Imker will den hart erarbeiteten Honig der Bienen nicht vermurksen

  • Hallo zusammen,
    so am Samstag meinen Frühtrachthonig geschleudert umd was soll ich sagen ich bin super zufrieden. Haben meine Bienen gut gemacht. Und nun bin ich drann und will den Honig nicht vermurksen und dazu habe ich ein paar Fragen.


    Ich schöpfe den Honig ab,warte bis er trüb wird und würde dann 2 mal täglich rühren solange bis er schlieren zieht ( die vielumsagte Perlmutfarbe ). Danach lasse ich den Honig in Ruhe bis die Kristalisation zu Ende ist, erwärme den Honig nochmals auf 35 Grad rühre einmal noch durch und dann abfüllen?? Richtig so?
    Aber dann könnte ich ja gleich den Honig hart werden lassen und mit dem Rapido durchgehen. Dann müsste ich nur einmal
    rühren? ( so wollte ich den 2ten Kübel behandeln damit ich einen Unterschied erkenne weil ich ja noch keine Erfahrung habe)
    Frage zwei
    Wann messt Ihr die Feuchte im Honig..habe nach dem Schleudern immer gleich den Honig gemessen und dann erst den Ablasshahn aufgedreht. Dort hatte ich einmal 17,8 und 17,2 und 4 mal wischen 16,0 und max 16,4. Wie ich gertig mit dem Feinsieb war lag der Honig im Durchschnitt zusammengerührt bei 17,1😕 der Honigraum hatte 23 Grad und 43% Luftfeuchte. Zieht der so schnell Wasser? War vielleicht 2 bis 3 Stunden im Schleuderraum?


    Letzte Frage
    Ich habe ca 8kg Honig mit 22% Feuchte. Daraus würde ich gerne Met machen. Wie schnell gährt mir der Honig im Hobbock? Weil ich denke dass ich in 14 bis 20 Tagen erst Met mache und da sollte man noch nicht gegährten Honig hernehmen?
    Hält der solange durch oder sollte ich den voher erhitzen und dannach wieder in den Hobbock und warten bis ich dazu komme Met zu machen?


    Recht vielen Dank für eure Tipps.

  • Kann man so machen. Wenn Du besseren Honig willst, schäum ihn nicht ab, rühr ihn, bis er gerade noch flüssig genug ist zum Abfüllen und dann direkt in die Gläser.


    Zum Messen der Feuchtigkeit: Sinn macht es vor allem, dann zu messen, wenn es noch nicht zu spät ist. Deswegen messe ich vor der Ernte diverse Waben und dann, wenn der erste Honig aus der Schleuder kommt. Dann kann ich die Ernte noch abbrechen (ich ernte Zug um Zug). Ist er erst im Hobbock, ist es gut zu wissen, dass der Honig schön trocken ist (deswegen messe ich da auch noch mal), helfen tut's aber nichts mehr - außer bei der Entscheidung, ob man Met daraus machen muss.


    Die Luftfeuchtigkeit im Raum spielt keine so große Rolle, wenn Du nicht gerade in einem Kellerloch schleuderst, wo das Wasser die Wände runter rinnt. Wichtig ist, den Honig nicht zu lange offen stehen zu lassen.


    Auch ein Honig mit 22% gärt nicht sofort. Du wirst bei der Metherstellung noch feststellen, dass Honig gar nicht so leicht ans Gären zu bringen ist. Stell ihn kühl, dann geht das schon mal 14 Tage.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hallo Wolfgang,


    was veranlasst Dich zu der Aussage, dass sich die Qualität des Honigs durch ein Unterlassen des Abschäumens steigern ließe? Das Abschäumen dient umgekehrt gerade der Verbesserung des Produkts. Es sollen dadurch die feinen noch enthaltenen Wachspartikel zusammen mit den aufsteigenden Luftblasen abgeschöpft werden.


    Weiterhin ist die Aussage zur Luftfeuchtigkeit ebenfalls kritisch zu sehen. Honig ist bekanntermaßen hygroskop. Das beschreibt gerade die Fähigkeit, Wasser aus der Umgebungsluft aufnehmen und binden zu können. Es macht also durchaus einen Unterschied, welche Luftfeuchtigkeit bei der Bearbeitung des Hongs herrscht.


    Gruß
    Christian


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  • Hallo Wolfgang,


    deshalb habe ich in der Schleuder nach jedem Schleudervorgang gemessen und dann erst den Abflusshahn geöffnet.
    Was sich mir noch nicht ganz erschließt ist warum rühre ich Honig über Tage wenn ich doch gleich mit dem Rapido arbeiten kann? Habe ja dann auch nicht das Problem dass ich das Zeitfenster zum rühren verpassen könnte?


  • was veranlasst Dich zu der Aussage, dass sich die Qualität des Honigs durch ein Unterlassen des Abschäumens steigern ließe?


    Meine feine Zunge.




    Weiterhin ist die Aussage zur Luftfeuchtigkeit ebenfalls kritisch zu sehen. Honig ist bekanntermaßen hygroskop. Das beschreibt gerade die Fähigkeit, Wasser aus der Umgebungsluft aufnehmen und binden zu können. Es macht also durchaus einen Unterschied, welche Luftfeuchtigkeit bei der Bearbeitung des Hongs herrscht.


    Versuch mal nachzurechnen, wieviel Wasser in einem m³ Luft bei 23 Grad und 44% rel. Luftfeuchtigkeit sind.
    Und dann berücksichtige, dass der Honig nur an der Luftkontaktfläche Wasser aufnimmt. Das macht nichts Messbares aus.


    Undichte Lagergefässe können auf Dauer ein Problem sein; zwei, drei Stunden im Schleuderraum ist keine Thema.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)


  • Was sich mir noch nicht ganz erschließt ist warum rühre ich Honig über Tage wenn ich doch gleich mit dem Rapido arbeiten kann? Habe ja dann auch nicht das Problem dass ich das Zeitfenster zum rühren verpassen könnte?


    Womit Du rührst, ist Geschmacksache (und evtl. eine Frage von Kraft und Ausdauer). Auch mit dem Rapido wird der Honig nur optimal cremig, wenn du während der Kristallisation rührt, die dauert ein paar Tage oder länger.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Wenn ich das richtig verstanden habe, rührt man mit dem Rapido nicht während der Kristallisation, sondern danach, also wenn der Honig schon steif, aber noch nicht völlig hart ist, zumindest legt das das allseits bekannte Werbevideo nahe, wo jemand genau so verfährt.
    Man nutzt die Eigenschaft, dass Honig je nach Sorte mehr oder weniger tixotroph reagiert, d.h. er wird beim Rühren mit hoher Drehzahl erneut fließfähig (nicht flüssig!), die Kristalle werden nochmal anders verteilt und danach soll der Honig weich-cremig bleiben.


    Bei allen anderen Rührsystemen rührt man aber mit niedriger Drehzahl und sorgt so für viele kleine statt weniger großer Kristalle noch während der Bildung derselbigen.


    Zerschlagen werden meiner Meinung nach keine Kristalle, bei keinem Verfahren, auch wenn das immer und immer wieder gesagt wird, aber dazu sind sie meiner Meinung nach zu klein. Es geht nur um Verteilung und Freilegen neuer Kondensationskeime, um eben mehr Kristalle zu erhalten, die dafür dann kleiner bleiben.


    Rapido und andere Rührer sind also nicht richtig vergleichbar und werden ganz anders eingesetzt. Es soll wohl auch Unterschiede geben im Endergebnis, dazu kann ich aber selber nix sagen.
    Ich frage mich nur, wie man mit dem Ding und der hohen Drehzahl verhindern will, dass der Honig zu viel Luft bekommt und offen oder latent schaumig wird. Zuviel Luft kann er nämlich auch schon haben, wenn man es nicht als Schaum oben drauf sieht. Sogar mit normalen Rührern kann man das schaffen, wenn man den Honig noch rührt, obwohl der Honig schon zu zäh ist. Und genau das ist aber Honig, der schon steif im Eimer ist.


    Gruß
    hornet

    Ja, spinn' i oder bien i?

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von hornet () aus folgendem Grund: RS

  • Ich dachte beim Rapido wartet man bis der Honig komplett hart ist erwärmt diesen dann auf 35 Grad damit er weich aber noch nicht flüssig ist.
    Dann wird mit dem Rapido gerührt und dannach nochmals 10 bis 24 Stunden warm gehalten im Abfüller damit die Luft aufsteigen kann.
    Dannach abfüllen und nach ein paar Tage im Glas hat der Honig dann seine endgültige Konsistenz erhalten.

  • Genau Kapiro, so ist es,


    aber WFLP schreibt oben

    Zitat

    "mit dem Rapido wird der Honig nur optimal cremig, wenn du während der Kristallisation rührt, die dauert ein paar Tage oder länger"

    und das ist für mich neu.

  • [QUOTE=Kapiro;511013Ich schöpfe den Honig ab,warte bis er trüb wird und würde dann 2 mal täglich rühren solange bis er schlieren zieht ( die vielumsagte Perlmutfarbe ). Danach lasse ich den Honig in Ruhe bis die Kristalisation zu Ende ist, erwärme den Honig nochmals auf 35 Grad rühre einmal noch durch und dann abfüllen?? Richtig so?
    [/QUOTE]


    So ähnlich, aber nicht ganz:
    Abschöpfen, warten bis sich der Perlmuttschimmer zeigt, erst dann 2x täglich rühren bis gerade noch fließfähig, abfüllen.
    Wenn ich ein schlechtes Gefühl bezüglich des Wassergehalts habe, mache ich eine Probeschleuderung und messe mit einem Aräometer direkt im Eimer. Bei der Frühtracht mindestens 1/3 verdeckelte Waben haben bei mir aber noch nie mehr als 18% gehabt.

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Genau Kapiro, so ist es,


    aber WFLP schreibt oben und das ist für mich neu.


    Ich beziehe mich auf das genannte Verfahren, wo der Honig nicht erst fest wird und dann wieder aufgetaut wird. Deswegen.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)