Wie wird ein ZBA ein "richtiger" Ableger?

  • Hallo!


    Ich bin in meinem ersten Bienenjahr und habe mal wieder eine Frage:


    Ich habe vor neun Tagen einen Zwischenbodenableger erstellt, weil das Volk in Schwarmlaune war. Jetzt möchte ich morgen das Volk aber nicht wieder rückvereinigen sondern den ZBA als eigenständiger "Ableger" stehen lassen, auch mit der hoffentlich bald nachgeschafften Königin.


    Muss ich dazu den ZBA verstellen oder das restliche Muttervolk? Einige Imkerkollegen haben gemeint, dass mein ZBA schwärmt sobald eine Königin schlüpft. Kommt das nur vor wenn mehrere Weiselzellen da sind oder generell immer? Wie kann ich ein eventuelles Schwärmen des ZBA verhindern, ohne dabei wieder alle Flugbienen zu verlieren?


    Danke für Eure Antworten!


    Liebe Grüße Angelika

  • Hallo Nienor!


    ZBA sind sehr schwarmlustig, das kann ich bestätigen. Sobald eine Möglichkeit besteht, schwärmen sie auch. Ich vermute, dass beim Hochzeitsflug gleichzeitig ein Schwarm abgeht. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass die ZBA oftmals (wesentlich öfters als bei normalen Ablegern) weisellos werden.


    Eine einfache Möglichkeit ist, dass man den ZBA anstatt der Wiedervereinigung einfach zur Seite stellt. Auf diese Weise fliegen die Flugbienen wieder zum Altvolk zurück. Im ZBA verbleiben nur die Jungbienen. Die Schwarmgefahr ist gebannt und zum Start des Ablegers sind vorerst genügend Bienen vorhanden. Wenn man einen solchen Ableger im Mai erstellt, dann wird er sich noch zu einem überwinterungsfähigen Volk entwickeln, anderenfalls müsste man ihn später einmal verstärken.


    MfG
    Honigmaul

  • Hallo Angelika,


    da gibt es ja mehrere Möglichkeiten. Volk zur Seite stellen und ZBA auf dem Platz lassen. Oder ZBA verstellen. Wenn Du die Flugbienen behalten willst, brauchst Du vermutlichen einen zweiten Standplatz für 4 Wochen. "Verstellen auf kurze Distanz" könnte auch klappen. Würde ich jetzt aber nicht mit einem Ableger mit frischer Königin machen. Durchrütteln tut ihr nicht gut.


    Oder wie oben beschrieben, ZBA wegstellen und ohne Flugbienen starten. Flugloch super klein halten. Es besteht Räubergefahr.


    LG Olivia

    Wiedereinsteigerin nach 20 Jahren. :Biene:

  • Hallo!


    Danke für Eure Antworten!


    Das "Muttervolk" hat schon wieder sehr viele Spielnäpfchen angelegt, eines davon hat definitiv ein Ei drin, deshalb habe ich den ZBA stehen lassen und das Muttervolk verstellt. Im ZBA waren allerdings einige Weiselzellen, die ich bis auf zwei gebrochen habe (oder soll ich nur eine stehenlassen?). Naja, mal schauen was sie machen und ob sie schwärmen.


    Warum ist im Moment die Räubergefahr groß? Ich dachte das ist erst ab Juli ein Problem? Muss ich das Flugloch dann winzig machen oder kann ich es auch drei-vier cm groß halten?


    PS: Warum tut einem Ableger mit junger Königin ein Verstellen auf kurze Distanz nicht gut? Ich wollte meine Ableger, wo die Königin geschlüpft ist eigentlich auf den alten Standort zurückholen, ist das dann auch ein Problem?


    Danke nochmal für Eurer geduldiges Lesen!


    Liebe Grüße Angelika

  • 1. wenn Trachtpause besteht Räubereigefahr und Bienen sind Sparfüchse- warum weit fliegen, wenn nebenan die Scheune offen steht.
    Für die ABleger reicht es, wenn 1-2 Bienen durchkommen- als ca 8-10mm
    2. eine Königin ist erst sicher, wenn der eigne Hofstaat ausgebrütet ist- also 3-4 Wochen nach Eilage, vorher wird sie geduldet, weils nicht besseres gibt. Bis dahin sollten Störungen vermieden werden, sonst könnte es passieren, das sie eingeknäult und abgestochen wird. Das ist vor allem wichtig, wenn man die Rasse wechselt.
    Gruß Fred

  • Wenn der ZBA jetzt auf den Platz des Volkes steht, ist er ja stark und nicht so Räuberei gefährdet, wie ein Ableger. Ein Volk ohne Königin ist gefährdeter, als eines mit. Vermutlich fehlt der Zusammenhalt ohne die Königin. Die Bienen verteidigen sich nicht so stark, wie mit Königin.


    "Verstellen auf kurze Distanz" ist hier ein fester Begriff und beschreibt das Verfahren, ein Volk innerhalb des Flugkreises (innerhalb 3-4 km) zu verstellen ohne sämtliche Flugbienen zu verlieren. Z.B. Von vor dem Haus die Völker hinter das Haus zu stellen. Normaler Weise würden die Bienen ja wieder vor dem Haus die Beute erwarten. Um das zu verhindern gaukelt man den Bienen das "Umstürzen des Baumes" vor. Die Bienen werden eine Zeitlang durchgeruckelt und an den neuen Platz gestellt. Das Flugloch wird mit Gras oder Efeu oder Ästen so blockiert, dass sie merken, es ist etwas anders beim Rausfliegen. Das bewirkt, dass sich die Bienen neu einfliegen. Der Umzug ist geglückt.


    Würdest Du eine Wz durchschütteln, könnte die Larve absterben. Würdest Du die junge Königin im Ableger durchruckeln (siehe oben) könnte sie von den Bienen erlegt werden, weil sie so nervös rumrennt.


    Wo ist der Alte Standort? Im Flugkreis?


    LG Olivia

    Wiedereinsteigerin nach 20 Jahren. :Biene:

  • Ah, dankeschön!


    Ich dachte immer, man könnte den Ableger nach 4 oder 5 Wochen wieder zurückholen.


    Mein alter Standort ist außerhalb des Flugkreises, ich habe extra einen für meine Ableger. Sie können dort aber nicht überwintern, weil er an einem Fluss liegt und im Herbst und Winter eine echte Kältesenke ist.

  • Hallo Angelika,


    ja, na klar, kannst Du Deine Ableger nach 4-5 Wochen zurückholen. Das Durchschütteln ist da ja praktisch "inklusive", durch den Transport. Bei der Entfernung fliegt keine Biene zurück. Die Flugbienen, die bei der Ablegerbildung dabei waren, sind inzwischen nicht mehr da.


    Bei dem "Verstellen auf kurze Distanz" geht es darum, die Bienen ohne den Umweg eines weit entfernten zweiten Standes, direkt zu verstellen und trotzdem alle Flugbienen zu behalten. (Habe ich gerade heute wieder erfolgreich durchgeführt.)


    LG Olivia

    Wiedereinsteigerin nach 20 Jahren. :Biene: