Verschiedene Hummeln versuchen in die Beute einzudringen

  • Hallo,


    mehrmals habe ich in den letzten Tagen folgendes beobachten müssen:


    Verschiedene dicke Hummeln (mindestens 2 Arten, eine besonders schwarz und blank, die andere eine gewöhliche gestreifte) versuchen, in den Bienenstock einzudringen.
    Es handelt sich um Segeberger Kunststoffbeuten. Nur das schwächere Volk am Stand wird angegriffen.


    Die Hummel fliegt auf das Anflugbrett und versucht, in die Beute einzudringen.
    Dann stürzen sich 1-3 Bienen auf die Hummel, alle kullern auf dem Boden davor herum, am Ende habe ich 1-3 Tote Bienen. Die Hummel ruht sich dann einige Meter weit weg aus,
    putzt sich ausgiebig. Dann startet der nächste Angriff, bis zu 5 oder 6 hintereinander habe ich mindestens beobachtet.
    Vor dem Flugloch stapeln sich die toten Bienen, alle ganz bleich (Vermutlich vom Hummelgift in Zersetzung begriffen).


    Das erste Mal habe ich das nur interessiert beobachtet, beim zweiten Mal das Flugloch verengt und das Mäusegitter wieder angebracht.
    Obwohl die Hummel nun nicht mehr rein kann, versucht sie es und auch die Bienen verteidigen weiter, mit den beschriebenen Verlusten.


    Was kann ich tun, damit ich nicht täglich mehr als 20 Bienen an die Hummeln verliere?
    :confused::mad:


    Alle Ideen willkommen.
    Bärentatze

  • Hallo Bärentatze,


    Du hast noch nicht lange Bienen, oder?


    Täglich sterben Dir deutlich mehr als 20 Bienen an vielen unterschiedlichen anderen Ursachen. Um diese Jahreszeit gehen zudem, bei mir jedenfalls noch, täglich alte Winterbienen ab.
    Am besten machst du gar nichts, ausser dich damit abzufinden, dass Bienen irgendwann sterben. Das ist völlig normal.


    Gruss David

    Das Wort gleicht der Biene: Es hat Honig und Stachel.

  • Hallo BaarImker.


    Also Du findest, dass eine Störquelle, die mal eben genauso groß ist wie der Standard-Totenfall, ignoriert werden kann?
    Und wenn ich 5 Hummeln habe, die sich abwechseln, dann reißt es eben das 5-fache zusätzlich weg?


    Ja, Super, dann kann ich ja auch gleich die Varroa ignorieren. Wen kümmert schon eine fallende Milbe am Tag.
    Nicht die absolute Zahl, sondern der Trend ist das Problem.


    Außerdem handelt es sich um ein Phänomen, das ich gerne erklärt haben wollte.
    Und das ich ggf. einzeln bekämpfen kann.


    Es geht um den Schwächling, da wird man sich ja wohl noch Gedanken machen dürfen.
    Außerdem ernten die Fledermäuse hier auch schon genug Bienen ab.


    Das war natürlich mein Fehler. Daher korrigiere ich mich kurzerhand: Konstruktive Ideen willkommen.


    Gruß
    Bärentatze

  • Wow den Tonfall fand ich jetzt etwas harsch.


    Das gleiche "Problem" habe ich seit einigen Jahren an einem meiner Standorte, an dem ich regelmäßig kleinere Völker und Kümmerlinge stelle.


    Klingt jetzt vielleicht blöd, aber auf der Wiese davor habe ich Frühblüher gesät, das zusammen mit Flugloch klein halten und Mäusegitter hilft über die schlimmste Zeit hinweg.
    Wobei ich das ähnlich wie David nicht als allzu gravierend einstufe.


    Über bessere Ideen würde ich mich aber ebenfalls freuen.

  • ja, kann ignoriert werden und ja.
    Der "Standard-Totenfall" ist um ein vielfaches höher. 20 Bienen sind nichts.


    Das Phänomen ist ganz einfach... Die Bienen verteidigen Ihr Flugloch. Und das ist gut so.
    Da gibt's nichts zu bekämpfen.
    Wenn dein Schwächling dabei Hilfe braucht ist er nicht zu retten.
    Das nennt sich dann Natürliche Selektion.

    Das Wort gleicht der Biene: Es hat Honig und Stachel.

  • Hallo Bärentatze


    Es sind sicher Erdhummel-Königinnen, welche auf der Suche nach geeigneten Nistlöcher sind. Die sind natürlich rein vom Volumen her einiges grösser als deine Bienen und ertragen auch mehr. Eine Königin kann sogar eine Feldmaus aus ihrer Höhle vertreiben, wenn es sich die Erdhummel in den Kopf gesetzt hat, dass es gerade dieses Loch sein muss.


    Du sagst, dass es ein schwaches Volk sei, welches angegriffen wird. Nun ein schwaches Volk wie du es beschreibst, hat zu dieser Zeit sicherlich 10'000 Bienen im Stock. Also diese Verluste durch die Angriffe der Hummeln kannst du getrost vernachlässigen. Dies wollten dir die Forumskollegen vorhin darstellen, nur haben sie es ein wenig arrogant formuliert und du reagiertest wie deine Bienen, du hast dich verteidigt. Gut so!


    Übrigens dass deine Bienen die Hummeln angreifen ist ein sehr gutes Zeichen und spricht für deine Zöglinge. In einem Monat wird dieses Volk sehrwahrscheinlich in nichts mehr hinter den anderen anstehen. Übrigens, wenn diese Hummeln dich zu sehr nerven, den Bienen schadets nichts, lege ein paar Ästchen vors Flugloch und erschwere den Hummeln zusätzlich das Leben. Hilft auch deinen Bienen den Einstieg noch effizienter zu verteidigen.


