Honig kristallisiert nicht! Bin ich zu ungeduldig?

  • Hi,
    Mir gehts ja darum das möglichst viele Imker den Honig WIRKLICH feincremig oder eben in der benannten Konsistenz ins Glas bekommen.
    Die Kunden sollen und wollen "erzogen" werden auf sowas zu achten.
    Kristalle im Honig sind ok,solange sie so klein sind dass sie auf der Zunge nicht fühlbar sind.
    Meiner Meinung nach müssen wir das vielen Neu- und auch Altimkern beibringen um auch einen höheren Preis zu Rechtfertigen und uns vom Honighandel mit den Mischhonigen abzusetzen.


    Gruß Andre


    Häh, wie bitte ?


    Wir sollen möglichst alle Honige zum selben langweilig schmalzigem Endergebniss bringen ?


    Und du willst uns Imker genauso dazu erziehen wie die Kundschaft ?


    Und wo soll da jetzt bitteschön die Unterscheidung zum Grosshandel mit seinem Einheitsbrei sein ? ? ?


    Meiner Meinung nach wird genau andersrum ein Schuh daraus. Wir müssen die Unterschiede des Honigs mehr herausstellen, die feinen Nuancen in Geschmack und Zusammensetzung, was wiederum auch unterschiedliche Kristallation heisst. Für Einheitsbrei kann ich nur Einheitspreise verlangen, für Spezialitäten gibts auch spezielle Preise. Dazu müssen wir die Kunden erziehen und uns auch. Einheitsschmalzbrei zum Discounteinheitspreis gibts genug.


    Grobkristallin-liebende Grüsse, Robert

  • Auch dafür gibt es liebhaber - nur eben seltener.


    Die lassen sich auch nicht unbedingt dazu belabern. So meine Erfahrung.
    Feinschmalz ist nun mal auf der Bestsellerliste oben.
    Es kamen Kunden übergelaufen, die immer "so Imkerhonig bisher gekauft" hatten, "der war ja wie Beton und so Grissel drin".


    Die feinen Nuancen der jedesmal etwas anderen Ernte oder auch mal eine Waldtracht dazu gemischt verändern auch die Konsistenz dieser Grundbasis-Schmalzsache. Da bringt man immer noch genug Regionalität und Aromapalette rein!


    Ich steh dazu, dass ich selbst Gänseschmalzliebhaberin bin. :lol:


    Grüße


    Marion


    (by the way sind die körnigeren Varianten in der Honigbewertung des Imkerforumstreffen immer auf den allerletzen Plätzen gelandet, Kommentar "Zuckersteine" oder "knusprig" waren da zu finden:cool:)

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ich weiss schon das der SChmalzhonig am beliebtesten ist. Und mein Rapshonig ist auch so. Aber auf Teufel komm raus möglichst alle Honige durch möglichst alle Imker auf Schmalz trimmen zu wollen und das dann noch als Unterscheidungs- und Alleinstellungsmerkmal zum Grosshandel zur Erzielung eines besseres Preises zu propagieren finde ich seeeehr merkwürdig. Das ist doch dann keine Abgrenzung mehr, das ist Gleichmacherei. Und das kritisiere ich eben.
    Mir ist auch völlig klar, das die Kundenwünsche nun mal das sind, wonach wir uns richten sollten, wenn wir Honig verkaufen wollen, aber Kundenmeinungen kann man auch beeinflussen. Hatte grade letztens von Bernhard einen interessanten Beitrag zum Thema gelesen, in dem es um das Probieren lassen ging. Finde ich leider grad nicht mehr, MArion, du bist doch hier die Königin der Suchmaschine, könntest du nicht mal bitte danach suchen :wink: .


    GRüsse, Robert

  • Ich bin grad so faul :cool:


    Bei unserer Varianz bekommen wir doch so einen Einheitsbrei gar nicht hin! Wir reden doch nur über einen Grundtenor der Konsistenz. Da mache ich mir keine Sorgen. Der Kunde möchte den mit dem Messer problemlos aus dem Glas und schön Nutella-artig auf sein Brötchen bekommen. Und beim Essen kein Crunch-Erlebnis. Das hinzukriegen gibt es viel Spielraum.


