Bienenstand an Getreidefeldern.

  • Hallo zusammen!
    Bin letztes Jahr mit einem Volk ins Abenteuer gestartet, dieses Jahr wird mir das 800m2
    Grundstück zu eng.
    Hab die Gelegenheit 2 oder 3 Völker auf einem Resthof auf zu stellen.
    Der Stand wäre unter einer großen Eiche.
    (Morgens Sonne, mittags Schatten)
    Von der Ost, über Süd, bis Westseite offene Feldlandschaft mit Getreideanbau.
    In die anderen Richtungen sind Resthöfe mit viel Baumbestand,Gärten und Rapsfeld.
    Nun zu meinen Bedenken.
    10 m vor dem Flugloch beginnt das erste Getreidefeld.
    Werde ich Probleme mit Bienen Verlusten, durch ausgebrachte Mittel bekommen?
    Hat da jemand Erfahrungen mit?
    Und wie seht ihr daß mit dem Wind.
    Die Haupt Windrichtung geht erst über die Obstwiese, aber sonst freie Felder.


    Danke im voraus


    Weis nicht was ich falsch gemacht habe, aber hier nochmal.

  • Hallo Jakob,
    druck dir doch mal ein Google-Maps-Bild ( Sat ) der direkten Umgebung deines Standes aus und schneide alle Felder aus dem Blatt raus, weil da, wenn überhaupt nur 3 Wochen Tracht ist auf die Du und deine Bienen sowieso nicht stehen und der Rest vom Jahr geroundupt ganichts.
    Sei ganz vorsichtig beim Ausschneiden, dass das restliche kümmerliche Gerüst, von dem Du noch die Straßen heraustrennst und die Dächer, nicht zerreißt. Dann legst Du das Ganze wieder auf eine weiße Tischplatte und siehst dir genau an, was für deine Bienen übrig bleibt. Wenn Du die Tischlampe anmachst und von dem Tisch geblendet bist, reicht es wohl nicht.
    Noch was zum Wind. Wind an der Beute ist Bäh, so wie gelber Schnee.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Tja leider ist hier weit und breit keine unberührte Natur zu sehen .
    Bei Dir schauten da schon besser aus.
    War letztes Jahr in Kroatien. So weit man schauen konnte unberührte Wiesen und Sträucher.
    Da stehen dann auch 20 bis 30 Völker an einem Stand, die Landschaft muss man hier suchen.
    Und wenn wir nur auf solchen Landschaften Bienen halten, ist wohl über die Hälfte Deutschlands Bienen frei.
    Freu Dich deiner Natur, ich muss mich mit Roundup rum plagen.
    Wo da wohl der Biohonig her kommt? Aber das ist wohl eine andere Frage.


    Gruß Jakob

  • Nun, es muss nicht unberührte Natur sein, menschengemachte Kulturlandschaft geht auch. Aber die Kernaussage von Wolfgang war: suche einen Stand, an dem die Bienen möglichst das ganze Jahr über Nektar und Pollen finden. Getreidefelder sind eben nix für Bienen. Aber je nachdem kann es ja auch Hecken geben, Wälder, Wiesen, Obstanlagen, Gärten und Ortschaften mit Parks, Gärten etc. Und nächstes Jahr wächst evtl Raps auf den Feldern ? Schau dir z.b mal auf beespace.homecrossing.de das Luftbild deiner Gegend an und den 3km Flugradius, da ergeben sich schon interessante Hinweise, ob ein Standort geeignet ist oder nicht,


    Gruss, Robert

  • 2 m von meinem Hausbienenstand beginnt der Acker. Ich habe seit Jahrzehnten keine Probleme mit irgendwelchen Vergiftungen meiner Bienen. Nur 2008 / 2009 war ich auch einer der vielen Maisbeizengeschädigten.


    So ein Ackerstellplatz ist sicherlich besser als im Wein - oder Obstbau.


  • Das mit der google-Karte ist an sich eine gute Idee, sie hat nur einen Haken:
    Die Karten sind oft nicht jünger als vom Vorjahr - ich habe zumindest noch nie im Frühjahr oder Frühsommer einen Kartenausschnitt gesehen, der jeweils aus dem aktuellen Jahr war...
    Auf dem "beespace" online-Flugradienmenü habe ich neulich erschrocken Raps in meinem Flugradius entdeckt, erstmal geschluckt und dann beruhigt den Jahresstempel 2014 gesehen. Hm... dabei fällt mir ein, dass dieses online Menü evtl. sogar besser für eine Standortsuche ist, als eine google-Karte allein, weil man die Flugradien variieren und damit geringfügig planen kann.


    http://www.homecrossing.de/beespace/


    Gruß Andreas

  • Hallo Franz
    Hast Du denn eine Bienentränke oder ähnliches am Stand?
    So daß sie sich nicht die Tautropfen vom Getreide holen.


