Drohnenbrutfangwabenverfahren (Oberurseler Methode)

  • In einem anderen Faden hab ichs schon mal erwähnt, hier nochmal im Fokus: Das Fangwabenverfahren aus Oberursel.


    http://www.fachzentrum-bienen.…kel/00-05_S6-0800-136.pdf


    Das Konzept ist ziemlich alt, trotzdem aber leider zu unrecht wenig bekannt. Das ganze ist viel mehr als nur eine biotechnische Varroabekämpfung.
    Es regelt



    • Schwarmtriebsmanagement (der Schwarm wird vorweggenommen, danach sind beide Volksteile beschäftigt und schwarmbekämpfung nicht mehr nötig)
    • Jungvolkbildung, die Königinnen lasse ich meine Völker selber ziehen, der Begattungserfolg ist sehr hoch (in den letzten Jahren immer >90%)
    • chemiefreie Varroabehandlung in der Saison, gerade für späte Trachten interessant.
    • Bauerneuerung, damit verbunden
    • sprudelnd gesunde Völker


    Die möglichen Nachteile:



    • Klingt viel zu kompliziert. Ich habs nach dem ersten Lesen erst mal ein Jahr verworfen, bevor ichs dann doch nach und nach schlicht und genial fand.
    • Möglicherweise erntet man etwas weniger Honig.
    • Man muss strukturiert und planmäßig arbeiten können und wollen.
    • Man braucht Beutenmaterial.


    Für mich ein perfekter Bearbeitungsplan, gerade weil es dem natürlichen Schwarmgeschehen sehr nahe kommt und dessen positive Power nutzt.
    Wer eher extensiv größere oder auch kleinere Völkerzahlen vor allem in der Standimkerei verlässlich gesund führen will fährt gut damit.


    Grüße,


    Thomas

  • Hallo Thomas,
    danke für deine Mühe. Letztlich, finde ich, hört sich das nach einer Variante der TBE an, die ich auch versuche. Und ja, klingt im ersten Moment etwas aufwändig, aber wenn man sich dadurch Säuren und Medis ersparen kann, dann muss das wohl. Wie wir alle wissen, kann eine ordentliche Behandlung auch einen gewissen Aufwand erfordern. Kleine Anmerkung zum 1. Schaubild. Im Text wird uns verkauft, dass das Volk wohl 2 Königinnen hatte, da beide Teile zumindest im kleinen Text im Bild " mit Königin " sind. Hat mich 5 Minuten gekosten den Druckfehler zu bestimmen :-).
    Das kompliziert klingende an diesem Verfahren, das Neulinge und Lustlose wie mich schon bei Punkt 2 aufgeben lässt ist sicherlich, dass das Verfahren gleich mit allen Fachbegriffen durchgenudelt wird. Ich hielte es pädagogisch für besser erst mal ganz kurz und prägnant die Basics klarzustellen, bevor man dann für jeden einzelnen Punkt mit Fachwörtern und spezifizierten Verfahren versucht genau zu beschreiben was man da macht, z.B. um sich das Suchen der Königin zu ersparen. Und man braucht nicht nur mehr Material, man braucht auch Drohnenwaben in größerer Anzahl und wer hat die schon.
    Also zur Erläuterung, man könnte für Neulinge auch diesen Satz voranstellen. Verdeckelte Brut raus, weil da die Milben sind und dann danach verdeckelte Brut raus, weil da der Rest der Milben ist. Und jetzt kann ich mir überlegen, was ich mit den entnommenen Waben mache und warum es für viele am besten Dronenwaben sein sollen. Der Eine bildet nach Behandlung neue Völker, der Andere vereinigt später wieder und Chuck Norris, der der keinen Honig isst, na ja, ihr wisst schon, der kaut Bienen.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Imkere ich um die Varroa zu bekämpfen? Für Standimker mit Trachtlücken mag TBE sinnvoll sein, ansonsten ist es bei niedriger Varroabelastung eine unnötige Schwächung und man verschenkt Ertrag!
    Da orientiere ich mich auch als Hobbywochenendimker, der nicht wandert, doch lieber an Betriebsweisen von Erwerbsimkern, die mit Zeit und Material haushalten müssen. Meine MW brauche ich für die HR. Bei Tracht macht man Honig!
    Ich denke, man sollte sich mehr in Richtung Angepasster Brutraum, Ablegerbildung, Kunstschwärme, Junger Weiselbestand sowie vor allem gute Tracht für die Bienen Gedanken machen, und die Varroabekämpfung soweit wie notwendig in den Jahreslauf integrieren.
    Ich schneide alle 14 Tage DrRa, habe zT 2 Stück an den Seiten des Brutnests oder wie bei HB-Beuten 2 geteilte am Fenster, das alle 14 tage einer verdeckelt geschnitten werden kann, wobei ich auch die Zellen stichprobenmäßig kontrolliere nach Milben.
    Ableger bilde ich kontinuierlich, sobald sie den 2.HR haben bzw Schwarmtendenzen zeigen, KunstSchwärme nach der Linde.
    Die TBE werde ich bei den den letzten 2er BR jetzt nach der Rapsernte machen, um die Pollenbretter (eine Vorr. für Schwärme) rauszukriegen, und wieder zu angepassten Bruträume zu bekommen.


    Als Fangwabe ist es egal ob Brut oder DrBrut, wenn keine andere Brut da ist und die Wabe im Zentrum hängt.
    Ansonsten sollen mehr Milben in den Drohnenwaben sein, weil die Milben wie die Drohnen es lieber kälter mögen und deshalb am Rand des Brutnest sind, eine längere Verdeckelung haben-
    oder weil mehr Füttergänge der Ammenbienen zu den Drohnenmaden erfolgen und damit die Wahrscheinlichkeit des Abstiegs der Milben von den Bienen höher ist.


    Gruß Fred

  • .... man verschenkt Ertrag! ...............


    Ich schneide alle 14 Tage DrRa, habe zT 2 Stück an den Seiten des Brutnests oder wie bei HB-Beuten 2 geteilte am Fenster, das alle 14 tage einer verdeckelt geschnitten werden kann, ...


    Und da verschenkst du keinen Ertrag?


    Bei TBE zum Trachtende bauen die Bienen ja aus Zucker den Wabenbau wieder neu auf - kostet zwar Geld, aber keinen Ertrag (wenn du damit nicht deinen Nettogewinn meinst)

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

  • :daumen:


    Eine richtig angewandte TBE, in welcher Kombination auch immer, ist m.E. das Beste, was man in der Imkerei machen kann.


    :daumen: dem kann ich uneingeschränkt zustimmen ! In diesem Jahr werde ich alle (!) Brutnester komplett erneuern lassen. Damit sind die dann auch gut beschäftigt....


    Beste Grüße


    Rainer

  • Und da verschenkst du keinen Ertrag?


    Bei TBE zum Trachtende bauen die Bienen ja aus Zucker den Wabenbau wieder neu auf - kostet zwar Geld, aber keinen Ertrag (wenn du damit nicht deinen Nettogewinn meinst)


    Sicherlich kostet der ständige Schnitt der DrRa Honig, aber ich reduziere die Varroa und sie können Bauen/Wachs produzieren.. Da ich die Mehrzahl der Völker Beutenbedingt auf einem BR 1,15 oder 1,0 DN habe und noch überwiegend Carnicazucht sind die 14 Tage auch das Kontrollintervall zum Erweitern (HR, MW) oder Schröpfen und bzgl der Schwarmstimmung.


    es ging nicht um die TBE, sondern das o.g. VeRfahren nach der Frühtracht als generelle Methode! das eine TBE 1x für das Volk gesund ist, ist keine Frage - WANN muß jeder für sich entscheiden.
    was ist ein KS am Ende der Saison? Ein BRUTFREIER und fast varroafreier Start in das neue Bienenjahr mit neuer Weisel, der nur wenige Euro in Zucker kostet. Das ist MEIN Zeitpunkt.
    Wenn ich 50% meines Bestands nach der Linde in KS mit MW und neuen Weiseln auffüttere (nur 15%MS, Dez evt nachmal OX), habe ich auch den Effekt und fürs folgende Jahr starke Völker, die idR auch vom Schwarmdusel ausgenommen sind, wenn sie rechtzeitig erweitert wurden.
    Ein Großteil der gebildeten Ableger hat ja schon neue Weiseln.
    Bis jetzt sind nur 2 Jährige oder ältere Königinnen auf Reisen gegangen und vor allem 2zargig überwinterte Br oder nur mit einem HR sind in Schwarmstimmung, aber wie gesagt- meine Schuld- mit 12-14 Waben ohne Schied bzw 2xBR a 12 habe ich den meisten zu früh, zuviel Raum zum Einlagern im BR gelassen. Jede Woche Kontrolle- wie die letzten Wochen notwendig, nervt bei 200km Entfernung.