Beutenvielfalt

  • Hallo,
    kürzlich habe ich den neuen Katalog von Holtermann bekommen.
    Die Dicke des Katalogs scheint mit der Anzahl von Beutenteilen exponentiell zu wachsen.
    Die Auswahl an verschieden Wabenmaße wächst inzwischen auch wieder deutlich.


    Bestrebungen der vergangenen Jahrzehnte, Dinge in der Imkerei zu vereinfachen und zu vereinheitlichen sind hoffnungslos gescheitert.
    Das ist wirtschaftlich eigentlich eine Katastrophe.
    Auch für den imkerlichen Austausch ist es schwierig, da jeder von unterschiedlichen Voraussetzungen ausgeht.
    Kam man sich mit den Bienen nur richtig selbstverwirklichen, wenn alles ganz speziell ist?
    Viele Grüße
    Hermann

  • Moin Hermann,


    Ich verstehe dein Problem dabei nicht.
    Nur weil verschiedene Sachen angeboten werden musst du sie ja nicht zwingend kaufen. Und mit wem möchtest du Imkerutensilien und warum?


    Ich denke, dass es viel Murks zu kaufen gibt und viele Leute drauf reinfallen. Nicht nur in der Imkerei. Aber das ist in der 'freien' Marktwirtschaft nun mal so.


    Gruß Jörg

  • Hallo,


    Bestrebungen der vergangenen Jahrzehnte, Dinge in der Imkerei zu vereinfachen und zu vereinheitlichen sind hoffnungslos gescheitert.


    Leider hält der Mensch sich nicht gerne an Normen,
    denn es war alles schon geregelt ....
    .... bis ....


    DIN 11660/1 Wabenrahmen Normalmaß
    DIN 11660/2 Wabenrahmen mit gebietsweiser Verbreitung


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Bestrebungen der vergangenen Jahrzehnte, Dinge in der Imkerei zu vereinfachen und zu vereinheitlichen sind hoffnungslos gescheitert.


    Diese Bestrebungen sind sehr viel älter. Das Deutsche Normalmaß und das Österreichische Einheitsmaß sind Ausdruck davon.


    Das ist wirtschaftlich eigentlich eine Katastrophe.


    Diese Katastrophe besteht seit mehr als 200 Jahren im deutschsprachigen Raum.


    Kam man sich mit den Bienen nur richtig selbstverwirklichen, wenn alles ganz speziell ist?


    Ja, jeder Imker ist ein kleiner Erfinder, weil er glaubt, dass die Ausrüstung, die er verwendet, nicht optimal ist. Da kann man noch Optimieren ...... so die Denkweise im deutschsprachigen Imkerraum.


    Aber wenn man alte Bienenbücher (die ca. 100 Jahre alt sind) durchliest ,dann weiß man, dass die Vielfalt bereits massiv zurück gegangen ist.... es besteht also noch Hoffnung....
    Andererseits gibts auch immer wieder Moden ......

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Ich finde die Vielfalt sogar ausgesprochen gut.
    Jeder geht mit einer anderen Philosophie an seinen Kasten. Und für jeden ist etwas mehr oder weniger passendes dabei.
    Ich probiere mich bspw. teilweise an einer einräumigen Arbeitsweise. Irgendwo meinem persönlichen Pragmatismus und meinem "Ideal" geschuldet.
    Für andere sind da andere Wege passender.
    Magazin ja oder nein?
    Holz oder Styropor?
    Einräumig, ja oder nein?
    Rückenprobleme mit schweren Honigräumen? Ganzzargen, flach, halb?
    Wie sieht der Ablauf zur Wabenhygiene aus? Brauche ich im HR Rähmchen im gleichen Maße?
    Erstelle/verkaufe ich viele Ableger und muss die transportieren?
    Wandere ich?
    Ziehe ich selber Königinnen?
    ...


    Da ich viel gelesen habe und noch immer lese, könnte ich für jede dieser Fragen unterschiedliche Antworten geben, aber nicht alle passen zu mir und meinen individuellen Bedürfnissen und dem persönlichen Motiven zur Imkerei.


    Natürlich kann die Vielfalt auch erschlagen und macht das Endprodukt teurer. Dafür kann man ausprobieren und selbst für sich entscheiden. Das ist es mir auch Wert, dass durch die Vielfalt drr Einzelpreis etwas höher ist. Das Geld ist ja im Kapitalismus nicht weg...nur woanders.

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  • Im Amiland haben (fast) alle Langstroth, alles einheitlich.