    Luftbilder sind veraltet!
    Ob nächstes Jahr Raps in der Nähe sein wird weiß ich nicht, dieses Jahr ist eins keine 100m entfernt.


    Ich habe Weiden gesehen, Akazien sind da, in der Nähe wurde dieses Jahr ein Spargelfeld angelegt (Habe mal was von Spargel blüht späht gelesen, bringt der was?)


    Bis vor ein paar jahren sollen beim Nachbar Bienen gestanden sein.
    Aber wie auch immer, es wird mir wohl keiner was zum Ertrag sagen können.
    Zumindest nicht aus der Ferne.
    Sehr wohl aber gibt es bestimt Erfahrungen zu Getreidefeldern und Wind.
    Und die hätte ich gerne von ein paar Leuten geteilt bekommen.


    Danke nochmal Franz

  • Mais habe ich immer wieder zwei Jahre hintereinander, ansonsten wird abgewechselt mit Klee, Weizen und das war es in Sachen Fruchtfolge. Was mein Pächter nie anbaut das ist Raps.


    Ich habe in meinem Garten einen Teich wo absolut reger Bienenverkehr herrscht und zum Bach sind es ist circa 100 m. Der Lieblingsplatz der Wasserholerinnen scheint aber dann mein Gemüsegarten zu sein.



    Ich habe noch nie, aber auch noch eine Biene am Mais Wasser holen sehen.
     
    Ich versichere Euch ich habe immer sehr starke Völker keine Schwächlinge. Momentan kommt meine Frau jeden Tag aufgeregt vom Garten rein, weil sie meint, dass ein Schwarm in der Luft sei ob der großen Bienenanzahl.


    Ich möchte meinen Standplatz mit niemanden eintauschen, da der Wald auch nur circa 200 m entfernt ist und ich anscheinend einen für die Bienengesundheit ungefährlichen Standplatz habe.

  • Ja Jacob,
    war nicht böse gemeint von mir.
    Bei genauer Betrachtung der Google-maps siehst Du z.B. ob eine kleinteilige Felderstruktur vorherrscht oder ob da lauter Riesenparzellen einer ehem. LPG sind. Bei uns z.B. zwischen Radegast und Jeßnitz ( nein, niemals würde ich bei Bitterfeld schreiben ) ist es ziemlich schwer einen Stand zu finden, der nicht von diesen Riesenfeldern umgeben ist. Wenn bei uns der Raps blüht, dann bis zum Horizont oder wie es manche auch sagen bis Herleshausen.
    Dass die Aufnahmen nicht jahresaktuell sind macht garnichts. Hält sich ein Landwirt an die schon im Mittelalter erfundene Fruchtfolge, wird da im Drei- oder Vierjahresrytmus immer was anderes gepflanzt. Dass das nicht besonders ergiebig ist für die Bienen bleibt trotzdem. Entweder für Bienen uninteressant, oder vergiftet. Naja, mit Sonnenblumen kann man Glück haben, aber da fällt die Tracht auch schon mal aus.
    Es seihe denn, Du hättest da einen echten Ökolandwird, dann klappt es sogar mit Kornblumenhonig.
    Spargel, da denke ich sofort an die Kollegen im Rheintal, die öfters mal Vergiftungen von Völkern auf die Spritzungen in den Spargelfeldern schieben.
    Mein größtes Problem als Anfänger war, dass ich mich des Öfteren bei mehreren Möglichkeiten für die entschieden habe, die mir praktischer oder einfacher erschien.
    Ich habe Besuche an den Bienenständen nach meinen Terminlücken terminiert. Standorte gewählt die für mich nah und einfach waren, geerntet, behandelt und umgestellt, dann, wenn es mir passte.
    Heute habe ich verstanden, dass das was für mich praktisch und einfach ist nicht immer das ist was die Bienen brauchen. Ich bin kein Freund der wöchentlichen großen Hafenrunde, aber mir ist mittlerweile klar, dass meine Bedürfnisse nichts mit denen der Bienen zu tun haben und dass für ein erfolgreiches Imkern hauptsächlich deren Bedürfnisse wichtig sind.
    Und ich verspreche euch, wenn ich mal ein erfolgreicher Imker bin, dann werde euchan allen meinen Erkentnissen teilhaben lassen.
    Viele Grüße
    Wolfgang
    Bienenversteher, Bauherrentherapeut, Reiseleiter, Lazy-Beekeeper, Retter der Menschheit, Beschützer von Witwen und Weisen, Master of understatement

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.