Kö-Zucht mit Sammelbrutableger

  • Hallo,


    ich hab ne Frage zur Kö-Zucht mit dem Sammelbrutableger!
    Ich möchte als Starter einen Anbrüter nehmen un als Pflegevolk einen Sammelbrutableger!


    Wann erstelle ich den Sammelbrutableger?


    a) 8 Tage vor dem Umlarven, damit beim Zuhängen des Zuchtrahmens keine offene Brut mehr ist?


    b) 1 Tag nach dem Umlarven? Da beim Erstellen des Sammelbrutablegers offene Brut nicht ausgeschlossen werden kann, frage ich mich ob diese die Annahme des Zuchtrahmens erschwert/verhindert?



    Danke

    Lg Franz - Zander 477x420x220 + 12er Dadant Blatt

  • Hallo,


    ich hab ne Frage zur Kö-Zucht mit dem Sammelbrutableger!
    Ich möchte als Starter einen Anbrüter nehmen un als Pflegevolk einen Sammelbrutableger!


    Wann erstelle ich den Sammelbrutableger?
    Danke


    Hallo Hochheimer. Warum willst du erst einen Starter erstellen ? Mit der Erstellung des Sammelbrutablegers Ist schon alles erledigt. Du mußt nur nach 9 Tagen alle Nachschaffungszellen brechen und kannst dann die Edelmaden zuhängen.

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Wegen der Annahme würde ich den Anbrüter erstellen, das wäre dann der 4 Mai.
    Wenn ich ohne Anbrüter züchte, müsste ich heute den Sammelbrutableger erstllen, und es hat gerade einen Kälteeinbruch mit 6 Grad.


    Die Frage die mir wichtig ist. Verhindert offene Brut im Sammelbrutableger die Annahme des Zuchtrahmens?

    Lg Franz - Zander 477x420x220 + 12er Dadant Blatt


  • Die Frage die mir wichtig ist. Verhindert offene Brut im Sammelbrutableger die Annahme des Zuchtrahmens?


    Wenn die Zellen angepflegt sind (im Anbrüter) und dann in ein Volk mit offener Brut kommen, werden die Zellen problemlos weitergepflegt. Solche angepflegten Zellen kannst du sogar im weiselrichtigen Volk zuende pflegen lassen, wenn du sicherstellst, dass die Kö nicht an die Zellen kommt. (z.B. über Absperrgitter im Honigraum, oder in einer mit Absperrgitter ausgestatteten Wabentasche im Brutraum)
    Verschulen musst du die Zellen auch in einer solchen Situation, damit sich die jungen Damen nicht gegenseitig aus dem Rennen schmeißen.


    Ich habe sogar einen Kollegen, der soweit geht zu sagen, dass es wichtig ist, einen Teil offener Brut in einem Pflegevolk (auch Sammelbrutableger) zu haben, damit ausgeschlossen ist, dass die Kö-Zellen von Varroa parasitiert werden. Letzteres Risiko ist allerdings gering. Wichtig bei einem Sammelbrutableger (bei jedem Pflegevolk) ist jedoch, dass ausreichend Pflegebienen vorhanden sind. Das ist durch die frisch schlüpfende Brut in einem Sammelbrutableger mit ausschließlich verdeckelter Brut auf jeden Fall sichergestellt.


    Gruß
    Ludger

  • b) 1 Tag nach dem Umlarven? Da beim Erstellen des Sammelbrutablegers offene Brut nicht ausgeschlossen werden kann, frage ich mich ob diese die Annahme des Zuchtrahmens erschwert/verhindert?


    Definitiv antworten kann ich nicht, da ich so etwas noch nicht probiert habe. Da aber angebrütete Näpfchen in weiselrichtige Völker gehängt werden können, vermute ich, dass solche Näpfchen von einem frisch gebildeten Sammelbrutableger auch angenommen werden.
    Als zusätzliches Problem sehe ich aber:
    A. Der Sammelbrutableger hat noch nicht zu einer gemeinsamen Stockordnung zusammengefunden. Daher würde ich hier nicht mit einer optimalen Pflege der Weiselzellen rechnen.
    B. Der Sammelbrutableger wird auch Zellen aus der Brut anziehen. Daher wird die Pflege der Zuchtmaden weiter vermindert. Das Alter dieser Weiselzellen ist weit gestreut über einen Zeitraum von bis zu 5-6 Tagen, da der Sammelbrutableger auch frisch gelegte Stifte enthält. Daher ist auch ein nachträgliches Ausbrechen dieser Zellen keine Lösung.


    Gruß Ralph


  • Hallo Hochheimer!


    Die Kombination von Anbrüter und Sammelbrutableger ist nicht ideal, was aber nicht heißen sollte, dass das nicht funktionierten würde. Der Arbeitsaufwand ist meines Erachtens viel zu hoch.


    Ein Anbrüter wird normalerweise bei einem geteilten Verfahren verwendet, hauptsächlich von Großimkern die mehrere Serien hintereinander ziehen lassen. Mit dem Anbrüter werden die Zellen angepflegt und kommen dann zwischen zwei hochgehängten Brutwaben in den Honigraum des weiselrichtigen Volkes zur Endpflege.


    Wenn die Zellen durch einen Anbrüter angepflegt worden sind, werden sie vom Sammelbrutableger auch weiter gepflegt, da ist es egal, ob offene Brut vorhanden ist oder nicht.


    Beim Sammelbrutableger für deinen Zweck müsste man ein Augenmerk darauf legen, dass dieser auch genügend geeignete Pflegebienen hat.


    Bei einem normalen Sammelbrutableger schlüpfen die ersten 9 Tage etwa 9/21 der gesamten Brut, das sind tausende Juingbienen. Da sind automatisch nach 9 Tagen beim Einhängen des Zuchtrahmens genügen Pflegebienen mit dem richtigen Alter vorhanden. Bei einem frisch erstellten Sammelbrutableger könnte es da zu Problemen kommen, einerseits sind wenige Pflegebienen vorhanden, andererseits müssten noch tausende andere Jungbienen versorgt werden.


    MfG
    Honigmaul


  • Wichtig bei einem Sammelbrutableger (bei jedem Pflegevolk) ist jedoch, dass ausreichend Pflegebienen vorhanden sind. Das ist durch die frisch schlüpfende Brut in einem Sammelbrutableger mit ausschließlich verdeckelter Brut auf jeden Fall sichergestellt.


    Sehe ich genauso - letztes Jahr habe ich es so gemacht: Sammelbrutableger 10 Tage vor geplanter Zugabe des Zuchtrahmens erstellt (8 Brutwaben DNM 1,5; FW, PW) - nach 9 Tagen alle WZ gebrochen (es war noch sehr viel verdeckelte Brut drin!) - ZR im Anbrüter anpflegen lassen und nach einem Tag in den Sammelbrutableger transferiert (dabei nochmals alle Waben auf WZ kontrolliert). Nach 10 Tagen gekäfigt, nach 14 Tagen den Sammelbrutableger in Ableger aufgeteilt, mit weiteren Brutwaben aus WV verstärkt und Schlupf der Jungköniginnen in die gebildeten Ableger. Ausbeute war ca. 60 % - mir hat es gereicht. Die Völker sind derzeit gut dabei...


    Beste Grüße


    Rainer

  • Wegen der Annahme würde ich den Anbrüter erstellen, das wäre dann der 4 Mai.
    Wenn ich ohne Anbrüter züchte, müsste ich heute den Sammelbrutableger erstllen, und es hat gerade einen Kälteeinbruch mit 6 Grad.


    Die Frage die mir wichtig ist. Verhindert offene Brut im Sammelbrutableger die Annahme des Zuchtrahmens?


    Wieso willst du es denn unbedingt so machen wie von dir geschildert? Ich kann einfach keinen Vorteil darin erkennen. Zumindest nicht mit der Standart vorgehensweise im
    Sammelbrutableger im Vergleich. Diesen erstellen, 8 Tage später alle Zellen brechen - Zuchtstoff einhängen. Ab da deckt es sich mit deiner Methode.


    Mit Anbrüter zum anblasen musst du die Zellen im Sammelbrutableger ja trotzdem brechen. Sonst weist du doch gar nicht ob unabhängig von deinem Zuchtstoff andere
    Weiseln gezogen werden und schlüpfen. Die müsstest du ja nachher viel mühsamer suchen, wie wenn du 8 Tage nach dem erstellen her gehst und einfach die Weiselzellen
    brichst bevor der Zuchtstoff reinkommt.


    Oder steh ich jetzt total aufm Schlauch :confused:

  • Gut, also besser den Sammelbrutableger 8 Tage vorher erstellen, Zellen brechen und Zuchtrahmen rein, dann haben sie keine offene Brut mehr und ziehen die Zellen sicher an. Zusätzlicher Arbeitsschritt mit Anbrüter entfällt.


    Das mit dem Anbrüter hätte ich eigentlich nur gemacht, weil es mir gefällt und weil ich es ausprobieren wollte, und weil so sicher die Zellen angepflegt werden, und dann die Annahme der Weiterpflege besser ist. Dazu kommt, dass ich mir auf diese Weise gerne den Zuchtstoff vom Züchter holen möchte, hier wäre der Anbrüter auch vorteilhaft. Natürlich ist das damit etwas aufwändiger und für meine 6 Königinnen völlig überzogen.


    Würde es auch funktonieren, ganz einfach Umzularven und den Zuchtrahmen über ASG in den HR zu hängen?
    Dann würde ich es mir ersparen jetzt den Sammelbrutableger zu bilden, denn es hat aktuell 6 Grad und ich müsste das spätestens morgen machen, wenn ich den ersten Termin zur Aufführung nützen möchte. Ausserdem will ich nicht unbedingt Schröpfen, denn ich will die flotteste Annahme und Mittelwandausbau des Honigraumes.


    Jungvölker bilden, kann ich dann Ende Mai noch immer zeitig genug!


    Eine wichtige Frage noch zur Zucht im Honigraum: Wie schauts hier mit dem Schwärmen aus? Treibe ich jetzt zur Schwarmzeit damit nicht das Volk zum Schwärmen? Haut mir da nicht die Altkönigin ab?

    Lg Franz - Zander 477x420x220 + 12er Dadant Blatt

  • Eine wichtige Frage noch zur Zucht im Honigraum: Wie schauts hier mit dem Schwärmen aus? Treibe ich jetzt zur Schwarmzeit damit nicht das Volk zum Schwärmen? Haut mir da nicht die Altkönigin ab?


    NEIN


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Moinsen,


    also ich habe im letzten Jahr erfolgreich so gezüchtet:


    1. Anbrüter:
    Starter über Honigraum wie vom Reiner beschrieben


    2. Pflegevolk:
    Nach 24 Stunden sind die Zellen angezogen bzw. angeblasen und können in ein Pflegevolk umgehangen werden. Da ich nicht schröpfe, habe ich ein Volk vom Wirtschaftsvolk zum Aufteilungsvolk umfunktioniert und hier die Königin raus und direkt im Anschluss den Zuchtrahmen eingehangen. Zum Käfigen nach fünf Tagen habe ich alle anderen Waben überprüft und konnte keine eigenen Zellen finden. Es wurden also vom Volk keine eigenen Zellen gezogen.
    Das hießt also für dich, du könntest ohne Probleme einen Sammelbrutableger erstellen und direkt im Anschluss den aus dem Startervolk erstellten Zuchtrahmen einhängen. Dieser wird ohne Probleme angenommen und zu Ende gepflegt. Wenn du dem Umlarver traust, brauchst du nicht mal die Zellen zu käfigen sondern könntest direkt am letzten Tag vor dem Schlupf den Brutableger aufteilen. Dann schlüpfen die Königinnen direkt im eigenen Volk. Aus meiner Erfahrung (vor allem bei dir, da das ja noch recht früh ist) würde ich davon aber abraten, da die Bienen die Zellen sonst gerne verbauen. Ich käfige immer am fünften Tag.


    Eine andere Variante wäre, wenn du den Zuchtrahmen mit einem ASG schützt und direkt in ein starkes Pflegevolk hängst. Hier pflegen die Bienen die Zellen zu Ende und die Königin kommt nicht an die Zellen. Kurz vor dem Schlupf entnimmst du dann die Waben aus den Spendervölkern und setzt die schlupfreife Krabbelzelle hinzu. Das darf aber nicht zu lange dauern, da nach zwei Stunden die Bienen anfangen selber nachzuziehen und dann solche Zellen gerne ausbeißen. Sicherer ist man dann mit einem Ausfressschutz der Zelle (z. B. von Nicot). Bei dieser Variante entfällt der Sammelbrutableger komplett.


    Es ist wie immer - drei Imker fünf Meinungen ;-)


    Ach ja, Sammelbrutableger mit Zellenbrechen finde ich nicht so gut, da die Bienen nach neun Tagen keine offene Brut mehr haben und die Produktion des Futtersaftes einstellen. Dann kommt der Zuchtrahmen hinzu und der benötigt ja sehr viel Futtersaft. Hier muss dann die Produktion erst wieder hochgefahren werden - noch dazu für nur so wenig Zellen. Wer weiß, wie viele Bienen dann überhaupt Futtersaft produzieren.


    Gruß
    Frank

  • JA, die Bienen nehmen lieber die eigene Brut.


    Gruß Josef


    Hallo Josef,


    wenn die Bienen die Wahl zwischen bereits angezogenen, aber fremden Zellen sowie nicht angezogenen aber eigenen Zellen haben, nehmen Sie die angezogenen Zellen. Habe ich selber mehrfach getestet und wurde mir auch von Werner Gerdes und Jos Guth bestätigt. Selbst wenn sie die Wahl zwischen fremden Larven in Weiselnäpfchen und eigenen Zellen in Arbeiterinnenbrut nehmen Bienen auch sehr häufig die fremden Zellen - sind halt auch nur faule Wesen ;-)


    Gruß
    Frank

  • ...Nach 24 Stunden sind die Zellen angezogen bzw. angeblasen und können in ein Pflegevolk umgehangen werden. Da ich nicht schröpfe, habe ich ein Volk vom Wirtschaftsvolk zum Aufteilungsvolk umfunktioniert und hier die Königin raus und direkt im Anschluss den Zuchtrahmen eingehangen. Zum Käfigen nach fünf Tagen habe ich alle anderen Waben überprüft und konnte keine eigenen Zellen finden. Es wurden also vom Volk keine eigenen Zellen gezogen.


    Das finde ich sehr interessant, vielen Dank für die Information.

    Zitat

    ...brauchst du nicht mal die Zellen zu käfigen sondern könntest direkt am letzten Tag vor dem Schlupf den Brutableger aufteilen. Dann schlüpfen die Königinnen direkt im eigenen Volk. Aus meiner Erfahrung (vor allem bei dir, da das ja noch recht früh ist) würde ich davon aber abraten, da die Bienen die Zellen sonst gerne verbauen. Ich käfige immer am fünften Tag.


    Gibt es einen Grund, warum man den Brutableger nicht am 5. Tag aufteilt, statt die Zellen zu käfigen? Fütterung ist nicht mehr erforderlich, nur noch Wärme. Und das ist im aufgeteilten Ableger mit der ungekäfigten Weiselzelle m. E. durch den direkten Kontakt besser gewährleistet als bei der gekäfigten Weiselzelle. Das müsste sich anhand der Farbe der geschlüpften Königin leicht verifizieren lassen: Sehr dunkel = schlecht gewärmt, normal hell = gut gewärmt.


    Gruß Ralph