    Und der klassische Honig-Qualitäts-Ignorant kauft den sowieso nur flüssig in der Quetsche - immer dat gleiche!

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    Hans Kasper

  • Robert :


    so faul war ich nun doch nicht. Du meintest das hier ??


    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=48205&p=489058#post489058


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    Hans Kasper

  • Genau der, Danke


    PS: Apropo Crunch, wer sich als Imker die Blasphemie traut auch mal Nutella auf sein Brötchen zu schmieren und dann noch mehr Mut zur Blasphemie hat, sollte mal Ovomaltine-Brotaufstrich probieren. Hmmh, da könnte ich am liebsten jeden Krümel einzeln zerkauen. Und Honig in der Art erst, hmmh

    - Democracy Dies in Darkness -

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Robiwahn () aus folgendem Grund: nachtrag

  • Bildungslücke! Kennichüberhauptgarnicht :eek:


    Ist das auch Zucker? Iiiiihhh - :lol: ess ich kaum noch, echt nicht.

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    Hans Kasper

  • Ich habe vor fast 3 Wochen geschleudert und da tut sich kristallisiermäßig noch überhaupt gar nix - ich hatte allerdings bei diesen Höllentemperaturen von letzter Woche keine Möglichkeit, ihn kühl zu lagern. Weder im Probeglas noch im Eimer tut sich da irgendwas. Muss ich den dann überhaupt rühren, oder bleibt der jetzt einfach so und ich kann ihn abfüllen?

  • Ich habe vor fast 3 Wochen geschleudert und da tut sich kristallisiermäßig noch überhaupt gar nix

    Das ist normal, wenn es kein Melezitoseanteil hat oder Rapshonig ist.

    Wenn es schneller gehen soll, um cremigen Honig zu erhalten, kannst Du ihn impfen.

    Beim Abfüllen im flüssige Zustand weißt Du ja nie wann und wie grob er kristallisiert.

    Ansonsten mal wieder die viel genannte Geduld und bei beginnender leichter Trübung mit dem Rühren starten.

    Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung, was dann passiert ist...

  • Ich habe vor fast 3 Wochen geschleudert und da tut sich kristallisiermäßig noch überhaupt gar nix

    Das kann völlig normal sein, es gibt auch Honigsorten die überhaupt nie kristallisieren....

    Was war denn das für ein Honig? Mit viel Waldanteil oder fast reiner Blütenhonig?

  • Ich blicke das ganze auch nicht, das Gefühl etwas falsch zu machen habe ich nicht aber da gibt es die einen die sagen rühre täglich 3x 5 Minuten mit dem Rapido und dann die, die sagen alle 2-3 Tage einmal mit dem Auf und Ab.

    Viel größer kann der unterschied ja nicht sein.

  • Es kommt hier darauf an, wie schnell der Honig kristallisiert. Deswegen sind solche Pauschalempfehlungen nicht sinnvoll.

    Bei einer Frühtracht kann es sein, dass man nach drei Tagen gar nicht mehr rühren kann, so steif ist der Honig schon. Bei Sommertrachten wird das dagegen oft völlig ausreichen.

    Man muss eben hinschauen: Trübt sich er Honig ein, fängt man an zu rühren. Am besten erst mal täglich. Bei Frühtracht besser zweimal täglich. Je nach Art des Rührgefäßes muss man beachten, dass der Honig evtl. von den Gefäßwänden oder vom Boden her anfängt zu kristalllisieren. Das scheint bei Kunststoff eher der Fall zu sein als bei Edelstahl. Die Beobachtung von Proben im Glas ist deswegen nicht verlässlich.

    Wenn der Honig sich Zeit lässt, kann der Turnus auf zwei oder drei Tage oder sogar länger gedehnt werden. Man bekommt durch das Beobachten ein gutes Gefühl für das Tempo der Kristallisation.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Was spricht eigentlich dagegen, solchen Honig flüssig zu verkaufen? Warum muss immer alles gewaltsam cremig gerührt und geimpft werden?


    Viele Kunden wollen doch gerade flüssigen Honig und die wissen alle, dass er irgendwann fest wird und haben damit keine Probleme, weil sie das kennen (oder ihn sowieso so schnell essen, dass sie damit nicht in Berührung kommen).