Flugling ohne Königin

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    Bei meiner Suche nach dem Thema habe ich viel gefunden, aber keine direkte Antwort auf meine Frage. Die wahrscheinlich auch blöd ist, aber ich bin jetzt etwas verunsichert.
    Ausgangssituation: Ich habe 7 Völker, 4 möchte ich konventionell schröpfen in der Schwarmzeit, Schwarmzellenkontrolle und Honigernte im Juli ( Frühtracht gibt es hier nicht)
    3 Völker möchte ich per Flugling am Schwärmen hindern, dann habe ich 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Einerseits Ableger bilden und andererseits Schwarmverhinderung. Es entlastet mich auch, nicht 7 Völker wöchentlich durchsehen zu müssen, zumal die von Pia Aumeier angepriesene Kippkontrolle offensichtlich nicht ausreicht, wie ich letztes Jahr erfahren habe müssen.


    Meine eigentliche Frage lautet: Bildet der Flugling sich eine neue Königin? Muss er ja eigentlich, wenn ich eine Bannwabe mit jüngster Brut nehme.
    Andererseits wird so oft beschrieben, man solle verdeckelte Brut nehmen, die Honigmacher schreiben, auf Nachschaffungzellen brauche man nicht zu hoffen, und hier im Forum lese ich ausschließlich, dass die Leute ihren Fluglingen gekaufte Königinnen zusetzen möchten.


    Und wie weit sollte ich das Muttervolk mindestens verstellen, wenn keine spätere Zusammenführung geplant ist, und im anderen Fall: welche Entfernung ist sinnvoll, wenn die Völker im Herbst doch wieder zusammengeführt werden sollen?


    Vielen Dank für Hilfe.

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....

  • Flugling mit Brutwabe geht, aaaaber viele halten grundsätzlich nichts von Nachschaffungsköniginnen (obwohl die übliche Königinnenzucht streng genommen Nachschaffung ist).
    Um eine ordentliche Königin zu erhalten, braucht es eine ordentliche Personalstärke zur Pflege. Außerdem sind in einem Flugling zum großen Teil Flugbienen, wie der Name schon sagt. Es fehlt an jungen Pflegebienen.
    Warum kein Königinnenableger? Das zurückbleibende Wirtschaftsvolk hat alles um eine sehr gute Königin zu schaffen.
    Bei Tracht brauchen die Völker nur sehr wenige Meter voneinander entfernt aufgestellt werden.


    Wenn im Bergischen Land keine Frühtracht zu ernten ist, könnte es in vielen Jahren an der Völkerführung liegen.

  • Ja, das mit den Pflegebienen leuchtet mir ein, deshalb dachte ich, dass vielleicht deshalb eine Wabe mit verdeckelter Brut gegeben werden müsse, damit recht rasch Pflegebienen schlüpfen?
    Jetzt habe ich mich gerade über Königinnenableger belesen: das scheint mir eine sehr gute Alternative. Das hatte ich gar nicht auf dem PLan. Kannst du mir da vielleicht noch ein paar Infos geben, wie du sie machen würdest? Was ist zu beachten? Wo liegen Anfängerfehler bei so einer Maßnahme?
    Und würde das Restvolk dann noch Honig produzieren?
    Das ist nur eine informelle FRage, denn Honigernte wäre mir bei diesen Völkern, die ich "schwarmlustfrei" machen möchte, auch nicht wichtig.
    Generell steht Honig nicht im Vordergrund bei mir. Trotzdem finde ich deinen Satz nachfragenswert: Was an der Völkerführung könnte dazu führen, dass sie keinen Frühjahrshonig einbringen? Zur Info: Ländlicher Standort, viel Mais, kein Raps, Wald rundum, nur ein paar Gärten mit Blumen.


    Danke!

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....

  • Flugling mit jüngster Brut funktioniert. Weiselzellen werden problemlos angezogen. Man sollte die Brutwabe mit voller Bienenbesetzung hinzu geben, um die Erstversorgung der Larven zu sichern.
    Der Flugling enthält nicht nur Flugbienen. Wie ich im vorigen Jahr selbst beobachten konnte, waren 3 Tage nach dem Schlupf der ersten Buckfast-Arbeiterinnen im Carnica-Volk die ersten Buckfastbienen beim Jungbienenvorspiel dabei. Deshalb sind auch die 3-tägigen Jungbienen schon eingeflogen und fliegen dem Flugling beim Vorspiel zu. Also keine Sorge, die Pflege der Brut ist gesichert.
    Manche Imker ziehen sogar turnusmäßig Jungköniginnen im Zwischenbodenableger, der vom Prinzip her ein weiselloser Flugling ist.


    Gruß Ralph

  • Was'n Quatsch :)


    Wieso? Larven, die ursprünglich nicht zur Bildung einer Königin vorgesehen waren, werden beim Umlarven umfunktioniert.
    Nachschaffung: Larven, die ursprünglich nicht zur Bildung einer Königin vorgesehen waren, werden umfunktioniert.
    Erkläre mir den Unterschied.


    und an die Banane:
    Ja, das Restvolk holt noch reichlich Honig (wenn Du die Aktion nicht zu früh startest). Zu der Zeit, in der keine Brut gepflegt werden muss, haben sehr viele Bienen Langeweile. Die holen dann Nektar rein.
    Mais ist natürlich eine recht schlechte Trachtpflanze:-(. Was ist mit Salweide? Löwenzahn? Spitzahorn? Obst und Beerensträucher? Schlehe? Alles nicht da?
    Ansonsten sollte man versuchen möglichst große Völker im Frühjahr zu haben. Diese sollten nicht unnötig Energie zum Heizen verbrauchen müssen im Frühjahr.
    Sonniger, Wind stiller Platz, eingeschobene Bodenschieber...
    Wer sich die Mühe macht, die Völker zu schieden, wird in jeder Beutenform dafür belohnt.

  • Zitat

    Wieso? Larven, die ursprünglich nicht zur Bildung einer Königin vorgesehen waren, werden beim Umlarven umfunktioniert.
    Nachschaffung: Larven, die ursprünglich nicht zur Bildung einer Königin vorgesehen waren, werden umfunktioniert.
    Erkläre mir den Unterschied.


    Nimmt man zum "umlarven" nicht die Stifte ? Also so kenne ich es, dass die Stifte in die Näpfchen umgesetzt werden. Somit wäre die Kö von Beginn an vollwertig.

  • Also so kenne ich es, dass die Stifte in die Näpfchen umgesetzt werden. Somit wäre die Kö von Beginn an vollwertig.


    Heißt es umeiern oder umlarven? Keine Stifte, halb- und eintägige Maden. Das gibt auch von Anfang an vollwertige Königinnen. Stifte werden nicht angenommen oder nur sehr schlecht. Allerdings werden das evtl. nur minderwertige Nachschaffungsköniginnen, weil die Bienen die falsche Mischung haben (zuviele Flug- und zuwenig Pflegebienen) und zusätzlich in Panik sind, deswegen läßt man bei der richtigen Königinnenzucht die Maden nach dem weisellosen Starter auch im weiselrichtigen Volk fertigziehen. Und im Überfluß, nicht in einer Außenstelle in Panik.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife