Tropfhonig tropft nicht

  • Ich habe heute mal eine Wabe entdeckelt und versucht, sie auslaufen zu lassen.
    Kopfüber, flach, schräg: egal, so gut wie kein Honig kommt.
    Der Honig ist hell, klar, und nicht kristallisiert.
    Was Macht man da?

  • Wenn Du ihn schleuderst, "tropft" er in den Eimer aus der Schleuder.


    Von alleine läuft er nicht raus, nur Nektar mit hohem Wassergehalt und das auch nur unvollständig.


    Du kannst bei einer Wabe einfach diese aus dem Rähmchen herausschneiden und Wabenstücke per Hand pressen über einem Sieb. Fertig


    Oder so wie hier zu sehen: http://www.bienenkiste.de/doku…honiggewinnung/index.html unten unter " Honigernte "Light" mit Haushaltsgeräten "

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ähnlich dieser "Light-Variante" habe ich es testweise letztes Jahr auch mal mit einer Wabe gemacht. Sau genial! Hat mir besser geschmeckt als der Geschleuderte der gleichen Ernte. In größerem Maßstab aber leider keine gute Option.

  • Moin


    Mittelwände oder Naturbau ?
    Wenn mit MW, dann die Wabe hochkant auf ein Kuchenblech oder sowas stellen und mit einem Löffel die ausgezogenen Waben inkl Honig von den Mittelwänden runterkratzen. Dann zusammensammeln, noch etwas per Gabel zerkleinern und durch ein Sieb abtropfen lassen. Abundzu durchrühren. Das wars. Ich nehme dazu so Gastronormbehälter, da gibts auch lochbleche, darauf arbeite ich und lass es gleich durchtropfen.


    Grüsse, Robert

  • Hallo Chris_1, alle bisherigen Tips sind gut.


    Ich löse die Naturbauwabe mit dem Messer aus dem Rahmen und lege sie auf ein Seihtuch. Das ganze kommt in ein Haushaltssieb, wird mit der Hand zermatscht und über ein Eimerchen gehängt. Alle paar Stunden quetschen. Wenn's reicht, Wachs mit Honigresten zum Ausfüttern geben oder auswaschen. Lohnt sich nur für kleine Mengen, ist aber richtig "naturtrüb" und schmeckt sehr gut!

  • Doch, gibt es. Ist aber sehr aufwändig in der Gewinnung, die Waben werden bei knapp 30°C zum Auslaufen aufgestellt.

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Hallo,
    Hätte mal ne frage zu Tropfhonig( ohne pressen) klappt das auch bei ganzjahres Mischhonig? Bin am überlegen ob es langfristig Sinn macht für meine zukünftige zwei Völker im Naturwabenbau ( wabenmaß Dadant hochkant ) eine kleine Schleuder oder eher Material für Tropfhonig anzuschaffen. Ist es geschmacklich wirklich so gut. Mir ist bewusst das ich auf erhebliche Mengen Honig bei Tropfhonig verzichten würde.

  • Hallo,
    mir geht es wie Dir. Ich bin nicht auf den Honig fixiert. Aber es fällt welcher an, der be- und verarbeitet sein möchte.
    Ich lasse tropfen: Waben ausschneiden, mit Kartoffelstampfer in einer Wanne/ in einem Eimer gut zwerkleinern. Zum Tropfen wie im Link (#3) beschrieben vorgehen.
    Förderlich ist eine höhere Raumtemperatur (Ich mache das im Wintergarten oberhalb 30°C). Sonst wird alles so wie üblich gemacht: abschäumen, rühren, abfüllen.
    Gruß
    Harald

  • Hallo, entschuldige ich hätte Tropfhonig immer so verstanden Rähmchen mit warben entdecken in eine geschlossenes Behälter geben, und bei ungefähr 30 grad die warben auslaufen lassen. Danach für ne Nacht Rähmchen an die Bienen zurück zum ausschlecken/ Reste umtragen.

  • In der Tat sagt die Honigverordnung "durch Austropfen der entdeckelten, brutfreien Waben gewonnener Honig". Da steht nichts von Stampfen. Das wäre dann eher schon Presshonig.
    Übrigens eine gute Alternative. Eine kleine Edelstahlpresse (Korbpresse/Spindelpresse) ist weit günstiger und handlicher als eine Schleuder. Man braucht bei Edelstahlkörben auch kein Presstuch. Der Honigqualität ist das lange offen stehen lassen bei hohen Temperaturen ohnehin nicht förderlich.
    Mit dem Austropfen wird das eher schwierig. Wenn man Waben entdeckelt, sieht man ja, dass das Gros des Honig nicht so einfach rausläuft. Sonst bräuchten wir ja keine Schleuder.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Auf die Idee, dass der honig einfach aus der Wabe tropft, wäre ich nie gekommen ... Die Waben werden gründlich zerstört, sonst gibt es keinen Tropfhonig. Ich lasse das dann 2 bis 3 Tage durch ein Seihtuch tropfen.


    Übrigens: Die Ausbeute ist nur unwesentlich geringer!


    Schade ist es dann nur um den Wachs-Honig-Matsch, der übrig bleibt und schlecht genutzt werden kann. Lässt sich auch schlecht ausschmelzen.