Kabbeleien auf dem Flugbrett? Ratlos?

  • Hallo!


    Ich habe 6 Völker bei mir im Garten stehen, davon drei Ableger, einer davon sehr klein.


    Bei den zwei stärksten Völkern sehe ich ab und an eine Kabbelei/Rauferei auf dem Flugbrett und bei einem mittelstarken Volk doch recht häufig.


    Ich habe jetzt die Fluglöcher auf 3-5 cm verengt und bei den zwei sich am stärksten kabbelnden ein Stück Glas angebracht. Es hilft aber gar nichts, die kabbeln sich weiter.


    Ist das normaler Verflug, eine Räuberei oder kabbeln sich Bienen ab und an auf dem Flugbrett? Bin mir unsicher, ansonsten fliegen alle Völker gut und alle tragen ordentlich Pollen ein. Ich bin ratlos, wie das zu deuten ist, ist mein erstes richtiges Bienenjahr, letztes Jahr habe ich mit zwei Völkern angefangen.



    Die zwei schwachen Ableger sind übrigens komischerweise nicht betroffen.


    Danke für Eure Antworten


    Gruß Angi

  • Ich sehe da kein Problem, eine Räuberei würdest du sofort erkennen, denn da geht es richtig zu Sache.
    Wichtig war es, dass du die Fluglöcher eingeengt hast und du darfst keinesfalls irgendwie flüssig füttern oder beim Nachsehen den Kasten zu lange offen lassen, beziehungsweise eine triefende Honigwabe die ausläuft irgendwo neben des Bienenvolk, so dass Honigreste der Wabe an der Zarge kleben bleiben, stellen usw.


    Wichtig ist es, dass dein mittelstarkes Volk über das du hier schreibst auch weiselrichtig richtig ist, ansonsten könnte das ein Grund für diese Kabbeleien, sozusagen die Spürhunde versuchen hier eine Quelle die am Versiegen ist zu erforschen.


    Stimmt zwar nicht immer der Spruch, eine Räuberei ist eine Eselei, aber bisschen Wahrheit ist schon dran.


    Solange es Tracht gibt und momentan sollte es ein wenig was geben ist die Gefahr einer Räuberei geringer.

  • Hallo Nienor


    Es könnte natürlich sein, dass deine Bienen bereits die Drohnen vor die Tür setzen. Es ist zwar noch etwas früh für die Drohnenschlacht, aber aufgrund des kuriosen Wetters konnte es durchaus sein, dass einzelne Völker Drohnen aus der Beute jagen. Dies konnte ich bei mir auch schon in den letzten Tagen beobachten.


    Gruß
    Lutwin

  • Hallo!


    Danke für Eure Antworten, die mich doch etwas beruhigen!


    Ja, Drohnenschlacht ist bei mir schon seit etwa zwei Wochen im Gange, es war die letzte Zeit leider sehr trachtarm in meiner Gegend, dass ich auch zufüttern musste, weil mein stärkstes Volk, so gut wie keine Vorräte mehr hatte. Ich war aber dabei sehr vorsichtig, habe nur abends gefüttert, wenig (haben sie in einer Nacht geschafft) und nichts verschüttet. Gefüttert habe ich zwei mal, einmal mit ApiInvert und dann nochmal mit Apifonda, ist aber jetzt schon eine Woche her. Die Kabbeleien sind auf jeden Fall zwischen normalen Arbeiterinnen gewesen (ab und an wurde aber auch ein Drohn rausgezerrt und vertrieben).


    Gegen Abend hin ist es jetzt viel ruhiger geworden, nur ganz vereinzelt haben sich einzelne Bienen etwas "heftiger" beschnüffelt, die Verengung der Fluglöcher und die Glasscheiben scheinen etwas gebracht zu haben. Pollen haben alle Völker weiterhin eingetragen.


    Hm.. Mein mittelstarkes Volk hat vor ca. 16 Tagen zwei Umweiselzellen angesetzt, weil sie schon im Frühjahr nicht so richtig aus dem Quark gekommen sind, habe ich sie mal machen lassen. Vielleicht ist dabei wirklich etwas schief gegangen? Ich habe sie seither nicht mehr durchgeschaut, weiß also nicht ob aktuell eine Queen drinnen ist, werde ich aber morgen machen, vielleicht sind sie wirklich weisellos geworden. Hm.. dagegen würde aber sprechen, dass sie seit ein paar Tagen massiv dicke Pollenhöschen eintragen, aber genau weiß ich es leider nicht.


    Heute habe ich gesehen, dass bei uns endlich die Linden angefangen haben zu blühen, ich hoffe das lenkt sie etwas ab.


    Ich werde euch aber weiter berichten wie es abläuft und ob die Kabbeleien bleiben.


    Danke euch und noch einen schönen Abend!



  • Ok. Apiinfert kann man noch durchgehen lassen, aber nieeeeeeeee warmes Zuckerwasser, vergleichbar mit Blutstropfen an einer mit Haien verseuchten Meeresbucht.

  • Wo tust Du denn Glascheiben hin und warum?


    Hallo Jörg,
    vermutlich schräg vors Flugloch, weil es gegen Räuberei helfen soll. Die dort ausfliegenden Bienen lernen recht schnell das der alte Flugweg eine harte Landung zur Folge hat, während die fremden Bienen im Räubereiwahn das selten mitbekommen (so jedenfalls die Theorie)


    LG
    Andreas

  • Ich kenne das anders und es hat geholfen. Das Flugloch einengen und mit einem Brett verstellen, so dass die Bienen nicht gerade anfliegen und gerade abfliegen können, das vertreibt die Räuber.

  • Hm, also das mit Brett vor's Flugloch kannte ich auch, mit einer Glasscheibe war mir neu ...


    Aber ganz ehrlich: wenn es richtig losgeht mit der Räuberei, kann ich mir kaum vorstellen, dass das wirklich nachhaltig das Volk schützt. Wenn die Abwehr bei maximal eingeengtem Flugloch nicht ausreicht, würde ich mir weniger Gedanken über die Räuber, als vielmehr über das Volk machen ...


    Ein älterer Imkerkollege erzählte mir mal, er habe eine Räuberei dadurch beenden können, dass er das betroffene Volk für 3 Tage komplett verschlossen habe (bei offenem Boden und mit ausreichendem Futtervorrat natürlich).


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Ich hatte auch erst massive Räuberei am Stand. Bei einigen Völkern half ein feines Drahtgitter - Räubergitter - vor dem Flogloch oben/unten oder seitlich offen. Die Räuber orientieren sich am Geruch, die Stockbienen lernen den Weg.
    Ganz arg betroffene Völker habe ich dann in meiner Not in "Kellerhaft" genommen. Das erscheint mir für die Bienen weitaus weniger stressig als ein verschlossenes Flugloch draussen - die drehen doch durch! Danach war dann erst mal Ruhe. Nur ein Volk wird noch ab und an attackiert, das hat vermutlich bei der ersten Räuberei die Königin verloren und ist angeschlagen.


    Gruß
    Marion

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Heute im strömenden Regen konnte ich so etwas in der Art auch kurzzeitig beobachten. Einige meiner Bienen fliegen ja ständig aus und ein, auch im Dauerregen. Da wenig Flugbetrieb stattfand, wollte ich den Bereich vor dem Stand entkrauten, als der Regen plötzlich richtig heftig wurde - "Bindfäden". Ich zupfe also das Kraut, als es plötzlich laut wird, fast wie bei einem Schwarm, aber an zwei Völkern zugleich. Als hätte jemand den Stöpsel gezogen, quollen sie plötzlich aus den Fluglöchern. Das ging einige Minuten und war auch genauso schnell wieder vorbei. Ich weiß nicht, was da los war. Räuberei war das jedenfalls nicht, auch keine "Drohnenschlacht".


    Mir kam es so vor, als wenn "Frau Kling" drinnen mächtig auf den Putz gehauen hätte und alles ganz schnell raus mussten. Danach ließ der dicke Regen nach und sie flogen ganz normal in die Linden. Vllt. sind da auch nur eine Menge neuer Flugbienen zeitgleich (im strömenden Regen??) an die Luft beordert worden, die sich vorher geziert hatten. Es war jedenfalls mal wieder eine merkwürdige Beobachtung, weil sie auf dem Flugbrett in Knäueln rumgezickt hatten, nachdem es die ganze Zeit vorher sehr ruhig war.


    Gruß Andreas

  • Wie heißt das bei Asterix: "Wir machen einen Ausfall." Sei froh, dass du nicht kräftig "Haue" bekommen hast.
    Es gibt Völker, die Rasen- und Erdarbeiten nicht mögen. Warum auch immer. Der Geruch scheint sie zu alarmieren. Das Motorgeräusch des Rasenmähers ist dafür weniger ausschlagebend, ebenso wenig dessen Vibrationen. Das war also nicht Hausputz von Frau Kling sondern Mobilmachung.

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain)

  • Berggeist, das klingt plausibel, aber das war ja nicht das erste Mal, dass ich im Bereich des Standes gearbeitet hatte. Normalerweise bin ich da bei solchem Wetter wie gestern, gar nicht, das hatte sich spontan so ergeben. Überraschend und erschreckend zugleich war ja, dass es erst im richtig fetten Regen los ging, bei dem sich die Bienen normalerweise gar nicht in der Luft halten können, und die meinigen sind Regen- und Schlechtwetterfliegerei gewöhnt...


    Das Volk, neben dessen Flugloch ich stand, war nach normalem Flugbetrieb ruhig, während die zwei entfernteren plötzlich hektisch wurden und erst später zum Normalbetrieb zurückkehrten... :confused:


    Gruß Andreas

  • Hallo!


    Nachdem die Kabbeleien bei dem Volk nicht aufgehört habe, habe ich es weggestellt. Der neue Standort ist ziemlich genau 2,5 km entfernt (einen weiteren habe ich nicht).


    Ich habe dann eine leere Kiste aufgestellt, falls es doch Räuberei gewesen ist. Jetzt sind ca. 70 Bienen die am Rand der oberen Zarge an der Wand sitzen und einige die ankommen und auch am Flugloch fächeln.


    Sind dass jetzt Räuberbienen oder Flugbienen die leider doch zurück gekommen sind? Soll ich die Zarge entfernen, damit sich die Bienen wanders einbetteln können? Die Fluglöcher der anderen Völker hierfür verkleinern?


    Danke für Eure Hilfe!