"Neues" Volk - was sollte ich nun am besten tun?

  • Hallo zusammen,


    wie in unserer Gegend weitläufig bekannt, leiten wir einen Tierschutzverein - zwar vorwiegend für Wildtierhilfe, aber irgendwie hat da jemand was falsch verstanden und mir am Wochenende ein Bienenvolk vor die Haustür gestellt (kein Scherz!)


    Wir sind erst Sonntag in der Nacht von einem beruflichen Trip nach Hause gekommen und mich hat fast der Schlag getroffen......das Flugloch war abgeklebt, das Volk sitzt zweizargig, und obendrüber ist eine weitere Zarge mit einem (leeren) Futtereimer und einer darum festgesteckten Wolldecke.
    Keine Ahnung was das sollte, ich schätze, da hat jemand im Winter gefüttert und sich so versucht zu behelfen, um die Kälte zu minimieren :confused:


    Ich habe das Volk erst einmal "befreit" und konnte gestern bei 23 Grad rege Flugtätigkeit beobachten. Die obere Zarge habe ich nun abgenommen und eigentlich wollte ich heute einmal kontrollieren, was die Bienen so treiben und wie sie ausgebaut sind.
    Leider regnet es heute Bindfäden, weswegen ich das dann eher auf einen freundlicheren Tag verschieben möchte.


    Aber nun zu meiner Frage:
    Ich nehme an, dass die Tiere bis auf die Winterfütterung etc.relativ sich selbst überlassen waren und da weder der Brutraum erweitert wurde noch sonst etwas.
    Kann/soll ich das jetzt noch tun, oder ist das zu spät? Und auf was sollte ich ausserdem achten?


    Vielen Dank für eure Hilfe!

    Liebe Grüße, :Biene:Christina :Biene:

  • Das ist wirklich mal was Neues.
    Ich würde zu klären versuchen, ob die Bienen nicht geklaut wurden und sicherheitshalber mal die Polizei informieren (bei einer geklauten Sache gibt es nämlich keinen gutgläubigen Erwerb).
    Ansonsten den Zustand des Volkes prüfen (Varraobefall, Faulbrut) und wenn alles soweit in Ordnung ist, erweitern.
    Sinnvoll dürfte es sein, das Volk nicht gleich an den eigenen Stand zu stellen (Faulbrut).


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Sinnvoll dürfte es sein, das Volk nicht gleich an den eigenen Stand zu stellen (Faulbrut).


    Genau, stell sie besser zum Nachbarimker :daumen:


    Im Ernst, stell sie auf und ruf den BSV an, dann schaut Ihr sie zusammen durch und entscheidet dann nach Faktenlage.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo Christina,


    Wo ist denn deine Gegend?
    Hier bei mir wird gerade erst der 1.Honigraum aufgesetzt. Von daher sehe ich erstmal kein Problem.


    Sind die denn auf deinem Rähmchenmass? Wenn nein, würde ich vermutlich direkt einen oder zwei Kunstschwärme daraus bilden und ne Varroabehandlung mitmachen, da du ja auch nicht weiss, ob im Herbst/Winter überhaupt behandelt wurde.


    Ansonsten kannst du auch erstmal den natürlichen Milbenfall beobachten und Honigräume geben, je nachdem wie stark das Volk ist. Notfalls kannst du später noch reagieren.


    Gruss David

    Das Wort gleicht der Biene: Es hat Honig und Stachel.

  • Hallo Wolfgang,


    besten Dank für Deine Antwort.
    Der Polizei habe ich bereits Bescheid gegeben, sofern sich vielleicht wirklich jemand einen (schlechten) Scherz erlaubt hat - denn es war ja Hexennacht, und die Ideen der Jugendlichen werden immer merkwürdiger:evil:


    Ich habe das Volk auf der gegenüberliegenden Grundstücksseite geparkt, etwa 120 m von den eigenen Völkern weg.


    Kann ich gegen Varroa jetzt behandeln? Eigentlich ist das Frühjahr doch ein No-Go in der Varroabekäpfung?


    David : Ich komme aus dem Saarland; es ist momentan eigentlich nachts noch so zwischen 2 und 7-Grad und tagsüber maximal 15 Grad, gestern war es sehr mild.

    Liebe Grüße, :Biene:Christina :Biene:

  • Kann ich gegen Varroa jetzt behandeln? Eigentlich ist das Frühjahr doch ein No-Go in der Varroabekäpfung?


    Können kannst Du vieles. Ohne was zu wissen ist das aber nur wenig sinnvoll. Ruf den BSV an, der für Deine Ecke Welt zuständig ist, und klär das alles mit dem. Wie soll Dir hier jemand irgendwie seriös was zu Deinem Volk sagen, wo selbst Du nix zu sagen kannst, weil Du noch nicht reingeschaut hast und auch sonst nichts drüber weißt? Milben, Faulbrut, ekligeste Waben, Buckelbrut - alles kann, nichts muß. Das jemand sein bestes, top gepflegtes Volk nacht bei Dir vor die Tür stellt halte ich allerdings für unwahrscheinlich. Deswegen, ruf einen BSV an.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Theoretisch kannst du immer behandeln.
    Laut den Zulassungen für die dafür verwendeten Medikamente darfst du dann aber in diesem Jahr keinen Honig zum Verzehr mehr ernten.

    Das Wort gleicht der Biene: Es hat Honig und Stachel.

  • Zitat

    Wie soll Dir hier jemand irgendwie seriös was zu Deinem Volk sagen, wo selbst Du nix zu sagen kannst, weil Du noch nicht reingeschaut hast und auch sonst nichts drüber weißt?


    Ich wollte doch von niemandem etwas über den Zustand des Volkes wissen, ich wollte lediglich ein paar Tips, wie ich nun vorgehen sollte. An einen BSV werde ich mich nun wenden, auf Faulbrut, Varroa etc.werde ich ebenfalls überprüfen.


    Zitat

    Laut den Zulassungen für die dafür verwendeten Medikamente darfst du dann aber in diesem Jahr keinen Honig zum Verzehr mehr ernten.


    Das macht ja nichts - ich schaue mir das Volk dann nun erst einmal an und dann werde ich hoffentlich mehr über dessen Zustand wissen.

    Liebe Grüße, :Biene:Christina :Biene:

  • Hallo liebes Sonnenblümchen
    Was ist zu tun?
    Das, was Du bei abgegebenen Raben, Eulen und Eichhörnchen auch tun würdest:
    Quarantänemaßnahmen, tierärztliche (hier: Seuchenwart) Untersuchung, Lebensraum und Futter geben, vermitteln.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo,


    das Volk sieht recht gut aus, finde ich. Es ist viel Brut in allen Stadien vorhanden, auch Futter scheint genügend da zu sein.
    Nächste Woche kommt jemand, um sich die Bienen genauer anzuschauen.

    Liebe Grüße, :Biene:Christina :Biene: