Frage zu Inkubator - und "Handling" von Königinnen nach Schlupf

  • Hallo Zusammen,


    eine kurze Frage an die Leute mit Brutinkubator (Königinnenzucht).


    Ich habe sehr gute Erfahrung mit meinem Inkubator gemacht und möchte Ihn momentan nicht missen. Vor dem Schlupf gebe ich meine Weiselzellen mit 2-3 Begleitbienen in den Inku (Nicot System). So bin ich auch heuer wieder sehr früh u.a.
    an Übergangsköniginnen für meine Ablegerbildung gekommen.


    Meine Frage. Wenn die Königinnen geschlüpft sind verfrachte ich sie in einen Nicot-Käfig. Das ist aber extrem nervig, da die Begleitbienen oft schnell aus dem Lockenwicklerkäfig fliehen und die Königin sich gerne oben "festhält". Bis ich die Kö draussen habe surren oft schon 1-alle Begleitbienen umher.


    Natürlich gibt es Triviallösungen (keine Begleitbienen, keinen Inku, etc. etc.). Aber vielleicht kennt ja jemand einen anderen guten Trick oder Tipp.


    Danke.
    Chris.

  • Hallo Chris,
    warum verschulst du die Zellen nicht einfach VOR Schlupf der Königin?
    Das ist doch problemloser, vor allem wenn man noch weniger Erfahrung hat.
    Einfach 1 Tag vor Schlupf mit Ausfressschutz verschulen, erledigt und fast 100ige Annahme.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Hallo Chris,


    eine Königin die im Brutschrank schlüpft, wird auch nicht mehr die 100%ige Leistung bringen.
    Gerade in den ersten Stunden ist es m.E. enorm Wichtig das die Königin gut versorgt wird und das geht nur im Volk.
    Daher würde ich zu 100% dem Tipp vom Matthias raten und lass die Kös in den Einheiten schlüpfen, wo sie sofort versorgt werden.


    Grüße,


    Max

  • Danke.


    Habe bis jetzt keinen Unterschied zwischen Inku und direktem Verschulen gesehen - teilweise sind die Kös besser aus dem Inku. Aber 2 Jahre Inku machen noch keine Statistik.


    Wie gesagt, für mich ist der Inku im Frühling ideal und hat mir schon grosse Dienste geleistet (v.a. für die Übergangsköniginnen für Ableger - hatte schon vor 2 Wochen 15 Kös am Start und weitere 15 sind in "Brut", einen Teil kam/kommt in meine Mini-Plus und den Rest verschenke ich). Darum wäre es dennoch super wenn mir jemand mit Inkuerfahrung einen Tip geben kann.


    Danke.

  • Hallo Chris,


    ich hab nicht gesagt das ein Inku schlecht ist, aber warte doch nicht bis die Kös schlüpfen. Teile einfach am Tag 12 nach dem Umlarven die Zellen auf und gut ist.
    Dann hast du kein Problem mit Begleitbienend etc.
    Oder hat es einen Grund warum du sie im Inkubator schlüpfen lässt?

  • Ja,


    Zeitfaktor und sehr kaltes Wetter. Ich kann mich gemütlich hinsetzen und die Königinnen kurz durchzeichnen (bei Licht und am Tisch) - im Anschluss bilde ich nach Bedarf und Anzahl meiner Kös kurz die Ableger.


    Für mich passt das im April und ist weniger Stress und Materialaufwand als wenn ich noch Begattungskästchen füllen muss. "Zucht normal" - das mache ich dann Ende dieser Woche. Am Donnerstag wird umgelarvt, Zuchtplan steht und Wetter soll ja bombenmässig werden -> davon: ein Teil wird direkt verschult und ein anderer Teil kommt in den Inku.


  • eine Königin die im Brutschrank schlüpft, wird auch nicht mehr die 100%ige Leistung bringen.


    Meinst du Züchter würden das machen, wenn es so massive Nachteile gäbe? Du darfst sie nur nicht ewig im Brutschrank lassen. Der Weiß hat darüber viel geforscht und die kritischen Parameter in seiner "Zuchtpraxis" beschrieben.

  • Hi Clemens,


    im Gegensatz zum 30. Königinnen vermehrer haben Grosse Züchter keine andere Wahl, gerade wenn sie 150 unbegattete Königinnen auf einen Streich verkaufen.
    Ob diese Königinen dann besser sind, als im Volk geschlüpfte, das bezweifel ich.
    Interessant wäre es auch ob die großen Züchter Ihre eigenen Königinnen, die Sie auf Belegstellen schicken oder besamen lassen auch im Inkubator schlüpfen lassen?
    Alle mir bekannten Grösseren Imker die aber keine Königinnen verkaufen, vermeiden es Kös im Inkubator schlüpfen zu lassen.

