Wie geht ihr mit Konkurrenz/Verdrängung unter Imkern um?

  • ... und habe den Honig für 5 Euro pro KG weiterverkauft.


    Ist das ein Scherz, oder? Auch wenn viele von uns Hobbyimker sind, sollten wir unsere Arbeit mit den Bienen nicht unterschätzen. Hast Du einmal eine Kostenaufstellung gemacht? Wir verkaufen unseren Honig für 16€ pro KG und können nur die Kosten decken. Wir sollten als erste den Wert des Honig schätzen. Der ist keine Zückerlösung! Das ist leider die Discount-Kultur, die in Deutschland sich durchgesetzt hat. Die Italiener verdienen weniger als die Hälfte der Deutschen, geben aber mehr als das Doppelte fürs Essen aus ...
    Ich empfehle jedem Arbeitszeit und Material in den Honigpreis einzurechnen. Eine gute Flasche Wein kann auch mehr als 20€ kosten, warum sollte das für einen guten Honig möglich sein?
    Man kann wiedersprechen, dass auch die Geringverdiener ein Glas Honig sich leisten können. Das ist ganz richtig. Meine Idee: ich verkaufe den Honig für 16€/KG an meiner Kundschaft und schenke ein paar Kilos an die Tafel.


    LG,
    Michele


    http:/imkerhonig.org

    Imkerhonig.org - Imkerei in Deutschland, Österreich und in der Schweiz

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    Bist Du auf der Suche nach Imker bzw. Imkerinnen in Deiner Nähe?

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  • Wie geht ihr damit um, dass man ..... ja quasi automatisch anderen Imkern Marktanteile wegnimmt.


    So lange man sich nicht auf einen Preiskampf einlässt ist doch alles in Ordnung. Qualität und gutes Marketing sind gute Kaufargumente. Wenn sie auf Deiner Seite sind hat der Andere was falsch gemacht, und nicht Du!


    Deswegen tue ich mich zb schwer, wenn zb jemand 3km weiter im Nachbardorf zu imkern anfängt (und mich manchmal um Rat fragt), mich darüber zu freuen, da ich genau sagen kann, dass die 15-20 Leute die ich in dem Dorf als Kunden habe, teilweise bald wohl bei dem kaufen werden, da hier die Leute quasi immer beim Imker im Ort kaufen.


    Dafür muss ein anderer Imker aus Altersgründen aufhören und seine Kunden kannst Du dann mit guter Ware an Dich binden.



    Auch mit Verkauf in Läden bin ich jetzt auf einmal in der Situation angekommen, wo mir zb eine Ladenbesitzerin sagt das sie meinen Honig aufnehmen würde ins Programm, da wir auch regelmäßig bei ihr kaufen und der andere Imker nur einmal im Monat vorbeikommt um den Honig abzuliefern und Geld zu kassieren.


    Der Großimker wirds überleben. Und wenn Du die Nachfrage nicht mit guter Ware decken kannst bist Du bald auch wieder raus.


    Nur frage ich mich eben, wie das bei dem Imker ankommt, den ich damit verdränge, vor allem weil dies ein Großimker/Händler ist, von dem wir auch Rähmchen, Kästen, etc beziehen.


    Der wird schon niemanden vorbeischicken um Deine Stände abzufackeln. Und Rähmchen wird er Dir auch noch verkaufen.



    [QUOTE=Angrist;511791Wie geht ihr damit um ander Imker zu verdrängen, bzw wie geht ihr da vor bzw was habt ihr gemacht als es euch passiert ist? [/QUOTE]
    Ich verkaufe an jeden der bereit ist den Preis zu zahlen den ich aufrufe. Wenn der Kunde mich als Lieferanten nicht mehr haben will muss ich das akzeptieren. Mein Honigabsatz steigt noch. Also mache ich wohl mehr richtig als falsch. Auf jeden Fall stelle ich die Marktwirtschaft nicht in Frage.


    Gruß
    Holger

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!

  • Hi,


    ich finde, wenn andere Imker ihren Honig auch für einen guten Preis verkaufen, sind sie kein Problem. Dann ist es derzeit für alle gut auskömmlich und niemand kommt sich in die Quere.


    Ein Problem erscheint mir vielmehr allmählich die immer größere Masse an Kleinst- und Jungimkern im Zuge des derzeitigen Imkerbooms zu werden, aber auch die nach wie vor unglaublich vielen Altimker, die aber eine größere Völkerzahl haben und daher permanent in der Angst leben, ihre durchaus erklecklichen Honigmengen nicht los zu bekommen und ihn daher ebenfalls weit unter Wert für 3 oder 4 EUR verkaufen.


    Alle die haben irgendwie nicht kapiert, dass Honig ein wertvolles Lebensmittel ist, bei dem eine Menge Mühe und Arbeit anfällt, um es zu gewinnen. Die genannten Jungimker haben ein oder zwei Völker und sind stolz wie Bolle, wenn ein paar Kilo Honig anfallen. Für die ist das keine Arbeit, nur ein Abenteuer, ein Spiel, bei dem auch noch Honig anfällt.
    So Leute genieren sich dann aber, für ihren Honig Geld zu verlangen, meinen sie tun was Gutes, wenn sie ihn überall herschenken oder haben sogar Angst, dass sie die teilweise auch unerwartet "großen" Mengen von 20 oder 30 Kilogramm überhaupt los bekommen.


    Und schon wird die gesamte Verwandtschaft, Freunde, Bekannte und Nachbarn beschenkt, der Honig im vermeintlichen Überfluss verschleudert. Das Problem ist die schiere Menge an Leuten, die offenbar plötzlich imkern wollen, so mein Eindruck.


    Ich verkaufe meinen Honig auch auf ein paar Märkten und da höre ich immer öfter "wir haben da jetzt einen Imker am Ort/als Nachbarn/als Kumpel/in der Verwandtschaft, der schenkt uns immer einen".


    Ist ja auch klar, warum soll man für ein gutes Produkt gutes Geld ausgeben, wenn man es um die Ecke nachgeworfen bekommt?
    Ich selbst bin in der glücklichen Lage, dass ich meinen Honig trotzdem für einen guten Preis absetzen kann, aber ich bezweifle, dass die immer wieder bemühte Formel "wir produzieren nur 20% des Bedarfs" so noch lange funktioniert.


    Die nach wie vor aggressive Werbung um Jungimker halte ich daher längst für überzogen und obsolet, auch hinsichtlich der Bienendichte, gefühlt stehen schon hinter jeder Hecke irgendwelche Kisten. Vielmehr sollte man den Jungimkern und den unverbesserlichen Altimkern lieber mal vorrechnen, was alles hinter dem Honig steckt und dass man mit Dumpingpreisen nicht nur sich selbst betrügt, sondern auch einen ganzen Markt und ein gutes Produkt beschädigt. Neulich wurde auf einem Vortrag vorgerechnet, was der DIB empfiehlt und wie er auf die Zahl kommt, da wurde aktuell ein Preis von 6,20 EUR pro 500g-Glas genannt, ab dem man nicht mehr draufzahlt.


    Man muss den Billigheimern und Verschenkern einfach mal klarmachen, dass sie jedes Jahr bei allen Produkten und Imkermaterialien bereitwillig die Preise von heute bezahlen, auch wenn sie jedes Jahr steigen, aber selber verkaufen sie ihre Produkte immer noch zu den Preisen von vor 20 Jahren und haben Angst, das zu ändern!
    Man denke nur an andere Produkte oder das Oktoberfest, da ist es gute Tradition, dass der Preis jedes Jahr steigt, oft ganz ohne Argumente, nur manchmal immerhin mit dem Hinweis auf "gestiegene Energie- und Transportkosten", jeder akzeptiert das. Aber Honig muss möglichst 20 Jahre lang im Preis gleich bleiben, weil sonst könnten ja die Kunden beleidigt sein.


    Man vergleiche auch mal Honig und seinen Preis damit, was die Leute bereit sind, für kurzweilige Vergnügen wie ein Glas Bier oder ein "Kaffee to go" zu bezahlen - in 5 Minuten verzehrt, aber keinen stört der Preis, aber beim Honig ist das zuviel?


    Imkern ist für die meisten von uns "nur" Hobby, kein Lebensunterhalt, das ist klar.
    Aber deswegen muss man sich doch nicht selbst abwerten!
    Es reicht doch schon, wenn man seine Arbeitszeit nicht rechnet. Auch noch die inflationsbedingten Mehrkosten auf die eigene Kappe zu nehmen wäre Selbstbetrug.


    Und wer sich selbst betrügt, ist in meinen Augen nicht besser als jeder andere Betrüger!


    Soviel dazu.


    Niemand muss Angst haben, anderen Imkern das Brot weg zunehmen, WENN er für seinen Honig auch einen fairen, d.h. angemessenen und nicht zu niedrigen Preis verlangt!
    Anders herum wird ein Schuh daraus, nur wer Honig verschleudert, sollte ein schlechtes Gewissen haben, denn nur dann schädigt er die Mitimker!


    Gruß
    hornet

  • Ein gutes Produkt muß auch einen ebensolchen Preis haben. Oder bekommt ihr eure Einkäufe geschenkt?
    Die meisten der mir bekannten Imker hier haben ihren Heidehonig zu Weihnachten verkauft. Daruf lege ich keinen Wert; denn für mich verkauft eine Frau, die Heidekörbe und -krönze bindet diese, wie meinen Honig im Sommer an die Touristen. Also muß ich dann auch Honig haben.Ein Glas Heidehonig (500 g) kostet 10,00€, ein kg Scheibenhonig 40,00 €, der billige Rapshonig nur 500 g 5,00€.Seit ich verkaufe ist der Preis bei den Imkern für Heidehonig angezogen. Nur der Importhonig des Abfüllers ist nioch billig (7,50 €). Ich weise Interessierte auf das Kleingedruckte "aus EU- und Nicht-EU-Ländern hin" und schon ist dies kein Problem mehr.
    Um einenVerkauf in Geschäften oder Gasthäusern, Cafes kümmere ich mich nicht; denn da haben schon die alteingesessen Imker alles abgedeckt. Haustürverkauf, im wie ich finde geringen Umfang und dann s.o. an die Gäste und selber essen. Ich bin zufrieden und möchte auf keinem Markt, Stadt- oder Volksfest stehen. Meine Zeit ist auch so ausgefüllt.
    Wichtig bei der ganzen Sache ist doch wohl nur, die eigene Zufriedenheit. Erst wenn man dies Neben- oder Hauptberuflich macht, sieht die Sache anders aus. Als Ruheständler, verheiratet mit einer Rentnerin und nur noch zuständig für nur noch eine studierende Tochter kommen wir so über die Runden. Als drei gleichzeitig studierten und die anderen beiden auch versorgt weren wollten, sah es knapper aus. Wobei die Imkerei ruhig weniger Kosten verursachen dürfte.
    Alles Gute!
    Wolfgang

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Hi,




    Alle die haben irgendwie nicht kapiert, dass Honig ein wertvolles Lebensmittel ist, bei dem eine Menge Mühe und Arbeit anfällt, um es zu gewinnen. Die genannten Jungimker haben ein oder zwei Völker und sind stolz wie Bolle, wenn ein paar Kilo Honig anfallen. Für die ist das keine Arbeit, nur ein Abenteuer, ein Spiel, bei dem auch noch Honig anfällt.
    So Leute genieren sich dann aber, für ihren Honig Geld zu verlangen, meinen sie tun was Gutes, wenn sie ihn überall herschenken oder haben sogar Angst, dass sie die teilweise auch unerwartet "großen" Mengen von 20 oder 30 Kilogramm überhaupt los bekommen.Gruß
    hornet


    Hallo Hornet,


    da sehe ich auch das Problem, warum häufig Alt- und Jungimker nicht miteinander können. Der Altimker möchte halt ein bisserl was für seine Arbeit haben, während der Jungimker mit seiner Riieesenerne von 18 kg/Volk völlig überfordert ist. Dann wird der Honig verschenkt oder für ein Almosen abgegeben, gleichzeitig aber gejammert, daß der Einstieg in die Imkerei schon sehr kostspielig war.


    Ich vergleichs immer mit einem Mechaniker. Unter Oltimerfreunden hilft man sich und macht auch mal was umsonst. Keiner käme aber auf die Idee, Nachbarn oder Bekannten kostenlos oder für nen 5er in der Stunde das Auto zu reparieren.


    Man kanns nur immer wieder ansprechen, vielleicht kommts doch bei ein paar an.


    VG

  • Das ist alles sehr theoretisch und idealisiert.
    Es gibt:
    mehr Anbieter,
    Imker die den Honig zweimal schleudern, einmal aus den Waben und anschließend ver-
    eine große Schwierigkeit den Anteil Inlandshonig zu erhöhen.


    Ja, man nimmt anderen Imkern mit seinem Angebot Marktanteile weg. Dies dürfte auch einer der wichtigsten Gründe sein, warum es so schwer ist, einen Paten zu finden, der einem erfolgreiches Imkern beibringt. Was soll`s? Ne Sauerei ist es allerdings mit einem Kampfpreis die Absatzmenge zu erhöhen. Gutes Produkt anbieten und nicht unter dem ortsüblichen Preis, besser höher. Wer billig will, soll Milch verkaufen. Da kommen wir dann nämlich hin. Lieber im Eimer an andere Imker/Wiederverkäufer in anderen Regionen verkaufen, die dann die höheren Preise auch halten. Nach dem (erstmals geernteten) Frühtrachthonig mit sehr hohem Löwenzahnanteil lecken sich sicher einige Verkäufer die Finger und wären auch bereit einen ordentlichen Preis zu bezahlen. Den gibt es aber nicht. Den verkauf ich selber. Zur Not auch mehrere Jahre lang. Guten Honig wird man immer für angemessenes Geld los. Eventuell nicht direkt vor der Haustür.
    Die Verteilung ist das Problem. Es gibt Regionen mit erhöhter Nachfrage, bzw. möglicher erhöhter Nachfrage, und es gibt Regionen mit erhöhtem Angebot. Ein Ausgleich ist angesagt. Sucht Euch (wenige, sachkundige) weiter entfernte Wiederverkäufer.
    Es gibt keinen Grund die Imkerausbildung zu stoppen oder einzuschränken.


  • Ist ja auch klar, warum soll man für ein gutes Produkt gutes Geld ausgeben, wenn man es um die Ecke nachgeworfen bekommt?
    Ich selbst bin in der glücklichen Lage, dass ich meinen Honig trotzdem für einen guten Preis absetzen kann, aber ich bezweifle, dass die immer wieder bemühte Formel "wir produzieren nur 20% des Bedarfs" so noch lange funktioniert.


    Die Probleme, die Du sehr treffend beschreibst, sind freilich immer solche der regionalen/lokalen Vermarktung
    Die 20 Prozent beziehen sich aber auf den gesamten deutschen Markt. Das genau ist das Hauptproblem: Als kleiner Imker kommt man schwerlich aus der lokalen Vermarktung raus.
    Ich habe letztes Jahr einen durchschnittlichen Kilopreis von 12,30 Euro erzielt. Knapp ein Fünftel des Umsatzes ging über den Webshop. Dort lag der Preis bei durchschnittlich 17,90 Euro (Ihr merkt, ich bin ein Controlling-Freak).


    Ich finde es übrigens besser, die Kleinstimker verschenken Ihren Honig, als dass sie ihn zu billig verkaufen. Kein vernünftiger Mensch erwartet, dass er den Honig immer geschenkt bekommt. Jeder meint dagegen, wenn es einmal billig war, muss es immer billig sein.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ich möchte mal eine Lanze für die hier erwähnten Kleinst und Jungimker brechen. Einerseits scheinen mir viele von denen - zumindest was ich hier und auf FB in den entsprechenden Gruppen - direkt ziemlich professionell einzusteigen. Dadant ist das System der Wahl und eine Honigschleuder sollte es spätestens im zweiten Jahr auch sein. Häufiges Thema natürlich die Ablegerbildung, direkt danach die individuellen Etiketten für die Honiggläser. Gerne nennt man sich auch Manufaktur :)


    Die andere Gruppe sind tatsächlich die auf der Ökoschiene. Da bin ich auch dabei und ja, den meisten Honig habe ich in den Kästen gelassen. Ungefähr 8-10kg habe ich letztes Jahr aber geerntet. Das meiste selbst verzehrt, einiges aber auch verschenkt. Vor allem an Leute die entweder mal nach denen Bienen geschaut haben, zur Verwandschaft gehören oder auf deren Grundstück die Kästen stehen.


    Und wisst ihr was? Von denen kauft wahrscheinlich keiner mehr Honig vom Aldi, nach dem sie mal echten, regionalen Honig direkt von Nebenan probiert haben. Die gehen nun zum nächsten Imker, sobald sie Nachschub brauchen.


    Persönlich bleibe ich dabei den Honig zum größten Teil wieder zu verfüttern, an die Bienen und an mich. Verkaufen wäre mir ein Greul und eine Schleuder oder anderes Zubehör mag ich mir auch nicht anschaffen. Jeder wie er mag, der Kuchen ist doch groß genug für alle.

  • ...Ich finde es übrigens besser, die Kleinstimker verschenken Ihren Honig, als dass sie ihn zu billig verkaufen. Kein vernünftiger Mensch erwartet, dass er den Honig immer geschenkt bekommt. Jeder meint dagegen, wenn es einmal billig war, muss es immer billig sein...


    ... Jeder wie er mag, der Kuchen ist doch groß genug für alle.


    Hallo Ihr Honigdealer,


    es ist ja wieder einmal erschreckend welche Gräben sich hier auftun...


    Ich finde diese beiden zitierten Statement sehr gut und wichtig!


    Manchmal gibt es Situationen, wo man seinen hochwertigen Honig nicht verkaufen kann. Da mache ich es so wie Wolfgang und verschenke ihn lieber... Das bringt im Endeffekt mehr (Kundenbindung, Verständnis, Unterstützung usw.) als die 2 Euro in der Tasche!


    Und auch bei mir hier gibts Billigheimer (3€/500g), Möchtegern-Premium-Kleinstimker und "18kg-Imker". Alle haben ihre Kundschaft. Und das Lustigste kann man an der Theke eines Bäckers im Nachbardorf beobachten. Der hat sich auf die Fahne geschrieben die Honigvermarktung (selbstlos...) anzukurbeln. Er verkauft den lustlos abgefüllten 3€-Honig für 6€ und auch alle anderen.


    Und entgegen aller Unkenrufe - es läuft gut!


    Gruß Jörg

  • My 2 Cents: Ich bin ja auch einer von den Jungimkern, die direkt voll einsteigen wollen.
    Ich habe nur ein Problem, und dass ist unser bisheriger Lieferant. Mein Vater kauft bei Ihm seit vielen Jahren für uns, Bekannte und Verwandte ein. Im Schnitt 100kg im Jahr. Für ihn sind das Peanuts, er ist Berufsimker, der damit seine Schwerbehindertenrente aufbessert. Er verkauft den Honig grundsätzlich für 5€/kg. Egal wohin, das meiste geht aber an Wiederverkäufer, soweit ich weiß. Da er in den letzten Jahren immer häufiger Gläser zukaufen muss, hat er den Preis für diese Saison auf 5,50€ erhöht.
    Ich selbst wollte eigentlich mit meinem Vater anfangen zu imkern, aber da unsere Interessen sich in der Hinsicht absolut nicht decken, habe ich den Plan aufgegeben und bereite jetzt alles alleine vor. Unter anderem bei den Preisen gehen unsere Meinungen doch zu weit auseinander. Er wollte mir verbieten, mehr für den Honig zu verlangen als sein Freund. Entsprechend euren Meinungen hier habe ich Ihm meine gesagt. Seine Kunden, für die er unentgeltlich den Honig über 200km herbringt und weitergibt, ohne auch nur einen Cent zu verdienen, kann er behalten. Mit den Preisen kann und will ich nicht mithalten. Und Preisänderungen werden die nicht ohne weiteres hinnehmen. "Ist ja seit 20 Jahren bei dem Preis geblieben, warum soll der dann geändert werden.“
    Da suche ich mir lieber selber einen Kundenstamm, auch wenn es eigentlich bitter ist, da alle unsere näheren Bekannten, die nicht den Honig vom Supermarkt wollen, bei meinem Vater kaufen.


    Liebe Grüße, Alfred

  • Guten Abend!
    Um mal zurück zur Ausgangsfrage zu kommen......
    Zögerlich, aber nicht schleppend entwickelt sich unser Absatz. Es ist so, daß Qualität sich eben durchsetzt.
    Das wichtigste ist, daß die Menschen überhaupt bemerken, daß man Honig verkauft - will heißen Werbung, Werbung und nochmals Werbung.
    Und immer Werbung, die nicht aufdringlich ist.
    Dabei kommt man unvermeindbar auch den Mitbewerbern in die Quere, und mit denen lege ich mich nie direkt an. Kein übles Wort.
    Natürlich mache ich auch niemandem aktiv seinen "Stand" streitig, sei es im Einzelhandel, Hofladen oder beispielsweise auf dem Wochenmarkt. Die, meine, Lücke muß gesucht, gefunden und ausgefüllt werden. Auch um der Abwechslung willen, suchen irgendwann die Kunden Dich auch auf. Dazu muß natürlich das Umfeld zur Vermarktung mühsam geschaffen werden, der Imker die Vermarktungsbedingungen erarbeiten. erlernen und erfahren.
    Meine Strategie im Umgang mit den Mitbewerbern lautet, daß man nicht die Konfrontation sucht, Rücksicht nimmt und ansonsten den Kunden selbst entscheiden läßt, immer gut Freund bleibt und vielleicht kann man ja den Kollegen irgendwann beerben.
    Mit imkerlichem Gruß ...Ralf

  • Stellt sich die Frage von Verdrängung und Konkurrenz?


    Der Honigbedarf wird in Deutschland nur zu 20 % mit deutschem Honig gedeckt. Lasst das nicht den Milchbauern lesen.


    Wenn wir Imker einen Verband hätten, der sich ernsthaft mit der Vermarktung auseinandersetzt, müsste uns der Honig aus den Händen gerissen werden und nicht wie ich es schon oft erlebt habe PKW anhängerweise zum Spottpreis dem Großhandel nachgefahren werden.