Beim Schleudern zerbrochene Waben

  • Ich habe am letzten Wochenende geschleudert und dabei erheblichen Wabenbruch gehabt (Warmbruch?).
    Das ist passiert, obwohl ich langsam angeschleudert, dann gewendet und wieder langsam angeschleudert, nochmal gewendet und dann nach langsamem Anfahren mit hoher Drehzahl zu Ende geschleudert habe.
    Mein Problem ist jetzt die Verwurschtung der noch reichlich mit Honig gefüllten Bruchstüche. Schleudern mit Einhängetaschen, wie sie für das Entdeckelungswachs verwendet werden, funktioniert nicht. Einschmelzen mit so viel Honig gefällt mir auch nicht.
    Hat jemand einen Rat?

  • Pressen! Vielleicht kann Dir irgendjemand eine Korbpresse leihen, wie man sie für Obst benutzt.
    Es lohnt sich auch die Anschaffung (Edelstahlausführungen mit 10-Liter-Presskorb gibt es ab ca. 250 Euro). Du wirst auf den Geschmack kommen!


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Wabenwerk gründlich zerstören und durch ein Feinsieb tropfen lassen. Nach 2 - 3 Tagen ist das meiste raus getropft. "Tropfhonig", ungeschleuderter Honig.


    Ich wage es zu erwähnen, dass dieses Verfahren unter "Bienenkiste" beschrieben wird - dort gibt es erst gar keine Rähmchen im HR.

  • Wabenwerk gründlich zerstören und durch ein Feinsieb tropfen lassen. Nach 2 - 3 Tagen ist das meiste raus getropft. "Tropfhonig", ungeschleuderter Honig.


    Es gibt ja dieses Entdecklungsgeschirr, z.B. bei http://www.holtermann-shop.de/…ntdecklungsgeschirre.html, Bestellnummer 5040. Das zerkleinerte Wabenwerk wird in die Lochwanne gefüllt, der Honig fließt durch die Löcher in die Plastikwanne darunter. Der durchgeflossene Honig wird dann ganz normal durch den Siebsatz geschickt.
    Durch Pressen kann man dann noch weiteren Honig herausholen.
    Diese Einhängesäcke zum Ausschleudern sind nur wenig wirksam im Vergleich zum einfachen Abtropfen und in der Schleuder schwer auszutarieren, würde ich nicht empfehlen.


    Gruß Ralph

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  • Eine Spindelpresse aus Edelstahl kostet hier.


    Diese Presse benutze ich auch.
    Pressack braucht man übrigens keinen. Es kommt nur wenig Wachs durch den Korb und gesiebt wird der Honig ja wie üblich.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

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  • Diese Einhängesäcke zum Ausschleudern sind nur wenig wirksam im Vergleich zum einfachen Abtropfen und in der Schleuder schwer auszutarieren, würde ich nicht empfehlen.
    Gruß Ralph


    Für kleine Mengen finde ich diese Schleudersäcke völlig ausreichend und auch nicht schwer auszutarieren. Sogar eine ganze Zarge Warre Stabilbauwaben voll Honig (20Kg) konnte ich mit zwei solchen Säcken ausschleudern. Die Waben wurden komplett in einem Eimer mit einem Kartoffelstampfer zermatscht und anschließend in die Schleudersäcke gegossen. Dabei fließt ein Großteil gleich durch, wie bei einem Sieb und der Rest läßt sich fast trocken ausschleudern.

  • Danke für die gute Beratung.


    Eine Presse wäre für die infrage kommenden Mengen von ca. 3 großen Eimern eher überdimensioniert, hätte aber wohl den besten Wirkungsgrad.
    Zermatschen und Ausschleudern hätte zumindest den Vorteil, daß ich mit den Einhängetaschen nicht schon wieder einen Fehlkauf hingelegt hätte.
    Nachdem ich die Schleuder und die anderen Utensilien schon wieder gereinigt habe, bleibt mir für diese Frühtracht nur das Verfahren der "Bienenkiste" als
    lohnender Versuch.
    Die Einhängetaschen mit zermatschtenn Waben werde ich für die Sommertracht nochmal testen, hoffe aber, daß mir der Wabenbruch zukünftig erspart bleibt.


    Jürgen

  • Die Presse sieht zwar gut aus, ist doch aber elend klein? Entweder man hat nur wenig Honig zu pressen, dann ist das reichlich Geld dafür, oder man braucht damit recht lange?


    Ich presse damit 200 bis 300 kg pro Jahr und das ist harte Arbeit. Besser wäre die 20-Liter-Ausgabe. Noch größere Geräte lassen sich mit Muskelkraft kaum betätigen. Es gibt aber auch hydraulische Pressen.
    Ich träume von einer Schneckenpresse...


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • bleibt mir für diese Frühtracht nur das Verfahren der "Bienenkiste" als
    lohnender Versuch.


    Bitte berichte, wie es funktionierte. Ich stelle immer wieder die starke wasseranziehende Eigenschaft von offen herumstehendem Honig fest und würde deshalb auf Folgendes achten:
    a) kleine Oberfläche mit Luft(feuchte)kontakt
    b) kurze Abtropf-/Stehzeit (nicht länger als 1 Tag)
    c) Oberflächenschicht des Honigs großzügig abschöpfen, da dort der Wassergehalt am höchsten ist.
    Klebrige Gerätschaften und honighaltige Wachsreste setze ich den Bienen (vorzugsweise nachts) zum Sauberschlecken auf. Wenn die Schicht locker und nicht höher als 2 cm ist, sind die Wachsreste binnen einer Nacht vom Honig gesäubert. Sofern vorhanden, setze ich eine Leerzarge dazwischen. Es funktioniert aber auch, wenn man die Wachsrestschale direkt auf die OT der HoRaums aufsetzt. Wenn das länger als 24h so stehen bleibt, beginnen die Bienen punktuell Wabenwerk vom Rand der Schale zu den OT zu errichten. Schalenfütterer (Domabdeckung weglassen) lassen sich ebenso einsetzen.
    Ich hörte sogar von Kollegen, die zumindest Frühtracht-Wachsreste, Siebe, Eimer mit Honigresten etc. offen zum Ausschlecken neben die Völker hinstellen, wenn in der Landschaft noch Tracht herrscht. Dadurch wird aber den Völkern m.E. Räuberei antrainiert.


  • Ich hörte sogar von Kollegen, die zumindest Frühtracht-Wachsreste, Siebe, Eimer mit Honigresten etc. offen zum Ausschlecken neben die Völker hinstellen, wenn in der Landschaft noch Tracht herrscht. Dadurch wird aber den Völkern m.E. Räuberei antrainiert.


    auch Ameisen werden angelockt

  • auch Ameisen werden angelockt


    Die sind sowieso immer sofort zur Stelle - aber die scheinen mir nicht wirklich schlimm. Räuberei ist aber wirklich ein Thema. Letzte Woche beim Ausladen der geschleuderten Räume am Stand stand das gebaute Türmchen ein paar Minuten unabgedeckt (eben bis alle Räume aus dem Auto und unten angekommen waren). Dachte jetzt Ende Mai ist das noch kein Problem, aber hätte ich das Teil offen stehen lassen, wäre da eine Megaräuberei in Gange gekommen. Da bahnte sich nämlich durchaus ein Anblick wie im Spätsommer an. So habe ich alles noch im Keim ersticken können, weil ich nach dem Ausladen abgedeckt habe. Ich wäre also lieber zu vorsichtig, auch im ausklingenden Frühjahr, als Räuberei zu riskieren. Trachtlücke hat hier nämlich auch keine geherrscht. Muss nichts passieren, aber kann schneller losgehen, als man denkt.