Königin aus neuer Zucht in Ablegerteil

  • Ich habe in diesem Jahr mit der Königinnenzucht mehr neue Königinnen zu erwarten, als Begattungsvölkchen bereitgestellt werden können.
    Kann ich einen Ableger durch Schiede und einsetzen eines Ablegerbodens so aufteilen, daß 2 Sektionen als Begattungsvölkchen genutzt werden?


    Ich würde die neuen, unbegatteten Königinnen in einen Zusetzkäfig mit Futterteig sperren. Würden die Arbeiterinnen das akzeptieren oder wegen der im Nachbarabteil noch aktiven Königin (mit den entsprechenden Duftsignalen) abstechen?

  • Das heißt, die Königinnen sind nicht hinter einem bienendicht Schied (wie bei Ablegerböden üblich), sondern sollen von den anderen Begattungsvölkchen mitversorgt werden?
    Da bin ich skeptisch. Ich habe schon erlebt, dass eine Königin im Zusetzkäfig abgestochen wurde, weil der Ableger anders als gedacht nicht weisellos was


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hallo Wolfgang,
    die Königinnen wären hinter bienen-,aber nicht geruchsdichten Schieden (wie bei Ablegerböden üblich). Sie sollen und können auch nicht von den anderen Begattungsvölkchen mitversorgt werden.
    In dem von Dir geschilderten Fall war die neue Königin vielleicht unbeabsichtigt im gleichen Abteil wie die alte Königin?.



    Ich stelle mir das so vor, daß z.B. die mittlere Sektion (mit 4 Waben) für die alte Königin reserviert bleibt und die beiden Seitenabteile (mit je 3 Waben) als Begattungsabteile mit je einer unbegatteten Königin besetzt werden.
    Jürgen

  • Dann hätte ich keine Bedenken. Auch das Aufsetzen von schwachen Völkern im Frühjahr funktioniert ja gut, obwohl hier keine bienendichte Trennung erfolgt, sondern im Gegenteil Bienen in das fremde Brutnest gehen.
    Dass auf Ablegerböden die Bienen geruchsdicht getrennt sind, ist eher relativ.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Wenn du das ganze nur zur Begattung machen willst sehe ich da keine Probleme. Jedoch wenn du Ableger machen willst und dann zum Winter richtige Jungvölker haben willst, wird es schief gehen. Ich hab es letztes Jahr auch machen müssen und festgestellt, dass ein Volk richtig stark war und das andere eher schwach. Es gibt zu viel Verflug... Ich hatte das Gefühl, dass die einzelnen Bienen ihren eigenen Hintern retten wollten und zu der besseren Weisel gewechselt haben. Jedoch hatte ich die Beute durch zwei geteilt und keine Altkönigin mit bei.
    Gruß
    Eddy

  • Hallo Eddy,
    es geht nur um die Begattung. Ich werde später die Schiede ziehen und den ursprünglichen Zustand wieder herstellen. Das Volk soll dann im Herbst evtl. zur Verstärkung eines schwachen Volkes dienen oder verschenkt werden.
    Gruß
    Jürgen

  • Mit Ablegerböden und Trennschieden habe ich nur schlechte Erfahrungen gemacht. Ich habe die Segeberger Ablegerböden mit 2 Trennschieden. Königinnen schlüpften in allen 3 Abteilen. Bei der Eilagekontrolle waren nur noch in beiden Randabteilungen Königinnen und das gleich in 3 Fällen. In einem Ablegerabteil lag eine tote Königin auf dem Absperrgitter.
    Ein weiteres Problem ist die Entnahme der Ableger. Junge Königinnen sind schlecht zu sehen und rennen auch mal ganz gerne von der Wabe herunter und wuseln dann in der Ablegerabteilung herum. Einen einfachen Ablegerkasten kann man ausklopfen, so einen Mehrfachkasten aber nicht.
    Ich würde so etwas nicht mehr verwenden.


    Gruß Ralph

  • Hallo Ralph,
    ich habe Verständnisprobleme:
    1. In die Ablegerabteile (= Begattungsvölkchen) werden doch nur geschlüpfte Königinnen aus dem umfunktionierten Pflegevolk oder einem anderen Pflegevolk gesetzt, sie schlüpfen nicht in den Begattungsvölkchen.
    2. Welche Funktion hatte das Absperrgitter? Ich decke die 3 Abteilungen mit je einer Acrylplatte so dicht ab, daß es keinen Querverkehr und keine tote (abgestochene?) Königin geben kann.


    Daß junge Königinnen sehr schlecht zu sehen sind, ist für mich auch ein Problem. Ich überlege deshalb, ob ich die geschlüpfte Königin nicht noch vor dem Einsetzen ins Begattungsvölkchen kennzeichnen sollte. Davon wird mir allenthalben abgeraten, obwohl ich die Kennzeichnung nicht mit einem Lösungsmittel (=Plättchen) sondern mit einem Stift mache. Im vorigen Jahr ist mir eine Königin aus dem Begattungsvölkchen abhanden gekommen, d.h. vom Begattungsflug nicht zurückgekehrt, jedenfalls habe ich sie nicht gefunden. Die verbliebenen Königinnen habe ich nur an der Eilage identifiziert, gefunden habe ich sie nicht.


    Wie ist Deine Meinung zur Kennzeichnung einer unbegatteten Königin?
    Gruß,
    Jürgen

  • Hallo Jürgen,
    Kennzeichnung gerne aber erst nach der Begattung sonst ist die Weisel schnell Vogelfutter. Bei mir sitzen die Meisen förmlich vor dem Ableger-Flugloch und warten... meistens erwischt es einen dicken Drohn


    Gruß
    Eddy

  • Hallo Eddy,
    danke für die Info. Ich wäre nicht darauf gekommen, dachte immer es läge am Lösungsmittel.
    Daß eine markierte Königin die Aufmerksamkeit von Meisen eher erregt, kann ich mir vorstellen, also lasse ich es lieber.


    Gruß,
    Jürgen