Wie hoch ist üblicherweise der Honigertrag?

  • Ich meine mich an 30 Völker zu erinnern, aber das ist zweitrangig.


    Bis 70 Völker wird der Ertrag pauschaliert. Bis 30 Völker ist der Ertrag völlig steuerfrei.


    Ich möchte es ja nicht so drastisch formulieren wie Marion, aber so funktioniert Steuerpolitik eher nicht.
    Die Landwirtschaft ist ein Hätschelkind der Steuerpolitik, macht Euch da mal keine Sorgen.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Das ist ein Gerücht.
    Bis 30 Völker wird vermutet, dass kein Gewinn anfällt. "steuerfrei" ist anders.


    Da hast Du aber die letzte Gesetzesänderung verschlafen. Schau mal in den § 13a EStG (Geändert durch Gesetz zur Anpassung der Abgabenordnung an den Zollkodex der Union und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften vom 22.12.2014; BGBl I 2014, S. 2417).
    In Steuergesetzen stehen für gewöhnlich keine Gerüchte.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • .........
    So wurde zB die Stromsteuer zu Schröders Zeiten eingeführt, um den erneuerbaren Energien einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Kohle/Atom zu verschaffen. Demnächst soll Stromsteuer auch auf die selbst verbrauchte Eigenerzeugung aus zB PV anfallen. ...


    Die Stromsteuer wurde eingeführt zur Stützung des Rentenbeitrags. Du meinst evtl. EEG- Umlage?


    Das ist ungefähr so, als müsste man für den selbst verbrauchten Honig Steuer abführen.
    ...


    Sobald Du ein Nebengewerbe laufen hast, bezieht das FA einen *Selbstbehalt* natürlich in die Ergebnisberechnung ein.

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Um mal wieder zur eigentlichen Frage zurück zu kommen:


    Es erstaunt mich, wie viele diese einfache Sache so verkomplizieren können!


    Es geht bei dieser Frage doch allein darum, was so üblicherweise ein Volk an Honig bringt, um nichts anderes!
    Also auch vor allem NICHT darum, welchen Ertrag man betriebswirtschaftlich hat, das ist doch eine völlig individuelle Sache, die niemanden etwas angeht oder interessiert.


    Es interessiert bei dieser Frage also auch nicht, wieviele Völker aus irgendwelchen Gründen vor der Trachtsaison existiert haben und dann noch vor Trachtbeginn verschwunden sind.
    Es interessiert doch nur, welche Völker haben in irgendeiner Weise an der Tracht teilgenommen und wurden abgeerntet. Nur die interessieren, keine Ableger, keine Fütterungskosten etc.


    Also ist die Sache doch ganz einfach und ganz ähnlich wie es Wilhelmshaven weiter oben schon skizziert hat und wie ich es auch sehe:


    Am Saisonende wird der Honigertrag durch alle Völker geteilt, die im Verlauf der Saision mindestens 1x einen HR mit der Absicht aufgesetzt bekommen haben, diesen auch zu ernten. Fertig. Das kann man sogar noch verfeinern und es auf einzelne Stände und Sortenhonige aufschlüsseln. Aber alles andere ist meiner Meinung nach doch überhaupt nicht gefragt, wenn jemand wissen will, wieviel man so üblicherweise von einem Volk ernten kann, mit anderen Worten, was Völker bei gegebenem Trachtangebot so für eine Leistung hatten und wie sie sich unterscheiden.


    Wenn irgendwelche Statistiken aufgeführt werden, was die Imker in Bayern oder anderen Bundesländern so im Schnitt für einen Honigertrag im Jahr X hatten, dann erwarte ich genau diese Zahl und nicht einen rechnerisch verkleinerten Betrag, der dadurch kommt, dass man die geerntete Menge auf unzählige Völker aufteilt, die gar nicht an der Tracht teilgenommen haben. Was soll so eine Zahl über das jeweilige Trachtangebot und die Leistungsfähigkeit der Völker eines Bundeslandes auch aussagen? Der eine hat gar keine und der nächste 100 Ableger...der eine hat gar kein Volk verloren und der nächste fast 100% Völkerverlust vor Trachtbeginn...das sind wären dann doch völlig verzerrte, aussagelose Mittelwerte, die rein gar nichts mit dem Trachtangebot und der Nutzung durch die Trachtvölker zu tun hat und keinen Vergleich zwischen den Honigjahren erlauben würde!


    Ich gebe diese Zahl daher nach einem weiteren, bisher noch nicht genannten Punikt j) an:


    j) Ertrag geteilt durch die Zahl der Völker, denen ich in einem Jahr einen HR zum Volltragen aufgesetzt habe



    Gruß
    hornet

  • ........j) Ertrag geteilt durch die Zahl der Völker, denen ich in einem Jahr einen HR zum Volltragen aufgesetzt habe.......


    :daumen: Sehe ich genauso. So fallen zwar auch abgeschwärmte Völker mit hinein und ziehen den Durchschnitt nach unten, aber so gibt das doch einigermaßen realistisch wieder, was möglich ist.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Das sehe ich genauso.
    Mein eingangs genanntes Problem entstand letztendlich dadurch, dass ich in dem Jahr keine Ableger hatte.
    Da ließ sich dann auch nichts kleinrechnen. Dieses Jahr sieht das anders aus und der Durchschnitt wird wieder ganz bescheiden sein.
    So genau schauen die Kontrolleure auch gar nicht hin.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ist doch auch generell eine Frage der Völkerzahl/Strategie: vierzig Völker scharf und sauber geführt geben je Volk deutlich mehr Honig als 150 laufen gelassen. Aber diese trotzdem mehr Honig mit dem gleichen Aufwand.... Dazu Ableger, Augenmerk auf Königinnenzucht und Vermehrung.... kann man doch so alles nur so bedingt miteinander vergleichen.


    Was ist den Zwischenstand in Kilo? Nur so aus reinem INT€R€$$€?


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich liege jetzt bei 48 Kilo pro Volk. Es fehlt noch die Linde, das ist immer meine stärkste Tracht. Und weil die Linde dieses Jahr recht früh dran ist, stehen die Chancen gut auf eine weitere Spättracht (vor allem Kornblume; und da ist noch eine große Fläche Bienenweide mit reichlich Buchweizen).


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Die Stromsteuer wurde eingeführt zur Stützung des Rentenbeitrags.

    Das war die Begründung... Aber Steuern dürfen ja nicht zweckgebunden sein... Die Stromsteuer war der erste Schritt der "ökologischen Steuerreform". Strom aus regenerativen Energien war befreit, sofern er aus Netzen entnommen wurde,die ausschliesslich mit regenerativen Energien betrieben wurden.

    Zitat

    Du meinst evtl. EEG- Umlage?

    Nein. Die Umlage IST zweckgebunden.

    Zitat

    Sobald Du ein Nebengewerbe laufen hast, bezieht das FA einen *Selbstbehalt* natürlich in die Ergebnisberechnung ein.

    Es geht hier NICHT um den Selbstbehalt. Das ist eben genau der Punkt. Die Stromsteuer wird auch dann fällig, wenn Du ALLES selbst verbrauchst kein Nebengewerbe hast..

  • Ehrlich gesagt, verstehe ich die Frage nicht. WFLP gehört nach eigenen Angaben keinem Bioverband an, aber irgendwelche Kontrolleure schreiben ihm vor, dass seine Völker zu viel Honig produzieren??? Häh?
    Vielleicht eine dumme Frage, aber kann man auch Bio-Honig produzieren, ohne einem Verband anzugehören? Nach welchen Kriterien wird dann bewertet und wer macht das dann?
    Und zum Thema: mein Ertrag pro Volk liegt weit unter den hier genannten Zahlen. Meine Völker sind verhältnismäßig klein und haben dadurch einige Vorteile in der Bearbeitung. (Vorteile für mich, ganz persönlich)
    Offensichtlich versaue ich damit anderen den Schnitt. Ich bekenne mich schuldig, werde aber auch in Zukunft wohl nichts daran ändern.
    Vergleichen kann man nur, wenn die Vorraussetzungen auch gleich sind.
    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich einer dieser Kontrolleure von dieser Umfrage im Internet irgendwie umstimmen lässt.
    Von den starken Schwankungen in dieser Frage mal ganz abgesehen.
    Den Hochwasser-Dauerregen-Honigertrag-Schnitt einiger Regionen möchte ich in diesem Jahr gar nicht wissen...

    ..."ist mir noch nie passiert" sagte der erfahrene Imker, "aber..."

  • Ehrlich gesagt, verstehe ich die Frage nicht. WFLP gehört nach eigenen Angaben keinem Bioverband an, aber irgendwelche Kontrolleure schreiben ihm vor, dass seine Völker zu viel Honig produzieren??? Häh?
    Vielleicht eine dumme Frage, aber kann man auch Bio-Honig produzieren, ohne einem Verband anzugehören? Nach welchen Kriterien wird dann bewertet und wer macht das dann?.


    Ja, so oder so kontrollieren immer staatliche bestellte Kontrollstellen. Die Verbandskontrolle ist also zusätzlich.
    Man hat dann eben nur das EU-Biosiegel und keins von Bioland usf. Es gelten die Vorgaben der EU-Bio-Richtlinie.
    Die Verbandszugehörigkeit ist daneben für Vermarktungsmöglichkeiten interessant.


    Die Kontrolleure schreiben mir natürlich nicht vor, wieviel Honig ich produzieren darf. Aber es gab ja einige Skandale, z.B. mit Hühnerhaltern, wo deutlich mehr Tiere im Stall waren als zugelassen und deutlich mehr Eier verkauft wurden als eigentlich hätten produziert werden können. Wieviel Eier ein Huhn pro Jahr legen kann, ist gut bekannt; bei Honig ist das, wie man sieht, weniger klar.
    Es soll natürlich ausgeschlossen werden, dass jemand zugekaufte konventionelle Erzeugnisse zu Bioprodukten umdeklariert. Und da sind die erzeugten Mengen ein Kriterium bei der Plausibilitätskontrolle


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)