1 Volk Extremer Varoabefall Anfang April

  • Hallo!


    Ich hab diese Woche die Honigräume aufgesetzt außer bei einem Volk. Bei der Durchsicht war das irgendwie merkwürdig. Löchriges Brutnest, 1 voller Dronenrahmen (?!?). Ich dachte erst Drohnenbrütig, aber da ist auch normale Brut + Stifte.


    Bei genauer Druchsicht habe ich mehrere Bienen mit aufsitzenen Milben entdeckt. So etwas kenne ich um diese Jahreszeit eigentlich nicht.
    Das Volk ist vom Winter her als "Varoa-bekannt". Es hat auch Notfallbehandlung, (MS), AS und OS bekommen, aber es half alles nichts (nagut es hat überlebt).


    Die Frage: Wie geht ihr vor? Honig brauche ich von dem Volk nicht unbedingt. Aber "teile und behandle" jetzt schon? Ansonsten hätte ich bei dem schönen Wetter nächste Woche mal AS ausprobiert?

  • Hi,


    Milchsäure kannst du in meinen Augen für solche Notfallaktionen vergessen, noch dazu bei den aktuell kalten Nächten. (Bienenzuchtberater Kustermann sprach auf dem Weissacher Imkertag von ca. 30% Wirksamkeit, und die Bienen saßen noch noch am Folgetag klamm und eng in der Traube, als die Nachbarvölker munter flogen.)


    Ameisensäure Langszeitbehandlung ist ja quasi schon chemische Brutentnahme.


    Und für Oxalsäureträufeln sitzen sie nicht mehr wirklich eng genug. Und Blockbehandlung würde ich mich damit eh nicht trauen.


    Gibt es evtl. noch zugelassene chemische Mittel, soetwas wie Perizin & Co? In so einem Notfall würde ich es anwenden.


    In meinen Augen wäre Oxalsäuredampf sinnvoll, musst du halt Schweizer werden... Mehrfache Wiederholung oder evtl. je nach Zustand in Kombination mit kompletter Brutentnahme.


    Grüße,
    Robert

  • Puderzucker –*Bienenwohl.


    Die Wirkung gerade bei aufsitzenden Bienen ist nachgewiesen.
    Als Blockbehandlung kann man eine Menge Belastung aus dem Volk nehmen.


    Warum wird dieser Hinweis ignoriert?


    Hans

    Die Glücklichen sind neugierig. (F. W. Nietzsche)

  • Hallo Genscher!


    So etwas habe ich noch nie gehört.


    Recht viele Möglichkeiten hast du nicht. Wie schon geschrieben wurde, Milchsäure und Oxalsäure haben beim Vorhandensein von Brut einen schlechten Wirkungsgrad.


    Wenn das Brutnest tatsächlich durch die Varroa löchrig geworden ist, dann würde ich die Brut total entnehmen. Um diese Brut wäre nicht schade.


    Wenn die Brut noch halbwegs in Ordnung ist, dann könntest du ein AS-Behandlung machen und das Volk für die Ablegererstellung verwenden.



    Die Varroatoleranzzüchter werden beim Lesen feuchte Augen bekommen, die träumen von Völkern die solche Belastungen aushalten.




    MfG
    Honigmaul

  • ... Bei der Durchsicht war das irgendwie merkwürdig. Löchriges Brutnest, 1 voller Dronenrahmen (?!?). Ich dachte erst Drohnenbrütig, aber da ist auch normale Brut + Stifte.... Wie geht ihr vor?...


    BSV bitten, sich das Volk anzusehen. Suche nach löchrigen und eingesunkenen Brutzelldeckeln. Wenn keine weiteren Hinweise auf AFB gefunden werden, dann komplette Brutentnahme + Fangwabe.


    Gruß Ralph


  • Bei der Durchsicht war das irgendwie merkwürdig. Löchriges Brutnest, 1 voller Dronenrahmen (?!?). Ich dachte erst Drohnenbrütig, aber da ist auch normale Brut + Stifte.


    BSV bitten, sich das Volk anzusehen. Suche nach löchrigen und eingesunkenen Brutzelldeckeln. Wenn keine weiteren Hinweise auf AFB gefunden werden, dann komplette Brutentnahme + Fangwabe.


    Wenn man schon aus löchrigem Brutnest auf AFB-Verdacht schließt, dann sollte man aber auch die verschiedenen Subtypen denken, von denen einer eben kaum bis gar nicht eingesunkene Brutzelldeckel macht, weil die Bienen noch vor Verdeckelung ausräumen.


    Aber es gibt viele Gründe für löchrige Brutbilder, und gerade bei geschwächten Völkern und den aktuell im niedrigen Bereich schwankenden Temperaturen ist das manchmal nicht soo ungewöhnlich. Weil der volle Drohnenrahmen erwähnt wurde: ich hatte mal ein wirklich unschönes Brutbild auf einem Brutbrett (Dadant mit Schied). Machte schon gedanklich eine Notiz, dass die Königin so schnell wie möglich auszutauschen wäre. Doch dann fiel mir auf, dass diese Brutfläche einfach zu nahe am Drohnenrahmen war. Ein voller, verdeckelter Drohnenrahmen ist nunmal breiter als eine Wabe mit Arbeiterinnenbrut. Die Drohnenzellen ließen der benachbarten Arbeiterinnenbrutwabe einfach nicht genug Platz. Die anderen Brutflächen waren in Ordnung.


    Grüße,
    Robert

  • Wärmebehandlung, geht immer!
    Mal deckel aufmachen, Leerzarge drauf und von Oben mit dem Fön draufhalten, davor aber Schublade rein und nachher anschauen was es gebracht hat.

  • Wärmebehandlung, geht immer!
    Mal deckel aufmachen, Leerzarge drauf und von Oben mit dem Fön draufhalten, davor aber Schublade rein und nachher anschauen was es gebracht hat.


    Bester Tipp im Imkerforum!
    Außerdem kann man sich gleich die Haare machen an der Beute.
    Also am besten Morgens vor der Arbeit Wärmebehandlung mit Morgentoilette verbinden.... :eek:

  • Wärmebehandlung, geht immer!
    Mal deckel aufmachen, Leerzarge drauf und von Oben mit dem Fön draufhalten, davor aber Schublade rein und nachher anschauen was es gebracht hat.


    Bester Tipp im Imkerforum!


    Danke für die Blumen [emoji41]


    Also dafür müsste Hartmut nun ohne Witz einen Preis verleihen :p_flower01:

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit