Flugbienenverluste im Mai

  • Liebes Forum,


    Ich brauche bitte nocheinmal Unterstützung bei der Diagnose von einigen meiner Völker.
    Es geht konkret um die Völker eines bestimmten Standortes.


    Der Standort ist in Siedlungsgebiet und in unmittelbarer Nähe zu einigen Rapsfeldern.


    Letztes Jahr gab es bei 2 Völkern im Verlauf einer Woche gefühlte massive Flugbienenverluste.
    Beide einjährigen Königinnen waren noch in den Völkern aber nichtmehr bzw. extrem unregelmäßig in Eilage. Nachschaffungs bzw. Schwarmzellen gabs keine.
    Eine Woche später war eine von beiden Königinnen nichtmehr auffindbar, die zweite wiederum eine Woche später, dafür waren einzelne Nachschaffungszellen auf den Waben.
    Der Rest der Völker an diesem Standort war durchschnittlich stark und unauffällig.
    Die beiden Völker habe ich Nachschaffen lassen und als starke Völker mit unauffälliger Milbenbelastung eingewintert. (Gefüttert wurde mit ApiInvert)
    Beide Völker sind im Frühjahr mit massiven Ruhrerscheinungen eingegangen. Weitere Ausfälle gabs keine.


    Dieses Jahr habe ich am selben Standort wieder ein Volk, dass letzte Woche nach meinem Gefühl massive Flugbienenverluste erlitten hat.
    Es sieht so aus, als wären fast nur noch Drohnen im Volk.
    Die blaue Königin ist noch da, legt aber auch nur noch extrem vereinzelt.
    Nachschaffungszellen gibts keine. Die Schwarmstimmung die bis letzte Woche deutlich vorhanden war scheint abgeblasen. Es finden sich nur noch ausgetrocknete Näpfchen.
    Ausgewintert hat dieses Volk extrem stark.


    Habt ihr Tipps woran das liegen könnte? Kann das eine Schädlingsbekämpfung beim Raps sein? Aber warum erwischt es dann nur einzelne Völker und alle anderen sind unauffällig?
    Ich bin für wirklich jede Anregung dankbar. Falls ich die Ursache nicht ermitteln kann, muss ich den Standort wohl aufgeben, was mir sehr leid täte.


    Danke & beste Grüße


    Johannes

  • Thema Brut: U.U. zu große Einlagerungsmengen von Nektar während der Rapstracht. Hierdurch Unterbringung auf den Brutwaben. Kőnigin besitzt zu wenig Platz zum Legen: Volk knickt verzőgert ein.
    Beste Grűße,
    Ralf

  • Hallo Ihr beiden,


    Einen Spritzschaden bei nur einem Volk hatte ich im letzten Jahr. Zum Glück regnete es die nächsten Tage und so traf es "nur" die Flugbienen eines Tages. Die Völker sammeln den Nektar nicht alle an der gleichen Stelle. So können auch unterschiedliche Auswirkungen bei Spritzungen in der Standnähe erfolgen.


    LG Olivia

    Wiedereinsteigerin nach 20 Jahren. :Biene:

  • Besonders schlimm erwischt es sehr flugstarke Völker, die eine gespritzte Trachtquelle direkt nach der Spritzung anfliegen. Die verlieren nicht nur Flugbienen, sondern ggfls. auch sämtliche offene Brut in der Form, dass die daraus entstehenden Bienen zu nix zu gebrauchen sind, außer in der Gegend herum zu torkeln. Und das geht solange, bis das Gift weitestgehend aufgebraucht ist.


    Da kann es durchaus passieren, dass 3-4 Wochen nach der Spritzung andere, zuvor deutlich schwächere Völker in der Entwicklung deutlich besser dastehen, als die sehr stark ausgewinterten Völker.


    Trotz dessen ist das Gesamtbild dieses Jahr meiner Meinung nach nicht mit dem zu vergleichen, was die Neonicbeizen im Raps in 2013 und 2014 angerichtet haben.


    Im Zweifel die auch nach dem Raps weiterhin sehr auffälligen Völker vorzeitig komplett bauerneuern, das ist immer noch besser, als dann der Varroa hinterherzulaufen oder andere böse Überraschungen im Winter zu erleben.


    Grüße Sven

  • Vielen Dank für die Antworten!


    Ich werde mich mal umhören, ob sich in der Umgebung ein Landwirt dazu bekennt, dass er beim Raps in die Blüte spritzt.
    Vielleicht lässt der gute Mann/Frau ja zumindest bei der Tageszeit mit sich reden.


    Danke & weiterhin volle Honigtöpfchen,


    Johannes