  • Ob diese Königinen dann besser sind, als im Volk geschlüpfte, das bezweifel ich.


    Das habe ich nicht gesagt. Schlechter aber auch nicht!


    Zitat

    Interessant wäre es auch ob die großen Züchter Ihre eigenen Königinnen, die Sie auf Belegstellen schicken oder besamen lassen auch im Inkubator schlüpfen lassen?


    Die ich kenne: Ja.

  • Clemens : Hier die Frage zu den Grosszüchtern:


    lassen diese die Kös mit oder ohne Begleitbienen im Inkubator schlüpfen?


    Könntest Du hier etwas mehr Details schreiben:


    Wann werden die Weiselzellen in den Inku gebracht?
    Wie können sie max danach im Inku bleiben?
    ...


    Danke

  • Sie schlüpfen ohne Begleitbienen, allerdings solltest du während der Schlüpfphase häufig kontrollieren. Wir schauen ca. 4x am Tag nach, d.h. eine geschlüpfte Königin bleibt maximal 6h (in der Nacht vielleicht etwas länger) ohne Bienen. Im Schlupfkäfig ist etwas Futterteig (ApiPuder mit Honig angemischt). Nach dem Schlupf wird sie sofort gezeichnet und kommt in einen Versandkäfig / Lockenwickler mit ca. 10 Begleitbienen. Die Versandkäfige werden "auf Vorrat" mit Pflegebienen gefüllt und warten dann auf ihre Königin (nur immer gut mit Aufkleber kennzeichnen wo was drinnen ist. ;-) Dort bleiben Sie bis man die EWK/MWK befüllt.


    In den Burtkasten kannst du sie theoretisch jederzeit nach der Verdeckelung geben. Häufig kombiniert man das mit dem Verschulen, Standard ist 10 Tage nach dem Umlarven, dann sind die Weiselzellen schon recht robust was Erschütterung und Auskühlung angeht und du kannst sie ggf. auch von einem Außenstand transportieren. Besser ist es aber Zuchtvölker und Sammelbrutableger / Starter / Finisher am Haus und in der Nähe des Brutapperats zu haben.

  • Und ich bin trotzdem immer noch der Meinung, dass eine Kö die ins Volk schlüpft besser ist und einfacher noch dazu.
    Das gilt vor allem dann, wenn man nur wenige Kö für sich selber macht.
    Was dabei mehr Stress machen soll, versteh ich ehrlich gesagt nicht.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Sie schlüpfen ohne Begleitbienen, allerdings solltest du während der Schlüpfphase häufig kontrollieren. Wir schauen ca. 4x am Tag nach, d.h. eine geschlüpfte Königin bleibt maximal 6h (in der Nacht vielleicht etwas länger) ohne Bienen. Im Schlupfkäfig ist etwas Futterteig (ApiPuder mit Honig angemischt). Nach dem Schlupf wird sie sofort gezeichnet und kommt in einen Versandkäfig / Lockenwickler mit ca. 10 Begleitbienen. Die Versandkäfige werden "auf Vorrat" mit Pflegebienen gefüllt und warten dann auf ihre Königin (nur immer gut mit Aufkleber kennzeichnen wo was drinnen ist. ;-) Dort bleiben Sie bis man die EWK/MWK befüllt.


    In den Burtkasten kannst du sie theoretisch jederzeit nach der Verdeckelung geben. Häufig kombiniert man das mit dem Verschulen, Standard ist 10 Tage nach dem Umlarven, dann sind die Weiselzellen schon recht robust was Erschütterung und Auskühlung angeht und du kannst sie ggf. auch von einem Außenstand transportieren. Besser ist es aber Zuchtvölker und Sammelbrutableger / Starter / Finisher am Haus und in der Nähe des Brutapperats zu haben.


    Vielen Dank für den sehr wertvollen Beitrag. Genau danach habe ich gesucht. Habe gestern sogleich die Käfige mit Begleitbienen gefüllt. Heute sollten die Kös schlüpfen.


    beehead : Nun es ist doch schön, dass Du anderer Meinung bist. Wie heisst es doch: 10 Imker; min 15 Meinungen :) ... darum: was für Dich stimmt resp. für Dich nicht erklärbar ist muss noch lange nicht auf mich zutreffen.


    c.

  • Und ich bin trotzdem immer noch der Meinung, dass eine Kö die ins Volk schlüpft besser ist und einfacher noch dazu.


    Meinungen gibt es viele und jeder soll gerne seine haben! Es gibt aber wissenschaftliche Untersuchungen bei denen sich Biologen Nächte, Tage und Jahre um die Ohren geschlagen haben um herauszufinden welche Faktoren relevant sind und welche nicht oder weniger. Klar, die kann man auch ignorieren ... nor so kommt man nicht weiter.