(Schlupfreife) Weiselzelle in abgeschwärmtes Volk einbringen ?

  • Morgen bekomme ich eine schlupfreife Weiselzelle "guter Abstammung", die ich eigentlich in einen neu zu bildenden Brutableger geben wollte. Nun stellte ich gestern fest, dass in dem für die Brutwabenentnahme vorgesehenen Volk "A" gedeckelte WZ waren, die Kö das Stiften eingestellt hat und wohl Schwärmen unmittelbar bevorstand. Ein erfahrener Imkerkollege hat die alte Kö gefunden, mit der wir einen Königinnenableger gebildet und außerhalb des Flugradius gebracht haben (Schwarmvorwegnahme). Eine verdeckelte WZ haben wir im abgeschwärmten Volk A stehen gelassen. Nun erwäge ich folgendes Vorgehen:


    Morgen WZ aus Volk A sehr vorsichtig herausschneiden. Die schlupfreife WZ "guter Abstammung" von Imkerkollegen in Volk A einbringen, evtl. dort, wo ich direkt vorher die "eigene" WZ herausgeschnitten habe. Hoffe, dass Volk A die Zelle annimmt und ich dann, falls Begattung erfolgreich, ein Volk mit guter Kö für nächstes Jahr habe, das mir dieses Jahr hoffentlich noch den Frühtrachthonig trocknet und vielleicht noch etwas Sommertracht einbringt.


    Am gleichen Stand habe ich ein zweites Volk B, bei dem ich am 12.5. weder die gezeichnete Kö noch Stifte, aber (wahrscheinlich frisch) verdeckelte WZ gefunden hatte. Von letzteren ließ ich 2 stehen und brach die restlichen. Ich nehme an, dass etwa am 7. 5. die letzten Stifte gelegt wurden (gestern Auslaufen letzter Drohnenbrutzellen), zwischen 7. und 12.5 ein Schwarm abgegangen ist und evtl. ca. am 19.5. eine oder zwei neue Kö geschlüpft sind, deren Verbleib/Begattung aber zweifelhaft ist, da gestern keine Stifte zu sehen waren.
    In dieses Volk B möchte ich die aus Volk A entnommene WZ reinhängen. Ich verspreche mir davon, dass, falls in Volk B eine Kö vorhanden ist, diese die WZ aufbeißen und in Kürze das Stiften beginnen wird (wäre mir lieb, da das Volk positive Eigenschaften hatte). Sollte aber keine Kö vorhanden sein, sollte das Volk B die einige Minuten vorher entnommene WZ aus Volk A annehmen.


    Könnte dieses Vorgehen Erfolg versprechen? Was sollte ich beachten? Eine Weiselprobe bei Volk B möchte ich nicht machen, da ich am gleichen Stand kein Volk mit junger Brut habe und ich ungern an einem anderen Stand aus einem gestern erst durchgesehenen Volk mit anderem Wabenformat 3 Honigräume abstapeln und den Brutraum schon wieder öffnen möchte.
    Karl

    Etwa 10 Völker auf Dadant an etwa 3 Standorten. "Bienenrasse":roll:: was sich bei Nachbarimkern so bewährt hat.

  • Hallo Karl,


    von meiner Erfahrung her würde ich sagen, dass das klappen wird. Zumindest der erste Teil. Bei dem zweiten weiß man nie was so genau im Volk ist. Ich habe aktuell auch so einen Kandidaten. Also die Weiselzelle bei dem ersten Volk wird mit hoher Wahrscheinlichkeit angenommen werden. Du könntest noch zur Sicherheit die Zelle in einen Zellschutz stecken oder ggf. die Zelle (bis auf den Teil unten) mit Kreppband oder so schützen. Beides habe ich noch nie gemacht und trotzdem sind mir noch keine Zellen ausgebissen worden.


    Gruß


    Frank

  • Mach nicht so ein Gewese mit dem Ausschneiden der Zelle, hänge sie samt Wabe um.


    Die Zuchtzelle kriegt dann das entweiselte Volk oben zwischen die Träger.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Danke für die Tipps, Frank und Henry. Ich hoffe, dass ich dann nach der Aktion in den beiden Völkern keine Schwarmprobleme mehr habe.
    Karl

    Etwa 10 Völker auf Dadant an etwa 3 Standorten. "Bienenrasse":roll:: was sich bei Nachbarimkern so bewährt hat.

  • N'abend zusammen,


    ich hatte letztens auch einem abgeschwärmten Volk so eine schlupfreife WZ untergeschoben. Das hat natürlich sehr gut geklappt. Das Volk sitzt noch auf etwa 5 Dadantbrutwaben plus 2 HR. Erstaunt hat mich, dass die junge Königin jetzt nach etwa 2 Wochen die Brutwaben fast vollflächig bestiftet sind (mindestens 3 Waben). Das entwickelt sich in Ablegern deutlich langsamer. Muss wohl mit der Volksgröße und der besseren Versorgung zusammenhängen.


    Gruß Jörg

  • Habe heute die schlupfreife WZ bei Kollegen abgeholt und bin damit zum Außen-Stand gefahren.
    Dort stellte ich fest, dass das vor ca. 3 Wochen abgeschwärmte Volk B inzwischen Stifte hat, was mir recht ist. Habe die Beute zugemacht und lasse es erst mal in Ruhe.
    In Volk B konnte ich zu meiner Überraschung die vor 2 Tagen beim Erstellen des Königinnenablegers an bekannter Stelle bewusst stehen gelassene WZ nicht mehr finden. Habe dann eine Wabe mit verdeckelter Brut (Dadant) sowie eine Wabe mit Brut und Pollen entnommen und zusammen mit einer Futterwabe und einer Mittelwand einen Ableger erstellt, dem ich die schlupfreife WZ verpasst habe. Was nun in dem Restvolk "Sache ist", ist mir unklar; bei diesem werde ich wohl in etwa 1 Woche eine Weiselprobe machen.
    Karl

    Etwa 10 Völker auf Dadant an etwa 3 Standorten. "Bienenrasse":roll:: was sich bei Nachbarimkern so bewährt hat.