Schwarm baut fluglochfernes Brutnest

  • Ein eher kleiner Nachschwarm(?) vom 28. Mai verhält sich merkwürdig.


    Ich habe den Schwarm in eine 1,5 DNM-Beute eingeschlagen, 4 Rähmchen mit Anfangstreifen an Flugloch (Warmbau) Schied und dahinter frei.
    Am 1. Juni die Beute geöffnet um Futter zu geben - nach den Unwettern hier gabs keinerlei Tracht mehr. Sämtliche Bienen hinter dem Schied, 2 Wabenzungen ganz hinten an den Deckel gepappt, frische Stifte (!?) z. T. mehrfach bestiftete Zellen. Und ein ganz merkwürdiges Bild, das ich so noch nie gesheen habe - wenn man erst mal durch die Folie reinschaut sieht man nur Bienenköpfe, die sich an die Folie pressen.
    Ich hab dann den Wildbau entfernt, die Beute mit Rähmchen/Anfangsstreifen und ganze Mittelwände aufgefüllt. Nach der Fütterung Räubereitendenzen, die aber nach Anbringen eines Räubergitters wieder abgeklungen sind.


    Heute, 8. Juni sie bauen in die Rähmchen, aber alles am hinteren Beutenende also maximal weit vom Flugloch weg. Ich hab die jetzt nicht auseinandergenommen, die wirken ja ohnehin ziemlich verwirrt.


    Ideen, warum sich das Volk so seltsam verhält? Auf was sollte ich achten? Irgendetwas unternehmen?


    Danke und Gruß
    Marion

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Hört sich für mich alles normal an, keine Sorge, der wird schon. Aus dem Fehler mit dem Platz hinter dem Schied und Anfangsstreifen davor hast du hoffentlich gelernt :wink:

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • keine Zwischenwände setzen , sondern ganzen Raum mit Rä mit MW oder mit Anfangsstreifen
    Wenn du steuern möchtest, wo sie bauen, wir haben im vorderen 1/3 ein Futterloch im Deckel- Zuckerwasser 1:1 im Glas mit Lochdeckel und sie fangen in der Nähe an zu bauen

  • Ein eher kleiner Nachschwarm(?) vom 28. Mai verhält sich merkwürdig.


    Ich habe den Schwarm in eine 1,5 DNM-Beute eingeschlagen, 4 Rähmchen mit Anfangstreifen an Flugloch (Warmbau) Schied und dahinter frei.
    Ideen, warum sich das Volk so seltsam verhält? Auf was sollte ich achten? Irgendetwas unternehmen?


    Danke und Gruß
    Marion


    Hallo Marion. Kisten werden zum einschlagen eines Schwarms immer mit dem kopletten Waben oder Anfangsstreifen
    ausgestattet. Die Bienen werden nach 3 Tagen 1X1 gefüttert, denn es soll ja ein überwinterungsfähiges Volk ergeben das auch noch das Futter eilagern soll. Dazu braucht es Waben und Platz. Geschiedet wird erst im nächsten Frühjahr.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Ein eher kleiner Nachschwarm(?) vom 28. Mai verhält sich merkwürdig.


    Hallo Marion,


    meine Bienen sind von 1,5 DNM auch nicht zu überzeugen. Keine Ahnung, obs an der Höhe in Bezug aufs Flugloch liegt (beim Hochboden kommen ja noch ein paar cm dazu), aber wenn man z.B. einen 1 Kg-Schwarm in eine Normalzarge einschlägt, dann ist da nach 6 Wochen die Kiste schon weitestgehend ausgebaut. In einer 1,5-er Zarge schaffen die vielleicht 2-3 Mittelwände, aber die sind noch nicht einmal bis zum Boden ausgebaut.


    Mit einem 2-3 Kg-Schwarm klappt das vielleicht besser, hab ich so aber noch nicht probiert. Mit kleineren Nachschwärmen kann man das eigentlich vergessen in so einer großen Kiste.


    Die Bienen in der größeren Kiste sind leider auch deutlich anfälliger für Räuberei, deshalb bringt das hier bei mir nix, die bekomm ich nicht groß genug bis Anfang Juli, dann greifen neben Nachbars Totalschleuderbienen auch die Wespen noch kräftig ins Geschehen ein.


    Grüße Sven

  • tja, deswegen (zu große Kiste für den Anfang) dachte ich ja auch, ich schränke den Raum ein - sollte ich da ein bienendichtes Trennschied einsetzen? Bei den anderen Schwärmen ähnlicher Größe klappt das übrigens perfekt, die bauen auch mehr und wuseln normal in den Gassen ru, bzw hängen in der Bautraube.


    Was mich ja auch noch irritiert hat, war das seltsame Verhalten. Die saßen anfangs an der Beutenwand, jetzt zum Teil zwischen den Rähmchen und drücken die Köpfe an die Decke. Das sieht ganz anders aus als ich das sonst kenne. Nicht das übliche Bienengewusel, sondern wirklich Kopf an Kopf, da sieht man nur noch eine Reihe Facettenaugen und da hocken die wie paralysiert. Flugbetrieb war aber normal für Bienenanzahl und Wetter.

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • ...meine Bienen sind von 1,5 DNM auch nicht zu überzeugen. ... Mit einem 2-3 Kg-Schwarm klappt das vielleicht besser, hab ich so aber noch nicht probiert. Mit kleineren Nachschwärmen kann man das eigentlich vergessen in so einer großen Kiste.


    Bei mir klappt das in dieser Zeit sogar mit 200g-Kunstschwärmen (Segeberger DN 1,5), wobei ich eine ausgebaute Wabe und eine Mittelwand vor einem Schied gebe und die Königin unter Futterteig im Käfig dazwischen stecke.
    Warum es bei dir nicht funktioniert, verstehe ich nicht.


    Gruß Ralph

  • Optimale Bedingungen für die Besiedelung eines großen Brutraums sind weder Mini-Kunstschwärme noch nur eine Brutwabe(Aumeier).
    Bei gutem Wetter und Tracht mag es klappen- als Starthilfe nur ausgebaute Wabe(wegen Viren keine Futterwaben), dann kann die Kö gleich viel stiften, aber die paar Bienen können weder alle Maden optimal füttern noch bei Kälte wärmen, wenns keine Segeberger Styroporbeuten sind.
    Die ersten beiden Schwärme eines Volkes haben gute Chancen zu überleben, alle weiteren wollen nur weg aus der Kiste mit den schwarzen Waben.

  • Man muss beim Schwarm einschlagen nicht die ganze Kiste voll Rähmchen hängen. Mit weniger Rähmchen hat man etwas mehr Platz und hat nicht alle Bienen auf den Oberträgern sitzen und liegen. Bei einem kleinen Schwarm ist ein Einengen auch im Sommer nicht dumm. Zunächst aber ohne Schied. Wichtig ist allerdings abends oder direkt am nächsten Morgen zu kontrollieren ob der Schwarm auf den Rähmchen sitzt. Wenn nicht, schiebt man die Rähmchen einfach in Richtung Schwarmsitz und legt das Flugloch auf diese Seite. Nicht länger warten, sonst ist schon zuviel Wildbau erstellt. Zu diesem Zeitpunkt kann man auch gut abschätzen, ob noch Rähmchen fehlen, oder vielleicht sogar schon zu viele gegeben wurden. Aber vorsicht, Schwärme wachsen sehr schnell bei Tracht.
    Eine schonende Möglichkeit ist das Einlaufen lassen des Schwarms. Dann sitzen sie gleich auf den wenigen Waben am Flugloch.

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain)

  • .....Bei den anderen Schwärmen ähnlicher Größe klappt das übrigens perfekt, die bauen auch mehr und wuseln normal in den Gassen ru, bzw hängen in der Bautraube.


    .... Die saßen anfangs an der Beutenwand, jetzt zum Teil zwischen den Rähmchen und drücken die Köpfe an die Decke. Das sieht ganz anders aus als ich das sonst kenne.....


    Hmmmm....mir deucht, das ist ein Nachschwarm und die haben die Königin verloren.


    Da ist der Sitz der Schwarmtraube schon auffällig seltsam, die kleben am Rand, an der Beutenwand, an den Rähmchenseiten oder sitzen eher in einer Ecke.
    Sie bilden keine zentriert aufgehängte Bautraube, so schön sich nach unten verjüngend und in umgekehrter Kegelform, mit aufgeketteten Bienen usw.
    Evtl. beginnen sie erstmal korrekt, dann zerfließen sie, hängen rum und schaffen nix im Vergleich zu anderen Schwärmen.


    Achte da unbedingt auf Baufortschritt in normalem Maß und ich würde sogar über eine Weiselprobe nachdenken. Ich hatte mal schöne Bilder davon, Dank des Kardinalfehlers fehelnder Backups und Supergau am Rechner sind die futsch....


    Hoffe für Dich, ich liege falsch und höre die Nachtigall trappsen...


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Marion, dein Namensvetter schreibt Stifte, teils mehrfach bestiftet. Hört sich für mich an, wie frisch begattete Königin und somit alles in Ordnung.

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)