Wie geht ihr mit Konkurrenz/Verdrängung unter Imkern um?

  • Hallo zusammen.


    Wie geht ihr damit um, dass man wenn man nicht gerade nur 2 oder 3 Völker hat (=Eigenverbrauch + Freunde und Familie) man ja quasi automatisch anderen Imkern Marktanteile wegnimmt.


    Deswegen tue ich mich zb schwer, wenn zb jemand 3km weiter im Nachbardorf zu imkern anfängt (und mich manchmal um Rat fragt), mich darüber zu freuen, da ich genau sagen kann, dass die 15-20 Leute die ich in dem Dorf als Kunden habe, teilweise bald wohl bei dem kaufen werden, da hier die Leute quasi immer beim Imker im Ort kaufen.


    Auch mit Verkauf in Läden bin ich jetzt auf einmal in der Situation angekommen, wo mir zb eine Ladenbesitzerin sagt das sie meinen Honig aufnehmen würde ins Programm, da wir auch regelmäßig bei ihr kaufen und der andere Imker nur einmal im Monat vorbeikommt um den Honig abzuliefern und Geld zu kassieren.


    Nur frage ich mich eben, wie das bei dem Imker ankommt, den ich damit verdränge, vor allem weil dies ein Großimker/Händler ist, von dem wir auch Rähmchen, Kästen, etc beziehen.


    Wie geht ihr damit um ander Imker zu verdrängen, bzw wie geht ihr da vor bzw was habt ihr gemacht als es euch passiert ist?

  • Wie wär's denn, wenn Du mit dem neuen Imker eine Kooperation bei der Vermarktung versuchst?
    Der Unterbietungswettbewerb, der sonst auf dem Land läuft, ist eine Katastrophe. Wir sollten ja nun wirklich nicht das gleiche Problem haben wie die Milchbauern. Es gibt in Deutschland viel zu wenig Honig direkt vom Imker und je mehr Honig Ihr erzeugt, um so mehr Absatzmöglichkeiten erschließen sich (z.B. mal gemeinsam auf einen Markt in der Stadt usf.)


    Ich versuche genau diesem Weg (genauer: Ich baue die Konkurrenz gerade auf). Ich musste nämlich schnell feststellen, dass ich eher zu wenig Honig habe also zu viel, bzw. manche Marketingaktivitäen keinen Sinn machen, weil ich dann gleich ausverkauft wäre.
    Kann ja sein, dass das am meinem besonderen Marktingtalent liegt. Aber genau da liegt in der Regel das Problem.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • ...quasi automatisch anderen Imkern Marktanteile wegnimmt...


    Angst und Missgunst sind ganz tolle Beweggründe...


    Das erschließt sich mir nicht. Was würdest du gegen deinen missliebigen Konkurrenten machen wollen oder können?


    Ich denke:
    1.) Qualität setzt sich durch! (Der Preis ist nachrangig)
    2.) Konkurrenz belebt gerade beim Honig das Geschäft!
    3.) Man sollte generell nihct immer so schlecht über seine Mitmenschen den!


    grusslos...

  • Hallo,


    mir geht es wie Wolfgang. Gute Frühtracht gehabt, mal überlegt, wo man den Honig noch absetzen kann, dann bei einer Bäckerei vor Ort angerufen und die wollen nun gleich 5 Filialen beliefert bekommen. Das schaffe ich aber alleine kaum / nicht. Daher suche ich nun verzweifelt andere Imkere, die in einer Gemeinschaft mit mir diese 5 Filialen beliefern würden. Aktuell bin ich noch nicht fündig geworden. Also gemeinsam kann man mehr erreichen - vor allem bei Wiederverkäufern. Privat kommt das auch vor, dass man mal einem Honig verkauft, der sonst z. B. bei meiner Patin gekauft hatte. Da ich aber die Preise nicht unter sondern eher überbiete und so hoffentlich irgendwann die anderen Imker nachziehen werden, finde ich das nicht so tragisch.


    Gruß
    Frank

  • hier hat eben quasi jedes 2te Kaff seinen Imker und die Leute kaufen eben da Honig wo es für sie am einfachsten ist.


    Wie soll denn eine gemeinsame Vermarktung funktionieren?
    Der Neuimker wir seinen Honig den er von2-3 Völkern hat, ja schnell los, er würde darin also keinen Vorteil sehen.


    Jörg K
    Wenn der andere Imker 3 km weiter sauber arbeitet, schleudert und rührt, ist sein Honig ja auch nicht schlechter oder besser als meiner und regional, biologisch etc ist es ja auch alles das gleich.


    Konkurrenz belebt das Geschäft hab ich hier leider meist eher so mitgekriegt, dass Imker zb das Glas für 3€ verkaufen, um den Keller leer zu kriegen.


    Hobbit
    Ja Bäcker,Metzger und co wurden angefragt, aber da sitzen alle schon andere Imker drauf.
    Das läuft hier auch quasi alles auf Komissionsbasis, sprich ohne Risiko für den Händler, weswegen da auch nirgends Interesse besteht daran was zu ändern.
    Klar beliefere ich auch 2-3 kleine Cafes und Läden wo eben mein Honig in der Auslage steht, aber der Verkauf dort ist einstellig pro Monat.
    Nur eben bei einem Laden wo auch gut Honig verkauft wird, laut Besitzerin, geriet ich in die oben beschriebenen Zwickmühle, weswegen ich euch fragen wollte, wie ihr das behandelt.


  • Ich denke:
    1.) Qualität setzt sich durch! (Der Preis ist nachrangig)
    2.) Konkurrenz belebt gerade beim Honig das Geschäft!
    3.) Man sollte generell nicht immer so schlecht über seine Mitmenschen denken


    Da gibt es meiner Meinung nach, nichts hinzuzusetzten.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hi Angrist,


    keine Angst vor Konkurrenz. Ich habe sogar die http://imkerhonig.org Webseite kreiert, um den Leuten zu zeigen, wo sich der/die nächstgelegene Imker/Imkerin befindet.
    Wir deutsche Imker (auch wenn ich Italiener bin) können Deutschland Honigbedarf nicht decken, fast 80% wird vom Ausland importiert. Marktanteile gibt es genug! Man muss aber Idee entwickeln um den Honig zu vermarkten und meiner Meinung nach vor allem den Leuten beizubringen, dass der Honig, wenn er von einem von uns (bzw. seine Bienen) erzeugt wird, besser schmeckt als der, der im Supermarkt zu finden ist.


    LG,
    Michele


    http://imkerhonig.org

  • Und wie macht ihr es jetzt bei bereits bestehenden Kooperationen zwischen Läden und Imker.


    Verdrängt ihr andere Imker und wie sind eure Erfahrungen damit.


    Um wie viel Honig geht es denn bei Dir, daß Du Angst hast, einen Großimker zu verdrängen? Ich habe überhaupt kein Problem damit, Honig anderer Imker neben meinem stehen zu haben. Man kann doch ganz entspannt nebeneinander existieren und abgesehen davon: Kunden lieben es, eine große Vielfalt vorgesetzt zu bekommen. Wenn Dir das dennoch Bauchschmerzen bereitet, versuch' doch mal andere Vermarktungswege zu erschließen, es gäbe da noch viele andere Alternativen.

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Es gibt tatsächlich Menschen die können gut imkern, sogar so gut, dass sie mehr Honig haben als die ganze Verwandtschaft verzehrt
    Doch es gibt aber auch Imker die können nicht gut verkaufen und
    es gibt Imker die können sehr wohl gut verkaufen
    manche von denen sind aber nicht unbedingt die ganz guten Imker
    Es soll sogar gute Imker geben die auch noch gut verkaufen können.
    Manche können das sogar so gut, dass ihnen der Honig ausgeht bevor der neue schon da ist!
    Doch was machen dem seine Kunden dann?
    hören die etwa auf Honig zu essen? oder schwenken um auf Nutella?
    wieder andere sind sogar Berufsimker
    Manche von den Berufsimkern arbeiten sogar zusammen.
    Das verstehen wiederum andere nicht, dass es so was geben kann.
    Ja jetzt was soll das alles?
    Der Michele, glaube ich, ist auf dem richtigen Weg.
    Wir haben, selbst wenn wir (alle) ganz ganz gute Imker wären, immer noch nicht genug Honig, wie der Markt aufsaugen kann. Dabei spielt tatsächlich der Preis nicht die Erste Rolle. Zumindest nicht bei den Kunden, die Honig vom Imker möchten. Bei dieser Zielgruppe steht der Preis erst an 6ter Stelle!


    Beim Honig ist es also nicht wie bei der Milch


    und bei den Erdbeeren


    Der Honigmarkt ist anders. Zumindst im dem Segment, in dem sich die Imker hier in Deutschland bewegen.


    Also mach dir mal keine Sorgen um deine Kollegen. Vielleicht mag es für dich als Verdrängung vor kommen. Nur unzufriedene Kunden sind auf der Suche! Die andern bleiben ihrem Imker treu. Zumindest so lange er liefern kann. Also dürfte das alles kein Problem sein.
    Aber hast du dir schon mal Überlegt, was mit der Kundschaft eines gestorbenen Imkers passiert?


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Ist doch relativ einfach. Kauf ihn leer.
    Ich habe letztes Jahr die 3 Euro pro glas Verkäufer leergekauft, habe ihnen 5 Euro für das KG gegeben und habe den Honig für 5 Euro pro KG weiterverkauft.
    Die Imker bekamen das mit - schon ist ihr preis dieses Jahr auch bei 5 Euro pro Kg. Für die Belieferung von größeren Abnehmern bauen wir derzeit eine kooperation auf.
    Schon ist der Nachbar kein Konkurrent, sondern ein Partner.

  • ......
    Ich ........ habe ihnen 5 Euro für das KG gegeben und habe den Honig für 5 Euro pro KG weiterverkauft.
    ..........


    So gehst Du aber pleite...


    Für 5€ -pro Glas- weiterverkauft?

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Ich habe keine Konkurrenz :-)
    Viele meiner Kunde haben keinen festen Imker bei dem sie Honig kaufen. Daher konkurriere ich eher mit dem großen Handel.
    Einige wenige haben einen Imker im Stadtteil oder im persönlichen Umfeld und kaufen eher mal ein Anstandsglas. Manchmal kommt es auch vor, dass einige den Rapshonig bei mir kaufen, die Sommertracht vom Kollegen aber bei ihnen besser ankommt.
    Ich sage denen auch das sie gerne bei "ihrem" Imker kaufen können, lasse sie mal probieren und der Rest ergibt sich. Das ist mir lieber als das sie bei Aldi und co. kaufen.
    Der Markt ist so groß, dass die Hobbyimker den garnicht bedienen können. Zumindest in den Ballungsräumen sollte es daher für jeden genug zu verkaufen geben.


    Im ländlichen Umfeld kann das natürlich anders sein. Da wäre natürlich eine Kooperation sinnvoll.


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  • was ist der Unterschied von Konkurrenz zum Wettbewerb?


    Mit der Konkurrenz redet man nicht, die hat man


    Mit dem Wettbewerb redet man und kommt weiter.


    Es gibt noch was in dem Spiel um die Kunden


    Kopieren bringt einem keinen Millimeter weiter, aber kapieren dafür um so weiter.


    Gilt vor allem für die Preise

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!