Frage an die Neuimker (mir schwirrt der Kopf)

  • Liebe Neuimker,


    ich heisse Mel, komme aus NRW und schäftige mich näher seit April 2015 mit dem Thema Bienen und Imkerei. War jetzt regelmässig bei den monatlichen Imkertreffen dabei und seit Januar bin ich Mitglied dort im Bienenverein und habe auch 2 Imkerpaten.


    Nachdem ich mich nun monatelang lesend durchs Internet gewälzt habe, zig Blogs und Bücher/Zeitschriften gelesen habe, steht nun seit Samstag mein 1. Volk im Garten. Buckfast Bienen in einer Dadant Beute.


    Und jetzt geht es richtig los. Egal zu welchem Thema (Beute, Völker, Schwarmverhinderung, Honigernte, Naturbau, Einfüttern, Überwinterung mit oder ohne eigenen Honig, Varroabehandlung etc.), es gibt zig verschiedene Meinungen von den einzelnen "Alt-Imkern". Ich habe nur 1 Beute und klar, jeder sagt mir, man sollte mind. 2-3 Völker haben, damit man flexibel reagieren kann, auch bei schwachen Völkern. Evtl. kann ich mir in den Garten noch ein 2. Volk stellen (wenn die Nachbarn "mitmachen"), aber eigentlich wollte ich es nur im kleinen Rahmen als Hobby betreiben. Irgendwie kriege ich grade kalte Füsse, ob das mit einem Volk gut klappt (hoffentlich bleibt die/das Königing/Volk gesund, hoffentlich schwämt es nicht, erkenne ich rechtzeitig Probleme.....). Mein Kopf raucht von theoretischem Wissen und Meinungen und Ratschlägen der anderen Imker. Ich habe das Gefühl gerade weiss ich weniger als vorher..........


    Geht es euch manchmal auch so ? Legt sich das mit der Zeit ?


    Mel

  • Hallo Mel,


    kann dich gut verstehen, mir raucht auch grad der Kopf :)
    Hab aber im Gegensatz zu dir noch keine eigenen Bienchen und quäl mich grad mit Hersteller - wo bestellen - uiuiii soviel Kohle rum :)
    Ich bekomm von unserem Verein eine Zanderbeute und einen Ableger, will aber gerne noch eine Beute, die ich schon mal vorbereiten will, also streichen usw.
    Der Garten muss auch noch etwas hergerichtet werden zum aufstellen der Beuten. Ich kann`s aber trotzdem kaum erwarten bis die Bienen bei mir "einziehen" ... vielleicht mal ne Kirschblüte mit Bienen? Wäre super!!! Ich beobachte seit längerem in meinem Garten kaum Bienen und das ist eigentlich der Hauptgrund warum ich dieses Hobby erlernen will.... ich will wieder dass es summt im Garten :)
    Ich denke das wird schon mit unserer Panik... is doch noch kein Meister vom Himmel gefallen?
    LG Andrea

  • Hallo Mel,


    Immer ruhig und Schritt für Schritt.
    Du hast eine gute Beute mit Platz und eine neue Königin.
    Abends kreisen die Gedanken halt. Ist auch wichtig.
    Aber schau nicht zu oft in das Volk. Jede Woche einmal Deckel hoch und bei Bedarf weiter schauen reicht.
    Durch Beobachtung des Fluglochs und des Bodenschiebers kann man auch schon viel erfahren.


    Grüße Thomas

    Morgen ist die Summe aus gestern und heute :daumen:

  • Hallo,


    dass dir zu Beginn der Kopf raucht ist ganz normal. Ging mir, nein geht mir auch ab und zu so. Hab letztes Jahr begonnen und bin jetzt quasi im ersten
    Wirtschaftsjahr. Ich finde nur, man sollte das ganze nicht zu verkopft angehen. Weniger ist oft mehr. Sprich nicht zu oft IN die Beute schauen. Vor allem
    Ableger haben es auch gar nicht so sehr nötig. Die wichtigsten Themen für dich werden im erste Jahr sowieso erstmal die Varroabehandlung (bei der du
    dann doch sehr konsquent sein solltest) und zum Herbst das auffüttern sein. So hab ich das zumindest bisher gehandhabt und bin denke ich nicht ganz
    schlecht damit gefahren.


    Solltest du mit nem Ableger anfangen und nicht mit nem Wirtschaftsvolk fällt die Schwarmkontrolle und Honigernte schonmal weg. Also genug Zeit um
    ein bißchen reinzuwachsen.
    Was ich dir aber auf jedenfall ans Herz legen kann, ist nicht mit nur einem Volk zu beginnen. Mir wurde geraten mit mit wenigstens 5 anzufangen. Finde
    ich persönlich ein wenig übertrieben. 3 stück wären meiner Meinung nach ein guter Anfang. So kannst du vergleichen und kannst wenn du es dann doch
    nicht lassen kannst in die Völker zu schauen durchwechseln :wink:


    Ich habe dann übrigens nicht mit 5 sondern 6 Völkern angefangen. Ich bereue es kein Stück und werde sehr wahrscheinlich auf 10 aufstocken. Glaub mir,
    wenn es wirkliches Interesse ist packt dich das Imkervirus schneller als dir lieb ist :daumen:

  • Hallo Mel


    Es ist schon normal dass du dir Gedanken machst das ist auch gut so, aber zu viel und gerade am Anfang wenn alles Neu ist mach langsam hol dir die Hilfe von deinem Imkerpaten und imker erst mal ganz konventionell nach dessen anleitung ohne große Experimente wenn du dich unsicher fühlst.
    Dadurch entwickelst du ein Gefühl für die Bienen und auch immer neus dazu.
    Natürlich kannst du nur mit einem Volk anfagen, hast halt lediglich das Risiko nach dem Winter 0 Völker zu haben, aber dann kannst du dir ja wieder eines besorgen. Ich denke 2 Völker wären gut, auch deshalb dass man weniger ein Volk belästig.
    Wenn das Volk schwärmt dann ist das kein Problem , das ist der natürliche vermehrungstrieb und wenn du an dich nicht den Anspruch stellst alles auf anhieb perfekt zu machen und mit etwas weniger Honig zufrieden bist, ist alles gut.
    Hol dir die Hilfe deiner Altimker, dann wird das schon!
    Freu dich am Summen der Bienen die anscheinend trotz viel Arbeit irgendwie immer ( naja meistens:)) ) ziehmlich entspannt scheinen, (vorausgesetz im Volk ist alles oke)
    Viele Grüße
    Tobias

  • Hallo Mel,


    Kenne das Gefühl, habe selber letztes Jahr angefangen.


    Zum Gluck has du Imkerpaten die dir zu Seite stehen können wenn es nötig ist.


    Wenn Du jetzt ein ausgewintertes Volk bekommen hast, kannst Du wahrscheinlich in Mai schon ein eigener Ableger erstellen, dan hast Du schon 2 Völker zum Einwintern.
    Ich schätze das dir die Honig im ersten Jahr eh nicht so wichtig ist (so war es auf jeden fall bei mir). Brauchst nur eine zweite Beute.


    Wichtig ist auf jedem fall eine gute Varroa Behandlung und das einfüttern für die Winter.


    Bei mir steht jetzt das erste Wirtschaftsjahr bevor, meine 3 Jungvölker vom letzten Jahr sollen jetzt zeigen was die können, gleichzeitig möchte ich von das friedlichste Volk 1 oder 2 Ableger machen damit ich mit 5 oder 6 Völker in der nächste Winter gehen kann.


    Gruß, Victor

  • Hallo Mel,


    ich kann dich soooo verstehen.
    Meine zwei Dadant Beuten stehen frisch gestrichen auf der Terrasse und warten nur noch auf die Bienen.
    Vor zwei Tagen war ich bei Vereinstreffen und habe dort eine Imker kennengelernt, der mir in zwei Wochen zwei Völker verkaufen wird.
    Ich schwanke zwischen hocherfreut und "ohje, was mache ich nun wieder"
    Einen echten Paten habe ich noch nicht, aber ich mache zZ einen Grundkurs im Nachbarverein.
    Dort gibt es auch Dadant Imker und ich hoffe, dort antworten auf meine Fragen zu bekommen.


    Es ist schön, von einem weiteren Dadant Anfänger zu lesen!
    Gruß,
    Kathrin

  • Hallo Mel,
    nur Mut, alle haben so angefangen. Die mesiten Tipps hast Du schon.
    Mir hat sehr geholfen, immer wieder bei anderen Imkern mit rein zu schauen. Du hast bestimmt in Deinem Verein jemanden - vielleicht sogar in der Nähe -, den Du quasi durch sein Imkerjahr begleiten kannst; da siehst Du viele Völker, hast jemanden zum Fragenstellen, kannst vergleichen und kommst nicht zu oft in Versuchung, doch Dein eigenes Völkchen nochmal aufzumachen.


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Hallo Mel,


    du bist nicht alleine! Mit imkern anzufangen ist echt nicht ohne. Jeder empfiehlt dir etwas anderes und jeden Tag lernt man mindestens etwas Neues dazu. Eine gesunde Portion Neugierde, aber auch Entscheidungsfreude sind da gefragt.
    1 Brutraum oder 2?
    Holz oder Styropor?
    Welches Rähmchenmaß?
    Welches Futter?
    u.v.m.
    Entscheide dich gewissenhaft für eine Betriebsweise mit der du gut klar kommst und bleibe dann auch erstmal eine Weile dabei.
    Das ist mein Tipp für dich.


    Mfg Sophie :p_flower01:

  • Danke für eure Antworten. So langsam ist alles etwas tiefer gesackt in meinem Kopf. Dieses Wochendende wollten wir mal richtig in die Beute schauen, aber das Wetter spielt zur Zeit noch nicht mit. Der Honigraum ist drauf und der Drohnenbaurahmen seit Montag drin. Gestern sah am Flugloch alles tutti aus. Reger Betrieb und es wurde viel Pollen eingeflogen.


    Manchmal ist es halt auch der Gewissenskonflikt zwischen "alt und neu". Viele ältere Imker imkern seit Jahren in ihrer Art und Weise und wenn man dann als Neuling einige Sachen gerne anders machen möchte und wenn mir zudem der Honigertrag nichts das wichtigste ist, dann stösst man oft auf Unverständnis bzw. fühlen sich dann einige Altimkern etwas angegriffen. Man muss halt seinen Weg suchen, finden und dann auch gehen. Aber ich haben einen Imker aus dem Verein gefunden, der so ähnlich auf diesem Gebiet tickt wie ich und mein älterer Imkerpate ist auch recht umgänglich. Jetzt starte ich erstmal in die Saison und versuche soviel wie möglich zu lernen und die Idee, bei meinem Imkerpaten mal über die Schulter zu schauen, ist auch gut. Montag werde ich ihn mal anrufen und darum bitten.


    Liebe Grüße
    Mel

  • Hallo Mel & alle anderen!


    Mir gehts auch so ähnlich. Man hat noch keine Erfahrung und jedes mal, wenn man mehr als einen Imker fragt bekommt beliebig viele unterschiedliche Antworten. Ich hab mich dann auch erstmal an die Meinung eines Imkers im Berein gehalten, dessen Meinung ich nachvollziehen kann. Und dann hab ich mich weitgehend daran gehalten, was er empfohlen hat. Hatte bis jetzt aber auch Anfängerglück oder so, noch keine kritischen Situationen wie verlorene Königinnen oder so...
    Für den Anfang kann man glaub ich nicht viel verkehrt machen, sich nach einem Altimker zu richten. Optimal fand ich, dass "meiner" bei Situationen, wo ich nicht wusste, was zu tun ist hinter mich gestellt hat und mir Tips bei meinen Bienen vor Ort gegeben hat. Das fand ich am hilfreichsten.
    Ausserdem verzeihen einem die Bienen ne Menge. Formate, Kistenform... alles mehr oder weniger egal.
    Wo ich erstmal keine größeren Experimente machen werde ist Varroa-Behandlung. Mir scheint, dass das der Grund für die meisten Völkerverluste ist. Da halte ich mich an Standardmethoden.


    Viele Grüße
    Alex

  • Hallo Mel,


    hiermit möchte ich Dir ausdrücklich Mut machen, irgendwann selbstbewußt Deinen eigenen Weg zu gehen! Ich bin vor 11 Jahren eine ganze Saison bei einem Imker mitgelaufen, das war das Beste, was mir passieren konnte- auch wenn ich inzwischen vieles anders mache, als das, was ich dort gelernt habe. Hör' Dir alles an, was man Dir erzählt, wälze Bücher und Internet, besuche Kurse und vertraue auf Dein Gefühl. Entscheiden muß man am Anfang schon einige Dinge, aber das heißt ja nicht, daß man sie im Laufe der Zeit ändern kann. Wenn Du ein paar Saisons hinter Dir hast, wirst Du ganz automatisch zu Deiner persönlichen Betriebsweise finden und Dich nicht mehr von anders imkernden Imkern verunsichern lassen.
    Und vielleicht hat man ja sogar irgendwann das Glück, daß man Dinge, die man für sich entdeckt hat, auch an alte Hasen weitergeben kann. Tolerante Altimker lassen sich dann sogar von so neumodischem Krams wie dem Schwarmfangrohr begeistern :wink:!

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna