Zucht im weiselrichtigen Volk?

  • Hallo zusammen,


    ich möchte mich dieses Jahr mit der Vermehrung beschäftigen, dazu gehört auch die Königinnenzucht.
    Besonders gefällt mir die Zucht im weiselrichtigen Volk.
    Nun habe ich dazu noch einige offene Fragen:


    Habe ich den Ablauf richtig verstanden?


    1: Honigraum eines Volks abnehmen, auf einen eigenen Boden setzen und einige Stunden warten.
    2: in der Mitte 1-2 Waben entfernen und mit Zuchtrahmen auffüllen.
    3: Honigraum auf ASG wieder auf das Volk aufsetzen nachdem der Zuchtstoff angenommen wurde.


    Nun die Fragen:
    Födere ich mit dieser Art der Zucht nicht extrem die Schwarmtriebigkeit?
    Wenn ja müsste ich vor dem Verdeckeln den Zuchtstoff aus dem Volk entnehmen und in meine Begattungeinheiten aufteilen, korrekt?


    Gibt es hilfreiche Bücher zu diesem Thema? Oder allgemein empfehlenswerte Bücher zum Thema Zucht.


    Danke Euch!

  • golem
    Deine Beschreibung war zu kurz. Da würden doch Jungbienen zur Fütterung der Larven fehlen? Falls du es so machen würdest. Dann stoße von 3 Brutwaben mit offener Brut noch die ansitzenden Bienen in den Honigraum ab.
    Ein paar Zellen kommen dann sicher dabei raus.
    Mit Grüßen aus Nürnberg
    Thomas

  • Hallo Golem,


    eine wirklich brauchbare Zusammenfassung findest du hier Rationelle Königinnenzucht - Reiner Schwarz


    Einige wichtige Details hast du im Ablauf nicht ausreichend genau dargestellt:
    1. Der Honigraum landet an der Stelle, wo das Volk vorher gestanden hat. Der Brutteil wird (am Stand!) versetzt und soll sich abfliegen um den weisellosen Teil zu verstärken. (Um noch mehr Pflegebienen in den Honigraum zu bekommen, kannst du aus dem weiselrichtigen Teil sogar noch von 2-3 Waben - Pflegebienen hinzu'schütteln'.
    3. Du hast keinen Zeitpunkt angegeben, wann der Rückbau erfolgt.


    Kommentare:
    zu 3. Rainer Schwarz nennt 24h für den Rückbau des Zucht-/Pflegevolkes. Wenn du die Annahmerate steigern willst, wartest du nach van den Bongard nur 12h bis zum Zurückbau.
    zu 3. Rainer Schwarz empfielt außerdem, die angenommen Zellen in der Mitte der Latte zusammenzusetzen.
    zu 3. Du kannst die angepflegten Weiselzellen auf beliebige weiselrichtige Völker verteilen (über Absperrgitter) - bei den Völkern, die die Zellen nicht selbst angepflegt haben, solltest du Brutwaben über Absperrgitter setzen, um schneller Pflegebienen anzulocken und damit die Pflege zu optimieren.


    Zu den Fragen:
    * Födere ich mit dieser Art der Zucht nicht extrem die Schwarmtriebigkeit?
    -> Gegenfrage: Was hat das Aufzuchtverfahren mit der genetischen Disposition der nachgezogenen Königinnen zu tun?
    * Wenn ja müsste ich vor dem Verdeckeln den Zuchtstoff aus dem Volk entnehmen und in meine Begattungeinheiten aufteilen, korrekt?
    -> Ach so, du hast Angst, dass das Pflegevolk schwärmt? Davon dass hier ein erhöhtes Risiko besteht, habe ich noch nicht gehört. Du nimmst für die Zucht ja kein Volk welches bereits in Schwarmstimmung ist! Deswegen - Nein - Die angepflegten Weiselzellen bleiben im Pflegevolk bis sie verdeckelt sind. Sofort nach der Verdeckelung (9.-10. Tag nach Eilage) werden die Zellen verschult. Dies ist auch der früheste Zeitpunkt, wo man die Zellen in Begattungseinheiten (oder den Brutschank) bringt. Mit Ausnahme des Endpflege im Brutschrank wartet man normalerweise aber mit der Verwertung bis kurz vor dem Schlupf und setzt die schlupfreife Zelle (evtl. unter Schutz) den Begattungseinheiten zu, oder lässt sogar die (verschulten!) Königinnen im Pflegevolk schlüpfen.


    Die Gefahr, dass eine normale Begattungseinheit eine offene Weiselzelle (mangels ausreichender Pflegebienen) nicht optimal pflegen kann ist einfach zu groß; dieses Risiko sollte man nicht eingehen.


    Gruß
    Ludger