    Ein Imkerlicher Gruss aus der Schweiz -- Stephan

    Auch wenn die Biene einen gestreiften Rücken hat, ist sie noch lange kein Tiger!

  • können das andere bestätigen, dass das kein verspäteter Aprilscherz ist?


    Ich habe noch nie gesehen, dass eine Hummel ein anderes Insekt abgestochen haben soll, geschweige denn sich mit vielen Bienen angelegt und diese umgebracht haben soll. Überhaupt habe ich erst einmal im Leben gesehen, dass eine Hummel auch stechen kann, nämlich als sie sich bei mir beim Radfahren im Gesicht verfangen hat...direkt neben das Auge, aua.


    Aber dass eine Hummel viele Bienen wiederholt attackieren und dann auch noch eine ominöse Bleichwirkung haben soll, also das ist doch schon sehr mysteriös!
    Dass sie mal kurzfristig den Eingang suchen, weil es daraus so gut nach Honig riecht, das kommt öfter vor, aber gegen die Bienen hatten sie ganz ohne Kämpfe oder gar Tote noch nie eine Chance.


    Handelt es sich hier wirklich um Hummeln?
    Sind die "bleichen" Leichen wirklich die von der Hummel getöteten Bienen und nicht etwa von den Bienen unabhängig von den Attacken rausgeschaffte Kälteschäden, also weiße Puppen?

  • Guten Morgen!
    Stephan hat es schön und richtig beschrieben:
    Hier sucht eine Erdhummelkönigin und einer anderen( der Beschreibung nach) ihr Nest.
    1) hört das bald auf
    2) Verteidigen sich die Bienen
    3) Sticht die Hummel niemanden ab, daher sind die toten Bienen am Boden auf etwas anderes zurückzuführen ( normaler Totenfall, ausgeräumte Brut, verklammte Bienen?)
    4) Würde ICH die Hummel fangen und in einen geeigneten Hummelkasten setzen ( so habe ich es gerade getan) - dann wird sie das Volk nicht mehr belästigen, wenn ihr die neue Behausung gefällt
    5) Fluglochverkleinerung oder Mäusegitter für eine Woche hilft sicherlich auch
    6) beruhigen wir uns alle wieder, es war eine Frage mit Jungimkerlichen Vermutungen, welche jetzt beantwortet ist. Es ist lobenswert, dass er die Hummeln nicht einfach getötet hat ( was ja auch eine Lösung gewesen wäre!)

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Hallo


    Trigona hat das sehr gut beschrieben, die Hummeln suchen ein Nest und sie werden sich nicht dort niederlassen wo sie ständig attakiert werden. Das eine Hummel Bienen tötet konnte ich noch nicht beobachten, aber möglich kann das schon in Ausnahmefällen sein. Bärentatze du kannst dich beruhigen, diese Belästigungen deiner Bienen durch die Hummeln wird bald aufhören, wenn sie ihr Nest gefunden haben. Das eine Hummel vom süßen Honigduft vor die Fluglöcher gelockt wird, ist ja verständlich, hat aber bei einem gut besetzten Bienenvolk keine Chance einzudringen. Ich habe aber schon erlebt das eine Hummelkönigin im tiefen Boden einer Segeberger bei vollgeöffneten Flugloch überwintert hat.
    Im Herbst wenn die Linde blüht kann man verstärkt feststellen das Hummeln die vom Lindenduft besonders stark angelockt werden, versuchen in die Beuten einzudringen. In diesem Fall kann man beobachten, das viele Bienen die Hummeln regelrecht einkneulen und die Hummel nicht durch Stiche tötenen, sondern erhöhen in dieser kleinen Bienenkugel die Temperatur auf über 40 Grad Celsius und töten so die Hummel.
    Das nur nebenbei, freuen wir uns das es noch Hummeln gibt, ich denke auch das sich Hummeln und Bienen besser verstehen, als manche Mitmenschen. :wink::-D

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • An meinem vorderen Stand versuchen auch manchmal, einzelne Hummeln durch das Flugloch reinzukommen. Bei den Segebergern passen sie ja noch durch...
    Meist sind sie schnell, aber ohne hektische Bienen drumherum wieder raus. Ich nehme mal an, dass sie selbst merken, dass sie zu dick oder zu groß sind oder es einfach am falschen Ort versucht haben.


    Gruß Andreas

  • Hi,


    von den ausgeblichenen Leichen habe ich noch kein Foto, aber die Hummelangriffe habe ich gefilmt.
    Kann man hier im Forum auch Filme hochladen?


    Danke für die Antworten bisher.


    Ich werde mal googlen, ob ich eine Hummelbeute finde.
    Allerdings haben wir Sandboden und ich habe im Garten andere Hummel-Löcher gefunden, da wundere ich mich, dass die Hummeln nicht einfach buddeln.
    Die eine Rasse würde ich auch für eine Erdhummel halten.


    Nein, die Fledermäuse fliegen natürlich nicht bei Tag, sondern in der Dämmerung, wenn die letzten Bienen heim kommen.


    Ich werde das Flugloch noch weiter einengen, und habe heute Zeit, nochmal zu beobachten.
    Die Leichen werden ich ggf. einsammeln und fotografieren. Normaler Totenfall ist das nicht, denn ich habe ja vergleich zu der Beute daneben.


    Grüße
    Bärentatze

  • Ein Video von den "Hummelangriffen" fände ich wirklich interessant ... bei mir fliegen auch Hummeln rum, schnallen aber, dass die Fluglöcher keine gute Idee für sie sind bevor es zum "Handgemenge" kommt.


    Ausgebleichte Leichen vor dem Flugloch: könnte das Kalkbrut sein? Was meinen die anderen? Ein Bild wäre spannend.


    Grüße, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.