Ernte vor oder nach kühlen Tagen?

  • Hallo miteinander,


    bei mir steht jetzt die Ernte an, viele Waben sind weitgehend verdeckelt. Letztes Jahr hatte ich das Problem, dass der Honig zumindest am Standort A trotz weitestgehender Verdeckelung etwas zu feucht war (18-19%). Am Standort B ging es (17%), aber auch da gibt es Luft nach unten.


    Nun frage ich mich, ob ich lieber zu Beginn der kühlen Tage ernten soll oder besser zum Ende dieser Phase. Hier sind für die nächsten vier Tage höchstens 11-13 Grad angesagt, wobei es trocken bleiben soll.


    Standort A ist inmitten von Obstwiesen an einem Waldrand, die Obstblüte ist weitgehend durch. Hier lief es vorhin dunkel aus einer angestoßenen Wabe (?), die Beute platzt fast vor Bienen und Honig.
     
    Standort B ist Ortsrandlage mit viel Obst, Schrebergärten und zwei kleinen Rapsschlägen in Sichtweite. Auch hier sind Obst und Raps durch. Letztes Jahr war hier viel mehr Raps, der Honig war aber trotzdem eine Mischung aus Frühtracht und Raps.


    FRAGE: Wird verdeckelter Honig noch trockener, wenn er noch ein paar Tage im Volk bleibt?


    Vielen Dank schon mal!
    Kikibee



    PS: Ich habe vorhin gelernt, dass Bienen nicht nur vor, sondern auch nach einem Gewitter sehr, sehr grantig sein können. :eek:

    With lots of room for improvement.


  • FRAGE: Wird verdeckelter Honig noch trockener, wenn er noch ein paar Tage im Volk bleibt?


    Klares Ja!


    Ich hab keine Erfahrung mit Raps, daher kann ich zur Kristallisationsgefahr nichts sagen...


    Liebe Grüße


    Simon


    PS: Zum dunklen Honig: Ich vermute mal Ahorn oder Faulbaum... Der Wald könnte im Anschluss einsetzen

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Nein, er wird nicht trockener.
    Das hatte ich letztes Jahr auch-offene spritzten nicht, 2/3 zu, aber nach Entdeckeln lief die Plürre schon dünn aus-19-20%. Zum nochmaligen Nacharbeiten wieder in den 1. HR gehängt, haben sie schön in den 2. HR innerhalb einer Woche umgetragen und der Wassergehalt stimmte auch mit weniger Verdeckelung. Bei den weiteren habe ich dann nur die Honigwaben kurz angeritzt mit der Entdeckelungsgabel, um die zum Umtragen zu bewegen.
    Gruß Fred

  • Danke Euch beiden für die entschieden eindeutigen Antworten. :confused: 
    Ich denke, ich werde darüber nachdenken, bis es wieder wärmer ist. Wobei sie heute eifrig geflogen sind.


    Kikibee

    With lots of room for improvement.

  • Kikibee :


    Lass' ihn länger drin! Die Bienen trocknen auch verdeckelten Honig weiter, sie öffnen dazu wiederholt den Deckel etwas und verschließen ihn danach wieder. Das passiert immer wieder und der Deckel erhält dann ein zunehmend schrumpeliges Aussehen.
    Je länger der Honig drin ist und die Bienenmasse groß, desto besser wird er - die Sache mit der Kristallisation von Raps mal außen vor gelassen, die kann ich auch nicht beurteilen.


    Aber mir ging es letztes Jahr aus Angst vor dieser Kristallisation genau wie dir, das passiert mir nicht noch mal. Kristallisierten Honig habe ich nirgends gefunden und solange mir das nicht mal selber passiert, gehe ich davon aus, dass das Problem in meiner Gegend nicht so schlimm ist und warte lieber etwas länger. Was außer Honig trocknen können die Völker jetzt schon anderes tun, wenn sie nicht raus können? Und kalte Außenluft trocknet Honig viel besser, wenn sie drinnen erwärmt wird, ausreichend Bienenmasse natürlich vorausgesetzt. Mit abgeschwärmten Völkern und Schwächlingen geht das natürlich in die Hose.

  • @ Hornet: Dass die Bienen auch verdeckelte Zellen standardmäßig nochmal aufmachen, wusste ich noch gar nicht. Ich dachte, das sieht mit der Zeit etwas "verwarzter" aus, weil die Bienen mit ihren dreckigen Pollenfüßen darauf herumlaufen.


    @ Simon: Die Invertaseaktivität nützt aber nur was zum Nachtrocknen, wenn zum Zeitpunkt der Verdeckelung noch nennenswert Saccharose im Honig war, oder? Pi mal Daumen verschluckt die Invertierung von 20 g Saccharose 1 g Wasser (sofern ich mich eben nicht verrechnet habe). Wenn also noch 20% Saccharose drin waren und diese vollkommen invertiert wird, dann wird der Honig 1% trockener. Das wäre schon nicht schlecht! Allerdings besteht schon der Nektar nicht nur aus Saccharose, sondern oft mehr aus Glucose und Fructose. Und ich könnte mir vorstellen, dass auch hauptsächlich vor dem Verdeckeln invertiert wird, da die meisten Enzyme besser arbeiten, wenn die Lösung nicht hochkonzentriert ist. Aber vielleicht ist das bei der Bienen-Invertase anders.


    Egal und wie auch immer, Ihr habt mich überzeugt. Ich werde ihn noch ein bisschen drin lassen. Spätestens wenn die Robinie weiß schimmert, muss er aber raus. :)


    Nochmals vielen Dank (auch für den nun entspannten Pfingstmontag!)
    Kikibee

    With lots of room for improvement.

  • Genau, im Moment bin ich aber der Meinung dass das bei den meisten Honigen der Fall ist. Auch glaube ich dass immer Restsaccharose im Honig bleibt, invertiert wird bis das Konzentrationsgefälle zu hoch ist.

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Ihr schreibt so viel, das ich jetzt gar nicht weiss ob die Frage "Ernte vor oder nach kühlen Tagen?" beantwortet wurde. Ich habe mal gehört, dass man Ernsten soll, wenn es 2-3 Tage schlechtes wetter gab und die Bienen Zeit zum trocknen hatten. Sorry falls ich die Antwort irgendwo nicht verstanden habe.

  • Ich habe versucht die Schleuder einigermaßen gleichmäßig mit denen zu befüllen, um wenigstens den Rest auszuschleudern.
    Da noch das ein oder andere Rapsfeld im Flugkreis einiger Völker blüht, werde ich schauen, ob die den Rest über Leerzarge und umgeschlagene Folie umtragen und dabei wieder verflüssigen. Ist jetzt aber eher experimentell.
     
    Wenn nicht, dann wandern die halt in den Schmelzer und die Plörre in den Abfluss.


    Gesendet von meinem GT-I9100G mit Tapatalk

  • Ich habe versucht die Schleuder einigermaßen gleichmäßig mit denen zu befüllen, um wenigstens den Rest auszuschleudern.
    Da noch das ein oder andere Rapsfeld im Flugkreis einiger Völker blüht, werde ich schauen, ob die den Rest über Leerzarge und umgeschlagene Folie umtragen und dabei wieder verflüssigen. Ist jetzt aber eher experimentell.
     
    Wenn nicht, dann wandern die halt in den Schmelzer und die Plörre in den Abfluss.


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    Hallo Chris. Einfach untersetzen, also als unterste Zarge setzen zum umtragen in den Honigraum.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.