Erfahrungsbericht Bannwabe von Wagner

  • Hallo zusammen!


    Ich habe mir dieses Jahr zwei Bannwaben von Wagner für meine Imkerei bestellt (Dadant). Ich wollte damit zum einen die Königinnenzucht durchführen, sowie alte Königinnen Ende Juni käfigen um das Volk Anfang Juli brutfrei zu haben (Varoabehandlung). Hier nun die erste Erfahrung nach der ersten Zuchtserie:


    Ich habe mit den zwei Bannwaben nun die erste Serie abgeschlossen. Gestern wurden 16 Königinnen kurz vor dem Schlupf heraus genommen und zu den Begattungseinheiten gepackt. Soweit so gut. Aber der Reihe nach. Das zusetzen ins Volk geht recht einfach. Die Brutwaben werden auseinander geschoben, der Kasten eingesetzt, eine Brutwabe in den Kasten zugesetzt plus der Zuchtrahmen. Dabei muss man aufpassen, dass keine Bienen bzw. kein Überbau am Rand sitzt, da sonst der Kasten nicht in die Beute passt. Hier ist fast keine Tolleranz zum Rand hin. Ich hatte ja etwas bedenken wegen eines möglichen Verbaus. Gerade, weil der Beespace im inneren nicht passt. Die Taschen sind zu dick und so kann man die Waben in der Tasche noch verschieben (ca. 0,5 cm) Aber das machte alles nichts. Es wurde fast nichts verbaut. Beim verschulen nach vier Tagen war ich begeistert. Nichts verbaut, alles super.


    Gestern dann das große Finale. Beute auf, Honigräume runter und dann sah ich schon bestimmt 100 Drohnen, die zwischen dem Deckel der Bannwabe und dem ASG fest saßen. Der Deckel ist vielleicht 2 mm hoher als eine normale Wabe. Das Reicht aber schon aus, damit keine "dicke" Biene - sprich Drohne - mehr über den Wabenträger laufen kann. Ebensowenig können überhaupt Bienen um die Wabe herum laufen, da hier überhaupt kein Platz mehr ist. Es bleibt also nur der Weg unten herum. Viele der Drohnen waren schon verendet. Ein trauriges Bild. Dann habe ich mir die normalen Brutwaben angeschaut. Das erste Volk war früher in Schwarmstimmung - und Zellen waren auch wieder angesetzt. Nur konnte ich diesmal, anders als sonst - keine frischen Stifte feststellen. Hier hatte ich mir noch nichts gedacht, habe die Durchschau beendet und alles wieder zugebaut. Dann zum nächsten Volk. Gleiches Bild. Keine offene Brut und anders als bei dem ersten, auch keine Schwarmzellen.


    In beiden Völkern waren von den insgesamt 16 Zellen schon eine bzw. zwei Königinnen geschlüpft. Gut, jetzt kann man sagen, dass die Völker geschwärmt sind, aber gerade das erste Volk wäre mir aufgefallen. Es steht bei uns um Garten, über Pfingsten war ich auch noch zu Hause (und mit 8-10 Grad war nicht gerade schwarmwetter). Bei dem anderen Volk kann das gut sein. Das steht bei einem Bauernhof. Bienen sind in beiden Völkern noch in drei Honigräumen gut vorhanden. Auch auf den Waben sitzen die Bienen eigentlich immer doppelt übereinander.


    Also mein Fazit: Ich befürchte, dass mindestens eine Königin versucht hat, die dicke Wabe oben zu umlaufen und ist dabei stecken geblieben. Die Bienen wollten ihr dann helfen und haben sie dabei "zerlegt". Mir ist das für die nächste Serie zu riskant. Ich gehe wieder zu klassischen Zucht über den HR über. Vor allem, da ich ja jetzt genügend Bienen im HR habe. Man trennt mit der Bannwabe wirklich den Brutraum in zwei Hälften. Die Königin kann gar nicht auf die andere Seite kommen. Das sollte man bei der Wahl der Position beachten.


    Im Sommer werde ich die Wabe für die Varoabehandlung mal testen. Mal schauen, wie das dann funktioniert.


    Gruß
    Frank

  • Hallo Frank,


    ich hatte beim Wagner die Teile auch mal in der Hand. Bei einen alten Imkerkollegen hatte ich so was ähnliches gesehen, jedoch aus Absperrgitter gebaut, und nicht über die volle Wabe sondern als "Dreieck" über die Diagonale geteilt, somit kann alles locker über die offene Hälfte spazieren gehen. Ich will das mal zur Varoabehandlung probieren, die Königin dort einsperren um Brutfreiheit zu erreichen.



    grüße Stefan

  • Bei diesem Käfig kann doch der Bee-Space nirgendwo stimmen?


    Müsste nicht ein senkrechtes ASG in Form eines Trenn-Schiedes (also vom Beutenboden bis zum darüber liegenden ASG) den gleichen Zweck deutlich preiswerter und einfacher erfüllen?

  • Moinsen,


    ich wollte mich noch mal kurz melden. Nach einer Woche habe ich dann beide Völker durchgeschaut und siehe da, beide Königinnen waren noch da. Nur saßen die bei der ersten Durchsicht wohl auf der einen oder anderen Seite. Es sind dann halt "nur" ein paar Drohnen drauf gegangen, die oben zwischen dem Deckel und dem ASG fest saßen. Die Königin wechselt somit nicht mehr die Waben, da sie nicht unter dem Kasten (der einzige verbliebende Weg) her krabbelt.


    Die ASG-Trennvariante hatte ich mir auch angeschaut, da man hier ja auch nur eine Wabe abtrennen kann. Hier wurde mir von abgeraten (von Wagner), da meine Kisten nicht von ihm, sondern von Weber stammen. Da konnte er mir nicht garantieren, dass die Gitter passen.


    Gruß
    Frank