    Und...sind Bienen und Imker dort glücklicher? Wirtschaftlich erfolgreicher?

  • Nachdem sich Magazine durchgesetzt hatten geht der Trend offenbar wieder zu mehr Individualität. Vereine wie Mellifera e. V. scheinen gute Geschäfte damit zu machen, alle paar Jahre einen neuen noch "wesengemäßeren" Kasten anzubieten.


    Die "Bienenkiste" wurde ja sogar patentiert. Es scheint aber genug GrünInnen zu geben, die auch bereit sind, dafür ein paar hundert EUR zu zahlen.


    Von solch guten Geschäften angelockt entstanden dann noch dämlichere Behausungen wie zum Beispiel die "Kugelbeute".

  • Hallo,
    in den 80er und 90er gab es eine Zeit wo viel auf Magazine umgestellt wurde und einiges vereinheitlicht wurde.
    Jetzt haben wir durch den vereinfachten Versandhandel die Möglichkeit, von großen Händlern, die den ganzen Kram zu einem großen Teil aus China importieren, zu kaufen.
    Kleinere Geschäfte vor Ort können doch keine 5000 Artikel anbieten.
    Früher schreinerte sich mancher Imker seine Patente selber, heute kommt der Kram überwiegend aus China oder von Behindertenwerkstätten in Osteuropa, die unsere Behindertenwerkstätten preislich unterbieten.
    Ich bevorzuge persönlich auch Vielfalt und Wahlmöglichkeit, aber meiner Meinung nach läuft die Entwicklung etwas aus dem Ruder.
    Um wirtschaftlich und etwas nachhaltiger zu arbeiten und
    gleichzeitig noch alternativen zu bieten, würden 5 bis 8 Wabenmaße auch reichen.
     
    Viele Grüße
    Hermann

  • Im Amiland haben (fast) alle Langstroth, alles einheitlich.

    Aber zumindest haben sie auch unterschiedliche Rähmchenhöhen, oder? Full, Medium, Shallow...Hat jemand mal eine Quelle, wie es mit der Verteilung der Rähmchenhöhen in den USA aussieht? Neulich hatte ich eine Diskussion mit einem Imker im Verein, der sich schon seit Jahrzehnten an der US-Imkerei orientiert. Er meinte, dass Daran dort als Rähmchenmaß gar keine Rolle spiele. In den USA würden nur drei Rähmchenhöhen verwendet: full (232mm), Medium (159mm) und Shallow (137mm? Oder 141mm? Besonders schwierig...)Könnte da mal bitte jemand aufklären, der/die drüben war oder enge Kontakte zu Imkern dort pflegt?Danke,Robert

  • Früher schreinerte sich mancher Imker seine Patente selber, heute kommt der Kram überwiegend aus China oder von Behindertenwerkstätten in Osteuropa, die unsere Behindertenwerkstätten preislich unterbieten.


    Vereinheitlichung verhindert oder vermindert Billigimporte???

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain)

  • Er meinte, dass Daran dort als Rähmchenmaß gar keine Rolle spiele. In den USA würden nur drei Rähmchenhöhen verwendet: full (232mm), Medium (159mm) und Shallow (137mm? Oder 141mm?


    Hallo Robert,


    Dadant wird in den USA aus markenrechtlichen Gründen als "Langstroth Jumbo" angeboten. "Dadant" ist ein amerikanischer Imkereibedarfshändler, die gleichnamigen Beuten und Rähmchen will aber jeder verkaufen.

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Moin
    Die Händler reagieren doch mit ihrem Angebot auf die Nachfrage.
    Und sind nicht immer nur glücklich damit. Kein Holtermann hat Spaß daran, tausende von Artikeln zu ordern, zu lagern, katalogmässig zu präsentieren, auf Messen mitzuschleppen usw.
    Also sollten wir uns doch mal fragen, wie wir so ticken, dass wir ein solches Wirrwarr an Bedarfsgegenständen anfragen.
    Manche Märkte sind mir augenscheinlich tatsächlich eher ideologisch als imkertechnisch begründet.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • die Vielfalt verhindert günstigere Preise, mehrere Maße und Beuten bei bei den einzelnen Imkern-egal bei den geringen Völkerzahlen der Neuimker. Austausch wird zwar erschwert, aber stellt auch einen gewissen Klauschutz dar.
    Wem wurden in letzter Zeit Bienen in Normbeuten geklaut? Oder eine Bienenkiste?
    Gruß Fred