Erste Erfahrungen: Hyperthermie mit der Bienensauna

  • Hi,


    ich habe eine Bienensauna (Damit es nicht zu Verwechslungen kommt: Das Gerät dieser Webseite: http://www.bienensauna.de/ ).


    Im Vorhinein ist das Thema ja schon hitzig diskutiert worden.


    Ausgeblieben sind Aufschreie der Art: "Alle meine Bienen sind tot!" - Also zumindest das ist mal geklärt.


    Darum traue ich mich jetzt mal, meine Erfahrungen aufzuschreiben und kann ggf. Eure Fragen beantworten.


    Warum Hyperthermie?
    Es ist viel einfacher, die Temperatur zwischen "Biene überlebt" und "Milbe stirbt" für eine Zeit elektronisch kontrolliert einzuregeln,
    als einen Docht oder ein Tuch mit einer Flüssigkeit bei einer nicht beeinflussbaren Temperatur zwischen "Biene überlebt" und "Milbe überlebt" zu dosieren.
    Und ein besseres Gefühl ist es auch.


    Meine Bienen wohnen in Segeberger Kunststoff.
    Ich habe meine Völker zuletzt im September 2015 mit Liebig-Dispenser behandelt.
    Seit dem ist keine Chemie mehr in die Beuten gekommen.
    Die beiden Völker wurden mit der Bienensauna bisher 2x behandelt.
    Bei dem einen Volk hat es im Herbst nicht so gut geklappt.
    Es war stark windig und durch die Zugluft ist die Sauna nicht auf Temperatur gekommen.
    Ein Bekannter, dem ich die Sauna geliehen hatte, konnte das Problem bei sich beheben, in dem er die Beute gegen Zugluft abgeschottet hat.
    Das andere Mal hat gut geklappt.


    Das Volk mit der geglückten Behandlung ist deutlich besser aus dem Winter gekommen.


    Ich habe dann nach der Auswinterung ein weiteres Mal beide Völker behandelt.
    Das schwächere Volk hat aufgeholt.
    Das stärkere Volk habe ich geteilt, das schwächere ist geschwärmt.


    Ich habe die Variante ohne Akku. Meine Beschreibung bezieht sich auf die erste Softwareversion.


    Zunächst muss man das Volk auf 2 Zargen reduzieren und einige Rähmchen entnehmen,
    und die Rähmchen auseinander verteilen, damit die Luft gut zirkulieren kann.
    Macht man das nicht, kommt die Sauna nicht auf Temperatur. Vielleicht war das auch im Herbst das Problem.


    Man tauscht den Boden gegen den Saunaboden und den Deckel gegen den Saunadeckel.
    Ich warte dann die Rückkehr der Flugbienen ab, bevor ich das Flugloch verschließe.


    Im Boden ist die Elektronik. Sie heizt, ventiliert und befeuchtet.
    Im Deckel ist ein Sensor, vermutlich Temperatur und Luftfeuchte.
    Der Wärmedeckel kann geöffnet werden, und man schaut durch eine Plexiglasscheibe zur Kontrolle, ob es den Bienen gut geht.


    Von hinten bedient man mit zu kleinen Tasten ein im falschen Winkel angebrachtes Display (Ich habe den Entwicklern dahingehend schon Feedback gegeben.).
    Zunächst gibt man einen Inbetriebnahmen-Schutz-PIN ein (Hey, wer klaut schon gezielt eine Bienensauna ?! Naja...).
    Dann zur späteren Identifikation, falls man am Monitoring-Programm teilnehmen möchte, eine Volks-Nummer.


    Jetzt wählt man das Programm (Mit oder Ohne Brut, "Gesunderhaltung"). Die Programme dauern nach dem Aufwärmen verschieden lange.


    Beim ersten Mal soll man die Bienen beim Aufwärmen beobachten, falls irgendwelche Chemikalien von früheren Behandlungen ausgasen.
    Ist das erledigt, kann man Bienen und Programm sich selbst überlassen.
    Anfangs habe ich noch nervös reingeschaut, inzwischen vertraue ich darauf, dass die Bienen sich munter verteilen und ruhig sind.


    Ein anderer Bekannter hatte die Bienensauna geliehen und den Befeuchter leider nicht angeschlossen, entgegen der Anleitung.
    Das Volk war hin.


    Während des Programmablaufs wird die Innentemperatur, die Luftfeuchte, und die Temperatur der Heizplatten angezeigt.


    Am Ende des Programms kühlt die Beute wieder ab, dann öffne ich das Flugloch und tausche den Boden zurück,
    jedenfalls solange ich noch keinen Sauna-Dauerboden habe. Ach ja, die rausgenommenen Rähmchen müssen noch wieder rein.


    Fazit bisher: Die Völker sind fit, ein paar Varroen sind auf jeden Fall noch drin, aber keine starke Belastung.
    Ich versuche es weiter damit.


    Wer in der Nähe ist, kann gerne mal vorbeischauen.


    Sind sonst noch Saunisten unter uns?


    Als nächstes werde ich mal das Software-Update einspielen, es verspricht eine Restlaufzeit-Anzeige.


    Gruß
    Bärentatze

  • Der wird wohl nicht allzu unkritisch damit umgehen.


    Nur solange, bis sein Name draufsteht und/oder er mitverdient. Der ist ja der erste, der mir einfallen würde wenn ich einen unabhängigen Wissenschaftler benennen müßte :)


    Ich nehm nächstes Mal einfach 'nen KS mit in die Sauna. Zum Honigaufguss.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife


  • Darum traue ich mich jetzt mal, meine Erfahrungen aufzuschreiben und kann ggf. Eure Fragen beantworten.


    Danke fürs Aufschreiben der Erfahrungen. Wir hatten ja schon mal über die Sauna bei der MakerFaire im Herbst gesprochen und ich hatte da Bedenken wegen der Temperatur geäußert. Interessant, dass die Waben auseinandergerückt werden müssen, wußte ich bisher nicht! Hast du die Temperatur im Brutnest während der Behandlung mal messen können?

  • Im Brutnest ist von der Sauna her kein Sensor, sondern er liegt oben auf den Rähmchen der obersten Zarge (maximal 2).
    Sobald das Volk behandelt wird, was sowieso bei mir verkabelt ist (nämlich der Ableger), werde ich bei einer Behandlung mitloggen. Da kann ich natürlich meine Sensoren ein bisschen verteilen.
    Ich halte es für unwahrscheinlich, dass sich die Temperatur großartig unterscheidet, da ja ventiliert wird. Ein Unterschied würde ja bedeuten, dass die Temperatur genau ungleich verteilt ist, und das sollte bei auseinander gerückten Rähmchen nicht der Fall sein.
    Vorausgesetzt, dass vernünftig kalibriert wurde, vertraue ich vorläufig mal der Aussage in °C auf dem Display.


    Nochwas, ich wurde gefragt, wieviele Milben und wieviele Bienen nach der Behandlung fallen.
    Einmal war eine tote Biene unten auf dem Gitter, sonst keine.
    Milben fallen mehrere Tage lang vermehrt. Ich werde das nächste Mal gewissenhaft zählen - Das hatte ich beim ersten Mal nicht im Griff.
    Ich werde einfach Fotos machen.

  • Um deine Erfahrungen einschäzen zu können: Du imkerst seit wieviel Jahren mit wievielen Völkern ? Und da du zum vorbeischauen einlädst, ergänzt du sich dein Profil bald um den Ort - Danke !

  • Das Auseinanderrücken der Rähmchen ist ja nachzuvollziehen.Die Wabengassen sind sonst mit den ansitzenden Bienen zu dicht.


    Die Heizung darf auch nicht so stark sein, sonst wird die Temperatur zu schnell überschritten.


    Für mich erscheint bisher alles logisch und durchdacht.


    Gruß
    Ulrich

  • Hey, Tatze,


    Sorry, aber für mich liest sich Dein "Erfahrungsbericht" wie der Versuch einer Produktplazierung.


    Keinerlei Informationen zur Funktionsweise?


    Da stehst Du gespannt wie ein Flitzebogen vor der neu erworbenen Kiste.


    Vor lauter Begeisterung fasst Du den Entschluss, einen Erfahrungsbericht zu schreiben..


    Und dann schaffst Du es nicht einmal Grundinformationen (Ablauf der Behandlung, Dauer, Temperatur, Luftfeuchtigkeit) mitzuteilen? Dabei stehen diese Informationen auf dem (schlecht ablesbaren) Display, wie Du ja selbst schreibst...


    Hast Du etwa einen NDA unterschrieben?


    Dein Erfahrungsbericht ist genau so nichtssagend wie die verlinkte Webseite... Nicht einmal ein Foto, an dem man erkennen könnte, ob das Gerät zu den eigenen Kisten passen könnte.


    Nebenbei bemerkt: Wärmebehandlung ist nicht sooo neu. Und 1300 Euronen muss das auch nicht kosten. Frag mal Lothar...


  • Und dann schaffst Du es nicht einmal Grundinformationen (Ablauf der Behandlung, Dauer, Temperatur, Luftfeuchtigkeit) mitzuteilen? Dabei stehen diese Informationen auf dem (schlecht ablesbaren) Display, wie Du ja selbst schreibst...


    Hi joew, finde deinen Beitrag nicht sehr konstruktiv und fände es sehr schade, wenn dieser thread wieder mal zugemacht wird weil nur rumgenölt wird. Habe Bärentatze schon mal im "richtigen Leben" getroffen und kann dir sehr verbindlich sagen, dass es nicht um Produktplazierung geht. Es ist wie bei vielen Imkerinnen und Imkern, die einen finden AS nicht toll ud freuen sich über jeden neuen Stern am Behandlungshimmel, die anderen sagen, so ein Gerät sei nichts, zu teuer, zu kompliziert.


    Die Angaben im Display können - so weit ich das verstehe - ja nur von einem Sensor kommen und der ist oben/unte? Keine Ahnung, jedenfalls nicht im Brutnestbereich, da wo die Wärme wirken muss, wenn es auch die Brut treffen soll. Daher finde ich diese Angaben nun nicht sooo wichtig. Da hätte ich gerne mal belastbare Daten. Btw. ich komme auch gerne mal zu einer Behandlung vorbei, habe hier die notwendige Technik um mit einem Dutzend Temperatursensoren zu messen, dann können wir hier wieder mehr über Fakten sprechen.


    Mit der Behandlungsdauer ist es wieder anders. Ich bekomme den Newsletter der Bienensauna und da hatten die mit einem Softwareupdate berichtet, dass die Dauer nun auch erhöht wurde. Bei mehr als 10 Völkern wäre 1 Stunde Mehrbehandlung proVolk schon wieder ein deutliches Argument gegen so eine Behandlung weil es das Verfahren wieder deutlich zeitaufwändiger macht.

  • Ich behaupte ja nicht, dass es tatsächlich eine Produktplazierung ist. Für mich liest es sich halt so. Das heisst aber noch lange nicht, dass dem auch tatsächlich so ist. Nicht umsonst hatte ich geschrieben, dass es mir so vorkommt.


    Ein Erfahrungsbericht, der im Wesentlichen das zusammenfasst, was man auf der Webseite auch nachlesen kann? Was soll das?


    Es geht los mit "Boden austauschen": welche Art von Boden ist mitgeliefert? Zu welchen Zargen passt der?


    Nach dem Bodentausch warten bis die Flugbienen zurück sind? Wie reagieren die Flugbienen, wenn sie statt gewohntem Boden ein komisches (Metall?)-Teil vorfinden? Kommen noch genug Pheromone durch, um den Flugbienen den Weg zu weisen?


    Bedeutet das im Umkehrschluss, dass nur ein Volk pro Tag/Abend behandelt werden kann? Behandlung beginnt also nach Flugbetrieb und dauert drei Stunden. Im Hochsommer also (grob) bis fast Mitternacht? Um Mitternacht also Boden/Deckel wieder zurücktauschen? Ist das praxistaugliich?


    Es gibt also verschiedene "Behandlungsprogramme"? Worin unterscheiden die sich?


    Keinerlei Informationen gibt es, was mit der Brut zu tun ist.


    Ein "anderer Bekannter" hat den (mitgelieferten?) Befeuchter nicht angeschlossen? Welche Funktion soll dieser Befeuchter erfüllen? Da hat also jemand ein schweineteures Gerät gekauft und lässt die Hälfte in der Verpackung? Kaufst Du Dolby-Surround-System und machst Probelauf ohne Sub-Woofer?!? Und das soll ich glauben?


    Auf der (in #2 verlinkten) Seite von Liebig erfährt man dann, dass die Brut 2.5 Stunden auf 42°C erwärmt wird. Wie wirkt sich das auf die Wachs-Stabilität aus? Aus den Anleitungen von Lothar entnehme ich, dass das mächtig in die Hose gehen müsste...


    Sorry, von einem "Erfahrungsbericht" hätte ich mir etwas mehr Substanz erhofft... Wenn lediglich der Inhalt der Herstellerseite rezitiert wird, dann hätte auch ein Link auf genau diese Seite vollkommen ausgereicht... Das wäre dann wenigstens klar als Produktplazierung erkennbar gewesen.


    Da sind mir die Erfahrungsberichte und Anleitungen zur Wärmebehandlung von Lothar deutlich lieber... Die sind auch noch wesentlich preisgünstiger

  • Hallo joew,


    "Keinerlei Informationen zur Funktionsweise?"


    Ah, sorry, Hyperthermie bedeutet: Es wird überwärmt.
    Ich dachte, das wäre schon bekannt.
    Also die Eiweiße der Milben können eine geringere Temperatur überleben als die Bienen, darum sterben sie daran (... innerhalb der nächsten Tage).
    Das ist wohl wissenschaftlich nicht bestritten.


    Was meinst Du darüberhinaus mit Funktionsweise? Es heizt, regelt, befeuchtet, ventiliert... hab ich doch alles geschrieben.
    Das ist keine Raketentechnik, da ist ein Arduino drin. Die Arbeit steckt nicht in der Programmierung der Kiste, sondern darin, einige Völker mit Versuchen zu verheizen!
    Also für mich wäre das nichts, Wochen über Wochen jeweils über Stunden nur Messwerte zu überwachen und dabei zu gucken, ob es den Bienen noch gut geht. Soviel Geduld habe ich nicht.


    "Und dann schaffst Du es nicht einmal Grundinformationen (Ablauf der Behandlung, Dauer, Temperatur, Luftfeuchtigkeit) mitzuteilen? Dabei stehen diese Informationen auf dem (schlecht ablesbaren) Display, wie Du ja selbst schreibst..."


    Komisch, mir war so, als hätte ich den Ablauf beschrieben. Nun, jedenfalls den Teil, den ich verrichten muss.
    Die Sauna macht warm über einen Zeitraum, ganz offensichtlich wird deutlich unter der möglichen Heizleistung erwärmt.
    Das hängt natürlich von der vorherigen Beutentemperatur bzw. der Außentemperatur ab, wie lange das dauert.
    Wird das nächste Mal mitgeschrieben.
    Im Herbst wird das Befeuchtungs-Modul nicht benötigt, im Frühjahr ist offenbar hinzugefeuchtet worden, jedenfalls hörte der Wert irgendwann auf zu fallen. Aber den Wert habe ich mir nicht gemerkt.
    Irgendwas bei 30%, glaube ich.
    Es dauert insgesamt so 3 Stunden, ich hab nicht ständig davor gestanden. Wie gesagt, die neue Software kann Restlaufzeit anzeigen, meine Versuche hatten noch die alte Software (1.0).
    Die Heizplatten werden bei mir mit ca 66°C angezeigt, weniger, wenn die Solltemperatur erreicht ist. Die 42°C Milbentod sind bekannt, oder?
    Also, ich habe nicht 3 Stunden vor dem Gerät gekniet, um alle 5 Minuten das Display abzulesen und aufzuschreiben.
    Womöglich, weil ich da noch nicht wusste, dass ich hier was dazu schreibe.
    Ahh.. vielleicht sollte ich einfach ein 3 Stunden Video-Blog auf Youtube dazu machen?


    "Hast Du etwa einen NDA unterschrieben?"
    Was ist ein NDA?
    Ich habe nichts mit der Firma zu tun, wenn man mal davon absieht, dass ich mich erdreiste, dem Florian unaufgefordert Verbesserungsvorschläge zu schicken.


    Und Du? Für welchen Chemie-Fabrikanten meckerst Du? ;-)


    "Dein Erfahrungsbericht ist genau so nichtssagend wie die verlinkte Webseite... Nicht einmal ein Foto, an dem man erkennen könnte, ob das Gerät zu den eigenen Kisten passen könnte."
    Foto wird nachgeliefert. Es gibt die Bienensauna aber in verschiedenen Größen. Für Segeberger ist es die "kleine". Soll ich noch 50x50cm dazu schreiben?


    "Nebenbei bemerkt: Wärmebehandlung ist nicht sooo neu."
    Habe ich auch nie behauptet.


    "Und 1300 Euronen muss das auch nicht kosten."
    Ja, ist kein Pappenstiel. Ich hoffe, dass das Ding mit der Zeit preiswerter wird, wenn die Entwicklungskosten drin sind.
    Ich schreib ja Erfahrungsbericht, damit Ihr einschätzen könnt, ob es das wert ist.
    Aber Schleudern kosten auch viel Geld, und trotzdem hat früher oder später jeder eine.
    Oder man kann sie über den Verein weitergeben.


    "Frag mal Lothar..."
    Lothar , ich soll Dich was fragen.


    Hallo Landbienen,
    "Um deine Erfahrungen einschäzen zu können: Du imkerst seit wieviel Jahren mit wievielen Völkern ? Und da du zum vorbeischauen einlädst, ergänzt du sich dein Profil bald um den Ort - Danke !"


    Ich habe zwei Völker seit Mai 2015, inzwischen ein Ableger mehr. Ich habe einen erfahrenen Imker, der immer mal vorbei guckt, und aufpasst, dass ich keinen Mist mache.


    Viele Grüße
    Bärentatze

  • Hallo nochmal.
    Hier meine weiteren Antworten. Du darfst gerne netter fragen.


    "Es geht los mit "Boden austauschen": welche Art von Boden ist mitgeliefert? Zu welchen Zargen passt der?"
    Es ist eine Kiste mitgeliefert, in die das Saunaelement reingeschoben wird.
    Geschlossener Boden, geschlossene Seiten, oben bienendichtes Gitter, hinten offen für den Einschub.
    Meiner passt, wie ich bereits schrieb, unter Segeberger. Es gibt andere Maße zu kaufen.
    Welche erfährst Du beim Hersteller, nicht bei mir. Ich kann das auch nur auf der Webseite ablesen.


    "Nach dem Bodentausch warten bis die Flugbienen zurück sind? Wie reagieren die Flugbienen, wenn sie statt gewohntem Boden ein komisches (Metall?)-Teil vorfinden?"
    Die Kiste ist aus Holz. Das Metallteil wird hinten eingeschoben (Das hatte ich übrigens beim ersten Versuch falsch gemacht... *grins*)
    Dank der quadratischen Grundfläche könnte man es auch von der Seite benutzen.
    Meine Bienen haben den Eingang gefunden. Ich könnte keinen Unterschied feststellen zu "wenn ich sonst einen Boden gegen einen etwas anderen tausche" oder "Wenn ich das Flugloch verenge".
    Sie gucken halt erst mal doof, krabbeln ein bisschen rum... und schon sind sie drin.


