Erste Erfahrungen: Hyperthermie mit der Bienensauna

  • Hallo joew!


    "Allerdings macht er das nur mit Bienen, OHNE Brut. Und das aus gutem Grund: bei 42°C verliert das Wachs beträchtlich an Stabilität."
    Mit dem Fön? Das interessiert mich jetzt aber doch. Lothar hat einen auf 42° geregelten Fön? Wie macht er das denn?
    Oder ob der Fön einfach wärmer ist, und das Wachs deswegen an Stabilität verliert?
    Nun, das ist für die Bienensauna egal. Es fällt nix runter. Das reicht mir.


    "Lothars Methode (Drahtkorb+Föhn) kommt mit Materialkosten von weniger als 100 Euronen aus. Zumal man einen Föhn ja eh' zuhause hat."
    Ihhh! Der selbe Fön für Haare und Bienen?! Igitt.


    "Wo ist der Mehrwert, der 1300 Euronen rechtfertigt?"
    Ich habe den Preis nie gerechtfertigt. Ich beschreibe hier das Gerät. Ob das den Preis rechtfertigt, möge bitte jeder nach seiner Brieftasche beurteilen.


    Da Varroen hauptsächlich in der Brut leben und sich vermehren, finde ich es plausibel, dass sie mit behandelt werden.
    Wenn die Alternativmethoden brutfreie Phasen erfordern, dann bitte: dafür hat die Bienensauna das Programm mit dem überraschenden Namen "Behandlung ohne Brut".
    Wer also Angst hat vor tropfenden Waben, kann es ja dann versuchen.


    Gruß
    Bärentatze

  • Komplizierter und langwieriger und teurer geht es nicht mehr. :roll:


    Daß die Bienensauna langfristige und vor allem unter allen Umständen reproduzierbare Ergebnisse liefert, das warte ich erst mal ab. Du berichtest ja hoffentlich weiter bis zum Winter. (Photos?)


    Daß die Bienen und deren Mitlebewesen bei der Hyperthermie nicht geschädigt werden, das ist Wunschdenken. Die Spermien in der Spermatheka der Königin sind wärmeempfindlich. Die Spermien in den Drohnen sind wärmeempfindlich. Mikroben des Mikrobioms des Bien sind wärmeempfindlich?


    - unter allen Umständen sicher reproduzierbare Wirksamkeit
    - Schnelligkeit(!)
    - geringe Kosten


    Das sind die Prioritäten, welche die Realität setzt und fordert. Die Bienensauna geht da meilenweit dran vorbei. Deswegen wird sich diese Methode langsam aber sicher von selbst aufreiben und letztlich verschwinden. So ist das im Leben: was zuviel Energie abverlangt, wird sich totlaufen.


  • ...
    Daß die Bienen und deren Mitlebewesen bei der Hyperthermie nicht geschädigt werden, das ist Wunschdenken. Die Spermien in der Spermatheka der Königin sind wärmeempfindlich. Die Spermien in den Drohnen sind wärmeempfindlich
    ....


    Darüber wird bei "Informationsveranstaltungen" nicht geschwiegen aber auch nicht näher darauf eingegangen, weil man entweder nicht will oder nicht kann. Es wird lediglich am Rande erwähnt, dass da was vor sich geht...
    Es hieß nur, verschiedene Institute waren nicht bereit, das Gerät zu kaufen, um es dann zu testen. Man war darüber verärgert, dass Institute sogar Geld dafür haben wollen, so einen wissenschaftlich begleiteten Langzeittest durchzuführen. Denn die Spermaproblematik kann die Firma nicht selbst überprüfen, ohne wissenschaftliche Hilfe. Selbst über das einzige bereitwillige österreichische Institut war man verärgert. Mein persönlicher Eindruck ist eher, dass man sich wohl nicht darüber einigen konnte, wer wie was womit für wieviel zu Papier bringt.


    Aber das Gerät wird dafür auch direkt (oder vorsorglich) als Langzeitmaßnahme angepriesen, die sich erst nach drei bis vier Jahren regelmäßiger Anwendung beweisen wird... Wer jetzt kauft und damit behandelt, wird frühestens 2018/19 die ersten reellen Erfolge haben - so die Vorgabe laut Vertriebsmanager.
    Je mehr Völker desto günstiger, am besten noch je mehr Völker, desto mehr Geräte, weil dadurch der Anschaffungspreis immer geringer und nebensächlicher wird, Mengenrabatte wurden aber nicht in Aussicht gestellt...


    Gruß Andreas

  • Du darfst gerne netter fragen.


    Das waren keine Fragen, denn die Antworten wusste ich grösstenteils bereits aus den Beiträgen von Lothar.


    Vielmehr waren das Beispiele für Fragestellungen, auf die man in einem Erfahrungsbericht hätte eingehen können. Wärst Du in Deinem ersten Beitrag nur auf einen Bruchteil[/quote] dieser Fragestellungen eingegangen, dann wäre es ein toller Erfahrungsbericht geworden ohne den geringsten Beigeschmack von Produktplazierungen... Wie gesagt: ein Bruchteil hätte schon gereicht, um einen Mehrwert gegenüber der Hersteller-Webseite zu schaffen...


