre da auch möglich gewesen.
    Jedoch bauen die die unfertigen Waben im Frühjahr weiter aus. Allerdings kommt dort oft die Drohnenbrut hin. Nix mit Baurahmen. Naturbau ist anders


    Blöd sind immer Pauschalisierungen für Anfänger: Schwärme 3 Tage nicht füttern und Kellerhaft.... führt bei einem 4 Tage sitzenden oder Vagabund zum Tode.
    und zwar nicht langsam.
    Die liegen schlagartig alle tot im Kasten, weil sie den letzten Tropfen teilen. Und wenn emty, dann Ende

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Schwarm (nicht) füttern:
    Es kann passieren, dass ein Schwarm wieder auszieht, wenn er Futter vorfindet - er "will" eigentlich in eine neue leere Behausung. Deswegen lehrt man, den Schwarm nicht zu füttern.
    Ist der Schwarm drin, füttere ich einen solchen Mini (ich habe gestern den 2. Mini einquartiert) immer. Klar hat er Flugbienen, aber es ist doch alles recht klein an der Anzahl, eben Mini. Da befürchte ich doch Mangel. Ein normal großer Schwarm braucht bei normaler Trachtlage kein Futter, er kann und "will" selber loslegen.


    Zur Kellerhaft:
    Das wird hier in vielen threads diskutiert und es gibt unterschiedliche Meinungen dazu, das hat Eisvogel oben leider verschwiegen und nur seine verkündet. Die Kellerhaft soll dazu dienen, dass der Schwarm sein Futter verbraucht und die "Suchzeit" abgelaufen ist. Der Schwarm wird dann die angebotene Beute freudiger annehmen. Manche meinen auch, ein Schwarm würde in dieser Zeit mit der "Volksbildung" beginnen. Und das gilt natürlich nur für Schwärme, deren Alter man kennt.
    Andere schlagen die (Natur-)Schwärme immer sogleich ein oder lassen sie einlaufen. Wahrscheinlich gibt es dazu keine repräsentatvie Untersuchung, so bleibt das immer Imker-Erfahrung (und man kann sich trefflich streiten).
    Meine, völlig subjektive und nicht repräsentative, Erfahrung: Ich kenne in meiner kurzen Imkerzeit nur einen Schwarm-Auszug, der hatte 2 Tage Kellerhaft... abends eingelaufen, früh ausgeflogen.


    Ich klammere mich an die Imker-Erfahrung, dass solche kleinen Völker oft große Kraft entwickeln und toll wachsen werden. Das habe ich den beiden Minis schon mehrfach erzählt :lol:.

  • Ich kenne einen Altimker, der grundsätzlich eine FW gibt, dem ist noch nie einer ausgezogen.


    Blöd sind immer Pauschalisierungen für Anfänger: Schwärme 3 Tage nicht füttern und Kellerhaft.... führt bei einem 4 Tage sitzenden oder Vagabund zum Tode.


    So isses ! Bei dem kleinen Nachschwarm mit (vermutlich) unbegatteter Jungkönigin würde ich je 1 FW, 1 LW und 1 MW (alles DNM 1,5) geben und dann das Schied setzen. Das Flugloch so klein wie möglich und die Kiste etwas weiter weg vom Rest stellen. Zusätzliche füttern, wie beschrieben, hilft. Dann haben die auch eine Chance; denn sie müssen ja noch


    - die Kö begatten lassen
    - die Wohnung ausbauen
    - Futter sammeln, einlagern
    - Brut großziehen.


    Die haben also noch einiges auf dem Zettel. Wieso also die vorhandene Kapazitäten verschwenden....


    Beste Grüße


    Rainer