Feuchtigkeit im Honigraum

  • Liebe Imker,


    habe heute meine Völker durchgesehen. Alles soweit schön.


    Bei einem der Völker (12 DNM 1,0, 2 BR + 1 HR über ASG, aufgesetzt vor 10 Tagen) ließen sich die Rähmchen im HR nicht ziehen. Ursache war, dass das Holz des ersten Rähmchens (Warmbau) so aufgequollen war, dass es alles verklemmte. Mit etwas mehr Kraft löste es sich auf: es war total feucht bis nass. Die weiteren Rähmchen deutlich weniger mit wachsendem Abstand.
    Abgedeckt war die Beute wie bei mir üblich mit einer Klarsichtfolie aus dem Fachhandel und drauf Holz- und Blechdeckel.
    Bei den anderen Völkern nichts dergleichen.
    Auffällig bei meiner Anordnung ist, dass die recht dicken Folien im HR nicht den Rähmchen aufliegen, sondern einen Raum lassen, in dem die Bienen offenbar gut herumlaufen können und diesen teilweise mit Propolisbrücken verkleistern ... ob das so richtig ist?


    Was meint Ihr dazu?


    Vielen Dank für Eure Meinung und evtl. Tipps. Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • bei junger Königin sind mehr Wachsbrücken auf den OT, bei älterer mehr Propolis
    die Bienen bauen die Brücken extra, damit sie besser unter der Folie oder Wachstuch laufen können oder ob sie die Waben nochmal die OT an der oberen Höhlendecke befestigen wollen?
    Bei den derzeitigen Nachttemperaturen ziehen sich die Bienen auf die Brut zurück. Die Bienenmasse ist noch nicht so groß, das auch der Honigraum erwärmt wird, damit schlägt sich mehr Feuchtigkeit an der Frontwand nieder=kälteste Stelle, die neuen Rähmchen noch nicht propolisiert, nehmen deshalb die Feuchtigkeit umso besser auf und quellen auf.
    Erledigt sich von allein mit steigenden Temperaturen
    Gruß Fred

  • Bei einem der Völker (12 DNM 1,0, 2 BR + 1 HR über ASG, aufgesetzt vor 10 Tagen) ließen sich die Rähmchen im HR nicht ziehen.


    Heroldbeuten und Hoffmann-Seitenteile? Das ist ein Kontruktionsfehler der Eierlegendenwollmilchsau: Eigentlich ist die Beute für 10 Rähmchen Zander im Kaltbau ausgelegt, 12 DN gehen schon ohne Propolis und Wachsreste an den Rähmchen schlecht rein. Dann geht das Volk gut in Brut, oben kondensiert die Atemluft des Volkes, die Rähmchen quellen und dann geht nichts mehr. Bei waagerecht gedrahteten Rähmchen reißt Du Dir im Frühjahr auch gerne mal die Oberträger ab.


    Nimm 11 Waben im Brutraum und benutz ein Schied, im HR nimmst Du auch 11 Waben und vermittelst die Abstände, die Waben werden dann halt was dicker ausgebaut.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Danke Euch für die schnelle Anwort!


    Heroldbeuten und Hoffmann-Seitenteile?


    Es sind Liebig-Holzbeuten und Hoffmann-Seitenteile.
    Habe im HR jetzt 11 statt 12 Waben. Ralf, was ist der Sinn, auch im BR 11 Waben zu nehmen, da ist doch alles trocken? (... oder habe ich jetzt endlich den Grund gefunden, auch mit dem Schieden anzufangen? :wink:)


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

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  • Wenn's paßt ist doch alles ok, auch ohne Schied. Bei mir paßt es halt nicht wirklich. Irgendwie geht das schon, aber einfach die Waben zur Seite schieben zu können ist schon toll, um Längen besser als Bienen zu rollen. Wenn Du da aber einfach mit 11 Waben arbeitest, ziehen sie Dir die letzte Wabe megadick aus, oder es gibt Wildbau quer zur Wand. Du kannst ja im BR nicht einfach die Abstände vermitteln.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Der Hauptgrund der Feuchtigkeit im HR ist, das er mit zu wenig Bienen besetzt ist. Deshalb setzt sich die Abluft aus dem Brutraum, verstärkt über dem Flugloch ab, möglicher Weise kann auch Zug, das verstärkte Quellen des ersten Rähmchens, bei dieser Beute verursacht haben. Die Feuchtigkeit in der Abluft kommt vom eingetragenen Necktar und vom Wasserüberschuß, das die Bienen für die Aufzucht der Jungbienen brauchen. Die Folie spielt da weniger eine Rolle. Das Aufquellen von neuen trockenen Rähmchen kann sehr extrem sein, deshalb den Rat von Ralf beachten.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Eine kleine Rolle wird die Folie schon spielen. Ohne würde die Kondensation ja direkt am Deckel stattfinden und das Holz vom Deckel kann die Feuchtigkeit aufnehmen, zumindest zum Teil. Seit ich die Folie weglasse und Beespace über den Rähmchen habe, habe ich keine spakigen Stellen mehr auf den Oberträgern.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

  • [/QUOTE]Kuden-Imker: Seit ich die Folie weglasse und Beespace über den Rähmchen habe, habe ich keine spakigen Stellen mehr auf den Oberträgern.[/QUOTE]


    Entschuldige die dumme Frage: Was ist denn Beespace?

  • Danke für die schnelle "Erleuchtung". - Es gibt als Alternative zur Folie eine Gaze. Ich liebäugele gerade damit, so etwas anzuschaffen. Wäre das eine tatsächlich eine Alternative? Hat jemand von Euch damit Erfahrung? Oder ist das eher nur Geldschneiderei? Wie heißt es so schön: Mit Bienen kann man kein Geld verdienen, nur mit Imkern !! :)

  • Es kommt auf Deinen Deckel an. Läßt er die von der warmen Luft getragene Feuchtigkeit durch bis ins Freie -> gut. Wenn nicht, kondensiert es "irgendwo" am Scheidepunkt mit kühleren Temperaturen und dort schimmelt es dann auch regelmäßig - mit Gaze statt Folie (=Weglassen der Dampfsperre) z.B. am Boden des Innendeckels.
    Sperrholz ist meist dampfdicht verleimt -> daraus gefertigte Deckelböden schimmeln über Gaze.

  • Was soll der Vorteil von Gaze sein?


    Gruß, Jörg


    Ich meine irgendwo mal eine Werbung gesehen zu haben, dass durch die Gaze eben genau das o.g. Problem von Feuchtigkeit, spakige Oberträger oder überhaupt Schimmel im Gegensatz zur Folie gemindert wird. Wenn ich aber den Beitrag von ribes lese, stimmt das wohl nicht !? Jedenfalls habe ich gut abschließende Holzdeckel. Schimmelige Deckel möchte ich ja nun gar nicht haben!