    Selbstverständlich kanst Du keinesfalls auf alle Fragestellungen eingehen, schleisslich bist Du nicht der Produktmanager für dieses Gerät. Eine gewisse Differenzierung von den Inhalten der Original-Webseite sollte man aber erwarten können. Was Du jetzt ja auch nachgeholt hast...


    Zitat

    Klar gibt es die Informationen, frag doch einfach.


    Ein Erfahrungsbericht zeichnet sich dadurch aus, dass der Autor seine Erfahrungen [b]ungefragt
    mitteilt. Ansonsten hättest Du es ja auch Frage-Antwort-Spiel (oder auch Quiz) nennen können.


    Zitat

    Ah, OK, gerne noch mal für alle ohne Muttersprache Deutsch und Physik siebte Klasse:


    Muss das sein?

  • Ich kann da nur wenig beitragen. Auf dem Kongress der württembergischen Imker sagte mir der Berater am Stand der Bienensauna. Für 25 Völker benötige ich 5 Saunen. Ich habe mal vorerst Abstand genommen (und hoffe auf ein Angebot von ALDI).
    Meine Frau hat das kommentiert. Ich kam dabei nicht gut weg.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Darüber wird bei "Informationsveranstaltungen" nicht geschwiegen aber auch nicht näher darauf eingegangen, weil man entweder nicht will oder nicht kann. Es wird lediglich am Rande erwähnt, dass da was vor sich geht...
    Es hieß nur, verschiedene Institute waren nicht bereit, das Gerät zu kaufen, um es dann zu testen. Man war darüber verärgert, dass Institute sogar Geld dafür haben wollen, so einen wissenschaftlich begleiteten Langzeittest durchzuführen. Denn die Spermaproblematik kann die Firma nicht selbst überprüfen, ohne wissenschaftliche Hilfe. Selbst über das einzige bereitwillige österreichische Institut war man verärgert. Mein persönlicher Eindruck ist eher, dass man sich wohl nicht darüber einigen konnte, wer wie was womit für wieviel zu Papier bringt.


    Aber das Gerät wird dafür auch direkt (oder vorsorglich) als Langzeitmaßnahme angepriesen, die sich erst nach drei bis vier Jahren regelmäßiger Anwendung beweisen wird... Wer jetzt kauft und damit behandelt, wird frühestens 2018/19 die ersten reellen Erfolge haben - so die Vorgabe laut Vertriebsmanager.
    Je mehr Völker desto günstiger, am besten noch je mehr Völker, desto mehr Geräte, weil dadurch der Anschaffungspreis immer geringer und nebensächlicher wird, Mengenrabatte wurden aber nicht in Aussicht gestellt...


    Gruß Andreas


    Je mehr Völker desto günstiger? Ich gehe jetzt mit ca. 90 Völkern in den Winter. Also entweder nehme ich einen Kredit auf mein Haus auf um für jedes Volk eine Bienensauna zu bestellen, oder ich muss die nächsten Monate 24/7 Behandeln.
    Also ich denke, dass das System für "viele" Völker nicht geeignet ist, erst recht wenn man an die richtig großen Imker mit über 200 Völkern denkt.


  • Daß die Bienen und deren Mitlebewesen bei der Hyperthermie nicht geschädigt werden, das ist Wunschdenken. Die Spermien in der Spermatheka der Königin sind wärmeempfindlich. Die Spermien in den Drohnen sind wärmeempfindlich.


    ..ich möchte hier kurz einhacken, weil's zum Thema paßt..
    Dem Florian von der Bienensauna habe ich vor ca. 1,5 Jahren die Bachelorarbeit
    Zur Erlangung des akademischen Grades Bachelor of Science Biologie
    Auswirkungen der Hyperthermie auf die Drohnenfertilität von Apis mellifera (LINNAEUS, 1758)
    Angefertigt an der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim
    Eingereicht von: Arne Kablau Würzburg, 09. September 2013,
    geschickt.
    Das habe ich getan, weil Florian schöne Sprüche drauf hatte "... wir retten die Bienen.." aber keine blasse Ahnung von der Bienenhaltung hatte.


    Er hat mir nie etwas zu dieser Problematik geantwortet.
    Ich kann nur hoffen, dass die Käufer der Bienensauna im Detail gut darauf ein Auge werfen, wie Ihre KÖ legt und was sie legt.


    Jonas

  • Je mehr Völker desto günstiger?
    ...
    Also ich denke, dass das System für "viele" Völker nicht geeignet ist, erst recht wenn man an die richtig großen Imker mit über 200 Völkern denkt.


