Schlimm, schlimmer, Raps, Rüpsen - bei euch auch?

  • Sowas habe ich auf unserer Seite des Niederrheins noch nicht gesehen – zum Glück. Das ist ja eine Bienenvernichtungsmaschinerie. Sowas gehört verboten.

  • Diese gnadenlose Bewirtschaftungsform


    ist eine Blüte der Politik. Vor allem, wenn es stimmt, was Du schreibst, daß da Mais drauf soll.


    Seit heute haben wir in S-A einen Landwirtschaftsminister von den Grünen. (Eine 5%-Partei darf einen so wichtigen Minister stellen...) Hoffentlich kommen solche Innovationen jetzt nicht auch hier.



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    Geh mal davon aus, dass mit solchen Aktionen auch dem Rapsglanzkäfer erheblich geschadet werden soll. Der findet sich ja nicht nur im Raps ein, sondern auch in anderen Blühpflanzen und kann, wenn die Rüpsen vor dem Raps aufgehen in nicht unerheblicher Anzahl quasi nebenbei deutlich dezimiert werden.


    Grüße Sven


    Auf keinen Fall. Die Aktion ist einfach Dummheit bzw. _maximales Hinauszögern_ für "noch mehr Stickstoffbindung". Gehört verboten, wie oben bereits geschrieben. (Grünlandflächen mit Vertragsnaturschutz dürfen auch erst _nach_ einem bestimmten Zeitpunkt gemäht werden, wegen Vogelbrut. Ist prinzipiell das gleiche.)


    Bei mir direkt vorm Bienenstand hat letzten Herbst eine asoziale Kolchose ein blühendes Buchweizenfeld totgespritzt. Um es später tief zu pflügen. Dabei hätte es gereicht, auf den ersten Nachtfrost zu warten. Also sogar noch schade um den Sprit.

  • Bei mir direkt vorm Bienenstand hat letzten Herbst eine asoziale Kolchose ein blühendes Buchweizenfeld totgespritzt. Um es später tief zu pflügen.


    Und die Bienen haben das überlebt bzw. entwickeln sich jetzt noch normal? Oder sind deutliche Anzeichen erkennbar, wie dass sie sich beispielweise kaum vergrößern, etc. dann hilft da nur den Wabenbau zu erneuern.


    Hornets Bild geht leider auch nicht so ins Detail, bzw. schaut mir das Feld nicht unbedingt danach aus, als wäre da gemulcht worden. Bei der Höhe des vorhandenen Bewuchses müsste da eigentlich deutlich mehr an zerstückelter Biomasse auf den bereits abgesäbelten Bereichen liegen. Vielleicht wurde das Zeug eher zur Biogas-Anlage gebracht? Aber mein Eindruck kann mich da auch täuschen.


    Grüße Sven

  • Hallo Sven, Schäden an den Bienen habe ich nicht festgestellt und alle Völker dieses Standes haben den Winter überstanden. Vielleicht war die Spritzung nachmittags, hab´s erst mitgekriegt als es zu spät war. Ich wollte mit dem Beispiel ja nur sagen, wie dumm es laufen kann. Das Titelthema ist eigentlich auch gang und gäbe, also daß blühende Flächen mit Kreiselmähern kurz und klein gemacht werden. Diese Mähwerke sind für optimale Silierung (Halmknickung und -trocknung) und daher absolut brutal. Man steht in ohnmächtiger Wut daneben.
    (Zum Glück ist das Blühenlassen auf Futterflächen nicht die Regel, ungeblüht ist die Silagequalität besser.)

  • Hornets Bild geht leider auch nicht so ins Detail, bzw. schaut mir das Feld nicht unbedingt danach aus, als wäre da gemulcht worden. .. Aber mein Eindruck kann mich da auch täuschen.


    er täuscht dich - habe es bei dem anderen Bauern am nächsten Tag selbst gesehen, da aber kein Foto machen können. Das wird gemulcht und liegt dann genau so flach da wie auf dem hier gezeigten Bild. Raps und Rübse sind momentan noch sehr wässrige Pflanzen, da bleibt nicht so viel stabiles Material über wie als wenn man eine Brachfläche im Spätsommer mulcht. Wie gesagt, das sieht auch alles eher zermanscht als gehäckselt aus.


    Gruß
    hornet

  • Hallo Hornet,


    das Thema gehört zurückgereicht an die, die sich das ausdenken (hast Du selber erkannt, wie Du im Raps-Thema ja schreibst).


    * Dieser Landwirt hat das weitestmöglich hinausgezögert, um maximal Stickstoff zu binden.
    * Jetzt hat der Landwirt das Zeug umgelegt, damit es dem Boden kein Wasser mehr entzieht. Merke: Wasser gehört nicht der Umwelt, sondern dem Landwirt. Klingt doof, aber höre mal, wie Landwirte reden.
    * Indem das nasse Gemulchte jetzt so zermatscht auf dem Feld liegt, sind Wasser und Stickstoff bestmöglich auf dem Feld geblieben. Darum geht es dem Landwirt. Er hat alles richtig gemacht, im Sinne der heutigen Vorgaben. Wenn er dann tatsächlich noch Mais drauf anbaut, ist er der Musterschüler des Systems, und Du wirst als Wutbürger denunziert. ;-(


    Weder der Landwirt, noch der Dr. agr. hören in der Ausbildung das Wort "Biene". Weiß ich aus erster Hand.

  • Aber.... das ist doch alles nichts Neues.


    Dasselbe passiert doch oft beim ersten Schnitt für Silage. Da hatts Anfang Mai paar schöne Tage, der Löwenzahn blüht wie verrückt.... Schnipp- schnapp, weg das zeugs. Wird dieses Jahr wieder so sein, Gras ist ja gewachsen und wenn die Kälte vorbei ist, kommt der Löwenzahn in drei Tagen.


    Dieselbe Choose beim Weissklee als Zwischenfrucht. Zwischendrin Mahd, im Herbst totspritzen, Vorbereiten der Felder für den Raps im Herbst.


    Ist schon mühseelig für die Bienen.... und eben auch für den Imker.

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Der Dr. Agr. hört sehr wohl was von Biene, Ökosystemdienstleistung und vor allem Vorschriften. Ich bin Hobbyimker und Doktorand der Agrarwissenschaften... mit elterlichen Betrieb....


    Der Landwirt ist schon lange nicht mehr Chef seines EIGENEN Besitzes. Jeder Schritt, jedes Gram Dünger, PSM muss Dokumentiert und Gerechtfertigt werden.... Ich sehe beides Imker und Landwirt.... ER TUT das weil die Politik sagt er muss es so machen. Was soll er tun? Zwischefrüchte weglassen? Dann gibts Stickstoff im Wasser, nicht eine Blüte....


    Bei solchen Diskussionen sehe ich das werder der Imker weiss was für Landwirte wichtig ist, noch weiss der Landwirt was er mit dem Mulchen anrichtet. Wie auch, es wird emopfolen und Vorgeschrieben.


    Stellt euch mal vor: eure Beuten sind voll mit Rapshonig und er muss geschleudert werden und dann sag euch die Politik du musst noch 3 Wochen warten. Aber der Honig wird fest, sagst du dann... egal die Politik schreibt es vor.....


    Deine Beute ist voller Milben im August....Politik sagt vor 15 September darfst du nicht behandeln.


    wie gehts Dir dann? Stell Dir vor du verdienst damit dein Unterhalt....


    Versetzt euch doch mal in die Lage der Landwirte.. und anders herum....


    Die Landwirte die in unmitelbarer Nähe meiner Bienen Raps haben rufen an und fragen ob meine Bienen noch fliegen...


    Es geht!!!! Redet miteinander klärt auf und nicht immer den Sündenbock suchen...herje....