    "Kommen noch genug Pheromone durch, um den Flugbienen den Weg zu weisen?"
    Ähm, wenn da ein Einflugschlitz aus normaler Luft ist, wo Bienen durchpassen, wie sollten da die Pheromone nicht passen?
    Aber ehrlich gesagt, ich habe kein Pheromon gesehen oder gerochen.
    Womöglich sind die Bienen nur deswegen heile nach Hause gekommen, weil die Beute am gleichen Ort steht? ;-P


    "Bedeutet das im Umkehrschluss, dass nur ein Volk pro Tag/Abend behandelt werden kann? Behandlung beginnt also nach Flugbetrieb und dauert drei Stunden. Im Hochsommer also (grob) bis fast Mitternacht? Um Mitternacht also Boden/Deckel wieder zurücktauschen? Ist das praxistaugliich?"

    Nein. Das ist nur meine Sauna-Betriebsweise. Meine Bienen wohnen hinterm Haus. Ich sehe folgende Alternativen:
    - Mehrere Völker nachts einsperren und am nächsten Tag nacheinander behandeln, wobei man beim Boden tauschen nicht so viele Bienen aufscheucht.
    - Mehrere Einschub-Böden anschaffen oder bauen (Kann man auch als Dauerboden gestalten)
    - Mehrere Saunen gleichzeitig an einem Stand benutzen (Machen wir hier, wir leihen uns die gegenseitig in der Gegend)
    - Man kann natürlich auch erst am nächsten Tag zurücktauschen.
    - Immer, wenn man sowieso am Stand ist für 3 Stunden, jeweils ein Volk behandeln.
    Mein Favorit wäre die Bienensauna 2.0 mit automatischer Fluglochfreigabe nach Beendigung des Programms *grins*


    Vielleicht ist es nicht super praxistauglich, aber es fühlte sich besser an als allein das Abfüllen der AS mit Schutzbrille und Gummihandschuhen,
    oder das Absammeln der toten Bienen auf dem Docht des Liebig-Dispensers.
    Es hat ja jeder die Wahl...


    "Es gibt also verschiedene "Behandlungsprogramme"? Worin unterscheiden die sich?"
    In Dauer und Temperatur.
    - "DETOX" - Vorsichtiges Erwärmen unter Beobachtung, um bei einem erstmalig behandeltem Volk (oder genauer einer erstmalig behandelten Beute) sicher zu gehen, dass keine Chemie vorheriger Behandlungen ausdünstet und dabei die Bienen umbringt.
    - "Behandlung mit Brut"
    - "Behandlung ohne Brut"
    - "Gesunderhaltung"
    Gesunderhaltung habe ich noch nicht gemacht, Behandlung ohne Brut auch nicht. (Hm, das hätte ich mit dem Ableger machen können.... zu spät).


    "Keinerlei Informationen gibt es, was mit der Brut zu tun ist."
    Klar gibt es die Informationen, frag doch einfach.
    Wenn man Brut drin hat, wählt man "Behandlung mit Brut" als Programm. Jepp. Das wars schon.


    "Ein "anderer Bekannter" hat den (mitgelieferten?) Befeuchter nicht angeschlossen? Welche Funktion soll dieser Befeuchter erfüllen?"
    Ah, OK, gerne noch mal für alle ohne Muttersprache Deutsch und Physik siebte Klasse:
    "Befeuchter" ist ein Gerät, das Wasser hinzufügt, ohne etwas pitschnass zu machen. In diesem Fall wird von der Bienensauna ein Ultraschallbefeuchter angesteuert.
    Wenn man Luft erwärmt, bleibt die absolute Luftfeuchte gleich, aber die relative Luftfeuchte nimmt ab. Die relative Luftfeuchte ist der entscheidende Wert,
    den man auch als Mensch wahrnimmt ("Trockene Luft" oder "schwül").
    Zu geringe relative Luftfeuchte erzeugt Verbrausen (Ja, das, was passiert, wenn man einen Fön ins Volk hält.)
    Man füllt das Befeuchter-Gefäß vor der Behandlung mit Wasser. Dazu schraubt man eine handelsübliche Wasserflasche dran.
    Wenn man möchte, dass es nicht verkalkt, nimmt man destilliertes Wasser (Das kennen wir vom Bügeleisen und vom Dampfreiniger.)
    Dann schließt man den Schlauch und das Kabel an die Bienensauna an.



