Wie Dadant richtig erweitern

  • Hallo liebe Dadant-Profis,


    ich muss zugeben, ich bin etwas verwirrt, was das richtige Erweitern des Brutraums auf Dadant betrifft.
    Da fehlt mir einfach die Erfahrung und das Fingerspitzengefühl, aber Vielleicht können mir ein paar Grundregeln helfen.


    Was mir bisher klar zu sein scheint:
    • Wenn ich unten zu viel erweitere, haben die allen Honig im Brutraum, was die Schwarmlust fördert.
    • Wenn ich zu wenig erweitere, bleibt das Brutnest eingeschnürt, die Volksstärke bleibt gering und die Trachtstärke wird nicht erreicht. Auch schwärmen sie dann eventuell.


    Gehen wir mal von folgender Lage aus:
    Mein Volk brütet im März auf 5 Waben.


    Wie geht es weiter??
    Wann soll ich untern erweitern, dass ich zur Tracht auf volle Volksstärke komme?


    Hans

    Die Glücklichen sind neugierig. (F. W. Nietzsche)

  • Hallo Hans


    Ich bin zwar (noch) kein Dadant-Profi, doch ich denke dass man den BR im März der Volkstärke anpasst. Danach ca. 14 Tage vor der Kirschenblüte erweitern mit dem HR und DR. Danach warten bis HR angenommen ist und dann erst eine MW im Brutraum geben.


    Gruss
    Thomas


  • Hallo Hans.
    Lies mal hier. http://www.imkerei-gerdes.de


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Noch lange kein Profi...
    Ich mache es so:
    Der 1ste Honigraum wird mit Mittelwänden aufgesetzt.
    Wenn der ausgebaut ist, gib's unten einen Drohnenrahmen (Rähmchenbreite 35mm) und zwar als Randwabe am Schied. Dort wird doch hin und wieder auch Pollen eingetragen, den ich dann beim Drohnenrahmenschneiden mit rausnehmen kann.
    Direkt hinterm Schied hänge ich eine Mittelwand ein, die dann vor Schied, bzw. vor den Drohnenrahmen wandert, wenn sie ausgebaut wird.
    Das Volk entscheidet also mit wieviele Waben es im BR benötigt.


    Gruss David

    Das Wort gleicht der Biene: Es hat Honig und Stachel.

  • Also zum einen hänge ich hinter das Schied (DN 1,5) eine Leerwabe falls die Dame übers Schied wandern sollte. Ansonsten hängt das Erweitern auch von den Waben ab - gibt es noch Futterecken oder nicht, viel flächig verdeckelte Brut oder noch Brutkreise mit Platz zum Stiften? Bauen sie in den Honigräumen? Danach entscheide ich. Und teste meine Entscheidung indem ich auch beobachte was aus der Erweiterungswabe wird - verhonigt sie, dann anstelle der Leerwabe hinters Schied...ansonsten bleibt sie bestiftet an Ort und Stelle...


    Melanie

  • Melanie,


    das sind Parameter, mit denen ich sehr gut arbeiten kann, danke!
    Auch allen anderen schon mal herzlichen Dank.:p_flower01:
    Die Leerwabe hinter dem Schied wird aber mit Honig vollgetragen - oder?


    Hans

    Die Glücklichen sind neugierig. (F. W. Nietzsche)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Han Kle () aus folgendem Grund: Blume

  • Hallo, Hans,
    Danke für die Blume(n) ;-)


    Nein, eigentlich wird die Leerwabe nicht angetragen - zumindest nicht bei meinen Kisten da der Raum hinter dem Schied ja über das über die ganze Breite offene Flugloch von außen erreichbar ist. Daher tragen sie lieber nach oben ein. Erst wenn das Volk aus allen Nähten platzt und nun den Raum hinter dem Schied in Beschlag nehmen will, beginnen da intensivere Putzarbeiten und Reparaturen.
    Bei einer angetragenen Wabe kann es anders laufen - ist das Volk stark genug dann wird daraus tatsächlich eine dicke Honigwabe; ansonsten wird aber lieber umgetragen....ein Stockwerk höher...


    Das mag aber anders sein bei den klassischen Dadant-Kisten bei denen das Flugloch in der Regel angepasst wird. Also keine Gewähr dass das auch bei Dir so klappt....


    Viel Erfolg!


    Melanie

  • Im Frühjahr wird nicht erweitert. Starkes Volk = Drohnenrahmen. Das reicht. Kleines Volk wird die Hälfte der letzten Wabe als Baurahmen ausgeschnitten. So verpowert sich weder Königin noch die Baubienen.


    Wenn die Königin alle Waben komplett(!) bestiftet hat, wird erweitert.


    Ist das Volk klein, wird nicht erweitert.
    Ist es groß und leidet es Hunger - wie in den vergangenen kalten Tagen - wird mit einer vollen Futterwabe erweitert.
    Ist es groß - aber zu schwach zum Bauen, wird mit einer halbvollen Futterwabe erweitert.
    Ist es groß und will bauen, kriegt es Honigräume.


    Mittelwände im Brutraum sind Verschwendung von Bienenkraft.


    Ab Mitte Mai zum Ende der Frühtracht, dann alle 8 Tage eine Mittelwand.


    Fertig.


    Kein Patentrezept für alle Völker. Es sind nicht alle gleich und der Vorteil der 12er Dadant ist, daß man den Brutraum anpassen kann.

  • Mittelwand direkt zwischen Brutwaben und Dämmschied. Aber erst wenn der Drohnenrahmen rausfliegt. Wenn es einen gibt. Siehe oben.


    Das Dämmschied ist wichtig, damit die Außenseite bebrütet und nicht bepollt wird. Wärme. Abstand einhalten. Zuviel Abstand = Pollen.


    Über 7 Waben gehe ich nicht. Erst beim Einfüttern in der Sommerpflege. Auf 12 Waben auffüllen. Dann im Herbst vier Waben raus und aus zwei Völkern drei Völker machen. Auf acht Waben einwintern.


    Wenn ich am Rand eine Pollenwabe mit Brutscheibe in der Mitte finde, fliegt die entweder raus oder die wird zur Hälfte weggeschnitten, so daß die Bautätigkeit den Pollen wegsaugt. Neues Wabenwerk = Stifte. Wenn Dämmschied. Wenn es eine ganze Pollenwabe ist, fliegt die raus und das Volk wird eins weiter eingeengt. Neue Königin rein.

  • Hallo Bernhard,


    da mich im Moment genau die gleiche Frage quält sind das wieder 2 Sahnebeiträge von dir. :daumen:


    Ich habe 5 BW + 1 DR im Brutraum.
    Da geht es bei den starken Kö's schon recht eng auf der BW zu.
    Daher kommen immer mal wieder Zweifel ob das nicht doch zu eng gesetzt ist.
    Bei angenommenen 2000 Eiern pro Tag sollte es ja eigentlich reichen.
    Raum wird dann bei mit nicht mehr im BR sondern über die Honigräume gegeben.
    Wie gesagt, manchmal dann halt doch mit Zweifeln ob es nicht zu eng ist.



    Über 7 Waben gehe ich nicht.


    7 Waben = 6 BW + 1 DR ?



    Auf 12 Waben auffüllen. Dann im Herbst vier Waben raus und aus zwei Völkern drei Völker machen. Auf acht Waben einwintern.


    Die Idee ist super. Machst du nach der letzten Ernte trotzdem ein KS aus den HR Bienen?


    Gruß
    Markus

    Seit 16.4.2014 aktiver Imkerneuling. :daumen: 8 Völker auf Dadant. :)

  • Hallo Holzbock,


    jeder hat so seine eigene Betriebsweise und du muss auch selbst deine erst herausfinden.
    Habe auch viele Betriebsweisen ausprobiert wie zb. nach Gerdes, Schwarz, Jungels, Adam usw.


    Ich kann dir höchstens meine Betriebsweise vorstellen und dann kannst du ja dieses Jahr einige Betriebsweise ausprobiren, du hast ja genug Völker :-).


    Zu meiner Betriebsweise:


    Nach dem Einengen im Frühjahr ( Ende März) setzte ich eine Honigzarge mit ausgebauten Waben, wenn du keine ausgebaute Waben hast, dann kannst du und musst es sogar mit MW aufsetzen (ASG nicht vergessen).


    Nach der Annahme des Honigraumes, gebe ich ein MW in den Brutraum, an die zweite stelle zwischen den Brutwaben.
    Es wird dann auch stetig mit MW erweitert solange die zuletzt gegegeben MW bestiftet wird, wenn aber die zuletzt gegebene MW mit Nektar gefüllt wird, dann wird kein MW mehr gegeben.
    Warum wird kein MW mehr gegeben?
    Weil, die Königinnen mit Ihrer Legeleistung an ihrer Grenze gekommen ist und ein zusätzliches MW würde auch mit Nektar gefüllt werden und das wollen wir ja nicht.


    Ein weiterer HZ wird sobald erweitert, wenn die erste um die hälfte mit Honig gefüllt ist.


    Für mich ist es wichtig im Sommer sehr starke Völker zu haben, da ich im Sommer Wabenhonig (Naturbau) ernte, deshalb brauche ich sehr starke Völker im Sommer.


    Wie gesagt du musst selber heraus finden, welche Betreibsweise für dich die Beste ist.


    Hoffe konnte helfen.



    Gruss
    Bircan

    Jeder Mensch hat ein Recht auf meine Meinung!:lol:


  • Wann gibst du den Drohnenrahmen?