Einfache Weiselprobe bei Flugwetter ohne die Beute zu öffnen

  • Servus,


    gestern ists mir mal wieder passiert, ich hab eines meiner Überwinterungs-Miniplus entweiselt und einen winzigen Königinnenableger gemacht.
    Damit ich mir keine Selbst-Schuld-Mette anhören muss schreibe ich unten was dazu wie ich die Minis aufteile, wens interessiert - viel Spaß.


    Normalerweise hätte ich nun alle 12 Begattungseinheiten durchsehen müssen, aber das konnte ich mir sparen, denn durch einen einfachen Trick den mir ein alter Korbimker verraten hat konnte ich den weiselrichtigen Königinnenableger in Minuten finden:


    Pack eine tote Königin vom letzten Jahr in einen Käfig und halt ihn vors Flugloch, wenn sie rauskommen um die Dame reinzubetteln dann sind sie weisellos.


    Ich frier meine toten Königinnen ein, die halten den Duft nun schon Jahre.


    Probiert es bei gleichstarken Völkern aus.
    Beim Weisellosen stürzen in Sekunden die ersten Bienen raus und wuseln auf dem Käfig rum - und dann kommen immer mehr.


    Beim Weiselrichtigen beäugen die Wächterbienen das neue Ding vor der Tür, aber es bleiben nur ein paar Bienen.



    Wie es dazu kam:


    Ich bin bekennend faul, wenn ich die Minis aufteile stelle ich alle Zargenvom Boden runter und nebeneinander auf. Auf den Boden kommt ne Zarge mit Mittelwänden, welche sich mit verwirrten Flugbienen füllt.
    Dann schaue ich mir die Zargen nach einer Kippe an, Einer bleibt ruhig(er), der kommt auf die Zarge mit den Mittelwänden und aus die Maus.
    Die restlichen Zargen sind flugbienenarm und werden verteilt - ja ich könnte mir das auch Rahmen für Rahmen nochmal genau ansehen… aber ich kanns auch lassen, meist passts.
     
    Na dann

    Saubua sog i a diam a

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  • Mhmm... Müsste dann mit einem Pheromonpräparat auch funktionieren. Ich weiß ja nicht...


    Wer hat Bee Boost und probiert´s? :wink:

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)


  • Hallo,


    klappt das auch mit einer unbegatteten Prinzessin im Käfig vorm Flugloch oder muss es des besseren Duftes wegen eine begattete Weisel sein, zur Not auch tot?


    Grüße Sven


  • Ich versteh nicht ganz was du machst. Hatte dein Miniplus 12 Zargen????


    Wenn ich meine MP erstelle, sind die Vorbereitet mit 3 MW, dann öffne ich die Minis und beginne von unten nach oben zu arbeiten. Ich sortiere Futterwaben aus, sowie Brutwaben, dabei findet man locker die Königin. Die stelle ich dann auf Ihr Flugbrett. Dann Stoß ich von den restlichen Waben noch Bienen in die Begattungseinheiten und fertig.
    Wenn du nicht rein schaust, wie stellst du sicher, das da evtl. Keine Weiselzellen in den Zargen sind?
    Wenn du die Zargen nicht durchsiehst, wirst du Zargen haben in denen nur Honig und keine Brut ist, bzw. wie stellst du die Stärke fest?
    Manche wären zu Stark, manche zu schwach.
    Ich bin auch sehr faul und mache nur das nötigste, aber deine Variante klingt irgendwie sehr wirr und ob das rumfummeln mit einer toten Königin die große Zeitersparnis bringt, bezweifle ich jetzt einfach mal.


    Gruß Max

  • Klingt interessant die Methode. Man liest hier ja oft die Frage "Ist noch eine Königin im Volk?"
    Wenn dieser schnell Test wirklich zuverlässig Funktioniert, dann sollte man sich immer eine Königin einfrieren. Bzw würde das erklären wieso der Vorbesitzer meines Imkerstandes (80 Jahre Alt scheinbar) eine Menge Zündhölzerschachteln mit einer Toten Königin herum liegen hatte.

