Königin bestiftet Drohnenzellen mit befruchteten Eiern

  • Hallo Imkerfreunde,


    das habe ich in meiner 30-järigen Imkerpraxis noch nicht erlebt:


    Eines meiner Wirtschaftsvölker hat den Drohnenrahmen zwar mit dem Zelldurchmesser von Drohnenzellen ausgebaut, die Königin hat allerdings ausschließlich Arbeiterinneneier reingelegt. Der ganze Drohnenrahmen hat nicht die typischen erhöhten Halbkugeldeckel sondern flache Deckel (wie Arbeiterinnenbrut) - die Wabendicke ist genauso wie bei Waben mit Arbeiterinnenbrut. Es sieht sehr komisch aus, da die Zellen den Durchmesser von Drohnenbrut haben. Nach längerer Sichtung der Wabe konnte ich beobachten, wie aus 3 Zellen Arbeiterinnen aus ihren übergroßen Zellen schlüpften.


    Danach suchte ich auf allen anderen Waben nach echten Drohnenzellen, fand aber im ganzen Volk keine - nur einzelne Zellen mit großem Durchnesser die ebenfalls flach verdeckelt waren. Ich denke, die Königin hat einen Gen-Defekt, da sie nur befruchtete Eier legen kann. Kennt jemand dieses Phänomen?


    Besonders beobachten werde ich deshalb die Entwicklung des Varroabefalls - da ich keine Drohnenbrut schneiden kann.


    Viele Grüsse
    Bienengreenhorn

  • Hallo,
    Vegiss bitte nicht,
    Gestern war Pfingstsonntag, also, da mögen Manche schon mal EIN Bierchen MER.
    bienengreenhorn,
    Mit dem Namen hat nichts zu tun, oder ?


    Mit bestem Gruß Jürgen
    der immer mal wieder gerne Schmunzelt.

  • Hallo Jürgen,


    ist schon o.k. wenn du an Feiertagen mal ein paar Bierchen trinkst:wink:


    Ich war allerdings am Samstag bei der Völkerdurchsicht nüchtern:daumen:


    Mit dem Namen "bienengreenhorn" hats auch nix zu tun: 30 Jahre ca. 20 Völker


    Viele Grüße
    Martin

  • Warum hier nun alle darüber so amüsiert sind? Hier handelt es sich um ein organisches Problem der Königin, ob genetisch bedingt oder sonst irgendiwe verursacht sei mal dahin gestellt. Sowas kommt auch gar nicht so selten vor wie man denkt, nur fällt es einem meist nicht auf.


    Dazu gab es zudem schon unter glaub Berlepsch / Dzierzon Untersuchungen, wobei es da um einen genetischen Defekt ging, wenn ich mich richtig erinnere.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Ich weiß nicht, was daran so amüsant ist, um es direkt mit Alkohol zu erklären. In einem meiner Drohnenrahmen ist auch ca. 1/4 mit Arbeiterinnenbrut belegt worden. Dort sind aber erst die Zellen in kleiner Größe angelegt worden, bevor bestiftet wurde. Vllt. stiftet die Königing nur deshalb Droheneier, weil die Zellen das "falsche" Format haben? Bei mir war sogar verdeckelter Honig im Baurahmen, die Anfangsstreifen für Naturbau im Honigraum haben sie dagegen noch nicht angenommen, was ich mir mit noch nicht ausreichender Jungbienenstärke erklären würde...
    Platz genug hatten sie bei mir jedenfalls genug. Platzmangel war meine erste Vermutung dafür, dass sie Arbeiterinnenzellen im Drohnenrahmen angelegt haben könnten. Aber die fast komplett erneuerten Brutwaben in der Zarge sind alle prall mit Brut gefüllt und WZ habe ich dieses Jahr noch keine entdeckt. Was nicht bedeutet, dass kein anderer Fehler vorliegen könnte.


    Gruß Andreas

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    Platz genug hatten sie bei mir jedenfalls genug. Platzmangel war meine erste Vermutung dafür, dass sie Arbeiterinnenzellen im Drohnenrahmen angelegt haben könnten. Aber die fast komplett erneuerten Brutwaben in der Zarge sind alle prall mit Brut gefüllt und WZ habe ich dieses Jahr noch keine entdeckt. Was nicht bedeutet, dass kein anderer Fehler vorliegen könnte.


    Das Problem kenne ich vor allem, wenn der Baurahmen zu nah am Brutnestkern war und sich das Brutnest schneller ausweitet als gedacht.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hallo


    ich bin der Meinung, das hier der Andreas schon eher des Rätsels Lösung erkannt hat. Ich kenne das auch, das teilweise Arbeiterbau im Baurahmen ist und wenn ich von mir ausgehe, dann brauche ich immer öfter eine Brille.


    Das bei der Königin ein Gendefekt vorliegt, diese Möglichkeit schätze ich auf ein Prozent. Also Bilder wären hier klärend von Vorteil.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Misst die Königin die Zellgröße nicht mit den Beinen aus, was dann der Auslöser für das befruchtete bzw. unbefruchtete Ei ist?
    Vielleicht hat sie also einen eher "mechanischen" Defekt.


    Viele Grüße
    Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • Hallo Henrike


    das Ausmessen macht die Köigin mit den Fühlern, aber auch dürfte sie große und kleine Zellen unterscheiden dürfen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Das Problem kenne ich vor allem, wenn der Baurahmen zu nah am Brutnestkern war und sich das Brutnest schneller ausweitet als gedacht.


    Wolfgang


    Bei mir in Segeberger auf Position 3 von der Rückseite. Es ist auch nur in einem von drei Völkern an dem Stand im DR passiert. In einem anderen Volk in einer Frankenbeute war es anders: da war neben dem Baurahmen auf Position 3 eine andere, vorher "normalmaßige" Wabe mit viel Drohnenbau, also fast spiegelbildilich gegenüber in der Zarge. Beide ausgebaut und verdeckelt, aber auch dort nichts im HR.


    Hallo


    ich bin der Meinung, das hier der Andreas schon eher des Rätsels Lösung erkannt hat...


    Platzmangel oder die noch fehlenden Jungbienen?
    Ich kann es schlecht beurteilen. Fehlende Jungbienen wären evtl. der Grund für den brachliegenden HR, obwohl ich den schon sehr früh gegeben hatte. Sie fangen zaghaft an, diese Waben zu bauen.
     
    Andererseits haben die Bienen ihren eigenen Zeitplan und die Brut geht vor, vllt. passt das ja auch alles entgegen meiner Beobachtung/Erwartung und sie wollen durchstarten, wenn die Brut ausgelaufen ist. In dem auffälligen Volk habe ich mittlerweile 4 (frische) als Brutwaben gedachte, unbebrütete aber randvolle Honigwaben hochgehängt, um unten mit neuen MW mehr Platz zu schaffen. Ich bin in soweit zufrieden, dass meine zeitige Raumbereitstellung offenbar den Schwarmtrieb unterdrückt hat, ohne dass die zweite Intention "Naturbau für Honig" bisher Erfolg hatte.


    Gruß Andreas