Bienen umziehen in neue Beute mit neuen Waben

  • Hallo liebe Imker,


    ich bin ein absoluter Frischling. Meine Eltern haben 3 Bienenvölker von dem Sohn eines verstorbenen Imkers erhalten. Die Völker stehen jeweils auf 2 selbst gebauten Zargen. Die Waben sind total braun. Die Königin ist von letztem Jahr und sehr fleißig. Der Honigraum wurde nicht angenommen. Die selbst gebauten Zargen haben von unten keine Belüftung.


    Nun habe ich den Bienchen eine neue Beute bestellt. Sie ist Zandermaß mit modifizierten Hoffmann-Rähmchen. Ich möchte die Bienen nun umziehen von der alten Beute in die neue und ich möchte die alten Waben austauschen gegen neue. Ich habe noch keine ausgebauten Waben zur Verfügung sondern nur leere Rähmchen bzw. Mittelwände. Die Bienen brüten aktuell in den 2 Zargen und haben über der Brut Nektar eingelagert. Die Königin sitzt im oberen Brutraum.


    Was soll ich tun, dass ich die Bienen umziehen kann? Freue mich auf hilfreiche Antworten. Dankeschön

  • Die Rähmchen von den alten Beuten passen in die neue Beute rein. Es sind Zanderrähmchen - aber sehr alte. Ich möchte das alte Zeugs am liebsten sofort verbrennen aus Angst vor Keimen. Ein Rähmchen inkl. Wabe war schon verschimmelt. Das habe ich gleich rausgenommen.


    Lassen sich die alten Beuten mit deinen Zanderbeuten kombinieren oder adaptieren?

  • Hallo Speedy,


    die Frage ist, ob du noch Honig ernten willst? Falls nein:


    Schnelle Lösung:
    Nach dem nächsten Kälteeinbruch - also Ende April:
    1. Du hast dann z. B. 8 Waben mit Brut: Die würde ich in eine alte Kiste zusammen packen - ohne Königin zusammen mit zwei Futterwaben plus Bienen von zwei oder drei Waben. Das ganze dann an einen anderen Platz am gleichen Bienenstand
    2. An dem alten Standort neue Kiste hin mit Mittelwänden. Darin die alte Königin samt den Rest der Bienen (was ja der Großteil der Bienen ist). Hier nur einen Brutraum - am außeren Rand dann einen Baurahmen mit Anfangsstreifen. Ggf. kannst du noch ne Futterzarge / Tasche mit einer kleinen Starhilfe Zuckerwasser/Sirup geben. 1:1 sagen wir mal zwei Kilo Zucker. Nach einer Woche kannst du dann ohne Probleme ein ASG plus Honigraum geben. Ggf. bekommst du dann noch Honig. Alternativ ganz ohne Honigraum irgendwann auf den zweiten Brutraum gehen. Dann würde ich aber direkt nach ein paar Tagen mit Milchsäure oder Oxalsäure behandeln. Dann sind die blöden Dinger auch schon weg


    Das andere Volk kannst du dann auch im Brutfreien Zustand behandeln und mit der neuen Königin in eine weitere leere Kiste einschlagen oder alle Bienen zurück vor die andere jetzt neue Kiste schütten. Dann gibt es auch noch Honig.



    Eine andere Möglichkeit wäre, alle Brutwaben nebeneinander zu hängen und das ganze Volk auf eine Kiste zurück zu drängen (am besten aber schon in eine neue Kiste setzen). Dann einen neuen Brutraum oben drauf und hier mit MW anfangen lassen. Wenn die oberen MW ausgebaut werden, die Königin per ASG oben festsetzen und nach drei Wochen den unteren Brutraum wegnehmen. Ggf. kann vorher bzw. spätestens jetzt der Honigraum gegeben werden.


    Gruß
    Frank

  • ...Es sind Zanderrähmchen - aber sehr alte. Ich möchte das alte Zeugs am liebsten sofort verbrennen aus Angst vor Keimen. Ein Rähmchen inkl. Wabe war schon verschimmelt. Das habe ich gleich rausgenommen.


    Hallo Speedy,


    ich glaube, daß du, wie viele andere Anfänger auch, eine übertriebene Angst vor "schwarzen Waben" hast. Die sind nicht per se schlimm, man muss sie nur regelmäßig erneuern (planmäßig!), die Bienen lieben die schwarzen Schwarten.


    Wenn du jetzt im zeitigen Frühjahr die Brutraumwaben auswechselst dann ist das ziemlicher Stress für die Völker. Und nach einer Saison wirst du staunen, weil die ehemals neuen goldgelben Waben im Brutnestzentrum wieder genau so schwarz aussehen wie jetzt... Und angeschimmelte Waben gibt es im Frühjahr oft im nicht besetzen Randbereich - auch normal.


    Mein Tipp:
    Im Frühjahr erst einmal Ruhe bewahren und das Volk sich entwickeln lassen. Ab Mitte Mai:
    a) mehrere Ableger mit den dunklen Waben Waben machen und somit dem Muttervolk neue Waben geben, z.B. 2x Wabenableger im Abstand von 3 Wochen; neue MW dem Muttervolk an den Brutnestrand hängen.
    b) Totale Brutentnahme in der Schwarmzeit (Mitte/Ende Mai), alle Brutwaben raus, MW rein; Brutscheune bilden, auslaufen lassen, behandeln und entweder damit Ableger bilden oder zurückgeben.
    c) Totale Brutentnahme zum Trachtende, sonst wie b)


    Mein Favorit wäre c).


    Gruß Jörg

  • Hallo Frank!


    Dankeschön! Das klingt für mich sinnvoll! :daumen: :-D Ich werde das probieren! Honig ist für mich dieses Jahr noch nicht so wichtig. Hauptsache meinen Bienen geht es gut.


  • Hallo Jörg,


    ich verstehe b nicht richtig. Was ist eine Brutscheune? Mit was soll ich sie behandeln? Jetzt schon Ameisensäure?


    Totale Brutentnahme zum Trachtende... Das wäre dann theoretisch vor dem Abschleudern, oder? Irgendwann im Juli? Aber meine Bienen nehmen den Honigraum, den ich als dritte Zarge obenauf gesetzt habe, leider nicht an. Sie haben ihren Nektar in die Brutwaben gesetzt.


    Kannst Du mir das vielleicht noch einmal genau erklären? Danke im Voraus! :oops:


  • Hallo Speedy,


    das Vorgehen in Jörgs b) ist so.
    Du nimmst alle Waben raus. Fegst fast alle Bienen gemeinsam mit der Königin in eine Kiste mit Mittelwänden, die an den Standortdes jetzigen Volks steht.
    Die abgekehrten Waben mit Brut kommen gemeinsam mit ausreichend Pflegebienen in eine extra Beute. Und die Brut läuft in dieser Brutscheune aus, Die Bienen werden z.B. mit Milchsäure behandelt und dem Volk danach zurückgegeben oder eben ein Ableger oder Kunstschwarm gebildet...
    Noch Fragen?


    Solange du noch "total braune" Waben hast sehe ich allerdings nicht zwingend Handlungsbedarf. Sonst hättest du "schwarz" geschrieben... ;)


    Gruss David

    Das Wort gleicht der Biene: Es hat Honig und Stachel.

  • Hallo David,


    ok, jetzt verstehe ich es... Wenn ich die Bienen in die Scheune (neue Beute) gebe, ist dann das Flugloch geschlossen?


    Kann ich auch die Bienen in einer Zarge oben auf den Brutraum stellen mit einem Absperrgitter, so dass die Königin nicht rauf geht aber die ausgebrüteten Bienen runter können?


    vielleicht sind die Waben auch schon ein wenig schwarz... :-D

  • Nur mit offenem Flugloch.
    Kannst du. Dann hast du aber nicht die Chance beide Volkteile im brutfreien Stadium mit üblicherweise sehr gutem Ergebnis behandeln zu können.
    ... und im blödesten Fall hast du danach dann auch noch Honig in den alten schwarzen Schwarten.

    Das Wort gleicht der Biene: Es hat Honig und Stachel.

  • ...Was ist eine Brutscheune? ...

    Zarge mit alten Brutwaben und ein paar ansitzenden Bienen.

    ...Mit was soll ich sie behandeln? Jetzt schon Ameisensäure? ...:

    Da gibt es auch verschiedene Varianten. Ich würde 15%ige Milchesäure sprühen.

    ...Totale Brutentnahme zum Trachtende... Das wäre dann theoretisch vor dem Abschleudern, oder? Irgendwann im Juli? :

    Ja.

    ...Aber meine Bienen nehmen den Honigraum, den ich als dritte Zarge obenauf gesetzt habe, leider nicht an. Sie haben ihren Nektar in die Brutwaben gesetzt. :

    Das ist ein generelles Problem bei 2 Bruträumen und zu schwachen Völkern. Entweder Abwarten oder bei Tracht eine (alte) Futterwabe zeitweise nach oben hängen.


    Gruß Jörg

  • Ok... ich habe dann noch eine Frage... Möchte eben alles richtig machen


    Ich packe jetzt die alten Brutwaben mit Pflegebienen in eine andere Beute.
    Soll ich den Bienen Futter reinstellen? Wenn ja, soll ich Futterteig oder Flüssigfutter reingeben?
    Fliegen die Bienen nicht zu ihrem alten Platz zurück wenn das Flugloch offen ist?
    Soll ich dem alten Volk in der neuen Beute auch Futter reinstellen oder sammeln die selbst?


    So... wenn ich das noch erfahre, fühle ich mich sicher um die Bienchen umzusiedeln - wenn die nächste Kälteperiode rum ist :-D


    Ich danke sehr für die hilfreichen Antworten! :daumen:



    Nur mit offenem Flugloch.
    Kannst du. Dann hast du aber nicht die Chance beide Volkteile im brutfreien Stadium mit üblicherweise sehr gutem Ergebnis behandeln zu können.
    ... und im blödesten Fall hast du danach dann auch noch Honig in den alten schwarzen Schwarten.

  • ... Möchte eben alles richtig machen


    Liebe Speedy69,


    Du kannst Dich bis zum geplanten Eingriff noch tiefer einlesen. Dr. Radtke hat in seiner Dissertation den Effekt der Totalen Brutentnahme (TBE) zu verschiedenen Zeitpunkten untersucht und Verfahren entwickelt (Sanierung + Rückvereinigung) die selbst in der Frühtracht keine Ertragseinbußen zeitigen:
    http://www.bioland.de/fileadmi…tke_Varroabekaempfung.pdf
    http://www.imkerverein-heidelb…lliferaaufdieLeistung.pdf
    Kleingartendrohn hat ebenfalls eine TBE entwickelt, die vorzugsweise 2 Wochen vor Ende der Sommertracht eingeplant werden kann und verschiedene Nachteile bzw. Risiken anderer TBE-Methoden ausschließt (PDF in #1):
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=43372
    und sogar zu leichter Ertragssteigerung führen kann.
    Jede entnommene (und von der Königin weggesperrte) Brutwabe kannst Du gleich nach dem Auslaufen der Brut rausnehmen und den Wachsmotten zum Fraß überlassen oder aber bald einschmelzen. Ob und wie Du dann das Rohwachs weiterverwendest bzw. verkaufst, ob Du es auf Rückstände von Varroamitteln o.a. Giften untersuchen läßt, mußt Du selbst abwägen.


    Mit imkerlichen Grüßen - Gottfried


    p.s.: Wenn die nächste Kälteperiode rum ist, wird vermutlich länger Massentracht herrschen. Dann bräuchtest Du nichts zuzufüttern, wenn der Brutsammler noch einigen Futtervorrat (Futterkranz bzw. -ecken) hat.

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