  • Servus,


    späte Antwort ist besser als keine aber Quartalsende in der Arbeit, schleudern,... ihr kennt das ja.



    Hallo,


    klappt das auch mit einer unbegatteten Prinzessin im Käfig vorm Flugloch oder muss es des besseren Duftes wegen eine begattete Weisel sein, zur Not auch tot?


    Grüße Sven


    Lieber Sven, leider keine Ahnung.
    Mit einer begatteten im Versandkäfig geht’s, das habe ich schon probiert.


    Unwesentlich aber interessant am Rande:
    Der alte Korbimker hat dafür eine Art Spieß aus Weide, der hinten einen "Käfig" aus der Rinde hat, aus dem lässt er sie dann auch direkt durch das Flugloch einlaufen, war aber später Sommer nach dem abtrommeln.

  • Servus,


    Klingt interessant die Methode. (...)
    Wenn dieser schnell Test wirklich zuverlässig Funktioniert (...)


    Ausprobieren ob es einem Zuverlässig genug ist.
    Einmal vor ein Weiselrichtiges einmal vor ein Weiselloses, Übung und Gespür beim betrachten ist hierbei aber auch klar nötig, es gibt auch Leute die freuen sich bei räuberei über den schönen Trachtflug...



    Bzw würde das erklären wieso der Vorbesitzer meines Imkerstandes (80 Jahre Alt scheinbar) eine Menge Zündhölzerschachteln mit einer Toten Königin herum liegen hatte.


    Manchmal sind Imker auch einfach nur gruselig. ^^
    Aber den Korbimker hatte Sie auch in Zündholzschachteln daher habe ich gefragt, wieso in seinem Mausoleum keine Epitaphe vorkommen und er hats mir erklärt.


    Na dann

  • Servus,


    Das rege interesse freut mich, aber dies sollte kein vorstellen meines Betriebes werden, es ging nur um die im Titel genannte Weiselprobe. Aber dennoch weils schee macht:


    Ich versteh nicht ganz was du machst.
    (…), aber deine Variante klingt irgendwie sehr wirr(…)


    Das ist OK, aber danke dass du Frägst.
    Ich bin es gewöhnt, dass ich mich umständlich, abschweifend und unverständlich ausdrücke.
    Das „Wie es dazu kam“ grob zu erwähnen sollte nur dazu dienen, dass ich mich nicht seitenweise rechtfertigen muss. Was ich aber eh nicht tun würde. :)


    (…)Wenn du nicht rein schaust, wie stellst du sicher, das da evtl. Keine Weiselzellen in den Zargen sind?
    Wenn du die Zargen nicht durchsiehst, wirst du Zargen haben in denen nur Honig und keine Brut ist, bzw. wie stellst du die Stärke fest? (…)


    Also Ich verwende innen teilbare Sommer/Winterkästen des Herstellers mit W.
    Ich hatte davon drei Türme im Garten, mit 2-3 Zargen Brut á 13 Rähmchen und einen „Honigraum“.
    Ich erstelle aus einem Weiselrichtigen Miniplus mehrmals Begattungseinheiten.
    Nur die Waben von einer einzigen Zarge, dort wo ich meist zurecht die Königin vermute, lasse ich unangetastet.


    Mit den Minis spiele ich Magazinimkern wie bei Zander, mit Futter andrücken zum Brutreizen, Bienensitz korrigieren und Kippkontrolle, damit ich das alles auch nicht verlerne.


    Dazu habe ich immer ein paar Zargen Futterwaben vom letzten Sommer/ Herbst im Keller zum reizen, füttern und Begattungsvölkchen bilden.