    "Da hat also jemand ein schweineteures Gerät gekauft und lässt die Hälfte in der Verpackung? Kaufst Du Dolby-Surround-System und machst Probelauf ohne Sub-Woofer?!? Und das soll ich glauben?"
    1. Er hat das Gerät nicht gekauft, sondern von mir geliehen bekommen.
    2. Es war nicht weiter verpackt.
    3. Ich kann nix für seine Doofheit, es geht hier darum, dass andere nicht den gleichen Fehler machen.
    4. Im Herbst wäre es OK gewesen, ohne Befeuchter zu saunieren, weil es da feucht genug ist, daher ist diese Komponente optional anschließbar.
    5. Ich kaufe gar kein Dolby-Surround-System, ich habe Stereo. Im sonstigen Leben bin ich auch kein Dirigent, also stehe sowieso nie mitten im Orchester. Und die Telefunken-Rauschunterdrückung ist eh viel besser als Dolby...!
    6. Du brauchst gar nichts zu glauben. Selbst denkende Menschen sind mir lieber als Leben-nach-einem-Märchenbuch-Ausrichter. Pastafari ausgenommen. Ramen.


    "Auf der (in #2 verlinkten) Seite von Liebig erfährt man dann, dass die Brut 2.5 Stunden auf 42°C erwärmt wird. Wie wirkt sich das auf die Wachs-Stabilität aus? Aus den Anleitungen von Lothar entnehme ich, dass das mächtig in die Hose gehen müsste..."


    Also ich hatte keine Veranlassung, irgendwie an den Waben zu wackeln nach der Behandlung, ich habe nur (nach dem Abkühlen) die herausgenommenen Rähmchen wieder eingesetzt, wobei ich die anderen wieder zusammengerückt habe.
    Es ist nichts runtergetropft, runtergefallen oder sonstwie auffällig gewesen. (Durchsicht um Mitternacht... das wär's noch... Ich muss über den Polarkreis...)
    Runtergefallenes Wachs wäre aufgefallen auf den Heizplatten oder im Boden darunter.
    Meine Rähmchen sind gedrahtet.
    Wenn Wachs schon bei 42° rumsauen würde, warum braucht ein Sonnenwachsschmelzer dann so lange? Tut es nicht.
    Man kann normale Kerzen in der Sonne stehen lassen, ohne dass sie abhauen, und die Schmelztemperatur von Bienenwachs ist schmerzhaft höher.
    (Schmerzen ab ca. 50°C, würde ich schätzen?! Bienenwachs-Tropf-Schmerz oNee oNee oNeeee.... viel höher! Nicht nachmachen!)


    Es tropfen nur ein paar adulte Varroen runter und verkleben die Heizplatte ein wenig...


    Viele Grüße
    Bärentatze



  • Ah, sorry, Hyperthermie bedeutet: Es wird überwärmt.
    Ich dachte, das wäre schon bekannt.
    Also die Eiweiße der Milben können eine geringere Temperatur überleben als die Bienen, darum sterben sie daran (... innerhalb der nächsten Tage).
    Das ist wohl wissenschaftlich nicht bestritten.


    Das habe ich ja nicht bestritten.


    Nicht umsonst habe ich auf Lothar verwiesen, der schon vor Jahren hier im Forum beschrieben hat, wie er das macht.


    Allerdings macht er das nur mit Bienen, OHNE Brut. Und das aus gutem Grund: bei 42°C verliert das Wachs beträchtlich an Stabilität.


    Zitat

    Das ist keine Raketentechnik,


    Eben!


    Lothars Methode (Drahtkorb+Föhn) kommt mit Materialkosten von weniger als 100 Euronen aus. Zumal man einen Föhn ja eh' zuhause hat.


    Wo ist der Mehrwert, der 1300 Euronen rechtfertigt?


    Zitat

    Und Du? Für welchen Chemie-Fabrikanten meckerst Du? ;-)


    Wie kommst Du denn auf dieses Pferd?