Ameisensäure durch Räuberei im Honig anderer Völker?

  • Hallo,


    ich habe eine Frage. Ein jetzt schon stark Varroabelastetes relativ und mittlerweile etwas schwaches Volk (hat offenbar den milden Winter durchgebrütet so dass die Oxalsäurebehanldung für die Katz war) habe ich gerade mit Nassenheider Verdunster mit Ameisensäure behandelt, da ich den schon leicht erhöhten Totenfall aufmerksam wurde und dann einen Puderzucker Test gemacht habe. Heute nach der Rückkehr von einer dreitägigen Geschäftsreise habe ich festgestellt, dass trotz sehr kleinem Flugloch nach 2 Regentagen Räuberei stattgefunden hat. Wodurch die Räuberei losging kann ich mir nicht ganz erklären, heisst ja dass es immer eine Eselei des Imkers gegeben haben muss. Aber ich habe im Vorfeld weder gefüttert noch Honigwaben etc. gezogen etc. im Gegenteil, war eine Woche nicht an den Völkern außer zur Varroadiagnose und -Behandlung beim Schwächling.


    Meine Frage ist: Wird die Ameisensäure des behandelten Volks mit dem geräuberten Honig in die Honigräume meiner anderen Völker umgetragen (und die meiner Nachbarimker?) und wenn ja wie stark sind die Auswirkungen auf den Honig, der ja auch noch ein weiteres Mal in den Honigmagen der Räuberbienen gewandert ist vor der erneuten Einlagerung. Ist dieser noch verwendbar oder schmeckt man etwas (ist nicht für Verkauf gedacht)


    Danke und schöne Grüße, Allgäu Imker

  • Ergänzung: geht natürlich nur um einiges an Brutraum-Honig beim Varroa Volk. Den halbvollen Honigraum habe ich bereits vor dem Urlaub mit Vortags aufgesetzter Bienenflucht abends entnommen. Die Räuberei ging definitiv erst nach dem Urlaub los.

  • Grund für die Räuberei ist offensichtlich, dass das Volk sehr schwach ist. Die "Eselei" bestand also nur darin, dagegen nichts zu unternehmen.
    Wegen der umgetragenen AS würde ich mir keine Sorgen machen. Zumal, wenn Du den Honig gar nicht verkaufen willst.
    Ich würde aber das Volk vom Stand entfernen und an einen Platz stellen, wo es nicht weiter ausgeräubert wird. Zumal es so zur Varroa-Schleuder wird, bis die Behandlung angeschlagen hat.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Grund für die Räuberei ist offensichtlich, dass das Volk sehr schwach ist. Die "Eselei" bestand also nur darin, dagegen nichts zu unternehmen.


    Ja und Nein, schwach muss nicht gleich Opfer sein. Die AS war hier die Eselei, da sie nur bei dem einen Volk eingebracht wurde.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • vielleicht auch das. Soo schwach war das Volk auch wieder nicht und es wurde bis zuletzt gut eingetragen. Vielleicht eine Kombi aus Varroabelastung, AS und Schwäche. Ist nicht mein Hauptstandort sondern eig. nur für Ableger etc. und zu dem Zeitpunkt war nur ein Volk und ein kleiner Ableger dort. D.h. richtig wäre gewesen das eine Volk an einem kurzzeitigen dritten Einzel-Standort zu behandeln? Könnten da nicht auch Bienen aus dem Umkreis zu räubern beginnen?

  • Nicht zwingend/zwangsläufig. Aber nach meiner Erfahrung erhöht sich dadurch einfach das Risiko. Die Bienen verhalten sich anders und zudem hat man dabei das Flugloch geöffnet.
    Schlimmer wirds nur noch mit Thymol.
    Ich achte daher darauf, immer nur gleich starke Ableger/Völker beieinander zu haben und dann auch alle zeitgleich zu behandeln.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit