Wie lange nutzt ihr die Waben im HR?

  • Hallo,


    nachdem ich dieses Jahr auf Zandant umgestiegen bin, stehe ich vor der Frage, wann ich die Waben in den HR erneuern muss.
    Ich habe überlegt, jedes Jahr 1/3 zu erneuern und zwar den Teil, der auf der Seite des Brutnestes (Kaltbau) sitzt. Auf der abgewanden Seite würde ich dann mit MW ergänzen.
    Wie lange lasst Ihr die Waben im HR in Betrieb?


    Viele Grüße


    Tom

    Auch eine eierlegende Wollmilchsau gibt keinen Honig.

  • und alles wo Pollen drin ist auch besser einschmelzen wegen der Wachsmotte ;)


    so mach ich es - ich lass sauber lecken und sortiere dann die mit Pollen aus

    mein Fahrradlicht ist mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs und ich ganz knapp hinterher

  • Ja, die mit Pollenbestückten Waben nimm lieber nicht mit ins Winterlager. Da im Spätsommer nach dem Schleudern die Räubergefahr groß ist, sortiere ich die "Pollenwaben" schon vor dem Auslecken aus und schmelze sie ein. Dann brauche ich die Waben (nach dem Auslecken) nicht wieder aus dem Volk nehmen und kann den Deckel früher wieder auflegen.


    Es nützt auch nichts, wenn man im Frühjahr alle HR mit ausgebauten Waben hat. Der erste HR kommt bei mir mit ausgebauten Waben drauf, weil es da noch nicht so viele Baubienen gibt. Aber im zweiten HR sollten die Bienen ordentlich bauen können. Ein Kern mit ausgebauten Waben finde ich gut und außen dann auf beiden Seiten Mittelwände. So dämpft man den Schwarmtrieb, indem man die jungen Bienen beschäftigt. Sind alle Waben noch vom letzten Jahr ausgebaut, entfällt dieses Instrument zur Schwarmvermeidung.


    Von daher mache ich mir im Spätsommer Gedanken, mit wie vielen Völkern ich im nächsten Jahr Honig machen will und zähle dann meine HR mit ausgebauten Waben. Die restlichen Honigraumwaben können dann eingeschmolzen werden.


    LG Olivia

    Wiedereinsteigerin nach 20 Jahren. :Biene:

  • Ich schmelze jedes Jahr alle HR-Waben ein und lasse immer neu ausbauen.Das ausbauen geht superfix vonstatten, es handelt sich nur um wenige Tage. Den geringen Vorsprung an Trachteinlagerung kann ich verschmerzen.
    Nur dieses "jungfräuliche" Wachs wird von mir für neue Mittelwände für den Honigraum oder für Anfangsstreifen für den Brutraum genutzt, alles andere wird aus dem wachskreislauf entfernt.
    Gruss
    landpomeranze

  • Simon, wie meinst Du das?
    Mein bisher spätester Schleudertermin war einmal der 18.7.Grundsätzlich ernte ich 2x, in der Regel Mitte bis Ende Mai und dann Anfang bis spätestens Mitte Juli.Vielleicht habe ich mich da missverständlich ausgedrückt, denn ich muss zugeben, dass ich die Honigwaben, die die Völker in der Frühtracht ausgebaut haben, wieder aufsetze und die dann mit der Sommertracht gefüllt werden:oops:
    Dieses Jahr werde ich sogar nur einmalig Mitte Juno schleudern um die Tracht, die dann noch dicke an meinen Standorten herrscht, zum Neubau nach der TBE zu nutzen.

  • Es ist viel einfacher, z.B. Waldhonig aus älteren Honigraumwaben zu schleudern als von diesjährigen Waben oder gar frisch ausgebauten Mittelwänden.
    Wenn der Wald richtig einsetzt dann kann man nicht genug ausgebaute HR-Waben haben.

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Ich schmelze jedes Jahr alle HR-Waben ein und lasse immer neu ausbauen.Das ausbauen geht superfix vonstatten, es handelt sich nur um wenige Tage. Den geringen Vorsprung an Trachteinlagerung kann ich verschmerzen.


    So züchtet man Schwärme. Die erste richtige Tracht wird genutzt zum Ausbauen, aber wenn mehr Nektar reinkommt als verbaut bzw. dann eingetragen werden kann, landet dieser erstmal im Brutnest. Und ab da läuft die Uhr. Wenn Du auch erst viel später die ersten Zellen findst, lag de Auslöser für die Entscheidung weiter zurück. Der Raps blüht hier gleichzeitig mit dem Baubeginn. Klar bauen die dann superfix aus! Sollen sie auch, aber da bekommen sie von mir auch schon den zweiten HR mit Mittelwänden - der erste mit ausgebauten Waben (+2-4 Mittelwände) steht dann aber schon min. drei Wochen drauf!


    Ich halte pro Volk zwei Zargen ausgebaute Waben vor. Hat sich über die Jahre bewährt. Oft brauch ich sie nicht alle, dann schmelze ich am Ende des Jahres großzügiger/kritischer ein.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Pro Honigraum 4 ausgebaute Waben, den Rest mit Mittelwänden und dies muss rechtzeitig geschehen, damit die bauen können.


    Was mir rechnerisch im Frühjahr an Überhang von den Honigraumwaben habe, das wandert im Frühjahr in den Brutraum im Austausch gegen ältere und zuviele Pollenwaben.

  • Das alles ist sehr interessant und lehrreich für mich. Allerdings hat es nur beschränkt Gültigkeit für meine Betriebsweise, ich arbeite mit Dadant US.
    Die Honigräume werden bei mir so früh wie möglich aufgesetzt, anfangs schon im März, wenn mich andere dafür ausgelacht haben. Heutzutage achte ich mehr auf die jährliche Temperaturkurve und halte mich nicht mehr so starr und streng an bestimmten Tagen/ Monaten fest.
    Wichtig vielleicht auch für Euch als Info: ich habe null (wirklich!!!) Raps an meinen Standorten, ebensowenig wie Mais. Gott sei Dank, ich möchte beides nicht haben und habe einen Stand in der Vergangenheit wg Raps aufgegeben. Habe ich bis heute nicht bereut.
    Lieben Gruss
    LP

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Landpomeranze () aus folgendem Grund: jaja, die reflexiven Verben...