Wie geht ihr mit Konkurrenz/Verdrängung unter Imkern um?

  • Richtig der Honigbedarf in der BRD ist 20% . Was zu berücksichtigen ist, dass es Regional unterschiedliche Anzahl an Imker gibt.
    So kenne ich im Allgäu Gebiete da gibt es keinen Imker und ein Vereinskollege hat dort ein Ferienhaus und als er es erkannt hat, stehen da nun auch Bienen. Das Problem dort ist,
    dass es schon vorm Schleudern Vorbestellungen hat von über 10 kg pro Einwohner im Dorf, so dass er selbst den Honig welchen er hier imkert mit dorthin nimmt.
    Dann wiederum bei mir im Dorf ist es genau umgekehrt. Wir haben hier einen Imkerüberschuss ( kann man das so sagen??)


    Aber Konkurrenz sehe ich nicht als Problem. Hinzustellen und zu jammern ist immer leichter , als aktiv den Markt zu beleben. Wie heisst es so schön bei uns in der Arbeit, fährt der Kunde wo anderst hin, war den Service nicht so gut um ihn halten zu können und dein Service muß um Längen besser werden um den Kunden wieder als Kunden zu gewinnen.
    In diesem Sinne belebt doch der Wettbewerb das Geschäft und anstatt zu jammern muß man aktiv werde und wenn ein Schild am Gartentor nicht zieht, dann muß man sich halt mehr einfallen lassen :daumen:


    Gruß Markus

  • Ein in dem Themenumfeld nicht zu mißachtender Aspekt ist auch:
    "Was nichts kostet ist nichts wert."


    Unser Imkerverein ist dank eines sehr rührigen Vorsitzenden in den letzten 10 Jahren in der Mitgliederzahl um über 400% gewachsen.
    Hier gibt es sowohl Jung- als auch Altimker, die ihren Honig "verschleudern".


    Wir gehören als Neuimker zu den "Preisführern" und die Nachfrage ist dennoch höher als unser Angebot.
    Mehr als 20 Völker wollen wir aber nicht haben, es soll halt "nebenbei" bleiben.


    Dass eine Erhöhung des Preises jetzt die Nachfrage "mildert", wage ich mal anzuzweifeln.


    Das mit der "Konkurrenz" ist so eine Sache.
    Der Kunde entscheidet frei, dem kann man auch Honig zweier Anbieter nebeneinander "zumuten".


    Liebe Grüße
    Astrid

  • Man muss sich vorher überlegen, wo man selbst mit seinem Preis hinwill. Auch als Hobby will ich meinen Honig nicht verschleudern und mittlerweile sind die Preise für Honig mit echten Namen (Imker oder Abfüller) drauf auch bei uns im Supermarkt angemessen.


    Konkurrenz wird sicher erst ein Problem, wenn man mehr Honig verkaufen will als im Bereich der persönlichen Bekannten geht. Aber selbst da glaube ich, dass sich der Markt vergrößern lässt, wenn ein neuer Anbieter dazu kommt. Durch gezielte Werbung für ein regionales, gesundes und handwerklich ordentlich gewonnenes Produkt profitieren beide gegenüber der Billigkonkurrenz. Wie weiter oben schon geschrieben, wird ein Kunde mit der Zeit schon merken, dass Honige vom Imker anders sind als die Ware aus dem Supermarktregal ganz unten, die auch Honig genannt wird.
    Ich würde also gar nicht versuchen, den Kollegen zu verdrängen, sondern zusätzlich anzubieten oder falls möglich sogar gemeinsam aufzutreten. Das klappt vielleicht nicht in jedem Bäckerladen und ist am Anfang mühsam, aber dafür nachhaltiger weil ihr beide zusätzliche Kunden gewinnen könnt.
    Auf keinen Fall sollte man die Kollegen schlecht machen, selbst wenn man deren Honig nicht kaufen wollte. Wenn man die eigenen Vorzüge gut darstellt reicht das. So versteht ein Kunde die Preisgestaltung und der ein oder andere wird vielleicht sogar drüber nachdenken oder gar dort nachfragen, wie andere Anbieter billiger sein können.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Als ich mich entschieden habe, Bienen zu halten, habe ich für mich entschieden, nicht gegen Andere. Ich hatte noch nichtmal Nachbarn auffem Schirm, die auch Honig kaufen könnten. Von daher ist es mir egal, wer wo wieviel Honig mehr oder weniger unters Volk bringt, als ich. Wenn mein Vorrat alle ist, müssen sie so oder so woanders kaufen, was sie auch schon machen, wenn ich noch genug habe. Ich laufe niemandem hinterher, nichtmal der Verwandtschaft. Wenn ich einige Kosten für die Ausstattung durch Verkauf wieder reinbekomme, bin ich zufrieden. Wenn andere Imker mehr Gläser abfüllen und verkaufen können, dann ist das so wie es ist. An dem Wettrennen beteilige ich mich nicht.


    Jedes Hobby bedeutet draufzahlen, wer ein Hobby beginnt, um damit zu verdienen, sollte es besser glech lassen. Es sei denn, er beherrscht sein Hobby so gut und kann sich damit wirklich seinen Lebensunterhalt finanzieren oder aufbessern, ab dann muss er Andere verdrängen und sich nicht die Frage stellen, wie man mit Verdrängung und Konkurrenz umgeht, sondern "wie verdränge ich meine Konkurrenz am Besten, so dass ich übrigbleibe oder besser da stehe, als die anderen?" Ab da wird es dann fies, Spaß und Freude sind vorbei.


    Wenn ich im Zusammenhang mit einem fortgeschrittenen Hobby - aus der Position heraus wurde meiner Ansicht nach gefragt - Schlagworte wie Verdrängung, Konkurrenz, Großimker - Kleinimker, Preiskampf, Preisschlacht, Marktgesetze, Verlust oder Umsatzeinbüche lese, fällt mir nicht mehr viel ein. Ist mir für/von eine(m)n Hobbyisten alles zu einseitig und meiner Meinung nach fälschlich auf Kommerz fokussiert. Mir ist auch ehrlich gesagt nicht ganz einleuchtend, wie man als "kleinerer Imker" einen "Großimker" verdrängen können sollte, bzw. ernsthaft annehmen kann, dass man auf dem Weg dahin sein könnte. Ob der das überhaupt als "Umsatzenbruch" wahrnimmt, wenn er 10 Gläser bei A weniger verkauft, dafür aber bei 20 zusätzlich bei B und nochmal 15 bei C vertickt?


    Gruß Andreas

  • Verdrängen war jetzt nur auf einen Laden bezogen.



    Wie gesagt ich hatte die Situation noch nie, da die 3 oder 4 Läden wo ich den Honig bisher stehen hatte, eben recht neu waren und sich da noch andere Imker breitgemacht hatte.


    @AndreashH
    diese "gegen andere" hatte ich früher auch nie im Sinn, nur wenn man dann auf einmal 15 (quasi keine Winterverluste, und 3-4 Schwärme aus der Nachbarschaft da ein alter Imker nicht richtig nach seinen Bienen schaut) Völker hat, plus noch ableger, und man auf einmal merkt, dass man auf einmal über 350kg Honig (=700 Gläser) daheim hat, muss man auf einmal wirklich schauen wie man den Honig vermarktet.


    Vor allem wenn man dauernd von irgendwelchen Leuten hört " ja mein Sohn/Tochter hat sich jetzt auch so Bienen geholt und der verschenkt den Honig dann immer in der Verwandtschaft"

  • Das ist auch alles 'ne Zeitfrage. Gute Qualität & Zeit, und plötzlich kommt der Punkt wo man nie genug Honig erntet, egal wieviel mehr Honig man jedes Jahr erntet. Und das dauert eben ein paar Jahre, aber der Punkt kommt. Und die

    Zitat

    ja mein Sohn/Tochter hat sich jetzt auch so Bienen geholt und der verschenkt den Honig dann immer in der Verwandtschaft

    Fraktion hält ja nicht durch, bzw. wieviel (Menge) verschenkt die denn? Und dann spätestens kennen die Leute gute Honig und der Heini kann dann nicht mehr liefern. Du aber schon. Der mach quasi die Werbung für Dich! Mit viel Arbeit und völlig umsonst!


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • ...und sich da noch andere Imker breitgemacht hatte...



    Was ich selber denk und tu, traue ich auch dem Anderen zu...


    Oh man eh...


    Glaubst du, daß du bisher der/die einizige in der Welt warst der Honig verkauft hat? Und dass die anderen kein Recht haben das genau so zu tun?

    Gott hat einen harten linken Haken... singt Peter Fox in "Haus am See"

  • Das ist auch alles 'ne Zeitfrage. Gute Qualität & Zeit, und plötzlich kommt der Punkt wo man nie genug Honig erntet, egal wieviel mehr Honig man jedes Jahr erntet. Und das dauert eben ein paar Jahre, aber der Punkt kommt. Und die Fraktion hält ja nicht durch, bzw. wieviel (Menge) verschenkt die denn? Und dann spätestens kennen die Leute gute Honig und der Heini kann dann nicht mehr liefern. Du aber schon. Der mach quasi die Werbung für Dich! Mit viel Arbeit und völlig umsonst!


    Beste Grüße,
    Ralf



    Wenn ich so grob überschlage sind wir hier so in 10km Umkreis langsam 1 Imker auf 500 Einwohner, wobei man in manchen Orten auch 3 Imker auf 300 Einwohner hat.

  • meine Fresse - diese ganzen Gedanken hab ich mir nie gemacht - wenn de zuviel Honig hast, dann verfüttre ihn wieder oder geh in Verein - da suchen immer Imker Honig im Eimer ;)

    mein Fahrradlicht ist mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs und ich ganz knapp hinterher

  • Verdrängen war jetzt nur auf einen Laden bezogen.


    OK, von Verdrängen würde ich dann aber nicht sprechen, weil der Ladenbetreiber da auch ein Wort mitredet. Dann läufts doch und alles ist gut, das ist ausbaufähig. Deine Sorge ist also demnach nicht, ob es Probleme mit anderen Imkern geben könnte, sondern dass Du auf deinem Vorjahreshonig sitzt, während der frische Honig bereits geerntet wird oder erntebereit ist. So sieht es schon ganz anders aus. Imkertechnisch würde ich dann schon beinahe von einem Luxusproblem sprechen. Ich hatte deinen Startbeitrag ohne diesen Hintergrund ganz anders verstanden :wink:


    Zitat


    auf einmal über 350kg Honig (=700 Gläser) daheim hat,


    Solche rauhen Mengen werde ich nie ernten, ich fülle aber trotzdem nie alles sofort in Gläser. Immer nur soviel, wie ich in absehbarer Zeit abgeben kann... :u_idea_bulb02:
    Zur Not gibt es ja auch Großabnehmer, die zentnerweie aufkaufen - vermutlich mit Verlust für dich/den Anlieferer, wegen der Mengen. Wenn aber bei deren Kontrolle etwas nicht passt, kann es sein, dass man zentnerweise wieder zurückbekommt. Von einem Imker aus dem Verein habe ich gehört, dass er auf Arbeit einen großen Abnehmerkreis hat (>2000 Beschäftigte). Er ist auch nicht der einzige Imker dort. Da ich annehme, dass Du auch einen Hauptberuf hast, wäre das auch eine nachdenkenswerte Absatzmöglichkeit.


    Gruß Andreas

  • Wenn ich so grob überschlage sind wir hier so in 10km Umkreis langsam 1 Imker auf 500 Einwohner, wobei man in manchen Orten auch 3 Imker auf 300 Einwohner hat.


    Der deutsche Durchschnittskonsument isst 1,5 Kilo Honig pro Jahr. Da reichen für manchen Hobbyimker auch 100 potentielle Kunden - rein statistisch. Nur Mut!


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Servus,


    auf meiner Arbeitsstelle habe ich auch einige Kunden. Und 2 Koll. die ebenfalls imkern. Ich sehe diese jedoch nicht als Konkurrenz, würde diese niemals irgendwie schlechtreden und vor allem, ich war von Anfang an etwas teurer als diese mit dem Honigpreis.
    Derzeit nehme ich im Raum München 5€ / 500g. Das ist meiner Meinung nach ein vernünftiger Preis für ein Hobbyprodukt.


    Wann kommt es endlich bei den Leuten an, dass es nur miteinander geht und nicht gegeneinander!!!


    Gruß