    Das eine braucht das andere!!!!


    Ohne Landwirtschaft gäbe es bei uns nur Mischwälder... Als Resultat der Klimaxvegetation....



    das musste ich mal loswerden


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  • Brutus89 :
    genau deshalb habe ich das Problem auch nicht beim Bauern, sondern bei der Ausbildung und den Vorschriftenmachern verortet!


    Inzwischen habe ich aber wieder etwas Hoffnung geschöpft, denn ich habe erfahren, dass es sich um eine Sondersituation handeln könnte.
    Demnach ist das Auswachsen zu so einer massiven Blüte nur dem extrem milden Winter geschuldet und würde in normalen Jahren gar nicht so weit kommen. Und das späte Mulchen könnte auch in fehlender Befahrbarkeit der Böden zuvor begründet sein.


    Dass ich nun auch noch von derart großen Flächen (für unsere Verhältnisse sind 16 ha Riesenschläge, völlig atypisch) betroffen bin, ist wohl außerordentliches Pech gewesen. Ebenso, dass gleich zwei benachbarte Bauern ähnliche Verhältnisse und insgesamt sehr viele Flächen genau in den Flugkreisen meiner Stände hatten, erst recht.


    Mal abwarten, nächstes Jahre bin ich vorgewarnt und werde ganz genau hinschauen.


    Und heuer, heuer ist es vielleicht sowieso egal, da womöglich der Raps in der kommenden Nacht sowieso abfriert, weil, zur Zeit der Blüte ist er doch glaube ich nicht so frosthart, oder?


    Gruß
    hornet

  • Das ist es, Rübsen würden nicht blühen und der Landwirt darf unter normalen Umständen nicht beim Bienenflug blühende Flächen wegmulchen. Das weiss der gemeine Landwirt auch...
    Richtig Rübsen blühen sonst nicht als Zwischenfrucht. Ich wollte Dich auch nicht anfahren aber manchmal muss sowas raus..gerade wenn ich beide Seiten kenne.


    Mit dem Raps war es das noch nicht. Seine Blüten können Frost ab...zumindedt den, den eir jetzt bekommen. Er bekommt einen Knacks aber die Vollblüte dürfte noch etwas werden!
    Danke für das Kommentar


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  • Hallo Brutus, meine Erfahrung bzgl. Dr. agr. ist so wie ich schrieb - kein Sterbenswörtchen in 20 Jahren.


    Du schreibst: "ER TUT das weil die Politik sagt er muss es so machen." Du weißt aber, daß sich die Politik dieses "Mitspracherecht" per Subventionen "erkauft", ja? Viel Spaß weiterhin beim Promovieren.


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  • Spurbiene .


    Js, dass weiss ich und ich bin froh dass es diese Subventionen und Unterstützungsprogramme gibt. Denn ohne Sie würde es keine kleinen Betriebe von 25 bis 250 ha mehr geben. Da der kleine Landwirt in Deutschland ohne diese Subventionen nicht mehr wirtschaften könnte.


    Weil der Verbraucher nicht bereit ist, den Preis zu zahlen, den ein Lebensmittel wert ist. Aber indirekt wird er zahlen. Durch Steuern, die in die Subventionen fliessen oder mit seiner Gesundheit oder mit Bidiversitätsverlust. Oder oder oder...


    Redet miteinander macht Standpunkte klar und sucht den Dialog. Meckern alleine bringt nicht und Halbwissen schürt das Meckerpotential.


    ;-)


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  • Er ist sehr wohl bereit, der Verbraucher.
    Würde allerdings eine Veredelung und Selbstvermarktung für den Landwirt bedeuten. Und dazu sind die wenigsten bereit.
    Wenn ich meinen Honig bei Fürstenreform, Lang & Co verkaufe, weil es bequem ist, kann ich mich im Nachgang auch nicht über Verbraucher-Verhalten aufregen.
    Gruß