    (…)Wenn ich meine MP erstelle, sind die Vorbereitet mit 3 MW, dann öffne ich die Minis und beginne von unten nach oben zu arbeiten. Ich sortiere Futterwaben aus, sowie Brutwaben, dabei findet man locker die Königin.


    Ich gehe beim Bilden Ähnlich vor, dazu später aber.
    Also so locker finde ich die Dame nicht immer.


    Ich bin mal ehrlich, ich sehe die Dame oft, manchmal auch wenn ich nicht nach ihr suche - was ich normalerweise eh nicht tue - aber wenn ich sie suche, weil ich sie gerade brauche ist sie meist gerade einkaufen…
    Hand aufs Herz wie oft haben wir auf der Suche nach dem einen Mädel schon Kisten umgekrempelt?
    Das muss finde ich ned sein, mit drei Beuten habe ich dies das Jahr zweimal gemacht und einmal gings schief, passt.


    Beim Umhängen genügt mir ein Sekundenblick, um zu sehen ob es offene oder verdeckelte Brut ist, ob viel Futter drauf ist - was ich ja nicht will - ob ich ne Schwarmzelle sehe, ob ich kurz Bienen abschüttle weil es zu viele sind, das geht einfach ohne innehalten beim Umhängen. Ich halte die Waben nicht zum Betrachten hoch.


    Aber wenn einer dabei schon die Königin absolut verlässlich immer sieht ist das fein, Chapeau.


    Klar wenn die Belegstellenordnung Drohnenfreiheit vorschreibt muss ich jede Wabe gründlich durchsehen und mit ner Nadel für Drohnenbrutfreiheit sorgen.
    Ich tue das sonst nicht, die paar Drohnen die ich immer drin habe werden am Drohnengitter zerlegt.


    Und auf diese Belegstellen, gehen eh nur 1-2 Königinnen, da mache ich das Wabenweise und schau ob ich die Königin sehe und schaue am nächsten Tag nach ob das Miniplus noch Weiselrichtig ist.



    (…)Keine Weiselzellen in den Zargen sind?(…)


    Wenn ich Zellen sehe dann bilden diese meist eigene Begattungsvölkchen, wenn ich sie übersehe, leider nicht.
    Morgen oder übermorgen schlüpft die Dame und die hat nen Stachel den sie auch einsetzt, wenn sie aus dem Verschulkäfig raus und gezeichnet ist.


    Zurück zu:

    (…)Wenn ich meine MP erstelle, sind die Vorbereitet mit 3 MW(...)


    Ähnlich bei mir.


    Je nach Anzahl der schlupfreifen Zellen richte ich die getrennten Doppelzargen mit zwei Begattungseinheiten und geschlossenen Fluglöchern her.
    Je Begattungseinheit hat es 2 Futterwaben am Trennschied und 1 Mittelwand am Flugloch.
    Es sollten nun eine verdeckelte und eine offene Brutwabe noch rein um die Zelle im Zellschützer zu flankieren.
    Sowie eine Hand voll Bienen oder zwei, je nach dem, damit die Völkchen zur Bewertung der Königinnen gleich stark sind.
    Je nach Belegstellenordnung siebe ich die Bienen im Feglingskasten aus, was eine Kunst für sich ist,…


    Nun detailliert wie ich an die Waben und Bienen komme:


    Also Ich nehme den Honigraum ab, zu dem Zeitpunkt waren das angezogene Mittelwände, z.t schon gut ausgebaut und mit Eintrag, und stell den weg.


    Den obersten Brutraum, zumeist Futter, mittig hochgebrütet, stell ich mit Abstand daneben.


    Den vorletzten Brutraum, habe ich dann auch daneben gestellt.


    Der unterste Brutraum der auf dem Boden, kommt vom Boden runter und neben die anderen Zargen.


    Auf den Boden kommt dann entweder eine Zarge mit - je nach Trachtlage - entweder Leerwaben und angedrückte Futterwaben, oder Leerwaben, oder Mittelwänden - oder einfach direkt den alten Honigraum.
    Und Deckel drauf, dort sammeln sich die Flugbienen.


