Jetzt noch schwarmtriebiges Wirtschaftsvolk

  • Ein Wirtschaftsvolk mit Königin von 2015 war bisher eigentlich ruhig und fleißig.
    Durch einen Trachtabriss ist es mir jetzt aber schwarmtriebig geworden und ich breche schon seit zwei Wochen regelmäßig die bestifteten Zellen.
    Das Volk sitzt auf Dadant (1BR + 2HR) und ich möchte keine wirklich Volksteilung mehr durchführen.


    Kann ich das mit Brutdistanzierung in den Griff kriegen oder schlagt Ihr eine andere Methode vor?


    Brutdistanzierung geht mit meinen Mitteln nur so:
    Brutraum mit Mittelwänden und voll-verdeckelten Waben und Königin unten, Absperrgitter, Honigräume, Brutraum mit offenen Waben über den Honigräumen.
    Ich habe keine Leerwaben.


    Wie gesagt, ein Ableger mit oder ohne Königin kommt jetzt nicht in Frage.


    Hans

    Die Glücklichen sind neugierig. (F. W. Nietzsche)

  • Wie lange und was hast Du denn noch an Tracht zu erwarten? Bei mir ist nach der Linde schluß, die Völker die jetzt (nochmal) in Schwarmstimmung gekommen sind, werden sorgfältig kontrolliert, die Kö (wenn ich sie zufällig sehe) abgedrückt und alle Zellen gebrochen. In zwei Wochen ist die Saison eh durch, dann werden diese Völker aufgelöst und mit frischen Königinnen Jungvölker gebildet.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Eine Königin von 2015 abdrücken?
    Das ist doch nicht das Mittel der Wahl...


    Abgesehen davon habe ich nicht beliebig Königinnen zum Einsetzen.
    Die blaue Mutter, die drin ist, ist groß, kräftig und sie legt tolle Brutbretter – trotz der Schwarmzellen.
    An sich ist sie also jung und eher schwarmträge, nur das Volk ist aus dem Gleichgewicht...


    Tracht habe ich, wie alle anderen auch, jetzt gerade noch Linde und dann gemischte Läppertracht, da ich im Stadtgebiet/Stadtrand imkere.



    Hans

    Die Glücklichen sind neugierig. (F. W. Nietzsche)

  • ??? - Die macht jetzt noch einen Haufen Schwarmzellen, ist aber per se schwarmträge weil von 2015? Die ist nicht schwarmträge, sonst würde sie keine Zellen ziehen. Das Alter ist ja nur ein Kriterium, wenn die sogar abreisen will obwohl sie so jung ist.... Es gibt immer gute und bessere. Bei mir wär die durch. Nächstes Jahr ist sie weniger jung aber garantiert wieder schwarmlustig (= weniger Honig/mehr Arbeit).


    Zieh Dir doch vorher 'ne neue mit dem Volk, die sind doch in Ziehlaune. Aber nimm Maden mit besserer Genetik. Zwei Brutwaben hoch in den HR, ein paar Zellen dazu und sobald die verdeckelt werden, nimmst Du Mutti raus, bevor sie selber geht.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hm...


    das hätte ich nicht gedacht. :/
    Fällt sonst noch jemandem was sinnvolles ein?


    Ich vermute nämlich, dass die nicht so sehr wegen ihrer Genetik schwarmtriebig ist, sondern wegen meiner Anfänger-Imkerei.


    Aber ich kann das tatsächlich schlecht einschätzen.


    Danke jedenfalls, Ralf, auch wenn mich der Rat etwas überrascht.


    Hans

    Die Glücklichen sind neugierig. (F. W. Nietzsche)

  • Im Prinzip sehe ich das auch so,


    wenn Du sie aber unbedingt behalten willst, das steht Dir zu, und gucken wie es nöchstes Jahr ist, kannst Du ja dann auf jeden Fall:


    Warum keinen Königinnenableger, bevor Du dieses Gebastel oben startest. Dann lass das Volk nachziehen, Du hättest eine Reserve, so lange parkst Du die Mutti schön in einem Ableger,
    die produziert weiter Bienenmasse,
    sind dann bestimmbar brutfrei und prima zu behandeln bei zu erwartendem Trachtende,
    und wenn Du dann magst, und immer noch an ihr hängst:
    vereinigst Du sie wieder im Herbst. Das geht dann problemlos - jedoch eine muss gehen (mir wäre klar, welche der zwei :p) - es sei denn, Du möchtest den Ableger ggf als Reserve überwintern.


    Es gibt da immer viele Möglichkeiten, kommt auf Dich allein an


    Edith: auf Dadant wird nix aufgestapelt - außer HR :cool:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hm...


    das hätte ich nicht gedacht. :/
    Fällt sonst noch jemandem was sinnvolles ein?


    Vorschlag zur Güte: Du kannst dem Volk alle (!) BW nehmen, inkl. Schwarmzellen; quasi wie TBE. Die Kö bleibt mit dem größten Teil des Altvolkes auf MW und kann das BN neu anlegen. Den Brutsammler mit AS behandeln, Brut schlüpfen lassen und Bienen verteilen.



    Somit hättest Du die Milben reduziert und die Schwarmneigung gebannt.


    Beste Grüße


    Rainer

  • So,


    jetzt habe ich noch mal zum Zellen-Brechen in das Volk geschaut und folgendes Bild hat sich ergeben:


    Das Volk hat jede Wabe im BR und HR voll und dicht besetzt.
    Es wurden keine neuen Spielnäpfchen errichtet.
    Es wurden keine Weiselzellen bestiftet.
    Angepflegte Zellen habe ich auf keiner Wabe entdecken können.
    (Schon zuletzt waren mir immer wieder auch von Arbeiterinnen ausgefressene Weiselzellen aufgefallen...)
    Der Bautrieb am Baurahmen erwacht langsam wieder. Die neu errichteten Flächen gehen in die Breite.
    Die blaue Königin (gesichtet) legt weiterhin schöne Brutwaben an. Ich habe viel offene Brut gesehen.


    Zur weiteren Ermunterung des Volkes habe ich zwei voll verdeckelte Brutbretter entnommen und je einem meiner Ableger zugehängt.
    Als Ersatz für die Brutbretter habe ich eine voll bestiftete Brutwabe und eine Leerwabe aus einem der Ableger in das große Volk umgehängt, damit die Pflegebienen was zu tun haben.
    Außerdem habe ich eine Mittelwand gegeben, damit die bauen können, wenn sie wollen.


    Ich hoffe sehr, dass es das jetzt war und die Damen mir (endlich) den Honig im Honigraum oben richtig trocknen.
    Irgendwie kriegen die den trotz voller Besetzung nicht richtig trocken.


    Hans


    PS.: Ich weiß, dass es doof ist, um rat zu fragen und dann etwas ganz anderes zu machen.
    Mir schien es trotzdem nicht falsch zu sein. Die Ergebnisse werde ich ja beobachten... ;)

    Die Glücklichen sind neugierig. (F. W. Nietzsche)

  • bei Materialflüssen sollte man nur von starken zu schwachen, von gesunden zu kranken(???????gutes schlechtem hinterherschmeissen-Beweiselungsversuche von Buckelbrütigen???), von einsamen Ständen in die Stadt, von faulbrutfrei.... nach Berlin.
    Das Volk braucht keine Unterstützung vom Ableger, vor allem keine offene, fremde Brut, das sind die zukünfigen treuen Leibwächter der jungen Königin
    Gruß Fred

  • Die offene Brut – eigene verdeckelte ist im Ableger ja auch noch drin – habe ich in das Wirtschaftsvolk gegeben, damit die dort arbeitslosen Pflegebienen schneller etwas mehr zu tun bekommen.
    Es scheint ja so zu sein, dass ein Überschuss an Pflegebienen das Volk zum Schwärmen treibt...


    Eine Frage ergibt sich aber:

    Zitat

    das sind die zukünfigen treuen Leibwächter der jungen Königin


    Ist die Treue der Leibwächterinnen genetisch bedingt oder sind nicht alle Jugbienen der Stockmutter treu??


    Grundsätzlich bin ich dankbar für die klare Regel.


    Hans

    Die Glücklichen sind neugierig. (F. W. Nietzsche)