    Ich hätte es kennzeichnen sollen... :cool:
    Für ein Volk: ca. 1400€, für fünf Völker "sind es dann nur noch 280€ je Volk" - so in etwa wurde es schöngerechnet...
    Bei >20-25 Völkern wird es dann werbetheoretisch immer günstiger... Genau das wird als weiteres VK-Argument verwendet. Dass man sich aber nicht zerreißen kann, um mehrere Geräte zeitnah und möglichst zeitgleich an vielen Völkern einzusetzen, darauf muss der Zuhörer schon selber kommen. Als Verstärkung wird dann erklärt, dass man sich die Behandlungszeiten übers Jahr selbst aussuchen kann, wann es einem am Besten passt, dadurch ist der Zusatzzeitaufwand quasi nicht vorhanden.


    Dass man aber auch zugleich Betatester ist, der das Gerät mit seinem Praxisinput immer noch verbessert, was weiteren zusätzlichen Zeitaufwand bedeutet, hat man am Ende des Infoabends fast schon vergessen... Auch für die Mitarbeit in der Verfeinerung von Hard- und Software gibt es keinen Preisnachlass. Man stellt seine Bienen als Testobjekte zur Verfügung, um mit ihnen das Gerät zu optimieren.


    Man *kann* es boshaft auch anders formulieren:
    man zahlt eine Stange Geld, um mitarbeiten zu dürfen und bekommt dafür freie Updates für einen bestimmten Zeitraum, die aus den übermittelten Anwendungsberichten der anderen Käufer/Anwender erstellt werden... Das Gerät ist immer noch nicht endgültig ausgereift. Verbesserungsbestreben der Entwickler-/Herstellercrew ist ja völlig OK, aber die Käufer werden damit in meinen Augen über den Tisch gezogen. Das kann und muss aber jeder für sich entscheiden... :u_idea_bulb02:


    Gruß Andreas

  • Danke Jonas,


    für den Link auf die Drohnen-Fertitlität.
    Ich werde mir das mal genau durchlesen.


    Ich sehe darin keinen Widerspruch zur Behandlung mit der Bienensauna,
    da ich die beiden Behandlungen im Jahr problemlos dann machen kann, wenn sowieso keine Drohnen im Volk sind.


    Übrigens bringen die meisten anderen Betriebsarten Drohnen großzügig raus, und vermindern den Spermapool damit erheblich.


    Nicht zuletzt hätte ich auch kein Problem damit, zu behandeln, wenn Drohnen im Volk sind - Die reisen ja eh weit genug, um nicht meine Königin begatten zu müssen.


    Und als Alternative kann ich am Vortag statt das Flugloch zu schließen auch einfach einen Absperrstreifen vorkleben.
    Dann gehen die Drohnen die Nacht halt mal ins Nachbarvolk. Allerdings schleppen sie dann Varroen hin und her.


    Gruß
    Bärentatze

  • Ich lese gerade im Buckfastimker, dass bei Bienensaunabehandlung die Samen der Drohnen steril würden.
    Remstalimker


    Na dann sollen die Carnicaimker ruhig saunieren, brauchen wir bald keine Belegstelle mehr :daumen:


    Je mehr Völker desto günstiger? Ich gehe jetzt mit ca. 90 Völkern in den Winter. Also entweder nehme ich einen Kredit auf mein Haus auf um für jedes Volk eine Bienensauna zu bestellen, oder ich muss die nächsten Monate 24/7 Behandeln.
    Also ich denke, dass das System für "viele" Völker nicht geeignet ist, erst recht wenn man an die richtig großen Imker mit über 200 Völkern denkt.


    Ab 100 Völkern bietet die Bienensauna dann eine Modifikation an, dazu kommt dann ein Überseecontainer, in den bekommt man gestapelt vermutlich an die 100 Völker rein, und darunter kommt der speziell zum Container passende Boden und du kannst 20 Bienensaunen gleichzeitig einschieben. :-D

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Hallo zusammen,


    Da mich Jonas Einwurf interessiert habe, hat mir Google zwar nicht die Komplette Arbeit geliefert, aber einen Jahres Bericht eines Fachzentrum für Bienen der Bayrischen Landesanstalt für Wein und Gartenbau.


    Ein Link zur ganzen Arbeit ist hier im Forum zu finden (Beitrag #12): http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=37162


    Für mich liest sich die Arbeit im Großen und Ganzen so, dass sich bei einer Behandlungszeit von ca. zwei Stunden und 41°C keine schädlichen Auswirkungen ergeben (siehe Zusammenfassung auf S.3). Anders sieht es jedoch Längeren Behandlungszeiten und höheren Temperaturen. Die Mortalität der Drohnenbrut steigt dann an.


    Weites kann ich Andreas Beitrag (#24) nur zustimmen. Bei dem von mir besuchten Vortrag wurden von den Herstellern ähnliche Aussagen gemacht und ich hatte für mich auch die selben Schlüsse wie Andreas gezogen.


    Und zum Vergleich des Kostenrahmens: für den Preis von ca. 1400,--EUR pro Saunagerät, gäb's eine Menge Honig, auch wenn ich als Imker den Honig selber hab...


    Mein persönliches Fazit: Wenn jemand die Bienensauna unbedingt braucht und eine Menge Geld ausgeben möchte, kann er sich das Gerät zulegen. Ich sehe es als technische Spielerei an und muss jedenfalls keine technische Apparatur im Bienenstock haben.


    VG Konrad