    Nun warte ich eine Zigarette lang, 10 - 15 Minuten also, in den Zargen tritt die Weiselunruhe ein, Flugbienen fliegen ab und zum Boden mit den Mittelwänden, eine Zarge bleibt zumeist ruhiger, aus dieser nehme ich keine Waben, dort vermute ich die Königin – meist zu recht.


    Dann verteile ich die benötigten Brutwaben, hier genügt dann ein kurzer Sekundenblick.
    Die verdeckelte Brut hänge ich ans Futter die offene zur Mittelwand.
    Dann kommen wenn alle Einheiten vorbereitet sind die Zellen dazwischen rein.
    Dann werden die Waben mit nem Pin gesichert.
    Dann kommt ein zwei Handvoll Bienen aus der Zarge auf dem Boden rein, ja das sind alte Flugbienen aber dafür taugen sie noch gut.
    Deckel auf die Begattungseinheiten.
    Nun kommen evtl. verblieben Brutwaben des Miniplus in die unterste Zarge die schon auf dem Boden bereit steht, und die ruhige unangetastete Brutzarge kommt drauf.
    Honigraum drauf und füttern.


    Die Begattungseinheiten kommen ins Auto.
    Am Stand kommt Absperrgitter vor die Begattungseinheiten, das nehme ich die nächsten Tage zur Schlupfkontrolle am frühen Nachmittag kurz weg damit die Drohnen abfliegen können und gebe statt dem Zellschützernubsi eine Mittelwand ans Flugloch.
    Vor der Anpaarung sollte man die Absperrgitter noch durch Drohnenabsperrgitter ersetzen.


    Die Spender Miniplus bauen noch einen Brutraum auf und Futterwaben für das nächste Jahr.
    Dann werden noch eine oder zwei Begattungsserien durchgeführt, bei der letzten wird der Honigraum zur untersten Zarge, es verbleiben dann also nur Zwei Zargen.
    Diese beiden Zargen, schlage ich komplett, inkl. Königin als Kunstschwarm ein, und besiedle damit eine normale Beuten und gut ist.
    Übrige Brutwaben hänge ich dann einer Königin zu die mir nicht gefällt (Stechfreude und mangelnde Brutmenge bpsw.) aber nicht total durchfällt, diese wird, wenn sie sich bewährt, dann ein Miniplusvolk über den Winter führen.


    So das ist zu lange, und es liest eh keiner, und ich hoffe ich habe nichts vergessen,…


    Na dann

  • Hab ich heute mit einer dem Tode geweihten Königin probiert:


    Überraschung am Stand: Ableger mit Königin von 2013 zum Parken. Zuchtmutti. Umweiselungskandidatin vor dem Winter. Jedoch haben sie das heimlich selbst erledigt: rote 2013er auf Wabe 2, auf Wabe 4 läuft mir eine fette, junge neue entgegen und stiftet schon. Die alte war dunkler, etwas kleiner und sah irgendwie nicht mehr so top aus. Ich hab sie gelassen...


    Fand dann einen Schwarm ohne offene Brut, dafür mit etlichen Nachschaffungszellen vor. Auch Umweiselungskandidat theoretisch. Zwei Zellen sahen ausgefressen aus, hoffentlich. Lauter waren sie auch irgendwie. Zellen habe ich gebrochen.
    Also habe ich die Alte geholt, sie auf eine Wabe gesetzt und geguckt, was passiert:
    Freudiges Betrillern und Füttern, keine Aggressionen.


    => Wabe aus dem Schaukasten mit junger Nackommenschaft der 2013er voll in Eilage geholt und zugehängt.


    Ich habe da eigentlich jetzt ein gutes Gefühl.
    (und die alte abgedrückt, vergessen einzufrieren:eek:)

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper