Kalkbrut auf ein Neues

  • Richtig Michi. Die Sporen sind in jedem Volk nachweisbar. Kommen halt verschiedene Faktoren zusammen wird es sichtbar. Schwaches Volk, ungünstiges Verhältnis Bienenmasse zur Brutfläche, gebremster Putztrieb ( vielleicht auch auf Grund der kalten Witterung in letzter Zeit ) usw.
    Würde sie jetzt auch mal einfach eng stehen lasse. Hatte schon Völker bei denen ist es verschwunden und nie wieder aufgekommen, ansonsten Umweiseln. Neuse Wabenwerk hat jetzt bei mir noch nie was genützt auch das Einsprühen mit warmen Zuckerwasser war ohne Erfolg. Wenn ich so einen Eingriff machen würde, dann gleich als Kunstschwarm mit neuer Königin.


    Gruß Uwe

  • Laut "Bienen gesund erhalten" von Dr. Ritter ist die Kalkbrut eine Faktorenkrankheit. Das heißt, dass die Sporen immer da sind, die Bienen normalerweise aber damit zurechtkommen. Kritisch wird es dann, wenn an sich schon ungünstige Umstände vorherrschen. Unterkühlte Brut ist wohl besonders anfällig, z.B. wenn die Volksgröße bei Kälte zu klein für die Brutfläche ist oder man bei kaltem Wetter zu viel in der Beute wühlt. Also sind alle Faktoren, die ein zu kühles und zu feuchtes Kleinstklima unterstützen, der Kalkbrut förderlich. Umgekehrt kann vieles helfen, was das Gegenteil bewirkt: in die Sonne stellen, einengen, Bienenmasse dazu.
    Was laut Ritter genetisch veranlagt ist, ist die Fähigkeit des Volkes, in solchen Situationen die Kalkbrut effizient auszuräumen.


    Kikibee

  • Als Hintergrund/Erklärung für das was Luffi hier empfielt:
    [LIST]
    Kalkbrut ist eine Pilzinfektion [LIST]


    Ich habe ein Volk mit Kalkbrut wieder sauber bekommen, indem ich die Waben + Bienen mit Schachtelhalmtee besprüht habe.
    2 mal insgeamt in meinem Fall, je 1 mal die Woche, danach war es ok und sauber.


    Schachtelhalm ist eine biologische Bekämpfungsmöglichkeit gegen Pilzinfektionen.


    Gleichzeitig habe ich allerdings die Windel ein wenig rausgezogen, so dass die Luftzirkulation grösser wurde.


    Bevor ich über Genetik und ein Umbringen der Königen nachdenke als einfachster Weg, würde ich erst mal die Beute und die Physik und die Ursachen von der Pikzinfektion auf Imkerseite kontrollieren.


    LG Co

  • So sehr ich Naturheilmittel auch schätze, bei den Bienen sollte man damit schon sehr zurückhaltend sein. Die Stärkung der Selbstheilungsmechanismen steht da im Vordergrund. Gerade bei Kalkbrut geht das sehr gut. Das versprühen von ganz leicht gezuckertem Wasser hätte wohl das gleiche bewirkt wie eine Teeanwendung. Dadurch wird zunächst mal der Putzrieb erhöht. Wohlgemerkt, du hast Tee versprüht nicht gefüttert! Beim Ausbruch von Kalkbrut ist häufig der Putztrieb reduziert. Regt man ihn an ists vorbei damit. Kann auch durch Puderzuckergabe o.ä. geschehen. Dann ist die Frage, warum bricht die Mykose bei einem Volk aus und beim anderen nicht. Da kommt der Faktor Genetik zum Tragen. Hat das VOlk in der Vergangenheit schon Auffälligkeiten gezeigt, dann sollte sofort ein Kö-Tausch in betracht gezogen werden. Habe ich länger bei der Wabenhygiene geschlampt -> Bauerneuerung. Wie du siehst, eine echte Faktorenerkrankung. Die umsichtiges Handeln benötigt. Also nicht nur einfach Kö abdrücken oder Tee versprühen.


    Viele Grüße
    Reiner




  • Bienen gesund erhalten: Krankheiten vorbeugen, erkennen und behandeln
    von Wolfgang Ritter
    ISBN: 978-3800157297

  • So sehr ich Naturheilmittel auch schätze, bei den Bienen sollte man damit schon sehr zurückhaltend sein. Die Stärkung der Selbstheilungsmechanismen steht da im Vordergrund. Gerade bei Kalkbrut geht das sehr gut. Das versprühen von ganz leicht gezuckertem Wasser hätte wohl das gleiche bewirkt wie eine Teeanwendung. Dadurch wird zunächst mal der Putzrieb erhöht. Wohlgemerkt, du hast Tee versprüht nicht gefüttert! Beim Ausbruch von Kalkbrut ist häufig der Putztrieb reduziert. Regt man ihn an ists vorbei damit. Kann auch durch Puderzuckergabe o.ä. geschehen. Dann ist die Frage, warum bricht die Mykose bei einem Volk aus und beim anderen nicht. Da kommt der Faktor Genetik zum Tragen. Hat das VOlk in der Vergangenheit schon Auffälligkeiten gezeigt, dann sollte sofort ein Kö-Tausch in betracht gezogen werden. Habe ich länger bei der Wabenhygiene geschlampt -> Bauerneuerung. Wie du siehst, eine echte Faktorenerkrankung. Die umsichtiges Handeln benötigt. Also nicht nur einfach Kö abdrücken oder Tee versprühen.


    Viele Grüße
    Reiner


    Daß Kalkbrut durch eine Kombination von genetischer Disposition und Standortfaktoren zustande kommt hat sich auf meinen Ständen eindrucksvoll bestätigt. Ich hatte nach vielen Jahren ohne Probleme erstmals 2016 wieder damit zu tun. Aus Zuchtstoff einer sonst in jeder Hinsicht fabelhaften 2013 - Königin wurden 2015 und 2016 jeweils etwa 20 relativ frühe Brutableger gebildet, standbegattet, und nach Aufbau auf 5 Stände verteilt. Die in 2015 gebildeten Ableger waren das ganze 2015er Jahr Kalkbrut-frei, daher in jenem Jahr keine Anzeichung auf eine Disposition/Anfälligkeit. In 2016 zeigten drei der 2015 gebildeten (nun Wirtschaftsvölker), und drei weitere der 2016 gebildeten Ableger Kalkbrut, und zwar nur auf einem Stand. Auf allen weiteren Ständen waren die Völker/Ableger frei davon. Zudem: Auf dem Kalkbrut-führenden Stand waren alle Völker anderer Linien/Herkünfte ebenfalls frei. Experimenteller Beweis dessen, was schon lang in den Lehrbüchern steht, und lehrreich für einen wie mich, der nicht alles Geschriebene glaubt.


    Schachtelhalmextrakt wird seit Jahrhunderten in der Naturheilmedizin als Antipilzmnittel verwendet. Hilft auch gegen Plize auf den Tomaten, und bei meiner Oma haben Schachtelhalmfußbäder als einziges Mittel gegen ihren Fußpilz geholfen :wink: . Hätte ich Zeit und Musse, würde ich es mal probieren ...


    Cheers,


    Baudus

    Und wieder ist Frühling / auf alte Torheiten / folgen neue Torheiten (Issa)